OSB-Platten sind wegen ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sehr beliebt. Je nach Stärke der Platte kann sie sogar in einem Feuchtraum eine tragende Funktion ausüben. Die OSB-Platte besteht aus ausgerichteten groben Spänen. In der Schritt für Schritt Anleitung zeigen wir Ihnen, wie die Platten richtig verlegt werden.

Da die groben Späne der Platten alle in die gleiche Richtung weisen, also ausgerichtet sind, wirkt eine OSB-Platte sogar in unbehandeltem Zustand harmonisch und teilweise sogar modern. Außerdem macht diese Entwicklung der Sperrholzindustrie diese Platten besonders stabil. Die Platte wird daher für viele unterschiedliche Zwecke genutzt. In dünnen Stärken dient die OSB-Platte für den Bau von Trockenbauwänden und der Verkleidung von Schrägen unter dem Dach. Stärkere Platten werden in der Hauptsache für den Fußbodenbau im Dachgeschoss genutzt. Wir verraten Ihnen hier alles über die Verlegung der OSB-Platten auf dem Dachboden oder auf einem Estrich.

Das benötigen Sie:

  • Wasserwaage
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Kneifzange / Wasserpumpenzange
  • Akkuschrauber
  • Handkreissäge
  • Hammer
  • Zugeisen
  • Stichsäge
  • Japansäge
  • OSB-Platten Nut und FederLeim
  • PE-Folie
  • Aluminiumklebeband
  • Trittschalldämmung
  • Ausgleichsschüttung
  • Keile

Tipp: Wenn der Discounter an der Ecke wieder einmal eine günstige Japansäge im Angebot hat, sollten Sie unbedingt zugreifen. Nicht nur bei der Verlegung der Platten können Sie mit der Japansäge kleine Ausschnitte, beispielsweise für die Rohre der Heizkörper, passgenau und ohne Mühe erledigen.

1) OSB-Platten schwimmend verlegen

Wird ein Boden schwimmend verlegt, bedeutet dies, dass die neuen Bodenplatten nicht mit dem Untergrund verschraubt werden. Sie werden auch nicht am Untergrund verleimt, sondern nur miteinander. So wird verhindert, dass der Boden quietscht. Das Quietschen entsteht häufig, wenn ein Boden aus Holz durch die ständige Veränderung des Luftdrucks und der Temperatur in einem Raum arbeitet. Wird der Boden jedoch schwimmend verlegt, kann er sich von Wand zu Wand immer ungehindert ausdehnen und zusammenziehen, ohne dabei lästige und störende Geräusche abzugeben.

Stärken von OSB-Platten
Die Hersteller der Sperrholzplatten sind sich bei diesen praktischen Platten endlich einmal einig und haben die verschiedenen Stärken der Platten in vier gängige Qualitäten eingestuft. Die erste Stärke bezeichnet Platten, die für den Möbelbau und den Innenausbau an den Wänden genutzt werden. Die Stärke zwei ist zwar auch für den Trockenbau im Innenbereich geeignet, sie hat jedoch ebenfalls bereits tragende Eigenschaften.

Platten mit Stärken der Stufe 3 werden in Feuchträumen für tragende Zwecke verlegt. Sie sind ideal für die schwimmende Verlegung auf dem Dachboden oder auf einem Untergrund aus Beton, der nicht vollkommen tragfähig ist. Die vierte Stufe von OSB-Platten kann in allen Bereichen starke tragende Eigenschaften bieten, sogar in einem Feuchtraum wie dem Bad. Diese Platten können Sie verwenden, wenn die Balken auf dem Dachboden recht weit auseinander stehen, um einen tragfähigen Bodenbelag herzustellen. Ab einem Abstand der Balken von etwa einem Meter sollten Sie in jedem Fall diese Platten nutzen.

