Ölgemälde reinigen – Anleitung – Vergilbte Ölbilder auffrischen

Ölgemälde reinigen

Die Reinigung von Ölgemälden kann man durchaus selbst in die Hand nehmen. Doch bedenken Sie immer, dass falsche Mittel oder zu starker Druck das Gemälde irreparabel beschädigen könnten. Umso kostbarer und älter das Ölbild ist, desto vorsichtiger sollten Sie bei der Reinigung vorgehen. Darum zeigen wir in dieser Anleitung, wie Sie ein Ölgemälde reinigen und Staub, sowie vergilbte Schmutzschichten vorsichtig selbst entfernen können.

Ölgemälde halten im Allgemeinen mehr aus, als andere Bilder, die zum Beispiel mit Aquarellfarben gemalt wurden. Doch selbst eine Firnis-Versiegelung, die üblich ist für Ölgemälde, hält Schmutz und Staub nicht ewig fern. Die Farben verlieren an Leuchtkraft und das Bild vergilbt allmählich. Nikotin ist nur ein Grund, warum Ölbilder schnell matt werden und an Glanz verlieren.

Bevor Sie alle Vorkehrungen treffen und sich mit Putzmitteln eindecken, sollten Sie den Wert des Ölgemäldes kennen. Umso älter und hochwertiger das Gemälde, desto umsichtiger muss die Reinigung vollzogen werden. Wirklich teure und seltene Exemplare sollten Sie unbedingt von einem Spezialisten reinigen und restaurieren lassen!

Ölgemälde reinigen

Das zu reinigende Gemälde hat einen Wert von ca. 150 € und ist etwa 100 Jahre alt. Der Wert ist eher gering, dass eine Reinigung vom Fachmann im Vergleich zu teuer wäre. Daher nehmen wir hier die Reinigung selbst vor.

Ölbild reinigen

Ein Ölgemälde reinigen Sie in 3 Schritten. Sie benötigen dafür:

  • Anacrosina oder Ochsengalle
  • Staubwedel
  • Putzschwamm
  • Küchenpapier
  • Firnis und flacher, weicher Pinsel
  • Stapel alter Pappe oder Bücher

Anacrosina: … ist eine seifenartige Flüssigkeit zur Reinigung von Ölgemälden. Das Mittel besteht aus verschiedenen, nicht aggressiven Lösungsmitteln und kann von Laien verwendet werden. Eine Flasche mit 250 ml ist bereits für 12 € erhältlich.

Ochsengalle: … ist ein natürliches Netzmittel, das aus der Rindergalle gewonnen wird. In flüssiger Form ist es bestens geeignet, um fettige Schichten auf Ölgemälden zu entfernen. 200 ml kosten im Handel um die 9 €.

Firnis: … ist die Schutzschicht auf einem Ölgemälde, die nachträglich nach dem Malen aufgetragen wird. Sie schützt das Bild vor Lichteinfluss und Alterung. Dafür eignet sich Leinölfirnis aus dem Baumarkt. Dieses Anstrichmittel aus Leinöl ist in flüssiger Form gold-braun, trocknet aber transparent. Es bildet eine wasserabweisende Schutzschicht. 1 L Firnis bekommen Sie im Baumarkt für bereits weniger als 9 €.

Wichtig: Ölfarben sind zwar sehr widerstandsfähig, dennoch sollten Sie für die Reinigung auf gar keinen Fall aggressive oder chemische Mittel verwenden. Wasser allein kann schon eine Menge anrichten.

1. Schritt: Staub entfernen

Das Bild kann für die Reinigung im Rahmen gelassen werden. Wir empfehlen aber – für eine ordentliche und vollständige Reinigung, auch für das bessere Putzen des Rahmens – dass Sie das Bild herausnehmen. Seien Sie bei alten und empfindlichen Ölbildern sehr vorsichtig.

Ölbild aus Rahmen nehmen

Bevor Sie mit der eigentlichen Reinigung beginnen, muss das Gemälde vom Staub entfernt werden. Besonders alte Bilder können im Laufe der Zeit kleine Risse gebildet haben. Würden Sie dann mit einem Lappen über die Farbe gehen, könnte Sie an diesen hängenbleiben und Farbe abreißen. Die Staubentfernung sollten Sie daher unbedingt mit einem Staubwedel oder einem zarten Pinsel vornehmen. Gehen Sie mit dem Wedel über die gesamte Bildfläche, bis in die Ecken am Rahmen.

