OSB-Platten sind der Trend der Wohnraumgestaltung. Sie eignen sich zur Herstellung von Möbeln oder einem zeitgemäßen Fußbodenbelag. Richtig interessant wird das natürliche Material aber erst, wenn sie die Platten lasieren und versiegeln. Mit einer völlig verschlossenen Oberfläche können die Platten sowohl in Räumen als auch im geschützten Bereich außen verwendet werden. Richtig versiegelt hält eine solche Oberfläche für viele Jahre und ist absolut pflegeleicht.

Wenn Sie den besten Tipp direkt am Anfang erfahren möchten: Das Versiegeln der Grobspanplatte mit billigen Lacken ist einerseits möglich, andererseits absolut nicht empfehlenswert. Haltbarkeit, Aussehen sind nicht optimal und eine neue Aufarbeitung steht in absehbarer Zeit wieder an. Insbesondere dann, wenn es sich um einen Raum mit hoher Beanspruchung handelt, ist die einmalige Investition eines guten Lacks das Geheimnis zum Erfolg. Doch der Lack ist nur die eine Seite der Medaille. Auch die Grobspanplatte selbst sollte gut gewählt sein. Beide Komponenten müssen für einen dauerhaften Einsatz als DIY Fußboden geschaffen sein.

1. Das richtige Lackieren

Wenn Sie langfristig eine ansehnliche und versiegelte Oberfläche haben wollen, sollten Sie hier nicht an der falschen Stelle sparen. Preisgünstiger Lack wird dauerhaft nicht halten, sodass sie entweder mit dem Abblättern des Lacks und dem erneuten lackieren rechnen müssen. Unterschätzen Sie nicht den enormen Aufwand von abschleifen, streichen, einer Trockenphase von 12 Stunden und der Wiederholung dieses ganzen Prozesses. Es lohnt sich also, einen Parkettlack oder Siegellack zu kaufen, der dauerhaft haltbar ist und für viele Jahre Freude bereitet.

Hinweis: Für welchen Lack Sie sich auch entscheiden, die Arbeitsschritte sind immer gleich: Schleifen – Streichen – Trocknen – Schleifen – Streichen – Trocknen …

2. Den Einkauf planen

Das Versiegeln beginnt gedanklich schon beim Einkauf aller Materialien. An erster Stelle steht die richtige OSB-Platte, auf Platz 2 der Prioritäten der Lack. Alles in allem benötigen Sie folgende Materialien:

  • die entsprechende Grobspanplatten mit Nut und Feder
  • Schleifpapier
  • je nach Wunsch farbige Beize oder Lasur
  • hochwertige Pinsel oder Rollen
  • den ausgewählten Siegellack

Der Kauf der Platten

Wichtig ist, dass sie geschliffene OSB-Platten im Baumarkt kaufen. Platten, ausgewiesen als OSB mit Contifinish eignen sich nicht für das Lasieren zu Hause. Dieses Material hat kleine Unebenheiten, die von Leimüberschuss und Harz stammen. Das Schleifen solcher Platten ist extrem schwierig und langwierig. Letztendlich gehen Sie dennoch das Risiko ein, dass die Oberfläche zum Schluss nicht glatt ist. Darüber hinaus hält der Lack auf solchen Platten nicht gut.

Gute Platten haben von innen her eine Dampfbremse, eine Trittschalldämmung und sind mit Nut und Feder versehen. Mit einer solchen Platte erhalten Sie nach der Versiegelung einen idealen Fußboden, der nicht nur optisch beeindruckt, sondern auch das Wohnraumklima optimiert.

Tipp: Grobspanplatten mit integrierter Trittschalldämmung sorgen für einen leisen Schritt und erzeugen ein angenehmes Wohnraumklima.

Das richtige Produkt zum Versiegeln

Ein guter Lack um OSB-Platten zu versiegeln ist Clou Lack. Er ist transparent, was Ihnen die Möglichkeit gibt, die Platten vor dem lackieren Wünschen farblich zu beizen bzw. lasieren. Im Endergebnis erhalten Sie einen individuell gestalteten Fußbodenbelag, der Ihrem Wohnstil angepasst ist. Ein solcher Lack ist abriebfest und weist eine sehr hohe Füllkraft aus. Die versiegelte Oberfläche ist von außen dauerhaft gegen Schmutz, Wasser und Staub geschützt. Sie können diesen Lack innen und auch in einem geschützten Raum Außen verwenden.

Das Beispiel für den guten Lack

In der Anwendung können sie mit folgenden Daten beim Lackieren rechnen. Innen ist der OSB-Lack nach ca. 1 Stunde staubtrocken. Durchgetrocknet, und damit für den nächsten Arbeitsschritt bereit, dauert es jedoch 12 Stunden. Es erfolgt ein kurzes Anschleifen der Oberfläche mit einer weiteren dünnen Schicht Lack, der mit dem Pinsel oder einer Rolle bearbeitet werden kann. Vollständig belastbar ist die Oberfläche nach 10 Tagen. Bis dahin sollten Sie mit dem Aufstellen von schweren Möbeln warten. Dieser Lack ist geruchsarm und aromatenfrei. Die Dose mit einem Inhalt von 3 Liter ist ausreichend für ca. 20 m² und bietet einen dauerhaften Langzeitschutz. Aromatenfrei bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ­der angesprochene Lack frei von Lösemittel ist, die allgemein als Gesundheits- und Umweltfaktoren problematisch gesehen werden.