Qualitätsstufe 3 – der Allrounder für den Boden
Hier ein Überblick über die Stärken, die es in der Qualitätsstufe 3 gibt, die meisten Arbeiten bei der Verlegung eines Bodens werden Sie sicher mit dieser Qualität von Platten durchführen. Viele dieser Stärken gibt es aber auch in den anderen Qualitätsstufen. Beachten Sie auch das Gewicht der Platten, denn in den meisten Fällen müssen Sie diese schließlich erst auf den Dachboden schleppen, eventuell können Sie das nicht allein bewältigen.

Die Rohdichte beträgt bei OSB-Platten, je nach Stärke der Platte zwischen 590 und 610 Kilo je Kubikmeter. Das können bei einer Nut und Federplatte mit 25 Millimetern schon gute 20 Kilo sein. Bei der doppelt so großen Platte mit gerader Kante wird es dann für einen allein etwas schwierig.

osb-platte-wand-84740240

  • Plattengröße Nut und Feder 2500 x 625 Millimeter – 12, 15, 18, 22 und 25 Millimeter
  • Plattengröße gerade Kante 2500 x 1250 Millimeter – 8, 10, 12, 15, 18, 22 und 25 Millimeter

1. Einkaufen und Planen

Zunächst sollten Sie sich die Balken oder Dielen genau anschauen, auf denen Sie die Platten legen möchten. Sollen die Platten frei tragend über die vorhandenen Balken verlegt werden, müssen Sie dickere Stärken von Platten verwenden als bei einem alten Boden aus Dielen, der einfach nur neu und haltbar belegt werden soll.

Tipp: Optimal ist es, wenn Sie bei einer frei tragenden Plattenverlegung nicht nur dickere Platten von 22 oder 25 Millimetern wählen, sondern die Stöße der Nut und Federverbindung nach Möglichkeit auch auf den Balken aufliegen. So erhalten Sie eine höhere Tragfähigkeit, falls doch einmal jemand ein schweres Wasserbett auf dem ausgebauten Dachboden aufstellen möchte.

Vor Beginn der Arbeiten prüfen Sie Balken und Dielen auf Schäden durch Würmer oder Fäulnis. Haben Sie erst einen neuen Boden schwimmend auf den Dielen verlegt, kommen Sie nicht mehr an die darunter liegenden Holzelemente.

Tipp: Achten Sie beim Kauf auf den Hinweis: Formaldehydfrei verleimt. Selbst wenn Sie nicht in den Räumen wohnen möchten.

2. Dielenboden ausgleichen

Ein alter Dielenboden oder ein Betonboden, der schon in die Jahre gekommen ist, wird häufig etwas uneben sein, daher müssen Sie ihn vor dem Verlegen der Platten mit einer Ausgleichsschüttung ebnen. Die Platten würden sonst im Laufe der Zeit durchbiegen oder durchhängen. Eventuell können sie sogar bei starker Belastung brechen. Die Schüttung gibt es inzwischen in jedem Baumarkt in Säcken zu kaufen. Dabei handelt es sich um ein Granulat, das sehr einfach verarbeitet werden kann. Je nach Stärke der Unebenheiten sollten zwischendurch kleine Schienen oder Leisten aufgeschraubt werden, die dann mit dem losen Material der Schüttung glatt verfüllt werden. Mit einer langen Wasserwaage oder einem geraden Brett wird die Schüttung abgezogen. Prüfen Sie zwischendurch, ob Sie die Ausgleichsschüttung vollkommen gerade aufgebracht haben und die Stärken ausreichend sind.

Das benötigen Sie für die Ausgleichsschüttung:

  • Ausgleichsschüttung in Säcken
  • Leisten für den Halt der Schüttung
  • Langes gerades Brett, um die Schüttung abzuziehen
  • Wasserwaage

3. Dampfsperre auslegen

Besonders, wenn die Platten auf einem alten Boden aus Dielen aus Holz verlegt werden, ist eine Dampfsperre zwischen den beiden Lagen notwendig. Dabei handelt es sich einfach um eine stabile PE-Folie, die Sie an den Nähten mit Aluminiumklebeband verkleben. An der Wand lassen Sie die Folie so weit stehen, sodass sie später höher ist als der neue Boden aus den Spanplatten. Die Folie verschwindet nach der Fertigstellung hinter der Fuß- oder Sockelleiste.

