Mineralbeton

Mineralbeton ist beliebter Baustoff, der jedoch einer fachgerechten Verarbeitung bedarf. Für ein professionelles Vorgehen müssen Sie zunächst einmal die richtige Korngröße auswählen und einen Preisvergleich durchführen. Anschließend erfolgt die Verarbeitung. Lesen Sie, auf welche Punkte Sie bei allen drei Schritten achten müssen.

In der Regel wird der Baustoff angeliefert. Sie haben beim Kauf die Auswahl aus vielen verschiedenen Anbietern, sodass Sie einen gezielten Preisvergleich durchführen können. Die Kosten schwanken teilweise stark, beachtet werden müssen aber auch die Lieferkosten. Doch zunächst einmal müssen Sie die richtigen Produkte auswählen. In unserem Ratgeber erklären wir, wie Sie Siebliniendiagramme lesen und welche Bedeutung die Mindestgröße und die Höchstgröße bei den Körnern haben. Die Verarbeitung erfolgt mit einer Rüttelplatte, deren Bedienung nur mit Sicherheitskleidung erfolgen sollte.

Eigenschaften von Mineralbeton

Bei Mineral-Beton handelt es sich um ein Gemisch aus Kies, Wasser und Splitt/Brechkies. Als Bindemittel kommt kein Zement zum Einsatz, was diesen Baustoff auszeichnet. Mineral-Beton ist ein hochverdichteter Mix, der über einen großen Anteil an gebrochenem Korn verfügt. Gleichzeitig weist der Baustoff eine große Festigkeit auf. Er kommt vor allem bei der Herstellung von Straßendecken zum Einsatz. Bei Landschaftsbauarbeiten und Gartenbauarbeiten wird Mineralbeton häufig für Pflasterbetten und Terrassenbetten verwendet. Bei der Verarbeitung findet im Allgemeinen eine Hohlraumverdichtung statt. Als Hilfsmittel kommen Rüttelgeräte zum Einsatz. Die Verdichtung findet bis zur gewünschten Tragfähigkeit statt. Die genauen Eigenschaften der Baustoffe sind leider stark voneinander abweichend. Es existieren keine einheitlichen und verbindlichen Normen. Im Allgemeinen lassen sich jedoch folgende Aussagen über die Eigenschaften treffen:

  • Mineral-Beton weist eine hohe Frostfestigkeit auf.
  • Es handelt sich um ein sehr gutes Schottertragschichtmaterial.
  • Der Baustoff ist wasserdurchlässig. Diese Eigenschaft wird durch die Beimischung von Grauwacke und Kies erzielt.
  • Bei einer korrekten Verarbeitung entstehen eine ebene Oberfläche und eine hohe Standfestigkeit.
  • Sofort nach der Fertigstellung kann die Oberfläche belastet werden.
  • Schäden am Material lassen sich leicht ausbessern.
  • Trocknet die Oberfläche aus, dann beginnt der Mineralbeton zu stauben.

Mineralbeton verarbeiten

Oftmals wird der Baustoff in einem Betonwerk angemischt. Er wird anschließend fertig ausgeliefert und kann daher sofort verarbeitet werden. Wenn Sie den Mineralbeton selbst mischen, dann beachten Sie das genaue Mischungsverhältnis und sorgen Sie für eine gute Durchmischung. Der Baustoff sollte nach der Fertigstellung zügig verarbeitet werden. In allen Fällen ist es wichtig, auf eine ausreichende Trocknung zu achten.

Schritt 1 – Passende Körnung wählen

Bei der Auswahl müssen Sie die Korngrößen des Baustoffs berücksichtigen. Auf den Schildern finden Sie in der Regel eine Angabe in Form „Kleinstkorn/Größtkorn“. Der Hintergrund ist, dass die Mischung aus Körnern unterschiedlicher Größe besteht. Dadurch werden die Eigenschaften, wie die Wasserdurchlässigkeit, bestimmt. Möglich ist beispielsweise die Variante „2/45“. Die Ziffern bedeuten, dass die kleinste Korngröße, welche in dem Material vorhanden ist, 2 Millimeter beträgt. Im Maximum erreichen die Körner eine Größe von 45 Millimetern. Durch die Kornmischung werden die Eigenschaften des Mineralbetons bestimmt. Eine Besonderheit stellen hierbei die Ausführungen mit Nullanteilen dar. 0/45 beispielsweise ist nach dem Verdichten vollständig wasserundurchlässig.

