Madonnenlilie

Die Madonnenlilie gilt aufgrund ihrer reinweißen und gleichwohl anmutig geformten Trichterblüten von alters her als Sinnbild der Unschuld und Reinheit. Darüber hinaus ist sie die älteste Zierpflanze dieser Art, die schon bei den Römern und Griechen beliebt war. Hobbygärtner pflanzen die edle Lilie als Highlight in Staudenbeete oder Kübel. Lesen Sie mehr über Pflege und Vermehrung dieser Blumenschönheit.

Nicht nur wegen ihrer Optik ist die Madonnenlilie (botanisch: Lilium candidum) eine beliebte Zierpflanze der Hobbygärtner, auch wegen dem sanften, pudrigen und dennoch betörenden Duft ihrer Blüten wird sie gern als Schnittblume verwendet. Früher wurde sie in Bauern- und Klostergärten angebaut und galt als Symbol der Unschuld und der Jungfrau Maria. An einem geschützten Standort oder bei Kultur im Kübel kann sie ein beachtliches Alter erreichen. Die ausdauernde Zwiebelpflanze ist recht einfach zu kultivieren und wird gern durch sogenannte Brutzwiebeln vermehrt.

Kurzer Steckbrief:

  • ausdauernde Zwiebelpflanze, die aus dem östlichen Mittelmeerraum stammt
  • reinweiße, trichterförmige, betörend duftende Blüten mit gelben Staubgefäßen
  • Blüten zu mehreren (max. 20) in einer Traube angeordnet
  • Blütezeit Juni bis Juli
  • Verwendung als Schnittblume
  • Blüten bis zu 2 Wochen in der Vase haltbar
  • maximale Wuchshöhe ca. 130 cm
  • glatter, starker und leicht violetter Stängel, der sich zum Ende hin grüner färbt
  • spiralförmig angeordnete, glänzende, unbehaarte und leicht lanzettlich geformte Blätter
  • 7 bis 9 cm große Zwiebeln
  • Ausbildung einer bodenständigen Rosette im Herbst

Standort

Die Madonnenlilie mag einen vollsonnigen, warmen und geschützten Standort, an dem sie über viele Jahre stehen kann. Einen halbschattigen Platz toleriert sie, aber bringt dort nicht so viele Blüten hervor. Der Boden am Standort sollte vor Austrocknung geschützt sein. Schatten, Zugluft, Regen und kalten Wind mag die Madonnenlilie überhaupt nicht. Kombiniert mit hohen Stauden und Gräsern, die denselben Anspruch an den Standort und Boden haben, gedeihen die hübschen Zwiebelgewächse am besten – idealerweise vor einer Hecke oder Hauswand.

Standort
Bevorzugt sonnigen Standort

Lilium candidum können Sie auch im Kübel und Topf kultivieren – mit denselben Standortansprüchen wie die im Freiland. Im Winter sollten sie dann jedoch mit einem frostsicheren Schutz versehen oder ins Haus geholt werden.

Boden

Die edle Pflanzenschönheit benötigt einen kalkhaltigen, gut durchlässigen und eher trockenen Boden, der aber nie austrocknen darf. Auch steinige Böden, die eine lockere Struktur aufweisen, werden gern von der Madonnenlilie angenommen. Eine Kombination aus trockener Gartenerde, Kompost, Rinderdung oder anderen organischen Dünger, der fast vollständig verrottet ist sowie etwas Kies, Sand oder Kalk eignet sich zum Beispiel sehr gut zur Verbesserung des bestehenden Bodens am ausgewählten Standort.

Achten Sie immer darauf, dass das Wasser im Gartenboden gut ablaufen kann. Notfalls legen Sie das Pflanzloch beim Auspflanzen mit einer geeigneten Drainage aus und geben obenauf erst das Pflanzsubstrat. Als Drainage eignet sich Kies oder selbst gesammelte Steinchen, die häufig parallel zum Unkrautjäten von den Gartenbeeten abgesammelt werden, wenn diese dort überhandnehmen.

Gießen

Die Madonnenlilie müssen Sie nur selten gießen, da sie gut mit Trockenheit auskommt. Ein zu trockener Boden wird aber nicht toleriert. Zum Gießen wird Regenwasser oder Teichwasser vorgezogen. Ebenso kann aber auch abgestandenes Leitungswasser verwendet werden. Staunässe ist stets zu vermeiden!

Rindenmulch
Rindenmulch schütz vorm Austrocknen

Geben Sie eine Mulchschicht auf das Pflanzsubstrat, um das Austrocknen des Gartenbodens zu verhindern. Der weitere Vorteil einer Mulchschicht ist, dass Sie weniger gießen müssen.

Düngen

Als organischer Dünger ist zum Beispiel gut verrotteter Rinderdung oder Kompost geeignet. Wird bei der Anpflanzung Gartenerde verwendet, die mit Kompost oder Dung versetzt ist, so muss erst im Folgejahr wieder gedüngt werden. Einmal jährlich, und zwar im Frühjahr, wird der Kompost oder Ringerdung gut in den Boden eingearbeitet. Das reicht als Dünger für das gesamte Jahr aus.

Sollten Sie Flüssigdünger aus dem Gartenfachmarkt einsetzen, so sollte dieser nicht zu viel Stickstoff enthalten. Düngen Sie nicht zu häufig und vor allem nicht im Herbst, da sonst die Pflanze weiter erblüht und somit bei ihrer Vorbereitung auf die Winterzeit gestört wird.

Schneiden

SchneidenWenn die Blüten der Madonnenlilie verwelkt sind, werden diese entfernt. Die Blätter werden jedoch erst im Herbst abgeschnitten, wenn sie vollständig vergilbt oder braun sind. In diesem Zustand hat die Zwiebel alle Kraft aus Stängel und Blätter aufgesogen und gespeichert, um im nächsten Frühjahr wieder kraftvoll auszutreiben. Ein zu vorzeitiges Abschneiden würde diesen Prozess verhindern. Schneiden Sie den Blütenstiel dicht über den Boden ab. Benutzen Sie nur saubere und scharfe Gartenscheren oder Messer, denn unsaubere Gartengeräte können eventuelle Krankheitserreger von einer Madonnenlilie zur anderen tragen. Sind alle Stängel abgeschnitten, können Sie mit dem Auflegen des Winterschutzes beginnen.

Überwintern

Madonnenlilien müssen in rauen Lagen im Winter gut geschützt werden. Dazu werden die Blattrosetten mit einer dicken Schicht Laub, Tannenreisig oder Stroh zugedeckt. Diese natürlichen Materialien schützen vor kaltem Wind, Frost sowie vor Staunässe. Lassen Sie Zwiebeln im Boden und versetzen Sie diese im Herbst nicht an eine andere Stelle. Madonnenlilien mögen keine Veränderungen, wenn sie einmal im Garten angewachsen sind und schon geblüht haben.

Vermehren

Madonnenlilien lassen sich sehr gut durch sogenannte Tochter- oder Brutzwiebeln vermehren. Eine Anzucht aus Samen oder Zwiebelschuppen ist ebenso möglich. Während die Vermehrung durch Tochterzwiebeln und Zwiebelschuppen sortenrein ist, bringt die Aussaat auch veränderte Formen hervor.

Blütenknospe
Blütenknospe

Vermehren durch Samen

  • nur von fruchtenden Sorten der Lilium candidum möglich (häufig eine dunkelstängelige Form)
  • 1 g Saatgut enthält ca. 200 Samenkörner
  • Auslese verschiedener Formen mit besonderen Eigenschaften wie Blütezeit und Größe möglich
  • Aussaat erfolgt meist im Frühjahr oder Herbst
  • bei Herbstaussaat im Haus bei 12° bis 15° C erfolgt das Aufgehen der Saat im zeitigen Frühling
  • durch Aussaat gewonnene Madonnenlilien blühen erst im dritten oder vierten Kulturjahr
  • erst ins Freie oder in den Kübel pflanzen bei einer Wuchshöhe von 20 cm
  • August bester Zeitpunkt zum Pflanzen

Vermehren durch Brutzwiebeln

Brutzwiebeln oder Tochterzwiebeln bilden sich erst nach drei bis vier Jahren an ein und demselben Standort aus. Die Zwiebeln von Madonnenlilien, die im Kübel gezüchtet werden, können Sie leichter ausgraben, als die von jenen, die im Staudenbeet wachsen. Im August ist der passende Zeitpunkt dafür. Wenn Sie sich die Zwiebeln genau ansehen, werden Sie die daran wachsenden Brutzwiebeln erkennen. Trennen Sie die kleinen Zwiebeln mit einem scharfen Messer vorsichtig ab und stecken diese in vorbereitetes Pflanzsubstrat. Zum Vermehren mittels Brutzwiebeln eignen sich kleine Holzkisten, Töpfe oder Schalen.