Ölgemälde abstauben

2. Schritt: Firnis und Schmutz entfernen

Der Firnis dient als Versiegelung. Doch diese wird im Laufe der Zeit brüchig, kann vergilben und sich sogar ablösen. Der Firnis muss daher umgehend entfernt werden, bevor das Bild gereinigt werden kann. Produkte zur Entfernung von Schutzfirnis dieser Art enthalten meist ähnliche Inhaltsstoffe, wie Lösungsmittel, Alkohol und Ammoniak. Anacrosina ist eine seifige Flüssigkeit, die bestens für die Entfernung von Schmutz und auch Firnis geeignet ist. Auch Ochsengalle kann für die Reinigung von Ölgemälden verwendet werden.

Das Bild wird für die Reinigung „aufgebockt“. Das bedeutet, das Bild wird auf einen Stapel Bücher, Kartons oder einer anderen Fläche aufgelegt. Die Rahmenhöhe muss mit dem Kartonstapel ausgeglichen werden, damit die Leinwand beim Säubern auf einer festen Unterlage aufliegt und nicht mitschwingt. Würden Sie dies nicht tun, könnte sich die Leinwand beim Putzen lösen.

Danach geben Sie das Mittel Anacrosina (bzw. die Ochsengalle) mit einem Pinsel oder einem Schwamm auf die gesamte Fläche des Bildes, sodass dieses komplett verseift ist. Lassen Sie das Mittel trocknen und einwirken, für etwa 15 Minuten.

Ölgemälde reinigen

Nach dieser Einwirkzeit wird das Bild gereinigt. Tauchen Sie den Schwamm in warmes Wasser (es darf nicht heiß sein), drücken Sie ihn etwas aus und wischen Sie das Gemälde vorsichtig ab. Die Kruste aus Schmutz, Firnis und Anacrosina muss nun komplett entfernt werden. Waschen Sie den Schwamm aus und wiederholen Sie den Vorgang, bis das Ölbild vollständig gereinigt ist. Man kann diesen Vorgang auch mit einem einfachen Küchenpapiier vornehmen. Dieses muss aber immer gewechselt werden.

Ölbild reinigen

Hinweis: Sind Sie sich der Wirkung des Mittels unsicher, empfehlen wir Ihnen, den Vorgang erst einmal an einer Ecke des Bildes durchzuführen.

Nun muss das Bild vollständig trocknen. Achten Sie darauf, dass es sowohl auf der Vorder-, als auch auf der Rückseite komplett getrocknet ist.

3. Schritt: Neue Versiegelung

Die alte Versiegelung wurde entfernt – das bedeutet, das Ölgemälde muss nun erneut mit Firnis geschützt werden. Tragen Sie den Firnis behutsam mit einem flachen Pinsel auf. Streichen Sie den Firnis sowohl horizontal, als auch vertikal auf das Bild. So sorgen Sie für eine gleichmäßige Versiegelung.

Firnis auftragen

Vorsicht: Das Auftragen von Firnis mit Spraydosen ist nicht zu empfehlen. Die Versiegelung wird so nicht gleichmäßig.

Danach muss das Ölgemälde für gut eine Woche austrocknen. Haben Sie es aus dem Rahmen genommen, sollten Sie diese Wartezeit unbedingt einhalten, damit die Schutzschicht durch mögliche Berührungen nicht beschädigt wird.

Ölgemälde reinigen

Sie sehen einen deutlichen Unterschied. Die gelblichen Ablagerungen sind weg und das Bild strahlt in neuem Glanz. Die Farben leuchten mehr und das Bild hat wieder mehr Tiefe.

Im Nachhinein können Sie auch noch den Rahmen säubern. Das gelingt am besten mit einem einfachen, nassen Lappen.

Hinweis: Oftmals hört man von Hausmitteln wie Speichel, Kartoffeln oder auch Brot, mit denen man Ölgemälde reinigen kann – wir raten von diesen schnellen Alternativen ab. Die Kosten für Ochsengalle, Anacrosina, sowie auch Firnis sind so gering, dass man das Geld durchaus investieren kann. So sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Das Ölbild schützen

Schützen Sie Ihre kostbaren Ölgemälde vor Schmutz und Verfärbungen. Dafür sollten Sie ein paar dieser Punkte beachten:

  • vor direkter UV-Strahlung schützen
  • vor zu hoher Luftfeuchtigkeit schützen (nicht in Küche und Bad aufhängen)
  • Raucheinfluss vermeiden
  • hängen Sie die Bilder ab und zu um
  • stauben Sie Gemälde regelmäßig mit einem Staubwedel ab

2 KOMMENTARE

  1. Danke fürdie auch für Laien brauchbare Anleitung.Da ich keine wertvollen Gemälde habe,werde ich es einmal probieren.

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