Metall entrosten: 7 Wege um Rost effektiv zu entfernen

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Auch wenn gerade leicht angerostete Blechteile als Gartendekoration in Mode sind, Rost ist eine unangenehme Sache. Er zersetzt allmählich jedes Teil aus Eisen. Bis dahin produziert er jede Menge Schmutz und sieht nicht schön aus. Rost sollte deshalb beim ersten Anzeichen entfernt werden. Je länger man damit wartet, desto mehr Arbeit hat man.

Was ist Rost?

Eisen wird in Form von Eisenerz aus dem Bergwerk gewonnen. Das Eisenerz sind Gesteinsbrocken, an denen Eisenoxyd haftet. Im Hochofen wird das Eisenoxid mit Hilfe von Kohlenstaub zu Eisen reduziert. Dabei wandern zwei Sauerstoffatome vom Eisenoxyd zum Kohlenstoffatom hinüber. Beim Verhütten entsteht deshalb Kohlendioxid und reines Eisen. Das Eisen ist aufgrund der hohen Temperaturen flüssig und läuft nach dem Abstich aus dem Hochofen heraus.

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Entstehung

Beim Rosten geschieht nun genau der umgekehrte Weg: Das Eisen reagiert mit dem Luftsauerstoff und verwandelt sich langsam wieder zu Rost zurück. Eisenrost hat leider die unangenehme Eigenschaft, sehr locker, bröselig und porös zu werden. Das unterscheidet es beispielsweise vom Aluminiumoxid. Das bildet eine geschlossene, luftdichte Schicht und stoppt damit den weiteren Oxidationsprozess von selbst. Wird man bei Eisen aber nicht aktiv, verschwindet das ganze Bauteil irgendwann zu braunem Staub aus Rost.

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Sieben Wege zum rostfreien Bauteil

Beim Rost entfernen kommt es auf das Augenmaß und auf die Erfahrung an. Je nachdem wie groß und vor allem wie dick das Bauteil ist, bieten sich unterschiedliche Verfahren zum Metall entrosten an. Wählt man das falsche Verfahren, arbeitet man sich entweder zu Tode oder man kann im schlimmsten Fall das ganze Bauteil rettungslos zerstören.

Darum sollte vor dem Entrosten drei Fragen beantwortet werden:

  • Wie groß ist das Bauteil?
  • Wie dick und schwer ist das Bauteil?
  • Wie groß ist die zu entrostende Fläche?

Hat man ein kleines, leichtes Bauteil das nur halb verrostet ist, lohnt sich trotzdem ein chemisches Entrostungsverfahren. Hat man ein großes, dünnes Blechteil – wie beispielsweise eine Auto-Karosserie – dann sollte man tunlichst nicht mit einem harten Strahlverfahren arbeiten. Muss man ein großes, massives Eisenteil, beispielsweise ein großes Treppengeländer, entrosten, kommt man mit Schleifen nicht sehr weit. Dafür gibt es heute modernere Mittel.

Um ein Bauteil wieder rostfrei und schön zu bekommen, stehen deshalb sieben Wege offen:

  • Schleifen und Grundieren
  • Rostumwandler
  • Abrasions-Strahlen
  • Trockeneis-Strahlen
  • Chemisches Entrosten mit Essig und Backpulver
  • Elektrolyse
  • Laser

Schleifen und Grundieren

Der Klassiker: Schleifen und Grundieren

Das Abschleifen von verrosteten Stellen ist der Klassiker. Bei leichtem Flugrost ist feinkörniges Schleifpapier gut geeignet. Je nachdem wie groß die verrostete Stelle ist, nimmt man entsprechend gröberes Schleifpapier. Wird die Sache aber doch zu aufwendig, kann man maschinell weiter arbeiten. Flächiges Metall Entrosten geht gut mit einem Bandschleifer, einem Exzenterschleifer oder einem Schwingschleifer. Ist die Oberfläche aber unregelmäßig, nimmt man eine Bohrmaschine mit aufgesetztem Bürstenkopf.

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Nach dem Schleifen wird das Bauteil mit Druckluft und Bremsenreiniger gereinigt und sofort danach mit Grundierung versiegelt. Anschließend kann man es lackieren und es glänzt wieder wie neu.

Rostumwandler

Rostumwandler bzw. Beize

Der Rostumwandler ist eine chemische Substanz, die Eisenoxid vor dem weiter verrosten stoppt. Rostumwandler ist zwar zum flächigen Metall entrosten nicht optimal geeignet. Es ist aber ein gutes Mittel um bei einem Schleifvorgang sicher zu stellen, dass man keine Rostnester übersehen hat. Mit Rostumwandler werden beispielsweise geschliffene Stellen an einer Karosserie vor dem Grundieren nachbehandelt. So ist man sicher, keinen Rost einzuschließen und ein neues Rostnest unter der Farbe zu bekommen.

Abrasions-Strahlen

Das Abrasions-Strahlen ist das Beschießen einer verrosteten Oberfläche mit einem harten Granulat. Je nach Dicke des Bauteils und dem Grad der Verrostung stehen unterschiedliche Granulate zur Verfügung. Die Bandbreite reicht von relativ weichem Backpulver oder Walnuss-Schalen bis hin zu superhartem Quarzsand. Das Abrasions-Strahlen eignet sich für stark verrostete Einzelstücke oder für größere Flächen. Man muss aber hier wirklich Obacht geben: Es ist schon so mancher wunderschöne Oldtimer unter dem gnadenlosen Sandstrahler unrettbar verschwunden.

Trockeneis-Strahlen

Das Trockeneis-Strahlen ist dem Abrasions-Strahlen sehr ähnlich. Jedoch ist es wesentlich schonender für das gesunde Grundmaterial. Statt mit einem harten Granulat wird beim Trockeneis-Strahlen mit gefrorenem CO2-Pellets geschossen. Die Pellets verdampfen schlagartig, sobald sie auf die Oberfläche treffen. Dabei reißen sie alles lockere Material mit sich, einschließlich dem Rost. Das Trockeneisstrahlen ist extrem laut und recht teuer. Für Oldtimer ist es aber ein ganz besonders schonendes Verfahren.

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Chemisches Entrosten

Chemisches Entrosten mit Essig und Backpulver

Verrostetes Werkzeug, Schrauben oder Kleinteile aus Eisen lassen sich sehr gut in einem Bad aus Essig und Backpulver entrosten. Das Eisenoxid geht mit dem Essig und dem Backpulver eine chemische Verbindung ein und stoppt so den weiteren Oxidationsprozess am Bauteil. Das Metall Entrosten mit Essig und Backpulver hat nur einen Nachteil: Es ist recht langsam. Wer es eiliger hat, der kann ein besonders schlaues Verfahren wählen.

Elektrolyse

Metall Entrosten mit Elektrolyse

Die Elektrolyse ist die Metallbearbeitung durch elektrischen Strom.

Dazu braucht man:

  • 1 volle Autobatterie oder ein Autobatterie-Ladegerät
  • 1 Stück altes Blech
  • 1 Plastikwanne
  • Draht
  • Waschsoda oder Backpulver
  • 1 Holzlatte

Die Wanne wird mit Wasser gefüllt und 5-6 Esslöffel Waschsoda oder Backpulver hinzu gegeben. Die Latte wird auf die Wanne gelegt. Das alte Blechstück wird an einem Draht in das Wasser gehängt. Ebenso wird das zu entrostende Bauteil an einem Draht aufgehängt und ins Wasser ganz eintauchen gelassen.

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Nun heißt es: Keinen Fehler machen! An den ROTEN PLUSPOL wird der Draht angeschlossen, an dem das alte Blechstück hängt.

An den SCHWARZEN MINUSPOL wird der Draht angeschlossen, an dem das Bauteil hängt, an dem man den Rost entfernen möchte. Nun wird das Ladegerät angeschaltet bzw. die Batterie richtig verbunden.

Bald fängt es am Bauteil, bei dem man den Rost entfernen möchte, an zu sprudeln. Vorsicht: Die Bläschen sind reiner Wasserstoff. Am besten man führt dieses Verfahren zum Metall entrosten im Freien durch! Nach einigen Minuten oder wenigen Stunden ist das Rost entfernen beendet. Das Bauteil wird heraus genommen, gereinigt und sofort versiegelt. Als erste Maßnahme geht dafür WD-40 oder ein anderes Öl.

Aber bitte genau aufpassen: Werden die Pole verwechselt, geschieht genau das Falsche: Das alte Blechteil wird sauber und das Bauteil, das man eigentlich entrosten wollte, verrostet immer weiter. Darum lieber erst einmal dabei bleiben und kontrollieren, wo die Bläschen aufsteigen.

Das Metall entrosten mit Elektrolyse ist vor allem für Kinder und Jugendliche ein sehr spannendes Experiment. Zu sehen, wie die verrosteten Stellen wie von Zauberhand verschwinden, ist wirklich faszinierend.

Schneiden und Schweißen

Wenn nichts mehr hilft: Schneiden und Schweißen

Wenn alles zu spät ist, bleibt nur noch, die verrostete Stelle heraus zu schneiden und durch ein neues Blechteil zu ersetzen. Soweit sollte man es nicht kommen lassen. Darum: Stets aktiv werden, bevor der nagende Rostfraß das schöne Bauteil zu sehr zerstört hat.

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Versiegeln nicht vergessen!

Sobald blankes Eisen feucht wird, greift die Oxidation wieder sofort an. Leichten Flugrost sieht man sehr schnell, Rostnarben sind nach wenigen Tagen wieder da. Darum: Nicht nach dem Rost entfernen aufhören, sondern das Bauteil durch Öl, Rostschutzfarbe, Grundierung oder eine Schicht Kunststoff-Pulver versiegeln. So hat die Feuchtigkeit und die Oxidation erst einmal keine Chance mehr, an dem Bauteil herum zu nagen.

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TIPP: Mit diesen Tipps kann man sich schnell und sehr preiswert eine tolle Werkzeugsammlung zusammenstellen. Konvolute aus verrostetem Schraubenschlüsseln, Zangen und Sägen findet man für sehr wenig Geld im Internet. Wenn man sie aber dann entrostet und pflegt, hat man schnell einen tollen und sehr schönen Werkzeugsatz zusammen. So kann man viel Geld sparen und ist für jeden Reparaturfall gerüstet.

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