Vermehrung durch Zwiebelschuppen

  • Zwiebelschuppen mit einem kleinen Ansatz des Zwiebelbodens von der Zwiebel abtrennen
  • auf feuchten Sand legen
  • mit einer dünnen Schicht Torfmoos (auch Sphagnum oder Bleichmoos genannt) bedecken
  • nach einiger Zeit bilden sich Adventivknospen aus
  • erst nach einem weiteren Kulturjahr sind die Pflanzen blühfähig

Auspflanzen

Die Auspflanzung der jungen Zwiebeln wird im August vorgenommen, nachdem sie eine kleine Ruhepause bekommen haben. Setzen Sie die einzelnen Zwiebeln so in den mit verrotteten Dung oder Kompost aufbereiteten Gartenboden, dass die Zwiebelspitze ca. 5 cm unter der Erdoberfläche liegt. Je nach Stärke der Zwiebeln sollte der Pflanzabstand 30 bis 50 cm betragen. Angießen nicht vergessen! Bringen Sie anschließend eine Schicht Mulch auf, damit die Erde nicht austrocknet. Die neuen Blätter bilden sich im September aus. Eine reichliche Blattbildung im Herbst ist gut für die Blütenbildung im folgenden Frühjahr.

Madonnenlilie
Madonnenlilie

Die Madonnenlilie im Topf oder Kübel

Möchten Sie Madonnenlilien im Topf oder Kübel züchten, dann sollten Sie an eine ausreichende Drainage im Topf- oder Kübelboden denken, damit das überschüssige Wasser ablaufen kann. Ebenso ist in jedem Gefäß mindestens ein Abzugsloch notwendig. Legen Sie eine Tonscherbe auf das Loch bevor Sie das Gefäß mit einer Schicht Kies und Pflanzsubstrat auffüllen. Gießen Sie die Madonnenlilien im Kübel regelmäßig, aber vermeiden Sie Staunässe. Zum Überwintern setzen Sie die Kübel am besten in den Wintergarten oder einen hellen und kühlen Keller. Je kühler der Raum ist, umso weniger muss gegossen werden. Lilium candidum kann auch ganzjährig im Haus kultiviert werden. Dann blüht sie dementsprechend früher und benötigt im Winter keinen Schutz vor Frost.

Krankheiten und Schädlinge

Fäulnis der Zwiebeln bei zu viel Nässe im Boden und gefräßige Lilienkäfer an den oberirdischen Pflanzenteilen sind die am häufigsten auftretenden Krankheiten und Schädlinge. Einmal angefaulte Zwiebeln sind selten zu retten. Notfalls können Sie die Erde im Kübel austauschen, wenn Sie Ihre Madonnenlilien im Kübel ziehen.

Lilienkäfer

Lilienkäfer
Lilienkäfer

Für die Bekämpfung der sogenannten Lilienkäfer (Lilioceris lilii), die manchmal mit dem scharlachroten Feuerkäfer (Pyrochroa coccinena) verwechselt werden können, gibt es einige wirksame natürliche Methoden:

Absammeln
Das Absammeln der Lilienkäfer ist zwar anstrengend, aber eine sehr umweltverträgliche Methode. Anstrengend ist es deshalb, da sich die Käfer schnell von den Blättern hinab auf den Boden fallen lassen, sobald Gefahr droht. Fallen die Käfer dann nach unten, können Sie diese auf dem dunklen Gartenboden nicht mehr so einfach erkennen, aufgrund ihrer Tarnstellung, bei der sie Ihnen ihre schwarze Unterseite präsentieren. Wenn Sie vorsichtig eine weiße Folie oder ein Stück Stoff auf dem Boden unter den Lilien ausbreiten, sollte es Ihnen jedoch gelingen, die Käfer zu entdecken.

Abbrausen
Brausen Sie hin und wieder die Lilien mit dem Gartenschlauch ab, um die Larven an den Blattunterseiten abzuspülen. Sie sind noch gefräßiger als die ausgewachsenen Käfer. Sind die Larven erst einmal am Boden, finden Sie den Weg zurück nach oben auf die Pflanze nicht mehr. Ebenso hilft das Abbrausen beim Absammeln der Käfer. Sind die Käfer erst einmal nass, können Sie nicht mehr so schnell reagieren und sich zu Boden werfen. Ihnen wird das Absammeln dann leichter gelingen!