3. Die Alternative – Die Ölversiegelung

Eine andere Option ist das Öl-Wachsgemisch wie Auro 128 – 2 in 1 Öl-Wachs. Dieser Anstrich besteht aus einer Kombination natürlicher Öle wie Leinöl und Bienenwachs. Er eignet sich für Holzfußböden innen und erzeugt eine wunderschöne, honiggetönte Oberfläche. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, das Öl-wachsgemisch mit einer Abtönfarbe für Naturharzöle zu kombinieren. Mit Orangenöl können Sie das Gemisch leicht verdünnen und erhalten damit noch einen natürlich aromatischen Duft im Raum. Wie bei anderen Anstrichen können Sie hier die Rolle oder den Pinsel nutzen, um die Oberfläche zu lasieren. Nach ca. 10 Minuten und einer Raumtemperatur von ca. 20° C ist die Oberfläche bereits polierbar. Staubtrocken ist das Material nach 10 Stunden, nach rund 24 Stunden können sie die Fläche nochmals bearbeiten. Das Öl-Wachsgemisch benötigt rund 4 Wochen bis eine endgültige Aushärtung erreicht ist. In dieser Zeit sollte die Oberfläche vor Feuchtigkeit geschützt und schonend behandelt werden.

Hinweis: Das Öl-Wachsgemisch eignet sich nicht für Flächen außen.

Tipp: Führen Sie vor dem Lackieren einen Probeanstrich aus, insbesondere dann, wenn Sie das Gemisch mit der Farbtönung mischen.

Vor dem Lackieren müssen Sie die Oberfläche gut reinigen, anschleifen und gründlich abbürsten. Kleine Unebenheiten werden mit dem farblich passenden Fugenkitt abgespachtelt. Sobald alle Vorarbeiten abgeschlossen und abgetrocknet sind, tragen Sie das Öl-Wachsgemisch mit einem Pinsel oder einer Rolle gleichmäßig dünn auf. Dabei achten Sie darauf, dass das Gemisch vollständig in den Untergrund eindringt. Diese erste Schicht muss 24 Stunden trocknen, bevor ein erneuter Anstrich erfolgt. Auch hier wird zwischen beiden Anstrichen die Oberfläche leicht angeschliffen, denn nur so wird das Eindringen und eine glatte Oberflächenbildung gewährleistet.

Tipp: Die 180er Körnungen beim Schleifen des Fußbodens verwenden, bei Möbeln mit der 240er Körnung arbeiten.

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4. Warum nicht Parkettlack?

Auch Parkettlack in Seidenmatt ist eine mögliche Option für das Lackieren Ihrer OSB-Blatten. Der Lack weist einen hohen Abrieb auf, ist weitaus stoß und trittfester als ein 1-Komponenten-Klarlack.

Dieser Parkettlack hat eine Polyurethanverstärkung ist bietet somit besonders strapazierfähige Eigenschaften für hohe Belastung. Generell wird der Parkettlack nicht für Außen verwendet. Der auf Wasserbasis bestehende Parkettlack weist zudem eine hohe Glanzstabilität auf und ist geruchsarm. Im Alltag überzeugt er mit wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Ein weiterer Vorteil des Parkettlacks ist seine Blockfestigkeit. Das bedeutet: Die lackierten Flächen verkleben nach der Aushärtung nicht miteinander und können bei einem Umzug problemlos transportiert werden. Nach dem Standard DIN EN 71 Teil 3 ist er darüber hinaus auch sicher für Kinderspielzeug und kann somit auch im zukünftigen Kinderzimmer verwendet werden.

Bei einer Raumtemperatur von ca. 20° C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 % ist der Parkettlack nach sechs Stunden durchgetrocknet, jedoch erst nach 24 Stunden begehbar. Eine höhere Luftfeuchtigkeit bzw. niedrigere Temperaturen verlängern die Trocknung.

Tipp:

  • 1 Liter Parkettlack reicht für rund 9 m² bei einmaligem Anstrich
  • Parkettlack nicht außen verwenden
  • Endgültige Austrocknung nach einer Woche

So versiegeln Sie die Flächen innen

Bei der Verarbeitung benötigen Sie einen Acryl-Pinsel oder einen Versiegelungsroller. Ein Soft-Touch Acryl-Flachpinsel oder der Flock Acryl-Roller erzeugen erstklassige Ergebnisse. Lassen Sie vor dem Lasieren die Platten gut austrocknen. Als Faustregel gilt: maximal 15 % Holzfeuchte im Material. Auch hier wird die Oberfläche ein wenig angeschliffen, so dringt der Lack besser ein. Danach reinigen Sie die Platten gut und entfernen jeglichen Staub. Dann wird der Lack gut umgerührt und in dünner Schicht zweimal aufgetragen. Der Zwischenschliff erfolgt mit einem 240er Schleifpapier oder einem Schleifvlies. Insgesamt lasieren Sie die Fläche dreimal.

Tipp: Sorgen Sie für gute Belüftung während Sie im Innenraum lackieren!

Tipps für Schnellleser:

  • Kaufen Sie geschliffene Platten!
  • Planen Sie ausreichend Zeit der einzelnen Arbeitsschritte
  • OSB-Platten austrocknen lassen: maximale Holzfeuchte 15 %
  • Guter Lack erzeugt ein attraktives Ergebnis
  • Die endgültige Aushärtung braucht ca. 10 Tage
  • OSB-Platten außen geschützt verlegen
  • Ideal: eine 180er Körnung des Schleifpapiers
  • Bei Parkettlack Soft-Touch Acryl-Flachpinsel verwenden
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Feli
Hallo Bastelfreunde, mein Name ist Feli. Mit talu.de habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig originelle Ideen zu entdecken. Besonders freue ich mich darauf, diese mit Euch zu teilen. Neben der Textbearbeitung beschäftige ich mich vor allem mit der Bildbearbeitung und Dokumentation verschiedenster Themen und Anleitungen. Die Vielseitigkeit, die in talu.de steckt, gibt uns die Chance, gemeinsam einen Ort für kreative Ideen zu gestalten.

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