Mietnebenkosten – alle Nebenkosten zur Miete im Überblick

Nebenkosten

Die Kosten für die eigene Wohnung sind ein mächtiger Posten im monatlichen Einkommen. Es ist bei weitem nicht nur die Miete, welche regelmäßig das Konto belastet. Die vielen kleineren weiteren Beträgen können sich schnell auf den gleichen Betrag wie die Miete aufsummieren. Hier erfahren Sie alles, was zur Miete gehört und wie Sie diese Kosten minimieren können.

Nebenkosten – Geld für Dienstleistungen

Die Mietnebenkosten sind alle Kosten, welche direkt mit der Wohnung oder anteilig mit dem Betrieb des Wohnhauses zu tun haben. Sie dienen zum Ausgleich der Kosten, die ein Vermieter, Verwalter bzw. Besitzer eines Hauses hat. Sie sind jedoch nicht dazu gedacht, dem Vermieter eine Art Zusatzmiete zu verschaffen, an der er Geld verdienen kann. Darum ist der Vermieter gesetzlich dazu verpflichtet, eine detaillierte Nebenkostenabrechnung auszustellen, in denen er genau Auskunft über die entstandenen Kosten gibt. Es lohnt sich also, sparsam zu leben. Eine Nebenkostenabrechnung kann auch durchaus eine Rückzahlung zur Folge haben.

Heizung

Heizung

Einer der größten Posten bei den Mietnebenkosten ist die Heizung. Diese kann, muss aber nicht unbedingt über den Vermieter abgewickelt werden. Jedoch ist bei einer zentralen Heizungsanlage für ein Mehrfamilienhaus das individuelle Aushandeln und Abrechnen mit einem Energieversorger recht schwierig. Wenn die Wohnung also keine eigene Therme mit eigenem Gaszähler bzw. Öltank besitzt, muss in einem Mehrfamilienhaus in der Regel gemeinsam abgerechnet werden. Doch dies hat auch Vorteile: Mit einer zentralen Heizungsanlage können wesentlich effizientere Systeme, beispielsweise mit solarthermischer Unterstützung eingebaut werden. Das ist bei separaten Wohnungen wesentlich schwieriger. Dennoch erhält jede Mieteinheit einen separaten Zähler, der angibt, wie viel Heizwärme sie verbraucht hat. Die Abrechnung gestaltet sich entsprechend transparent.

Strom

Ebenso wichtig wie die Heizung ist die Stromversorgung. Auch hier ist die Verwaltung durch den Vermieter optional. Im Zuge der Deregulierung der Strommärkte ist inzwischen sehr viel mehr Wettbewerb entstanden. Es ist mittlerweile möglich, dass innerhalb eines einzigen Einfamilienhauses mehrere Anbieter die Mieter mit Strom versorgen. Hier kann durch sparsamen Umgang und konsequenten Preisvergleich viel Geld gespart werden.

Instandhaltung

Haus instandhalten

Ein Haus wirkt zwar wie gebaut für die Ewigkeit. Das ist es aber bei weitem nicht. Alles an einem Haus unterliegt den normalen Gesetzen von Alterung und Verfall. Damit es dauerhaft bewohnbar bleibt, muss es permanent instand gehalten werden. Dabei gilt grundsätzlich, dass ein früh entdeckter Schaden wesentlich billiger zu reparieren ist, als ein ignorierter Handlungsbedarf. Hierbei sind alle Mieter eines Mehrfamilienhauses gefragt: Aufmerksamkeit und Umsicht können für alle Beteiligten die Kosten für Reparaturen deutlich senken. Eine kaputte Dachschindel, eine feuchte Wand im Keller, ein beschädigtes Fenster – all dies sind Einfallstore für Feuchtigkeit, Schimmel und Frostschaden. Gemacht werden muss es sowieso, je früher der Hausbesitzer informiert wird, desto billiger wird es aber für alle.

Betriebskosten des Hauses

Das Haus ist nicht nur die Summe der einzelnen Wohnungen. Jedes Haus hat auch ein Treppenhaus, einen Keller, einen Dachstuhl nebst Deckung, einen Garten und eine Einfahrt. Auch diese von allen gemeinsam genutzten Einrichtungen verursachen Kosten: Die Beleuchtung vom Treppenhaus, die Rasenpflege oder der regelmäßig bestellte Hofkehrer müssen vom Vermieter in Vorleistung bezahlt werden. Jedoch sind diese Posten dezidiert in der Nebenkostenabrechnung aufzuführen. Auf Wunsch kann sich der Vermieter auch die Quittungen und Abrechnungen der diversen Dienstleister einholen, die der Vermieter für den Betrieb des Hauses bestellt hat.

