Maikäfer-und Junikäfer-Plage – sind sie gefährlich? Was tun?

Maikäfer bekämpfen

Maikäfer und Junikäfer sind eng miteinander verwandt. Sie ähneln sich optisch, wobei der Junikäfer etwas kleiner ist. Im Garten können sie große Schäden an Pflanzen und Rasenflächen anrichten, weswegen sich viele Gartenbesitzer für das Bekämpfen entscheiden.

Tipps für die Bekämpfung

Beide Käferarten können jahrelang im Boden ausharren, ohne dass Sie etwas davon bemerken. Dann sind Sie plötzlich von einer Käferplage betroffen. Die Tierchen treten in Massen an die Oberfläche und werden zu einer Belastung. Sie fressen Blüten, Blätter von jungen Bäumen und sie können auch die Rasenfläche beschädigen. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Gärtner, die Käfer zu vertreiben, und greifen dabei oftmals zu drastischen Mitteln. Dabei ist es gar nicht notwendig, die Käfer zu töten, denn sie sind zwar lästig, aber für den Menschen nicht gefährlich. Achten Sie bei der Bekämpfung darauf, dass Sie ohne chemische Mittel auskommen. Diese belasten die Umwelt und auch Ihren Garten, und oftmals können Sie die Käfer damit dauerhaft gar nicht loswerden.

Der Unterschied

Beide Käferarten gehören der gleichen Gattung an. Dabei handelt es sich um Blatthorn-Käfer, deren Larven sich als Engerlinge im Boden vergraben und dort viele Jahre ausharren können. Die ausgewachsenen Käfer legen ihre Eier im Boden ab. Dort verbleiben die Junikäferlarven etwa zwei Jahre, während die Maikäferlarve drei bis fünf Jahre braucht, bis sie sich zu einem Käfer entwickelt. Doch dies sind nicht die einzigen Unterschiede. Wenn Sie genau hinsehen, erkennen Sie optische Merkmale, mit Hilfe derer Sie beide Käferarten auseinanderhalten können.

Maikäfer

Der Bekanntheitsgrad des Maikäfers ist sehr viel höher als der des Junikäfers. Dennoch haben beide Arten die gleiche Verbreitung. Man kann nicht behaupten, dass der Junikäfer seltener ist als der Maikäfer.

Die Larve des Maikäfers schlüpft aus dem Ei, das vom Muttertier im Erdboden abgelegt wurde. Dies verhält sich beim Junikäfer genauso. Der Maikäfer kann jedoch mehr als doppelt so lange in der Erde verbleiben. Seinen Namen bekam er, weil die Zeit seiner Flüge im Monat Mai, vereinzelt auch noch im Juni liegt. Der Käfer kann eine Größe von etwa drei Zentimetern erreichen. Er hat eine tiefbraune Farbe und wirkt im Flug recht groß. Als Nahrung dienen ihm junge Blätter, die er von den Bäumen frisst.

In großen Abständen von mehreren Jahrzehnten wird immer wieder von Maikäferplagen gesprochen. Ist die Erde besonders warm und feucht, können sich die Larven explosionsartig vermehren. In diesem Fall spricht der Gärtner von einer Plage, die er gern loswerden möchte. Vereinzelte Maikäfer brauchen hingegen nicht bekämpft zu werden, denn sie richten keinen großen Schaden an.

Maikäfer

Wichtige optische Merkmale des Maikäfers:

  • Fühler mit verbreiterten Lamellen
  • tiefbraune Farbe
  • wirkt während des Fluges recht groß

Maikäfer mögen junge Blätter

Wenn die Maikäfer im Frühling in mehr oder weniger großen Scharen den Garten bevölkern, haben sie es in erster Linie auf die jungen Blätter abgesehen, die in ihrem frischen Grün die Bäume schmücken. Abhängig von der Anzahl der Maikäfer kann es schon mal vorkommen, dass Ihre Bäume kahl gefressen werden. Dies ist ärgerlich, aber es ist für den Baum nicht gefährlich. Ist der Baum gesund, wachsen die Blätter noch einmal nach und schmücken den Baum den ganzen Sommer lang. Auch Sträucher und einige Blumenarten werden von Maikäfern bevorzugt. Die jungen Käfer, die gerade erst aus den Larven geschlüpft sind, wirken unersättlich. Es kann vorkommen, dass vor allem sehr junge Bäume und Sträucher innerhalb kurzer Zeit regelrecht aufgefressen werden. Schon nach einigen Tagen können Sie die Veränderung in Ihrem Garten bemerken.