Mineralbeton - Körnungen
Mineralbeton – Körnungen

Tipp: Sie dürfen wasserundurchlässige Tragschichten lediglich in Kombination mit wasserundurchlässigen Deckschichten einsetzen. Ist die Deckschicht wasserdurchlässig, dann ist auch für die Tragschicht eine Körnung notwendig, die wasserdurchlässig ist. So erzeugt die Körnung 2/45 eine Schicht, die nach dem Verdichten kleine Zwischenräume hinterlässt. Durch diese kann nun das Wasser versickern.

Nicht nur die Kleinstgröße ist für das Verhalten entscheidend. Je größer das Größtkorn ist, desto aufwendiger ist das Verdichten. Werden besonders große Korngrößen eingesetzt, dann sind auch extrem leistungsstarke Rüttelplatten notwendig.

Schritt 2 – Baustoff aufbringen

Beim Aufbringen ist die Dicke der entstehenden Schicht entscheidend. Beachten Sie hierbei jedoch, dass sich die Höhe durch das anschließende Verdichten noch einmal ändert. Die Dicke der Mineralbetonschicht ist von der geplanten Belastung auf die Fläche abhängig. Eine hohe Belastung erfordert auch eine hohe Tragschicht. Sie können Sie im Groben an folgenden Richtlinien orientieren:

  • Die Fläche wird nicht befahren:
    • In diesem Fall sollte die Stärke zwischen 20 und 30 Zentimetern liegen.
  • Die Fläche wird befahren:
    • Die Dicke sollte mindestens 40 Zentimeter betragen.

Tipp: Bei hohen Stärken (über 40 Zentimetern) sollten Sie zunächst einmal 20 Zentimeter aufbringen und diese verdichten. Anschließend bringen Sie weiteres Material auf und verarbeiten dieses. Durch dieses Vorgehen optimieren Sie die Stabilität der Tragschicht.

Schritt 3 – Mineralbeton verdichten

Für das Verdichten ist eine Rüttelmaschine von Vorteil. Vor Beginn der Arbeiten müssen Sie den Mineralbeton mit einem Spaten möglichst gleich verteilen. Je schwerer die Rüttelplatte ist, desto höher ist in der Regel auch die Leistung und desto einfacher geht die Arbeit von der Hand. Das Verdichten ist ein wichtiger Arbeitsschritt, da er dadurch die Belastbarkeit des Materials gewährleistet wird.

Tipp: Da es sich um ein kraftvolles und lautet Arbeitsgerät handelt, müssen Sie auf einen ausreichenden Schutz achten. In jedem Fall sollten Sie Sicherheitshandschuhe und -schuhe sowie einen Gehörschutz tragen.

Mineralbeton mit Rüttelplatte verdichten
Mineralbeton mit Rüttelplatte verdichten

Unterschiede zum Beton

Beim Mineralbeton handelt es sich um eine Sonderform des klassischen Betons. Er ähnelt diesem in den Einsatzgebieten, unterscheidet sich jedoch durch den fehlenden Zement in der Zusammensetzung. Im Prinzip ist der Baustoff ein Gemisch aus verschieden großen Gesteinskörnern. Diese werden mit Wasser angemischt und zum Abschluss verdichtet. Es entstehen dadurch Tragschichten, die für Straßen und Wege genutzt werden.

Tipp: Im Allgemeinen kommt Mineralbeton im privaten Bereich vorrangig für große Flächen zum Einsatz. So können Sie mit dem Baustoff beispielsweise die Tragschicht für das Fundament vom Gartenhaus erschaffen. Eine Alternative wäre in diesem Fall, nach dem Betonieren des Fundamentes eine Schicht aus Schotter einzusetzen. Durch den höheren Aufwand wird daher der Mineral-Beton bei kleinen Flächen weniger oft eingesetzt.