4. Trittschall verlegen

Wird der Dachboden ausgebaut, muss auf eine gute Trittschalldämmung geachtet werden, damit die Räume im darunter liegenden Stockwerken weiterhin wohnlich bleiben. Die Trittschalldämmung gibt es entweder auf der Rolle oder in größeren Stärken als Platten, die noch auseinander gefaltet werden können. Sparen Sie nicht beim Trittschall, diese Dämmung kostet nicht viel, der Ärger, wenn später im oberen Stockwerk jemand herumläuft und Sie unten jeden Schritt hören können, wiegt viel schwerer.

5. Platten verlegen – erste Reihe

Vor der Verlegung sollten auch diese Platten die Zeit haben, sich an die Raumtemperatur anzupassen, ähnlich wie Laminat oder Parkett. Daher ist es günstig, die Platten mindestens etwa 24 Stunden vor der Verlegung in dem Raum zu lagern, damit diese sich akklimatisieren können.

Beginnen Sie an der längsten Wand des Raums in der linken Ecke. Bei den Platten, die an die Wand anstoßen, werden Nut und Feder mit der Handkreissäge abgesägt. Dann richten Sie die Platten entlang der Wand aus und stecken im Abstand von etwa 80 Zentimetern Keile zwischen die Platten und die Wand, damit der Abstand von etwa 1,5 bis 2 Zentimetern eingehalten wird. Dehnungsfuge zu allen Wänden sollte zwischen 1,5 und 2 Zentimeter stark sein

Tipp: Wenn Ihr Boden verleimt werden soll, ist es ideal, erst alle Platten für eine Reihe zuzuschneiden und dann auf die Verbindungen von Nut und Feder eine dünne Spur Leim aufzutragen. Mit dem Zugeisen werden die Platten dann ineinandergeschoben.

6. OSB-Platten im Verbund verlegen

Die letzte Platte in der ersten Reihe muss meistens abgeschnitten werden. Damit die Fugen der Platten nicht direkt Stoß auf Stoß liegen, wird die abgeschnittene Platte als erstes Stück in der nächsten Reihe eingesetzt. So entsteht ein Verbund, ähnlich wie er bei Ziegelsteinen meist gemauert wird. Verwenden Sie immer wieder ausreichend Keile, damit der Boden nicht verrutscht. Vor allem, da Sie die einzelnen Platten mit dem Zugeisen und dem Schlagholz wirklich fest zusammenschlagen müssen. Versatz sollte mindestens 40 Zentimeter breit sein

Ist der Versatz, also das Stück Platte, dass in die nächste Reihe übernommen werden soll, deutlich kleiner als etwa 40 Zentimeter, dann kann es später wackeln oder gar aus der Führung brechen. Sie sollten dann ein anderes Stück verwenden, damit Ihr Boden wirklich tragfähig und haltbar wird.

7. Folgende Reihen

Nicht nur auf dem Dachboden, sondern überall, wo Sie die Spanplatten schwimmend verlegen, arbeiten Sie auf die gleiche Weise weiter. Bei den Platten der letzten Reihe müssen ebenfalls wieder Nut und Feder mit der Handkreissäge entfernt werden. Anschließend verkeilen Sie die Platten fest mit der Wand.

8. Aushärten und aufräumen

Den Leim sollten Sie mindestens 24 Stunden lang in Ruhe trocknen lassen. Anschließend können Sie die Keile an den Wänden herausziehen. Wenn kein weiterer Bodenbelag auf die Spanplatten kommt, sollten Sie die Platten versiegeln. Dazu reicht ein einfacher Klarlack oder ein Holzwachs vollkommen aus.