Licht im Keller

Müllentsorgung

Jeder Einwohner produziert erhebliche Mengen Abfall. Diese müssen zuverlässig entfernt werden. Inzwischen ist der Recycling-Gedanke in Deutschland fest verankert. Jedoch sind die Gebühren für die Entsorgung von Abfall und Wertstoffen keineswegs gefallen – eher im Gegenteil. Über die Ursachen mag man spekulieren, es nützt jedoch nichts: Die Müllabfuhr muss bezahlt werden. Die Gebühren für die Müllentsorgung trägt ebenfalls der Vermieter in Vorkasse und gleicht sie über die pauschalisierten Nebenkosten wieder auf. Jedoch bekommt er auch hierfür von den Entsorgern eine dezidierte Jahresabrechnung, mit denen er Auskunft über seine entstandenen Kosten gibt. Hier ist aber eine gute Stellschraube, mit denen Sie eine Vermeidung von Kostensteigerung erreichen können: Die Entsorger berechnen mittlerweile hohe Nebengebühren für halbleere oder falsch befüllte Abfalltonnen. Hier vorsichtig und verantwortungsvoll seinen Müll sortieren kann viel Geld sparen. Bringen Sie konsequent Altglas und Altpapier in die Sammelcontainer. Alles, was sie kostenlos entsorgen können, spart Ihnen am Ende Geld. Ein Tipp dazu: Leere Konservendosen oder Marmeladengläser einfach mit in die nächste Spülmaschine geben. So gereinigt, können sie beliebig lange gelagert werden, ohne dass sie anfangen zu stinken.

Wasserversorgung

Wasserversorgung

Wasser gehört zur Grundversorgung einer Wohnung, ebenso wie Heizung und Strom. Im Gegensatz zu Strom und Heizung muss das Wasser nicht nur in die Wohnung hinein kommen, es muss auch wieder abfließen. Die beiden Systeme, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, sind technisch sehr aufwändig. Die Reinigung des Abwassers ist sehr aufwändig und muss von der Gemeinschaft getragen werden. Dazu kommen auch die Wartungsarbeiten für die Abwasserkanäle. Dies ist der Posten „Kanalgebühren“ in der Nebenkostenabrechnung. Wenn diese in den letzten Jahren immer weiter gestiegen sind, dann hat das gute Gründe.

Kanalgebühren

… senken durch bewussten Umgang

Um es auf den Punkt zu bringen: Eine Toilette ist kein Mülleimer! Die Wasserentsorger schlagen in Deutschland Alarm. Was hierzulande ins Klo gekippt wird, ist nicht das, wofür es eigentlich gedacht ist. Besonders problematisch erweisen sich hier die Pflegetücher. Ölhaltige Baby-Pflegetücher sind für die Abwasserentsorgung ein Riesenproblem. Ebenso sind Essensreste, vor allem wenn sie fetthaltig sind, geradezu katastrophal. Manche Restaurants kippen ihre alten Friteusenfette in den Ausguss – mit dramatischen Folgen: Das Fett lagert sich in immer größeren Klumpen an den Kanalwänden an, bis sie irgendwann vollständig verstopft sind. Die anschließende Reinigung ist sehr teuer und wird auf die Kanalgebühren umgelegt.

Das weitaus größte Problem sind gegenwärtig aber die feuchten Toilettenpapiere. Diese angenehme Erfindung hat leider einen unerwünschten Nebeneffekt: Im Gegensatz zu normalen Toilettenpapier zersetzen sich feuchte Toilettenpapiertücher nicht. Sie bleiben so, wie sie sind, bis sie die Kläranlage erreichen. Und das ist bereits der Glücksfall. Feuchte Toilettenpapiertücher sind heute die Ursache Nr. 1, wenn es um verstopfte Kanäle geht. Manche Gemeinden mussten aus diesem Grund bereits die Kanalgebühren verdoppeln – zu Lasten der Bürger.

Hier hilft nur eines: Verzichten Sie auf feuchte Toilettenpapiertücher. Entweder sie befeuchten normales Toilettenpapier und erzielen den gleichen Effekt, wie die unzerstörbaren Fertigprodukte. Oder Sie investieren ein wenig Geld und steigern damit dramatisch ihre Lebensqualität:

Kosten Sparen mit Duschtoiletten

Deutschland ist in vielen Bereichen technologisch an der Spitze. In der Sanitärtechnik stimmt dies nur teilweise. Das mit Abstand das innovativste Land, wenn es um Toiletten geht, ist Japan. Was dort an technologischer Spielerei rund um den Stuhlgang zelebriert wird, ist schon phänomenal. Jedoch haben auch wir hier in Deutschland einen Hersteller, der sich mit großem Erfolg in diesem Markt präsentiert. Geberit präsentiert mit seiner „Aquaclean“ Reihe eine ganze Palette an ausgefeilter Lösungen rund um das stille Örtchen. Das Einstiegsmodell, der Aquaclean 4000, ist bereits für ca. 400 Euro erhältlich. Er wird wie eine normale Klobrille auf der Toilettenschüssel montiert. Anschließend braucht er noch eine Wasserversorgung und einen Stromanschluss – fertig ist Ihre neue Luxustoilette. Und feuchtes Toilettenpapier brauchen Sie dann nie wieder zu kaufen. Wenn sich diese Technologie durchsetzt, gehören verstopfte Kanäle bald der Vergangenheit an. Jedoch gehört auch dazu, die Toilette nicht mehr als Mülleimer zu missbrauchen.

