Löcher in Glas bohren – so gelingt’s ohne Sprünge

Löcher in Glas bohren

Viele Heimwerker fürchten sich davor, in eine Glasscheibe ein Loch zu bohren. Doch mit dem richtigen Bohrer und einigen kleinen Kniffen lässt sich Glas ganz ohne Sprünge bohren. Wir zeigen hier die passenden Tricks, die verhindern, dass Ihr Glas beim Bohren zerbricht.

Der wichtigste Punkt, beim Bohren in eine Glasscheibe, ist die Glasauswahl. Sicherheitsglas oder Sekuritglas kann nur mit einem speziellen Bohrer und einer besonderen Bohrmaschine angebohrt werden. Daher sollten Sie als Heimwerker mit den normalen Werkzeugen nur einfache Glasscheiben selber bohren. Wie Sie ein Loch in eine Glasscheibe bohren können, zeigen wir hier in der Anleitung. Sie finden aber auch einen Kaufratgeber, der Ihnen zeigt, welches Werkzeug Sie wirklich benötigen beim Bohren von Glasscheiben.

Das benötigen Sie:

  • Bohrmaschine
  • Glasbohrer
  • Schraub- / Klemmzwinge
  • feste Lederhandschuhe
  • Schutzbrille
  • Wassersprühflasche
  • Glas
  • Holzplatten
  • Klebeband / Malerkrepp
  • Zollstock
  • Filzstift
  • altes Betttuch oder Ähnliches

Sicherheit geht vor

So vorsichtig Sie vielleicht auch arbeiten, bei der Bearbeitung von Glas kann immer etwas schiefgehen. Tragen Sie daher unbedingt eine Schutzbrille. Ein Splitter, der durch die Bohrmaschine angetrieben durch die Luft fliegt, sollte nicht Ihr Auge treffen können. Die zweite wichtige Vorsichtsmaßnahme sind feste hochwertige Lederhandschuhe. Leicht ist ein kleiner Grad an der Glasscheibe vorhanden, den Sie vielleicht gar nicht sehen. Beim Festhalten und Umsetzen der Glasplatte könnten Sie sich so erheblich verletzen.

Kosten und Preise beim Handwerker?

Wenn Sie die Glasscheibe ohnehin beim Glaser kaufen, können Sie ihn meistens auch gleich bitten, die entsprechenden Löcher für Sie zu bohren. Je nach Glaser und Kaufvolumen wird er eventuell nicht einmal etwas dafür berechnen. Fragen Sie aber vorsichtshalber, was er dafür verlangt.

Bohrer / Bohrmaschine – Preise

Ob der Preis des Glasers für das Bohren angemessen ist, ersehen Sie auch im Vergleich mit den Preisen der Glasbohrer. Günstige Sets mit einigen kleinen Glasbohrern erhalten Sie im Baumarkt bereits für unter zehn Euro. Wenn Sie größere Löcher in die Glasscheibe bohren müssen, eignet sich dafür ein Diamanthohlbohrer. Mit einem einfachen Glasbohrer können Sie Löcher bis zu zehn Millimeter Stärke bohren. Darüber hinaus ist ein Hohlbohrer mit Diamantkopf besser geeignet. Hier richten sich die Preise nach der Größe des Bohrers.
[Foto Diamanthohlbohrer]

  • 6 mm Diamant Bohrkrone – knapp 10 Euro
  • 17 mm Diamant Bohrkrone – etwa 12 Euro
  • 28 mm Diamant Bohrkrone – ab etwa 15 Euro

Allerdings sind auch hier, wie bei so vielen Werkzeugen, die Preise nach oben hin offen. Wollen Sie den Bohrer häufiger nutzen, sollten Sie nicht auf die günstigste oben beschriebene Qualität setzen. Mit einem hochwertigeren Bohrer können Sie längere Zeit immer wieder gut arbeiten, ohne die Scheibe zu ruinieren. Für kleine Löcher eignen sich auch Eisenbohrer, aber in der Regel wird der Eisenbohrer nur ein bis zwei Löcher schaffen. Im schlimmsten Fall versagt er mitten beim Bohren. Der Glasbohrer mit Diamantbohrkrone hingegen sorgt garantiert für ein sauber gebohrtes Loch.

Auf Qualität sollten Sie auch bei der Bohrmaschine achten. Vorteilhaft und wichtig für das Bohren von Glas ist eine verstellbare Geschwindigkeit. Die meisten besseren Bohrmaschinen bieten diese Funktion aber inzwischen. Bei einer Schlagbohrmaschine sollte natürlich zwingend die Schlagfunktion abgeschaltet werden.

Löcher in Glas bohren – alle Tricks und Tipps

Bevor Sie mit dem Glas hantieren, sollten Sie den Arbeitsplatz mit dem Handfeger reinigen und die Lederhandschuhe anziehen. Vor dem Bohren muss die Glasscheibe auch auf die richtige Größe geschnitten werden. Wurde das Loch schon gebohrt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Glasscheibe beim Schneiden bricht. Nach dem Schneiden sollten Sie die Kanten vorsichtig etwas anschleifen, wenn die Scheibe als Schranktür zum Beispiel dienen soll, damit Sie sich mit der Tür später nicht schneiden.