Gegenmaßnahmen
Mögliche Gegenmaßnahmen

Kaffeesatz, Algenkalk und Gesteinsmehl
Weitere Methoden sind zum Beispiel das Aufstreuen von Kaffeesatz, Gesteinsmehl oder Algenkalk auf den Gartenboden, in dem die Lilien wachsen, um den Larven und ausgewachsenen Käfern den Appetit auf Lilien zu verderben. Zusätzlich können Sie trockenen Kaffeesatz oder Gesteinsmehl auf die Blätter streuen.

Schnittlauch
Pflanzen Sie Schnittlauch, den die Käfer ebenso sehr mögen, um die Lilien herum. Das gibt eine gute Ablenkung von den Lilien und die Käfer und ihre Larven werden nicht mehr so oft oder vielleicht auch gar nicht mehr an den Lilien knabbern.

Vögel im Garten ansiedeln
Siedeln Sie Singvögel im Garten an. Fast alle europäischen Singvögel vertilgen Käfer. Undurchdringliche Hecken und Sträucher bieten den Tieren einen Platz zum Nisten. Zusätzlich können Sie Nistkästen aufhängen.

Häufig gestellte Fragen

Mit welchen Pflanzen kann ich Madonnenlilien kombinieren, damit sie am besten zur Geltung kommen?

Die weißen Blüten der Madonnenlilien wirken besonders kontrastreich mit blau oder rot blühenden Stauden. Zur Auflockerung der Staudenbeete eignen sich Ziergräser.

Pflanzenbeispiele, mit denen Sie die Madonnenlilien kombinieren können:

  • Lavendel
  • Zebragras
  • Salbei
  • blaue Skabiose
  • blauer Rittersporn
  • Eisenhut
  • roter Mohn
  • blaue Glockenblumen
  • Zierhirse
  • rote Pfingstrosen
  • Katzenminze
  • Perowskie
Pflanzbeispiele
Pflanzbeispiele

Die Zwiebeln meiner Madonnenlilien werden von Wühlmäusen gefressen. Wie kann ich die gefräßigen Mäuse mit natürlichen Mitteln bekämpfen?

Es gibt Pflanzen, deren Geruch für die Wühlmäuse unerträglich ist. Allerdings sollten die Pflanzen nicht einfach kreuz und quer ausgepflanzt werden. Eine gezielte Pflanzung ist hierbei das A und O. Setzen Sie die Pflanzen um die Madonnenlilien, von denen die Wühlmäuse ferngehalten werden sollen. Im Normalfall werden die Pflanzen aufgrund ihres Geruchs von den Wühlmäusen umgangen und damit Ihre Lilien geschützt.

Pflanzen, die Wühlmäuse nicht mögen:

  • Knoblauch
  • Kaiserkrone
  • Steinklee
  • Zwiebel
  • Holunder
  • Hundszunge
  • Ochsenzunge
  • Zypressenwolfsmilch
  • kreuzblättrige Wolfsmilch

Weiterführende Informationen finden Sie hier

Tipps für Schnellleser:

  • vollsonniger Standort
  • Halbschatten wird noch toleriert
  • kommt in einem gemischten Staudenbeet gut zur Geltung
  • kalkhaltiger, gut durchlässiger Gartenboden
  • Boden sollte niemals austrocknen
  • Mulchschicht aufbringen
  • Staunässe vermeiden
  • Kies oder groben Sand als Drainage in das Pflanzloch
  • Pflanzsubstrat mit verrottetem Kompost oder Rinderdung versetzen
  • Pflanzung in Töpfen und Kübeln möglich
  • stets verwelkte Blüten abschneiden
  • Pflanze bodennah abschneiden, sobald die Stängel und Blätter vergilbt sind
  • in rauen Lagen ist ein Winterschutz der Blattrosette notwendig
  • Tannenreisig, Laub oder Stroh als Winterschutz gut geeignet
  • Madonnenlilien im Kübel im Winter mit Vlies oder Sackleinen schützen
  • werden oft von Lilienkäfern befallen
  • mag kein Versetzen oder Umtopfen
  • Vermehrung durch Brutzwiebeln, Samen und Zwiebelschuppen möglich

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