Und Brauchwasser-Rückführung?

Die Idee ist ja recht verlockend: Warum das Abwasser aus der Waschmaschine in den Ausguss kippen, wenn man es wenigstens für die Toilettenspülung noch gebrauchen könnte? Es gibt durchaus Konzepte für diese Zweitnutzung von Waschlauge. Diese sind jedoch nicht sehr ausgereift und noch sehr teuer. Es sind zahlreiche bauliche Maßnahmen erforderlich, um diesen Effekt wirklich eintreten zu lassen. Hier muss man sagen, dass diese Lösung noch etwas für besonders ökobewusste Privatanwender ist. Ein flächendeckender Einsatz ist bislang, trotz aller Vorteile, nicht zu erwarten.

Unsichtbare Kosten

Müllgebühren, Wärme, Strom, Wasser und selbst die Beleuchtung vom Treppenhaus sind alles Posten, die nachvollziehbar und in ihrem Effekt sichtbar sind. Zu den Nebenkosten gehören jedoch auch eine ganze Reihe von Posten, die ohne jeden direkten Effekt für den Mieter erhoben werden müssen. Dies sind im Wesentlichen die Versicherungen und die Steuern. Auf ein Haus sind Grundsteuern fällig.

Versicherungen

Eine umfassende Versicherung ist ebenfalls verpflichtend. Dazu zählen eine Gebäude-Haftpflichtversicherung, eine Brandversicherung und ggf. auch eine Versicherung gegen Wetterschäden. Diese Versicherungen kosten zwar einen gewissen Betrag, im Schadensfall sind sie jedoch unverzichtbar.

Nebenkostenabrechnungen immer prüfen?

In den Medien wird immer wieder von fehlerhaften Nebenkosten-Abrechnungen durch die Vermieter berichtet. Wir empfehlen an dieser Stelle, hier nur bei einem wirklich konkreten Verdacht tätig zu werden. Wenn die Nebenkostenabrechnung unnatürlich hoch ist oder kontinuierlich gestiegen ist, kann man durchaus einmal nachhaken. Grundsätzlich sollte aber zwischen Mieter und Vermieter ein vertrauensvolles Verhältnis herrschen, bei dem nicht grundsätzlich jeder Posten in Frage gestellt wird. Das kann die Beziehung zwischen den beiden Parteien nachhaltig trüben.

Kosten senken

…durch Vergleiche und Einsatz

Was man aber durchaus machen kann, mit dem Vermieter gemeinsam zu überlegen, wie man die Kosten senken kann. Ein konsequenter Vergleich der Versicherungen kann hier bereits helfen, den einen oder anderen Euro zu sparen. Darüber hinaus kann mit vielen kleineren Maßnahmen die Summe der Gebühren ebenfalls unter Kontrolle gehalten werden. Konsequente Müllvermeidung und Trennung kann dazu führen, dass eine Wertstofftonne weniger bestellt wird. Schon senken sich die Müllgebühren für alle. Auch kann die Rasenpflege von den Mietern in Eigenleistung übernommen werden. Darüber hinaus kann auch die Instandhaltung des Hauses in Teilen von den Mietern durchgeführt werden: Wechsel von Leuchtmitteln, Reinigen des Treppenhauses, Kehren der Einfahrt und vieles mehr kann den Hausmeister-Service überflüssig werden lassen. So können Mieter und Vermieter im Zuge eines vertrauensvollen Verhältnisses gemeinsam daran arbeiten, die Nebenkosten im Griff zu halten.

Notwendige Kosten

Die Nebenkosten sind unangenehm aber unvermeidbar. Um ein komfortables Leben in einer Mietwohnung genießen zu können, kauft man grundsätzlich die Nebenkosten mit dazu. Mit einem scharfen Sparbewusstsein kann man jedoch viel dazu beitragen, diese Kosten zu senken. Es kommt dabei ganz auf den eigenen Einsatz und das nachbarschaftliche Verhältnis an. Wo eine vertrauensvolle, gut funktionierende Nachbarschaft vorhanden ist, da kann sehr viel zur Senkung der Nebenkosten erreicht werden. Und wo Vertrauen ist, da ist Freundschaft auch nicht mehr weit entfernt. Wenn einmal der Spargedanke Effekte gezeigt hat, kann man mit einer Gemeinschaft noch viel mehr erreichen: Gemeinsamer Einkauf von Konsum- und Verbrauchsgütern, gemeinsame Gestaltung des Lebensraumes und gemeinsames Verhandeln mit Strom-, Gas- oder Medienanbietern kann die Ausgaben nochmals deutlich senken. Und ein vertrauensvolles, gut nachbarschaftliches Verhältnis ist einfach angenehmer.

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