Junikäfer

Der Junikäfer ist mit einer Größe von weniger als zwei Zentimetern deutlich kleiner als der Maikäfer. Er verbleibt mit zwei Jahren nur die Hälfte der Zeit im Erdboden, bevor er sich entpuppt und als Käfer aktiv wird. Dies passiert in den Monaten Juni und August. Der Junikäfer ist nachaktiv und äußerst gefräßig. Seine Ernährung besteht aus Blüten und Blättern, er kann aber auch den Rasen angreifen, weswegen er von vielen Hobbygärtnern gefürchtet wird. Insgesamt ist der Schaden im Garten durch eine Junikäfer größer. Auch diese Käfer werden im Abstand von Jahrzehnten zu einer Plage und können ganze Gärten zerstören. Eine Bekämpfung kann mit natürlichen Mitteln erfolgen. Grundsätzlich sind auch diese Käfer nicht gefährlich und sollten keinesfalls mit chemischen Substanzen getötet werden.

Wichtige optische Merkmale des Junikäfers:

  • Körperfarbe gelb bis hellbraun
  • geringe Behaarung des Körpers
  • wirkt zierlicher als der Maikäfer

Junikäfer

Der herbstaktive Junikäfer

Junikäfer schlüpfen etwas später als Maikäfer und sind bis tief in den Herbst aktiv. Da sie noch gefräßiger wirken als ihre Artgenossen, werden sie von vielen Gärtnern noch eher als Schädlinge angesehen. Sie vergehen sich nicht nur an Bäumen und Sträuchern, sondern auch an den Wurzeln der Rasenflächen. Die Käfer sind nachtaktiv, was zur Folge hat, dass Sie bei einer Plage Ihre Rasenfläche mitunter schon nach kurzer Zeit gar nicht wieder erkennen. Durch das Wirken der Käfer wird dem Rasen die Existenzgrundlage genommen. Trotz optimaler Pflege kann er gelb und kahl wirken. Ein Garten, der von den Käfern heimgesucht wird, kann sehr trostlos wirken. Umso wichtiger ist es, den Junikäferlarven wirksam vorzubeugen. Dann ist ein Ausrotten nicht notwendig.

Wissenswertes über die Engerlinge

Die Larven schlüpfen aus den Eiern, die in der Erde abgelegt wurden, und können sich sprunghaft vermehren. Die Engerlinge leben mehrere Jahre in der Erde. Sie sind äußerst empfindlich gegen UV-Strahlung. Dieses Wissen können Sie sich für das Vertreiben der Larven zu Nutze machen.

Bereits die Engerlinge können Rasenflächen und Blumen einen immensen Schaden zufügen. Wenn sie sich von den Wurzeln ernähren, stirbt der Rasen mitunter großflächig ab, ohne dass Sie wissen, warum. Wenn Sie in Ihrem Garten einmal von den Schäden betroffen waren, die Engerlinge anrichten können, ist es sinnvoll, wenn Sie die Käfer wirksam bekämpfen. Sie wissen nie, wie viele der Käfer sich noch in der Erde befinden und Ihren frischen Rasen oder die Bepflanzungen zerstören. Obwohl weder die Käfer noch die Engerlinge als gefährlich eingestuft werden, gehören sie zu den erklärten Feinden Ihrer Pflanzen.

Larven und Engerlinge bekämpfen

Das Bekämpfen der Käfer erfordert eine gute Planung und ein wenig Wissen über die Entwicklungsstufen der Insekten. Ist die Plage erst einmal ausgebrochen, macht es keinen Sinn, die Käfer zu töten. Vielmehr sollten Sie darauf achten, dass sie sich gar nicht erst entwickeln können. Die Hausmittel zielen auf die Vernichtung der Engerlinge ab. Sie sind nicht gefährlich und größtenteils einfach zu beschaffen. Wenn Sie es schaffen, die Engerlinge an ihrer weiteren Entwicklung zu hindern, hatten Ihre Maßnahmen den gewünschten Erfolg.

Beachten Sie jedoch, dass sich die Käfer in jedem Jahr neu entwickeln können, denn Sie wissen nicht mit genauer Sicherheit, wie viele der Engerlinge wirklich im Boden Ihres Gartens leben. Wenn in Ihrer Region feuchter und lehmiger Boden vorherrscht, sind Sie eher von einer Maikäferplage betroffen als in Gegenden mit eher trockenem Sandboden. Dort fühlen die sich Larven nicht wohl, es fehlt ihnen das feuchte Milieu und sie sterben ab, bevor sie sich zu einem Käfer entwickeln konnten.

Hausmittel

Haben Sie zum Schutz Ihres Gartens beschlossen, den Käfern den Kampf anzusagen, sollten Sie auf Hausmittel zurückgreifen, mit denen die Larven auf natürliche Weise bekämpft werden können. Sie brauchen bei der Wahl der Hausmittel keine Unterschiedene zwischen der der Larve des Maikäfers und des Junikäfers zu machen. Beide reagieren auf die Hausmittel in gleicher Weise und Sie werden in den meisten Fällen mit den Maßnahmen Erfolg haben.

Für die Entwicklung zum Käfer benötigen die Larven Feuchtigkeit. Achten Sie deshalb darauf, dass der Boden im Frühling und Sommer für einige Zeit austrocknet. Finden Sie die Balance zwischen der Bekämpfung der Käfer und der optimalen Versorgung Ihrer Pflanzen. In trockener Erde fühlt sich die Larve der Käfer nicht wohl und stirbt ab. Dies gilt für beide Käferarten, es gibt keine Unterschiede.

Weitere empfehlenswerte Hausmittel sind:

  • Boden fräsen oder mit zinkhaltigem Kultivator bearbeiten
  • Aufstellen von Duftstoffen, die Käfer und Larven anlocken
  • Pilze als Parasiten zum Schutz des Rasens auspflanzen

Das Fräsen des Bodens unterstützt die Austrocknung der Larven. Zusätzlich gelangen sie an die Oberfläche und sterben durch den fehlenden Schutz der UV-Strahlung ab.

Fressfeinde als natürliche Lösung

Engerlinge dienen als Nahrung für die so genannten Fressfeinde. Sie vertilgen die im Boden lebenden Larven und beugen der Käferplage gezielt vor. Allerdings ist es vor allem in kleineren Gärten gar nicht so einfach, Fressfeinde anzusiedeln, die für die Engerlinge eine Gefahr darstellen. Sie müssen Katzen, Vögel, Fledermäuse und Spitzmäuse in Ihren Garten locken. Dafür bieten sich verschiedene Maßnahmen an.

  • Katzenfutter oder Milch im Garten aufstellen
  • Vogelhaus installieren
  • Fledermäuse mit speziellen Kästen anlocken

Vogelhaus

Wenn es Ihnen gelingt, einige der Tiere in Ihrem Garten heimisch werden zu lassen, können Sie einen sehr wirksamen Schutz vor Maikäfern und Junikäfern erreichen.

Von der Käferplage betroffen – was tun?

Mit einer echten Käferplage werden Sie höchstens zwei Mal in Ihrem Leben konfrontiert, denn sie kommt nur alle 30 bis 40 Jahre vor. In diesen Jahren finden die Käfer so optimale Bedingungen vor, dass sie sich in ihrem Lebensraum unter der Erde sprunghaft vermehren. In Scharen wandern sie im Frühling und Sommer an die Oberfläche und zerstören die Natur. Wenn Sie in einem solchen Jahr keine Maßnahmen gegen die Engerlinge ergriffen haben, wird es schwierig, die Pflanzen in Ihrem Garten zu schützen. Einige Möglichkeiten bleiben Ihnen dennoch:

  • Abdecken der Pflanzen und von großen Teilen des Gartens
  • Planen oder engmaschige Netze verwenden
  • Boden möglichst trocken halten

Das Auslegen von Planen und Netzen ist aufwändig, aber Sie erreichen mit dieser Maßnahme, dass die Käfer die Pflanzen nicht zerstören können. Wenn sich Käfer unter den Abdeckungen befinden, wird das Fliegen unmöglich. Auch das Begatten der Eier funktioniert nicht, womit Sie gleichzeitig Vorsorge für das kommende Jahr betrieben haben.

Maikäfer

Weitere Maßnahmen sind ebenfalls empfehlenswert:

  • Abdecken des kompletten Rasens in den Abendstunden
  • Pflanzen an trockenen Tagen punktuell gießen

Auf diese Weise nehmen Sie den Käfern ihren Lebensraum, ohne sie zu vernichten, und schützen ihren Garten vor den Schädlingen, die für Ihre Pflanzen sehr gefährlich sind.

Chemische Mittel in jedem Fall vermeiden

Immer wieder steht die Frage im Raum, ob chemische Mittel nicht das Maß aller Dinge sind, wenn es um die Bekämpfung von Schädlingen geht. Sie sollten unbedingt darauf verzichten, wenn Sie Ihren Garten als natürlichen Lebensraum erhalten möchten. Da die Engerlinge unter der Erde leben und häufig große Teile des Gartens bevölkern, müssten Sie die Chemie überall anwenden. Sie gelangt in den Boden und kann für längere Zeit nicht abgebaut werden. Ihre Pflanzen können Schaden nehmen, und für Sie selbst, vor allem aber für kleine Kinder und ältere Menschen, die bereits mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, kann eine unmittelbare Gefährdung entstehen. Ein chemisches Mittel, das die Engerlinge wirksam vertreibt, muss tief in den Boden eindringen. Dort kann es sicher für einige Jahre die Schädlinge vertreiben. In dieser Zeit haben Sie ihren Garten jedoch mit der chemischen Keule verseucht und keinen wirklichen Nutzen daraus gezogen.

Schöner Garten

Vertrauen Sie auf die Wirkung der Hausmittel, auch wenn sie eines höheren Aufwandes bedürfen, und setzen Sie diese gezielt ein. Dann wird sich der Erfolg bei der Bekämpfung der Junikäferlarven und der Larven des Maikäfers ganz gezielt einstellen, ohne dass sie Chemie in Ihrem Garten versprühen müssen.

Nicht gefährlich, aber Feind für den Gärtner

Versierte Gärtner stellen fest, dass sie in nahezu jedem Jahr mit den Engerlingen des Mai- und Junikäfers zu kämpfen haben. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sie in einer Region leben, in der ein sehr feuchter und nährstoffreicher Boden vorherrscht. Dort finden die Käfer besonders gute Grundlagen, um sich zu entwickeln. Wenn Sie versuchen, diese optimalen Bedingungen in Ihrem Garten für die Engerlinge gezielt zu verschlechtern, haben Sie die Larven auf eine ganz natürliche Weise bekämpft. Oftmals ist dies jedoch nicht so einfach, denn die Larven sind zäh und an die widrigen Lebensbedingungen unter der Erde angepasst. Aus diesem Grund brauchen Sie viel Geduld und Kenntnis über das eine oder andere Hausmittel, mit denen Sie die Engerlinge vertreiben können.

Die Kosten für die Hausmittel sind kaum erwähnenswert, denn oftmals sind sie vorrätig oder können preiswert beschafft werden. Nennenswert ist der Aufwand, den Sie betreiben müssen, um die Käfer loszuwerden. Diesen Aufwand müssen Sie in jedem Jahr wiederholen, wenn Sie einen nennenswerten Erfolg bei der Bekämpfung der Engerlinge erzielen möchten.

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