Tipp: Verwenden Sie die Keile immer wieder, auch wenn Sie Laminat verlegen. Damit die Keile das aber auch aushalten, sollten Sie Kunststoffkeile verwenden. Holzkeile spalten teilweise schon beim ersten richtigen Schlag mit dem Hammer auf. Einige günstige Keile im Handel sind sogar nur aus einem ähnlichen Material wie MDF-Platten. Deren weiche Fasern können einen großen schwimmend verlegten Boden gar nicht halten.

2) OSB-Platten an der Wand

3) Verschraubter Boden

Auf einem Dachboden, der nicht dauerhaft bewohnt wird, brauchen Sie sich nicht die Mühe machen, den Boden schwimmend zu verlegen. Auf den Balken oder den Dielen am Boden können Sie die Platten einfach festschrauben. Es ist dann zwar nicht zwingend erforderlich, die Platten auf den Dielen versetzt zu verlegen, doch für die spätere Belastbarkeit ist es nicht von Nachteil. Außerdem kann so immer der Verschnitt für den Versatz der nächsten Reihe genutzt werden, was wiederum Kosten einspart.
Bohren Sie die Löcher für die Schrauben möglichst vor und bereiten Sie diese ebenfalls mit einem Senker vor. So wird die Schraube wirklich eben in der OSB-Platte versenkt und Sie können später nicht mit dem Schuh daran hängen bleiben.

Tipp: Handelt es sich um einen Dachboden, der nicht gedämmt ist, sollten Sie wegen der hohen Luftfeuchtigkeit Schrauben verwenden, die nicht rosten. Ideal sind für diesen Zweck Edelstahlschrauben, denn sie lassen sich auch nach mehreren Jahren noch wieder lösen, wenn Sie den Dachboden doch zu einem vollwertigen Wohnraum ausbauen wollen.

4) Doppelt hält besser

Bei einem nicht besonders tragfähigen Untergrund aus morschen Dielen oder bei Balken, die einen großen Abstand haben, empfehlen Fachleute zwei Lagen von OSB-Platten zu verwenden. Dann wird eine Lage mit beispielsweise zehn oder zwölf Millimeter Stärke aufgeschraubt und gegenläufig wird anschließend noch eine zweite Lage aus vielleicht etwa acht Millimeter starken Platten aufgeschraubt. Hierbei muss aber peinlich genau darauf geachtet werden, dass die Nähte der Platten nie übereinanderliegen.

Ein zusätzlicher Vorteil ist dabei der Preis, denn die Platten mit gerader Kante kosten weniger und die geringen Stärken machen das Vorhaben zusätzlich günstig. Die Stabilität wird jedoch enorm gesteigert.

Tipps für Schnellleser:

  • Gute Planung und gezieltes Messen
  • Stärken der Platten nicht zu gering
  • Qualitätsstufe 3 bis 4 für den Boden
  • Dampfsperre aus PE-Folie
  • Trittschalldämmung einplanen
  • Genügend Keile aus Kunststoff vorrätig
  • Schwimmende Verlegung quietscht nicht
  • Nut und Feder leimen
  • Mit Versatz arbeiten spart Material
  • Handkreissäge für lange gerade Schnitte
  • Japansäge oder Stichsäge für Ausschnitte
  • Verleimten Boden 24 Stunden trocknen lassen
  • Erst dann Keile entfernen
  • Boden versiegeln, wenn kein Bodenbelag folgt
TEILEN
Vorheriger ArtikelFenster-Problem: Schimmel am Fensterrahmen entfernen
Nächster ArtikelOSB-Platten verputzen – Anleitung für innen und außen
Feli
Hallo Bastelfreunde, mein Name ist Feli. Mit talu.de habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig originelle Ideen zu entdecken. Besonders freue ich mich darauf, diese mit Euch zu teilen. Neben der Textbearbeitung beschäftige ich mich vor allem mit der Bildbearbeitung und Dokumentation verschiedenster Themen und Anleitungen. Die Vielseitigkeit, die in talu.de steckt, gibt uns die Chance, gemeinsam einen Ort für kreative Ideen zu gestalten.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT