Wieviel Zement und Kies/Sand/Splitt werden für 1 m³ Beton benötigt?

Beton selbst mischen

Beton ist ein vielseitiger Baustoff. In einer hoch festen Mischung ermöglicht er besonders sichere Räume. Für Gebäude gibt er feste Fundamente. In mageren Mischungen kann er sehr gut zu Bodenbelagsplatten verarbeitet werden. Schließlich kann er, gänzlich unbelastet, hervorragend zur Vorbereitung einer Baustelle verwendet werden. Wie man welchen Beton korrekt anmischt, erfahren Sie in dieser Schritt für Schritt Anleitung.

Wichtige Fragen zur Mischung

Warum Beton selbst mischen?

Beton selbst zu mischen ist heute in der Tat eher ungewöhnlich. Sobald größere Mengen gebraucht werden, ist der Transportbeton das übliche Format, in dem dieser Baustoff geliefert ist. Ist die Baustelle jedoch besonders unzugänglich oder verbietet das Budget das Mieten einer Betonpumpe, dann führt kein Weg am manuellen Anmischen des Betons vorbei. Auch wenn nur kleine Mengen benötigt werden, ist der Anruf beim Betonwerk meist überflüssig. Mit ein paar Handgriffen hat man sich den Beton auch selbst angemischt.

Wie viel Beton wird benötigt?

Beton schwindet beim Aushärten kaum. Es gibt zwar verschiedene Arten des Schwindens, doch selbst wenn diese zusammen gerechnet werden, liegt der Gesamtschwund immer noch im Promillebereich. Man kann also die Menge des benötigten Betons exakt mit dem Volumen gleich setzen, was man für sein Vorhaben benötigt. Der Vorteil beim selbst Mischen ist gegenüber dem Transportbeton in diesem Punkt, dass man stets nur so viel Beton anmischt, wie man auch gerade benötigt. Außerdem ist es wesentlich preiswerter.

Was man für das Betonmischen braucht

Beton besteht aus Zuschlag, Zement und Wasser. Die Festigkeit des Betons richtet sich dabei nach der Art des Zuschlags, der Menge und Klasse des Zements und dem Verhältnis zwischen Wasser und Zement. Besonders der letzte Faktor, der sogenannte „Wasserzementwert“ ist für die Qualität eines Frischbetons von entscheidender Bedeutung. Das Verhältnis zwischen Wasser und Zement darf sich nur in einem ganz bestimmten Bereich bewegen. „Viel hilft viel“ ist für das Ergebnis genauso schlecht, wie „So trocken wie möglich“.

Beton lässt jedoch viele Feuchtestufen in der Verarbeitung zu, so dass für jede Anwendung ein passender Wasserzementwert gefunden werden kann.

Die Berechnung des Wasserzementwerts ist: w/z = Wassergewicht / Zementgewicht

Das Mindestmaß ist 0.4. Auf 1 kg Wasser (= 1 Liter Wasser) kommen 4 kg Zement. Dies liegt daran, dass der Zement beim Abbinden bis zu 40% des Gesamtgewichts chemisch binden kann. Alles was darüber hinausgeht, führt zu feinkapillaren Poren, welche die Festigkeit und die Frostsicherheit des Betons herab setzen.

Trasszement

Beton verträgt im Normalfall einen Wasserzementwert bis 0,75 sehr gut. Je flüssiger der Beton ist, desto besser lässt er sich auch gießen. Dies ist bei Schalungen oder Bodenplatten interessant. Ansonsten ist ein einigermaßen steifer Beton im Wasserzementwert ausreichend.

Der Zuschlag ist der größte Volumenanteil im Beton. Er ist für die Druckfestigkeit am Wichtigsten. Die höchste Festigkeit bietet dafür Hochofenschlacke. Diese wird jedoch nur bei Spezialanwendungen, wie beispielsweise Tresorräumen, verwendet. Für normale Anwendungen sind Gemische aus Kies der verwendete Zuschlag. Wichtig ist dabei, dass nicht irgendein Kies verwendet wird, sondern immer fertig zubereiteter Betonkies. Der Zuschlag muss immer das richtige Verhältnis aus kleinen und großen Steinen besitzen, sonst ist seine Druckfestigkeit nicht gegeben.

Im Heimwerkerbereich kommen normalerweise drei Zuschlagssorten zum Einsatz. Für dünne, feine Schichten, wie beispielsweise Estrich, wird ein Kiesgemisch mit einer Körnung von 0-6 Millimeter verarbeitet. Vollsteine, Stürze, Platten oder Schalungen werden mit einem Kiesgemisch hergestellt, das eine Körnung von 0-16 Millimeter hat. Für Fundamente ist ein Kiesgemisch von 0-32 Millimeter empfehlenswert. Betonzuschlag kostet ca. 15 Euro pro Tonne.