1. Untergrund vorbereiten

Nie war er so wichtig wie heute. Der Untergrund, auf dem Sie die Glasplatte bohren, entscheidet über das Gelingen der Aktion. Ideal ist eine MDF-Platte oder eine glatte Korkplatte. Testen Sie mit der Hand noch einmal, ob auch wirklich kein noch so kleiner Fremdkörper auf der Platte liegt, bevor Sie die Glasplatte auflegen. Zwischen die Holzplatte und das Glas können Sie ein altes Betttuch glatt auslegen, um jegliche Kratzer zu vermeiden. Achten Sie aber darauf, dass keine Falten oder Nähte unter der Glasscheibe sind.

Tipp: Viele empfehlen auch Gummimatten als Unterlage beim Glasbohren. Doch diese sind oft zu weich. Wenn Sie dann von oben einseitig Druck auf die Glasplatte und die Gummimatte ausüben, drückt das Gummi zu leicht ein und die Glasplatte wird brechen.

2.1. Klebeband als Schutz

Die spätere Bohrstelle sollte mit Malerkrepp oder einem Gewebeklebeband überklebt werden, das möglichst rau ist. So kann der Bohrer später nicht so leicht abrutschen. Ganz nebenbei lässt sich die Bohrstelle auf dem Klebeband viel besser anzeichnen. Messen Sie lieber zweimal, bevor Sie die Bohrstelle anzeichnen.

Löcher in Glas bohren

2.2. Holzplatten als Schutz

Große filigrane Glasscheiben bohren Sie besser zwischen zwei Holzplatten. Dazu legen Sie die Glasscheibe auf eine glatte saubere Holzplatte und legen zusätzlich oben noch eine zweite Holzplatte auf. Diese beiden Platten schützen Sie gegen ein Verrutschen mit zwei Klemmzwingen oder der guten alten Schraubzwinge. Drehen Sie die Schraubzwinge aber nur sehr vorsichtig zusammen, sie soll schließlich nur kurz in der Waagerechten halten.

Tipp: Besonders geeignet ist diese Variante, wenn Sie zum Beispiel eine größere Anzahl von Glastüren mit Löchern versehen müssen. Die Holzplatten können Sie dann wie eine Schablone jedes Mal für die nächste Glasscheibe wieder verwenden.

Die Löcher, die Sie bohren wollen, zeichnen Sie nun einfach auf der Holzplatte an. Oder aber Sie bohren die Löcher schon vorher in die Holzplatten, um eine perfekte Führung für Ihren Glasbohrer zu haben.

Tipp: Bei kratzempfindlichem Glas ist es auch hier wieder besser, eine kleine Lage von dünnem Stoff zwischen Holz und Glas einzulegen. Dabei muss aber immer darauf geachtet werden, dass keine Falten entstehen.

3. Bohren von Glas

Setzen Sie unbedingt vor dem Bohren die Schutzbrille auf. Der Bohrer muss fest in der Maschine eingespannt sein. Nichts ist schlimmer beim Bohren von Glas, als wenn sich Ihr Bohrer mittendrin selbstständig macht. Stellen Sie die Drehzahl der Bohrmaschine stark herunter und schalten Sie die Schlagfunktion bei einer Schlagbohrmaschine aus. Meist merken Sie beim Bohren, dass die Drehzahl doch zu gering ist. Sie sollten dennoch auch dann nicht gleich die höchste Stufe wählen, sondern die Drehzahl langsam nach und nach anpassen.

Löcher in Glas bohren

Tipp: Sie sollten beim Bohren mindestens einen Abstand von etwa zwei Zentimetern zum Rand der Scheibe einhalten. Bei sehr dünnem Glas ist sogar ein noch etwas größerer Abstand zu empfehlen. Vor allem, wenn Sie ein relativ großes Loch bohren müssen.

Halten Sie die Bohrmaschine exakt senkrecht. Auch beim Bohren darf die Maschine nicht versehentlich schräg gehalten werden. Wenn Sie haben, können Sie mit einem Bohrmaschinenhalter die besten Ergebnisse erzielen. Es lohnt sich jedoch nicht, extra einen Bohrmaschinenhalter anzuschaffen, da Sie dann auch wieder das Problem der Glasauflage neu lösen müssen. Wenn Sie beim Bohren merken, dass Bohrer und Glas heiß werden, sollten Sie etwas Wasser mit einer Sprühflasche aufsprühen oder im Zweifel einen Moment warten.

Tipp: Wenn Sie ein besonders vorsichtiger Heimwerker sind, können Sie zunächst ein ganz kleines Loch in Ihre Glasscheibe bohren. Dazu verwenden Sie einen drei Millimeter starken Bohrer. Dieses Loch dient dann als sogenanntes Pilotloch und verhindert das Ausbrechen von Glassplittern.

Tipps für Schnellleser

  • Glasbohrer und Bohrmaschine prüfen
  • Handschuhe und Augenschutz tragen
  • kein Sicherheitsglas selbst bohren
  • nie näher als zwei Zentimeter vom Rand bohren
  • Bohrstelle mit Klebeband schützen
  • Bohrstelle wahlweise mit dünnen Holzplatten schützen
  • Bohrung anzeichnen
  • Scheibe auf feste glatte Holzplatte legen
  • Bohrer fest einspannen
  • Drehzahl an Bohrmaschine reduzieren
  • Senkrecht in die Scheibe einbohren
  • Bohrer und Glas mit Wassersprühflasche kühlen
  • eventuell erst Pilotloch bohren

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