Lavendel ist eine Pflanze mit mindestens mediterraner oder noch wärmerer Heimat, das wichtigste am idealen Standort – egal ob Garten oder Balkon – ist deshalb eine geschützte, warme Lage und Sonne, Sonne, Sonne. Die sonstigen Ansprüche eines Lavendel sind eher leicht zu erfüllen.

Je kuschliger, wärmer und sonnenbeschienener der Standort ist, den Sie einem Lavendel zudenken, desto reichlicher und gehaltvoller an ätherischen Ölen (Duft, Aroma) wird die Blüte, desto eher kommt ein „fast winterharter“ Lavendel gut über den Winter. So sollte der Standort Ihres Lavendels insgesamt aussehen.

Der ideale Standort im Garten

Lavendel hat einige wenige, aber entschiedene Ansprüche, die Sie erfüllen sollten und mit recht wenig Aufwand erfüllen können:

  • Er braucht einen sonnigen Standort, in allen Ursprungsgebieten der Lavendel scheint die Sonne wesentlich länger als bei uns
  • Der Standort sollte auch gut geschützt liegen, im Windschatten einer Wand oder höherer Pflanzen
  • Kalten und starken Wind mag Lavendel nämlich gar nicht und im Winter erst recht nicht
  • Zu sehr eingewachsen darf ein Lavendel aber auch nicht stehen, weil er keine hohe Luftfeuchtigkeit mag
  • Aus dem gleichen Grund – Erhöhung der Feuchtigkeit – sollte Lavendel auch nicht gemulcht werden (vor allem nicht mit saurem Rindenmulch)
  • Perfekt wäre es, wenn die Sonne durch den Windschatten kaum abgehalten wird und laue Lüftchen schon mal vorbei kommen
Standort Lavendel
Ursprünglicher Standort
  • Lavendel wachsen in ihrer Heimat meist auf trockenen (bergigen) Böden, auch der Boden im Garten sollte schön durchlässig sein und ganz sicher keine Nässe stauen
  • Ein Standort auf einem im Sommer häufig recht trockenen Hügel wird gerne angenommen, mit Trockenphasen kommt Lavendel gut zurecht
  • Schwere bis mittelschwere Böden sollten durch Untermischen von Sand durchlässiger und magerer eingestellt werden
  • Zu viel Nährstoffe mag der Lavendel nämlich auch nicht, er ist eher karge Versorgung gewohnt
  • gleich noch ein wenig Kalk einmischen, Lavendel wachsen an liebsten in Böden mit pH-Werten von 6,5 – 8,3
  • Eine Ausnahme ist der Lavandula stoechas (Schopflavendel), der nur kalkfreie bis leicht saure Böden verträgt

Reichlich kompliziert? Vielleicht, aber bei der Abwägung möglicher Standorte lernen Sie Ihren Garten wieder ein Stück besser kennen. Außerdem lohnt es sich, wenn ein Lavendel sich richtig wohlfühlt, kann er Jahrzehnte alt werden. Wenn der erste Standort nicht gut war: Lavendel im Garten kann umgepflanzt werden, auch als ältere Pflanze.

Hinweis: Lavendel ist kein Nachbar für Moorbeetpflanzen wie manche Rhododendren, weil die in sauren Böden wachsen.

Außerdem ist Lavendel nur bedingt ein Nachbar für Rosen, obwohl die Partnerschaft „Lavendel und Rosen“ so häufig beschworen wird: Rosen vertragen zwar ähnliche Boden-pH-Werte (5,5-7), brauchen aber wesentlich mehr Nährstoffe für ihre üppige Blüte als der genügsame Lavendel. Deshalb sollte Lavendel nie zwischen Rosen (und nie in einen Kübel mit Rosen) gepflanzt werden, sondern allenfalls außen im Beet, um sie herum. Die Rosen bekommen dann im Frühjahr Kompost in gehörigem Abstand zum Lavendel, nur so funktioniert diese Nachbarschaft.

Der ideale Standort auf dem Balkon

Auf dem Balkon stellt ein Lavendel natürlich auch keine anderen Ansprüche als ein Lavendel im Garten. Wenn Ihr Balkon die richtige Lage hat, können Sie diese Ansprüche aber noch ein wenig leichter erfüllen:

Lavendel-Standort2

  • In eng besiedelten Bereichen ist das Klima merkbar milder als in der freien Landschaft im Umland
  • Von denkenden Architekten entworfene Häuser werden einen guten Teil des Tages von der Sonne bestrahlt, wie auch der Balkon vor dem Haus
  • Wenn sich auf einem solchen Balkon ein geschützter Sonnenplatz an einer warmen Wand findet, ist das Premiumlage für einen Lavendel
  • In Deutschland verträgt Lavendel übrigens jede Sonne, auch die pralle Mittagssonne
  • Der Kübel muss groß genug sein, Wurzel + ein paar Zentimeter nach den Seiten und nach unten
  • Wenn Sie einen Lavendel im Topf kaufen, sollte der auch schnell in diesen Kübel umgetopft werden
  • Meist stehen diese Pflanzen nicht im besten Substrat, oft ist mehr Wurzelwerk als Erde im Topf
  • Als Boden bekommt er Gartenerde, notfalls Blumenerde mit feinem Sand/Kies in den Kübel, gerne mit ein wenig Kalk
  • Wichtig ist eine funktionierende Drainageschicht im Kübel, mit durch Tonscherbe oder größere Kieselsteine geschütztem Abzugsloch
  • So kann überschüssiges Gießwasser immer ablaufen, trotzdem sollte Lavendel eher sparsam gegossen werden, die Erde darf nur nicht komplett austrocknen
  • Das war’s, im Frühjahr nach dem Schnitt ein wenig organischen Dünger, mulchen mit weißem Sand soll die Blütenfülle steigern
  • Lavendel im Kübel wird umgetopft, wenn es im alten Topf zu „eng“ wird, ggf. unter Beschnitt der Wurzelspitzen, in den nächstgrößeren Kübel

Ansonsten brauchen Sie Ihren Lavendel nur noch genug schneiden, damit er nicht verholzt, ihm im Winter Schutz und an frostfreien Tagen etwas Wasser geben und ihn bei zu starken Frösten sogar ins Haus holen.

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