Zusammensetzung von Mineralbeton

Siebliniendiagramm

Auch wenn Sie auf den ersten Blick bereits die kleinste und die größte Korngröße ablesen können, ist auch die genaue Zusammensetzung entscheidend. Zwischen den beiden angegebenen Werten treten viele unterschiedliche Größen bei den Körnern auf. Außerdem unterscheiden sich die Anteile der verschiedenen Körner. Aus diesem Grund existieren Siebliniendiagramme. In diesem sind die Anteile dargestellt. Es handelt sich um eine prozentuale Angabe, durch welche alle Körner dargestellt werden. Sie können dadurch die Struktur des Gemischs erkennen.

Tipp: Die Eintragung in dem Siebliniendiagramm ist logarithmisch erfolgt. Dadurch sind die Abstände zwischen den einzelnen Werten nicht linear. Sie müssen daher jeden Wert exakt ablesen und können keine lineare Abschätzung aus den eingezeichneten Kurven vornehmen.

Siebliniendiagramm
Siebliniendiagramm

Was ist die Idealsieblinie?

Die Idealsieblinie ist auch als Fuller-Parabel bekannt. Es handelt sich um die ideale Verteilung der Körner bezüglich ihrer Größe in einer Mischung. In diesem Fall sind Hohlräume möglichst gleich. Optimal ist eine Kornverteilung dann, wenn sie dieser Linie möglichst nahe kommt.

Die Preise

Die Preise für den Baustoff hängen unter anderem auch von der Körnung ab. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für die Kosten. Zwischen den einzelnen Angeboten bestehen teilweise große Unterschiede, sodass sich ein Vergleich unterschiedlicher Angebote lohnt.

regionaler Fachhandel und namhafte Anbieter:

  • Korngröße 0/16: 25,- Euro pro Tonne
  • Korngröße 0/32: 24,- Euro pro Tonne

Preisvergleich im Internet zum Auffinden des günstigsten Angebotes:

  • Körnung 0/16: 11,50 Euro pro Tonne
  • Körnung 0/32: 11,50 Euro pro Tonne
  • Mineral-Beton 0/22: 21,72 Euro pro Tonne
  • Mineral-Beton 0/45: 20,77 Euro pro Tonne
  • Körnung 0/56: 11,50 Euro pro Tonne

Die Preise beinhalten bereits die gesetzliche Mehrwertsteuer.

Tipp: Beachten Sie bei der Bestellung allerdings auch eventuelle Lieferkosten. Werden diese auf niedrige Liefermengen umgerechnet, dann können Sie den Preis pro Tonne noch einmal deutlich anheben.

Der Zusammenhang zwischen Dichte, Gewicht und Volumen – wichtig für die Beurteilung der Preise.Kosten

Die Preise können sich auf das Gewicht oder das Volumen beziehen. Der Zusammenhang zwischen beiden Größen wird durch die Dichte hergestellt. Es gilt folgende Beziehung:

Dichte = Gewicht / Volumen

Stellt man diese Formel nach den beiden übrigen Größen um, dann ergeben sich folgende Beziehungen:

Volumen = Gewicht / Dichte
Gewicht = Dichte x Volumen

Beispiel

Das Gewicht einer 0/32 Mischung beträgt 1 Tonne. Als Volumen werden 0,61 m³ angegeben. Dann ergibt sich für die Dichte:

Dichte = 1 Tonne / 0,61 m³ = 1.000 kg / 0,61 m³ = 1639 kg/m³

Je nach Arbeitsvorgabe müssen Sie für den geplanten Bau das Volumen oder das Gewicht kennen.

Tipps für Schnellleser:

  • die Körnung entscheidet über die Eigenschaften
  • Baustoff kann wasserdurchlässig oder wasserundurchlässig sein
  • Nullbeton ist wasserundurchlässig
  • Preise pro Volumen oder pro Gewicht
  • Dichte = Gewicht pro Volumen
  • Baustoff auf die Fläche aufbringen
    • möglichst gleichmäßig verteilen
    • mit Rüttelplatte arbeiten
    • Baustoff verdichten

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT