Mehrjährige Kräuter – Liste der winterharten Kräuter im Kräutergarten

Mehrjährige Kräuter

Haben Sie noch Platz im Kräutergarten? Gut so, denn den werden Sie brauchen, auch wenn Sie nur einen Teil der 77 nachfolgend vorgestellten winterharten Kräuter pflanzen und probieren möchten.

Mehrjährige, winterharte Kräuter sind knapp in Ihrem Kräutergarten? Das wird sich nach diesem Artikel ändern, weil Ihnen nachfolgend die 77 mehrjährigen Kräuter vorgestellt werden, die in der Küche als Gewürz eingesetzt werden können und in Deutschland winterhart sind:

A bis B

Agastache, Agastache pallidiflora neomexicana, um 40 cm hohe Gewürzpflanze der nordamerikanischen Indianer, die gerade in Deutschland Fuß fasst. Im Garten erfreut sie Bienen und Schmetterlinge, in der Küche sind Blätter und Blüten wie Minze und Melisse einsetzbar.

Mehrjährige Kräuter
Agastache

Alant, Inula helenium, bis 2 m hoch wachsende Staude mit gelben Blüten, deren Wurzel Süßspeisen und Liköre (Magenbitter) würzt und deren Blätter auf der Kaminglut die Zimmerluft verbessert. Allergiker sollten Alant vorsichtig testen, viele Menschen reagieren allergisch auf die Inhaltsstoffe.

Anisgoldrute, Solidago odora, zierliche Goldrute mit Endhöhe 90 cm, deren Blütenrispen richtig was hermachen und deren junge, zarte Blätter in der Küche als interessante Alternative zu Estragon würzen.

Argentinische Myrte, Myrteola nummularia, um 1,50 m, die erste winterharte Myrte im Verkauf, die Grillfleisch, Braten und Fisch einen angenehmen würzigen Geschmack verleiht. Sollte als Jungpflanze einen geschützten Standort bekommen.

Austernpflanze, Mertensia maritima, nur 20 cm hoch, aber die haben es in sich: Die edle Verwandte des Borretsch schmeckt zart nach Champignons, Austern oder Anchovis und würzt Salate, Brotaufstriche und Fischcremes ebenso delikat und wie ungewöhnlich.

Augenwurz, Athamantha cretensis, ca. 1,20 m hoher Doldenblütler mit hübscher weißer Blüte, in der Küche sind Kraut und Samen eine interessante, petersilienähnliche Würze für Salate, Kräutercremes und Suppen, traditionell wird Augenwurz als Likörkraut genutzt.

Bachbunge, Veronica beccabunga, verziert gut feuchte Standorte mit himmelblauen Blüten in bis zu 1 m Höhe, würzt mit ihrem Kraut Salate und Gemüsepfannen.

Bärenklau, Heracleum spondylium, der einheimische Wiesen-Bärenklau wird bis zu 1,5 m hoch und blüht in hübschen weißen Dolden, wenn er nicht vorher mit Blättern und Stängeln, Knospen und Samen voller Vitamine und Mineralien Salate, Smoothies, Gemüse, Kräuter-Pfannkuchen … fein-aromatisch gewürzt hat.

Bärlauch, Allium ursinum, wächst mit der Zeit zu ca. 30 cm hohen, weißblühenden Wiesen unter Bäumen heran und ist von März bis Juni der Knoblauch für alle, die nach dem Essen nicht nach Knoblauch duften möchten.

Bärentraube, Arctostaphylos uva-ursi, kriechendes, immergrünes, um 50 cm hohes Gehölz mit niedlichen rosa Blütenglöckchen, dessen Blätter und Früchte als rettender Tee bei Harnwegsinfektionen berühmt sind, dessen Beeren aber auch selbstgebackenes Brot würzen.

Bärwurz, Meum athamanticum, der um 80 cm hohe Doldenblütler ist ein ausgezeichnetes Gewürzkraut, dessen feines, dillartiges Laub und Wurzelabrieb kräftig-deftigen Geschmack in Kräuterquark, Suppen und Pestos bringt.

Baldrian, Valeriana officinalis, die prächtige, bis 1,60 m hohe Blütenstaude sorgt mit einem Tee aus den Blättern nicht nur für guten Schlaf, sondern gibt mit den zarten rosa Blüten auch Joghurt und Obstsalat zarte, überraschende Würze.

Balsampappel, Populus balsamifera, mit 5 m Endhöhe eher ein Baum als ein Kraut, dessen aromatische Knospen und junge Triebe aber in der Wildkräuterküche oft und gerne genutzt werden.

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Balsampappel

Beifuss, Artemisia vulgaris, das unverzichtbare Geflügelgewürz für „fette Gänse“ und andere Geflügelbraten (soll die Fettverdauung positiv beeinflussen) wächst am Rande des Kräutergartens auch völlig ohne Beachtung zur fast 2 m hohen Staude mit feinen Blütenkerzen heran.

Beinwell, Symphytum officinale, um 60 cm hohes Kraut mit rosa Blüten, heilt Wunden und Knochen und bewurzelt Stecklinge, würzt aber auch mit den jungen Blättern Salate, Suppen und Gemüse.

Berle, Berula erecta, das um 40 cm hohe Kraut heißt auch Wassersellerie, weil es wie Sellerie genutzt werden kann: Würzt Wildsalate und Suppen, kann im Ganzen geschmort werden und schmeckt dann etwa wie Babyöhren.

Bergkümmel, Laserpitium siler, ca. 1,20 m hoher Doldenblütler, der den einjährigen Kümmel komplett ersetzen kann, wenn man die zusätzliche Note von Kreuzkümmel + etwas Schärfe mag.

Bibernelle, Pimpinella saxifraga, hübsches, bis 60 cm hohes Kraut mit weißen Blüten, von dem Blätter, Blüten und die Wurzel mit süßem Anisgeschmack als Gewürz genutzt werden.

Blutwurz, Potentilla erecta, ein wirklich schmuckes kleines Kraut aus der Familie der Rosengewächse, mit gelben Blüten, Sternblättern und einem locker rankenden Wuchs, dessen interessante Gerbstoffwürze nicht länger nur bayrischen Schnapsbrennern zur Verfügung stehen sollte.

Borretsch, Borago pygmaea, die ausdauernde Form des „Gurkenkrauts“ wird nur 20 cm hoch, kann aber ebenso wie der 1-jährige Borretsch Gurken- und andere Salate würzen oder wie Spinat geschmort werden. Bei strengem Frost im Winter mit Reisig abdecken.

Brennnessel groß, Urtica dioica, um 1 m, lohnt die Anpflanzung im Garten nicht nur wegen der Würztalente oder Dauerappetit auf leckere Brennnesselsuppe, sondern weil sie als Nachbar von aromatischen Kräutern wie Engelwurz und Pfefferminze nachweislich dafür sorgt, dass diese mehr ätherisches Öl entwickeln.

C bis E

Chinesischer Gemüsebaum, Toona sinensis, wieder ein recht großes Kraut, besser gesagt ein Bäumchen mit bis zu 2 m Höhe, der diese aber kaum erreichen wird, weil der wohlschmeckende zarte Austrieb ständig abgeschnitten wird, um frische Würze in Gemüsegerichte oder Suppen zu bringen. Wird auch Maggi-Baum oder Chop-Suey-Baum genannt.

Chinesischer Gewürzstrauch, Elsholtzia stauntonii, leicht verholzender, winterfester kleiner Strauch mit rosa Blütenrispen von Spätsommer bis Herbst und Endhöhe 90 cm, dessen Blätter im Aroma an Salbei, Kümmel und Minze erinnern, aber auch eine ganz eigene Note ins Würzspiel bringen.

Chinesischer Liebstöckel, Ligusticum sinense oder Gao Ben, würzige Staude mit ca. 1 m Höhe, deren Blätter im Aroma irgendwo zwischen Liebstöckel und Sellerie liegen und als Suppenwürze einfach eine Wucht sind.

Currystrauch, Helichrysum italicum, bis 50 cm hoher Strauch mit gelben Sommer-Blüten, der nur aus der richtigen Gärtnerei wirklich winterhart ist und mit Blättern und Zweigen (mitkochen und vor dem Essen rausfischen) eine angenehme Curry-Note in Speisen und Reis bringt.

Cystus, Cistus incanus ssp.tauricus, um 90 cm hoher Strauch, der als wohlschmeckender Tee bekannt ist, als Gewürz aber bisher eher von Spitzenköchen erprobt wird. Weil gerade erforscht wurde, dass Cystus dreimal so viele Polyphenole wie grüner Tee und Rotwein hat, wird sich das vermutlich bald ändern.

Eberraute, Artemisia abrotanum, etwa 1 m hohes, herbes „Zitronenkraut“ mit vielen kleinen gelben Blüten, das in der italienischen Küche als Gewürz verwendet wird und wegen seiner Intensität vorsichtig eingesetzt werden sollte.

Eibisch, Althaea officinalis, sehr dekorative Malve mit zartrosa Blüten und vielen kulinarischen Talenten: Aus Eibischwurzeln sind die echten Marshmallows, die Blüten und jungen Blätter zieren und würzen Salate und Suppen und waren früher in Spanferkel-Füllungen unverzichtbar.

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Eibisch

Engelwurz, Angelica dahurica, ca. 1 m, beeindruckende, große „Kugel-Doldenblüte“, in der Küche würzt die aromatische Wurzel Suppen, Brot und Kräuterbutter.

Erdrauch, Fumaria officinalis, das Mohngewächs erfreut vor allem die Verwender von Räuchermitteln, die Blätter des ca. 40 cm hohen Krauts würzen aber auch gerne Frühjahrssalate.

Estragon, deutscher, Artemisia dracunculus cv., perfekter Kompromiss zwischen dem echten, aromatischen und ziemlich empfindlichen Französischen Estragon und dem wüchsigen robusten, aber geschmacklich beleidigenden Russischen Estragon. Erreicht Höhen um 90 cm, besonders gut in grünen Salaten und als Kräuterfrischkäse (das Urrezept des berühmten Boursin sieht nur Estragon und Salz vor).

F bis L

Frauenminze, Tanacetum balsamita, bis 1,20 m hoch wachsende Staude mit Kampfer und Thujon im Aroma der zahlreichen ätherischen Öle, wurde traditionell als Gewürz zu Eierspeisen gegeben, könnte sich für den Bereich Süßspeisen/Schokolade als hochinteressant erweisen.

Fetthenne, Sedum telephium, die Wildform der Dach-Sukkulente wird um 80 cm hoch und liefert dicke, saftige Blätter, die Salate und Gemüse würzen. Die Wurzelknollen können ebenfalls gekocht als Gemüse verzehrt werden.

Fuki, Petasites japonicus, ein bis 80 cm hoher „Pflanzenturm“ mit einer unglaublichen Blüte am oberen Ende, deren dicke Blütenknospen z. B. als Gewürz in Misosuppe eingesetzt werden, während die jungen Stängel im Frühling in Japan gedünstet gegessen werden.

Gänsefingerkraut, Potentilla anserina, ist ein mit rund 10 cm winziges Wildkraut, dessen Blätter und Sprösslinge mit einem sehr hohen Vitamin-C-Gehalt beeindrucken und Wildsalate und Gemüse würzen.

Gagelstrauch, Myrica gale, die Blätter des um 1,50 m hohen Strauchs erinnern im Aroma an Lorbeer und können zum Würzen entsprechender Speisen und zur Herstellung von nordischen Gruitbier (Kräuterbier) genutzt werden.

Gartenbergminze, Calamintha grandiflora, um 60 cm hohe Minze mit schönen rosa Blüten von Frühjahr bis Herbst und einem dunklen, warmen Minzaroma, das zu den bekannten Würzzwecken eingesetzt werden kann.

Gartenkresse, Lepidium latifolium, die bis 1 m hohe, ausdauernde Kresse bietet den gleichen pfeffrig-frischen Geschmack wie die kurzlebige Gartenkresse, das aber über viele Jahre.

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Gartenkresse

Geißfuß, weißbunt, Aegopodium podagraria, 50 cm Blattgrün mit weißem Rand, das Salate, Suppen und Frühlingsgemüse würzt.

Gewürzfenchel, Foeniculum vulgare, sieht mit seinen 2 m beeindruckend aus und produziert nicht nur Samen für frischen Fencheltee, sondern auch aromatische Blätter, die unverzichtbare Würze in einer Reihe von Gerichten aus aller Welt sind.

Gundelrebe, Glechoma hederacea, um 20 cm hohe, sich rasch ausbreitende Pflanze mit violetten Blüten, die tschechisches Osterfleisch, Omeletts, Kräuterbutter und Suppen würzt.

Immenblatt, Melittis melissophyllum, 60 cm hoher Lippenblütler mit nektarreichen blassrosa Blüten und würzigem Kraut, das in der Küche ähnlich wie Melisse oder Majoran eingesetzt werden kann.

Italienische Rauke, Diplotaxis tenuifolia (Rucola silvatica), wird in der Wildform 40 cm hoch und ist wesentlich würziger als die Kulturform, die momentan in/auf alles bis hin zur Pizza geschmissen wird.

Japanischer Angelikabaum, Aralia elata, verwendet werden die jungen Blattschösslinge des unbeschnitten 5 m Höhe erreichenden Strauchs. Sie werden pur blanchiert oder in Teig ausgebacken oder als Würzkraut mit Artischockengeschmack an Salate und Brotaufstriche gegeben.

Knoblauchgamander, Teucrium scordium, dekorative 25 cm Würzkraut mit rosa Blüten und so intensivem Knoblaucharoma in den Blättern, dass diese zum Würzen sparsam eingesetzt werden sollten.

Knoblauchrauke, Alliaria petiolata, noch mehr Knoblauchgeschmack, diesmal an einer zarten, um 60 cm hohen Pflanze mit winzigen weißen Blüten und mit einem Hauch Kresse dabei. Die weiße, glatte, möhrenähnliche Pfahlwurzel kann wie Meerrettich genutzt werden.

Lauch-Scheibenschötchen, Peltaria alliacea, leckeres 50 cm hohes Wildkraut, dessen Geschmack Kresse, Senf und Knoblauch vereint und das zu den wenigen Kräutern gehört, die auch im Winter geerntet werden können.

Lavendel, Lavandula angustifolia, die eher kleinwüchsige, kurzblättrige und „echte“ Variante mit Wuchshöhe bis 50 cm. Viel Aroma, das in fast verblühten Blüten an Süße zunimmt, weshalb diese erst dann für Lavendelzucker und Kräuterteevorräte geschnitten werden sollten.

Liebstöckel, Levisticum officinale, entwickelt sich schnell zu einem beachtlichen 2-m-Busch, dessen Blätter als Maggi-Kraut berühmt sind und etwa genauso sparsam wie Maggi eingesetzt werden sollten, aber dafür mindestens der Hälfte aller pikanten Speisen den letzten Kick gibt.

Löffelkraut, Cochlearia officinalis, um 40 cm hohes Kraut, das am liebsten im Salzboden der Nordseeküste wächst, aber auch in normalem Gartenboden die kresse-scharfen, runden Blättchen mit viel Vitamin C produziert. Im Gegensatz zur Kresse verbreiten die vielen kleinen weißen Blüten im Frühling einen intensiven Honigduft.

Löwenzahn, Taraxacum officinale sativum, mächtige 40 cm erreichende Kulturform mit nur noch leicht bitterer, eisenreicher Würze in den Blättern.

M bis Z

Mädesüß, Filipendula ulmaria, bis 1,40 m hohe, in weißen Rispen blühende Pracht, die mit Mistel, Brunnenkresse und Eisenkraut zu den vier magischen Kräutern der Kelten gehörte. Die Blätter sind als Streuwürze für Pikantes und Süßes einsetzbar, die Blüten enthalten mit Piperonal einen nach Vanille duftenden Aromastoff, der z. B. zum Aromatisieren von Schokolade verwendet wird.

Majoran winterfest, Origanum x majoricum, 80 cm hohes, vitales Kraut, das auch als italienischer Oregano bezeichnet wird und eine Kreuzung aus Majoran + Oregano ist – auch im Geschmack, für viele Gerichte „der beste Majoran und der beste Oregano“.

Marienblatt, Tanacetum balsamita, um 1,20 m hohe Heil- und Würzpflanze mit gelben Blüten und herb-süßem Minzaroma, die wegen phototoxischer Wirkung sparsam eingesetzt werden sollte.

Meerrettich, Armoracia rusticana, hat auf jeden Fall einen Platz im Kräutergarten verdient, weil neben der scharfen Wurzel auch die Meerrettichblätter und -blüten zum Würzen verwenden werden können.

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Meerrettich

Meisterwurz, Peucedanum ostruthium, alte süddeutsche Wildstaude mit einer Höhe von rund 1,50 m, deren Wurzel früher als Käsegewürz genutzt wurde und heute Suppen und Gemüse würzt.

Multimenthaminze, Mentha x piperita, um 1 m hohe, robuste und stark wachsende Minze aus alter DDR-Zucht, die mit großen, haarigen Blättern voller intensivem Pfefferminzaroma beeindruckt.

Muskatkraut, Achillea ageratum, 1,20 hoch und am liebsten an feuchten, halbschattigen Plätzen zu Hause; der Geschmack der zarten Blätter erinnert tatsächlich an Muskatnuss und kommt am besten heraus, wenn das Kraut zusammen mit Lauch, Zwiebeln und/oder Knoblauch eingesetzt wird.

Olivenkraut, Santolina rosmarinifolia, 50 cm Mini-Strauch mit Blättern, die wie eingelegte Oliven schmecken und z. B. sauren Marinaden die mediterrane Note geben.

Oregano, Origanum vulgare, 1 m hoch, mit weißen Blüten und frischgrünem Laub, das nicht nur an italienischer Pasta-Soße und Chili con Carne unverzichtbar ist.

Römischer Bertram, Anacyclus pyrethrum, kleines 30-cm-Kraut, das für Hildegard von Bingen zu den wichtigsten Kräutern zählte und mit seiner milden Würze den Geschmack verschiedenster Speisen verbessert.

Pimpinelle, Sanguisorba minor, 1,20 hoch und in unseren Breiten heimisch, Würzkraut mit kleinen roten Blüten und nussigen Gurkengeschmack, das bei recht viel Feuchtigkeit das meiste Aroma entwickelt.

Quendel, Thymus serpyllum, bildet nur 10 cm hohe kriechende Matten mit rosa Blüten und kann als Gewürz eingesetzt werden wie Thymian, die Wildart differiert aber sehr lebendig im Aroma.

Rosmarin, Rosmarinus officinalis, z. B. in der Sorte „Arp“ winterfest bis mindestens -22°C, 1,20 m hohe graublättrige Form mit gutem, frischem Aroma und hellblauen Blüten.

Salbei, Salvia officinalis, verholzender Strauch mit grauem Laub und blauvioletten Blüten, der 1,20 m hoch werden kann; aber nicht hoch werden sollte, weil er bis oben verholzt, wenn nicht dauernd bis auf den neuen Austrieb zurückgeschnitten wird.

Sauerampfer, Rumex acetosa, bis 150 m hohes Knöterichgewächs, dessen große Blätter Frühlingskräutersuppen, Salaten, Kräuterquark eine erfrischende, leicht saure Note geben.

Schnittknoblauch, Allium tuberosum, 50 cm hohe Lauchpflanze mit weißen Blüten und mildem Knoblauchgeschmack, der nach dem Essen kaum Geruch verursacht.

Schnittlauch, Allium schoenoprasum, um 35 cm hohes, schmales Röhrenkraut, von dem auch die jungen Blüten als würzige und zierende Salatbeigabe genutzt werden können.

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Schnittlauch

Sigmarskraut, Malva alcea, um 1,20 m hohe Rosenmalve, von der alles außer der Wurzel essbar ist und als Würze verwendet werden kann. Die nussigen Samen schmecken kurz vor der Reife am besten.

Szechuan Pfeffer, Zanthoxylum simulans, ca. 2 m hohes Rautengewächs, das zur Freude aller Fans der asiatischen Küche auch in Deutschland vollkommen winterhart ist.

Teichkresse, Rorippa amphibia, 1,50 m hohe Kresse für die nassen Stellen im Garten oder den Teichrand, deren junge Triebe, Blätter und Blüten herrlich würzig nach Brunnenkresse und Meerrettich schmecken.

Thymian, Thymus vulgaris, 30 cm hoher Tausendsassa, der mit seinem kräftigen, feinherben Geschmack Lamm und Wild, Geflügel und Fisch und sogar Kuchen und Pralinen würzt.

Wald-Geißbart, Aruncus dioicus, 2 m hoher Wildspargel, der nach seiner „Spargelzeit“ im April und Mai noch eine Weile Gemüse und Suppen bereichern kann.

Wasabi, der japanische Meerrettich Wasabia japonica, wächst in Kultursorten wie ‚Matsum‘ auch gerne in Deutschland, was dazu führt, dass Sie aus der 30 cm hohen Pflanze echten Wasabi herstellen können (bezahlbare Wasabi-Paste besteht auch in Japan aus Meerrettich + grüner Farbe): Blätter, Stängel, ev. Wurzel mit (Reis-) Essig und Salz in den Mixer geben.

Winterbohnenkraut, Satureja montana, ausdauerndes Bohnenkraut mit feinem, starken Aroma, rosa Blüten und aufrechtem Wuchs bis 60 cm, der Waschen unnötig macht und das Schneiden längerer Zweige ermöglicht (zum Grillen, Mitkochen, Trocknen in Bündeln).

Ysop, Hyssopus officinalis, Zwergstrauch mit max. 90 cm, leuchtend violetten Blütenrispen und gewaltigen Würztalenten (schmeckt wie eine Mischung aus Oregano, Salbei und Rosmarin).

Zitronenmelisse, Melissa officinalis, bis 1,20 m hohe, äußerst winterfeste Melisse mit starkem Zitronen-Aroma, das nur beim Einsatz in roher/frischer Form in Speisen gut wahrnehmbar ist.

Mehrjährige Kräuter
Zitronenmelisse

Ein Gewinn für jede Küche

Es ist doch erstaunlich, welche Mengen an vielseitiger, interessanter Nahrung abseits der Lebensmittelindustrie locken. Dass in der Industrie, die die Nahrung für den größten Teil der Bürger bereitstellt, ein großer Teil der (Fertig-) Produkte mit immer den gleichen billigen Zutaten haltbar und konsumtauglich gemacht wird, hat Folgen: Wer nicht die Zeit findet, sich über Inhaltsstoffe und Herkunft/Entstehung seiner Nahrung zu informieren, trainiert nur einen Bruchteil seiner Geschmacksknospen (verarmt geschmacklich); und er nimmt all die vielen verschiedenen wertvollen Inhaltsstoffe nicht zu sich, die z. B. in den oben aufgeführten Kräutern (und in ökologisch gezogenem Gemüse, Getreide, Fleisch etc.) enthalten sind.

Um sich vom nicht sehr reich mit wertvollen Nährstoffen ausgestatteten Einheitsbrei im Supermarkt unabhängig zu machen, brauchen Sie jetzt nur noch genug Platz im Kräutergarten, eine gute Kräutergärtnerei oder Pflanzentauschbörse, Geduld und kulinarische Neugier … Auf die Gewürztalente der einzelnen Kräuter konnte leider nur recht kurz eingegangen werden, sonst wäre es kein Artikel, sondern ein kleines Kochbuch geworden.

Jedem einzelnen dieser Kräuter werden auch verschiedene positive Wirkungen auf den menschlichen Stoffwechsel und diverse Heilkräfte nachgesagt. Auf die konnte leider kaum eingegangen werden, weil das ein dicker Wälzer geworden wäre – aber es ist schon zu vermuten, dass Lebenskraft und Gesundheit einen erfreulichen Sprung machen, wenn all diese Kräuter (abwechselnd) in den täglichen Speiseplan eingebaut werden, weil viele positive Wirkungen der Inhaltsstoffe inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten.

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