Betonestrich

Der Zement ist ebenfalls in verschiedenen Druckfestigkeitsklassen verfügbar. Handelsüblicher Zement CEM I 42,5 N 25 kg ist jedoch für die meisten Heimwerker-Anwendungen vollkommen ausreichend. Der Sack zu 25 kg kostet ca. 2,50-2,80 Euro

Berechnung für einen Kubikmeter

Beton hat eine Dichte von 2,4-2,5 kg/dm³. Das sind 2300-2400 kg pro Kubikmeter
Das Mischungsverhältnis zwischen Zement und Zuschlag ist 1:4.

Für 1 m³ Beton benötigt man:

(2300 / 5) x 1= 460 kg Zement = 18,4 Sack zu 25 kg = 52 Euro
(2300 / 5) x 4= 1840 kg Zuschlag = ca. 25 Euro

Die Menge von einem Kubikmeter sollte man stets in einer Mischmaschine anrühren. Sonst ist kaum ein effizientes Herstellen möglich. Diese Menge von Hand anmischen führt nur dazu, dass der Beton teilweise schon ausgehärtet ist, während der zuletzt angerührte Beton noch flüssig ist. Das macht das Verdichten des Betons fast unmöglich. Das Mischungsverhältnis von 1:4 ist immer gleich. Ob mit einer Schaufel in einer Mörtelschüssel oder mit einer Maurerkelle in einer Form angemischt wird, das Verhältnis bleibt immer das Gleiche.

Beton muss nach dem Gießen immer verdichtet werden. Dazu wird von außen an die Schalung geklopft oder mit einem Stab im Beton gerüttelt. Der Beton muss sich vollständig in der Form verteilen und darf keine Luftblasen mehr haben.

Selbst mischen lohnt sich

Beton anmischen

Der direkte Vergleich zum Fertigbeton aus dem Sack zeigt, dass mit Selbstmischen viel Geld gespart werden kann. Ein 25 kg Sack Fertigbeton kostet ebenfalls 2,50 Euro. Auf die 2300 kg von einem Kubikmeter gerechnet, ergibt dies einen Bedarf von 92 Sack. Das entspricht Kosten von 230 Euro. Somit ist Fertigbeton aus dem Sack genau drei Mal so teuer, wie selbst gemischter Beton. Es ist deshalb nur bei kleinsten Anwendungen empfehlenswert, die Fertigmischungen zu wählen. Transportbeton kostet ca. 130 Euro pro Kubikmeter. Bei großen Anwendungen wie Streifenfundamenten, Zwischendecken oder Bodenplatten ist Transportbeton jedoch in den meisten Fällen alternativlos.

 

Tipps für Schnellleser

  • möglichst keinen Fertigbeton verwenden
  • auf den richtige Menge Wasser achten
  • korrekten Zuschlag wählen
  • alle Werkzeuge nach der Betonherstellung gründlich reinigen
  • Beton immer verdichten


7 KOMMENTARE
  1. Endlich mal eine einfache Frage einfach erklärt ohne über den Sinn des Lebens zu debattieren, Respekt!

    • Hallo Andreas,

      toll, dass wir Dir weiterhelfen konnten und vielen Dank für Dein Feedback!

      Beste Grüße,
      das Talu.de-Team.

  2. Hallo, die Berechnung des Wasserzementwertes ist nicht richtig.
    In Ihrem Beispiel nehmen Sie 1 kg Wasser und 4 kg Zement. ( w/z = Wassergewicht / Zementgewicht )
    w/z = 1 kg / 4 kg
    Der Wasserzementwert in Ihrem Bespiel liegt somit bei 0,25 statt 0,4.

  3. Moin,

    Der Artikel ist nicht schlecht, enthält aber einige Fehler / Ungenauigkeiten.
    Estrichsand z.B. hat eine Körnung von 0-8 mm.

    Die unterschiedlichen Körnungen haben ein unterschiedliches Volumengewicht und eine unterschiedliche Oberflächensumme, Dies führt dazu, dass für die gleiche Festigkeit unterschiedliche Mengen an Zement benötigt werden. Als grober Anhaltspunkt:
    Zementmörtel (Körnung 0-4) – Mischungsverhältnis 1:3
    Beton (Körnung 0-32) – Mischungsverhältnis 1:4
    Estrichbeton und Feinbeton liegen dazwischen.
    !!! Alle Angaben beziehen sich nur auf den einfachsten Beton CEM 22,5 / B25 (Festigkeit) !!!

    Wassergehalt ist wichtig, besonders auch für die Art der Anwendung. !!!

    Beste Grüße…

  4. Sollte ich gerade nicht haluzinieren ist beim Wasser Zement Verhältnis ein Fehler im Beispiel: WZ-Wert von 0,4 ist nicht 1L Wasser zu 4Kg Zement sonder eher 1L auf 2,5kg Zement.

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