Wir liegen durchschnittlich ein Drittel unseres Lebens im Bett und dabei größtenteils auf einem Lattenrost, welcher dem Körper einen Widerstand bietet. Doch da alle Menschen einen unterschiedlichen Körperbau besitzen und spezielle anatomische Eigenschaften haben, ist eine Anpassung des Lattenrostes wichtig. Wir geben einen Überblick darüber, in welchen Situationen welche Einstellungen gewählt werden müssen, damit Rückenschmerzen vermieden werden.

Ein gesunder Schlaf ist wichtig für Körper und Seele. Doch der Schlaf kann unseren Körper auch krank machen, was der Fall ist, wenn wir Nacht für Nacht eine falsche Schlafposition einnehmen. Dies liegt häufig an einem schwachen oder falsch eingestellten Lattenrost und lässt sich sehr einfach beheben. Sollte der Rost dem Rücken keine richtige Unterstützung geben, hängt dieser durch oder verformt sich. Eine dauerhafte Fehlstellung der Wirbelsäule und Rückenschmerzen sind die Folge, was letztendlich Auswirkungen auf Nacken, Hüfte und Knie haben kann. Der ganze Körper leidet unter einem schlechten Rost, obwohl das Einstellen mit ein wenig Hintergrundwissen leicht zu bewerkstelligen ist.

Anforderungen an einen Lattenrost

Lattenrost-1Zuerst geben wir einen kurzen Überblick darüber, was einen guten Lattenrost ausmacht. Hier ist in erster Linie darauf zu achten, dass dieser Einstellmöglichkeiten besitzt. Schieber sollten auf jeden Fall vorhanden sein, um auf unterschiedliche Gewichte reagieren zu können. Die Kappen und Schieber bestehen im besten Fall aus Kautschuk, da Kunststoff unelastisch ist und porös werden kann. Außerdem sollte der Rost aus mindestens 28 Leisten bestehen, die einen Abstand von 3-4 cm nicht überschreiten dürfen, da ansonsten die Matratze durchhängt und ihre rückenfreundlichen Eigenschaften verliert. Ebenfalls sollte ein Blick auf die Wölbung der Latten geworfen werden. Diese müssen in einer Linie stehen und dürfen nicht durchhängen. Grundsätzlich wird empfohlen, nach zehn Jahren den Rost komplett auszutauschen, damit die Gesundheitsfunktionen erhalten bleiben. Das erneute Einstellen der Schieber sollte noch häufiger erfolgen. Für die Gemütlichkeit dienen verstellbare Bereiche innerhalb des Lattenrostes. Ein erhöhtes Kopfteil hilft bei Atembeschwerden, in einer aufrichten Sitzposition kann Fernsehen geschaut werden und durch eine Erhöhung im Fußbereich wird der Kreislauf in Schwung gebracht. Alle diese Funktionen sind jedoch Extras, die mit dem Schlafverhalten nichts zu tun haben.

Tipp: Um die Stabilität der einzelnen Latten zu überprüfen, kann ein Besenstiel auf die Mitte des Lattenrostes gelegt werden. Hierbei dürfen die einzelnen Latten nicht zu weit vom Stiel entfernt sein. Hängen einzelne Latten durch, ist es Zeit, den Rost auszutauschen.

Nachrüsten von Schiebern

EinkaufstascheSchieber sind absolut notwendig, damit der Lattenrost auf das jeweilige Körpergewicht und die Schlafeigenschaften des Besitzers eingestellt werden kann. Sollte festgestellt werden, dass der zu verstellende Rost gar keine Härteschieber besitzt, muss nicht gleich ein neuer Rost gekauft werden. Für kleines Geld können Schieber nachgekauft werden, welche wie bereits erwähnt aus Kautschuk bestehen sollten. Diese günstige Investition ist ganz klar zu empfehlen, damit der notwendige Schlafkomfort wieder erreicht werden kann. Die gekauften Schieber werden einfach seitlich auf die Latten geschoben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Latten einen Schieber bekommen, die zwischen den Bereichen Schulter und Hüfte liegen. Außerdem muss jede Latte mit zwei Schiebern von jeder Seite versorgt werden, da ansonsten eine Schräglage entsteht. Ein Nachrüsten ist aber nicht nur dann sinnvoll, wenn keine Schieber vorhanden sind, sondern auch in solchen Fällen, wenn der Lattenrost einige Jahre alt ist und die Schieber brechen oder porös werden. Beim Kauf ist unbedingt auf die richtige Größe zu achten. Folgende Standardmaße können zur Auswahl stehen:

  • Breite: 26 mm; Höhe: 17 mm; Länge/Tiefe: 32 mm
  • Breite: 35 mm; Höhe: 17 mm; Länge/Tiefe: 35 mm
  • Breite: 51 mm; Höhe: 17 mm; Länge/Tiefe: 40 mm

Tipp: Vor dem Nachrüsten eventuell noch vorhandene alte Lattenroste nach passenden Schiebern durchsuchen, damit der Kauf gespart werden kann.

Der eigene Körper im Fokus

Bevor der Lattenrost nun eingestellt werden kann, muss sich der Schlafende analysieren, um sich vor Rückenschmerzen zu schützen. Zum einen hinsichtlich des Körperbaus und zum anderen auf seine Schlafeigenschaften. Der Körperbau ist innerhalb weniger Sekunden festzuhalten. Zuerst muss ein Gang auf die Waage gemacht werden, um das aktuelle Gewicht festzustellen. Hiernach wird dann später der Härtegrad festgelegt, weshalb der beliebte Vorgang des „Schönredens“ vom eigenen Gewicht unbedingt unterlassen werden sollte.

Ein zweiter Blick geht nach dem Wiegen auf die eigenen Körpermerkmale. Die Gewichtszonen müssen klar definiert werden. Sitzen die schweren Fett- und Muskelmassen eher auf der Hüfte, oder ist der Oberkörper stark trainiert? Diese Details werden beim Einstellen der Schieber im Nachgang benötigt.

Der zweite große Analysebereich ist die Schlafeigenschaft des Probanden. Rückenschläfer, Seitenschläfer oder Bauchschläfer? Die Schlafposition muss über einen längeren Zeitraum erforscht werden. Am Ende muss klar sein, ob der Schlafende eher auf dem Rücken, dem Bauch oder auf der Seite liegt. Da eine Selbstanalyse im Schlafen schwierig ist, kann ein Tagebuch helfen. Hier wird nach jedem Aufwachen, sei es am Morgen oder in der Nacht, ein Eintrag gemacht, in welcher Position das Aufwachen erfolgte. Über einen längeren Zeitraum lässt sich so klar feststellen, wie die Schlafposition ausfällt und wonach der Lattenrost ausgerichtet werden muss.

Tipp: Für eine sachliche Einschätzung des eigenen Körperbaus sollte eine weitere Person herangezogen werden, die klar sagen kann, wo die Gewichtszonen am Körper liegen. Außerdem ist eine weitere Person hilfreich dabei zu entscheiden, ob man Seitenschläfer, Rückenschläfer oder Bauchschläfer ist.

Das Einstellen der Schieber

Ist die Analyse abgeschlossen, können die Schieber auf den Körper und die Schlafposition eingestellt werden. Hierzu muss natürlich zuerst der Lattenrost freigelegt werden, indem Bettdecke, Kopfkissen und Matratze entfernt werden. Anschließend können die gewonnenen Kenntnisse mit den Härteschiebern eingestellt werden. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass weit auseinander stehende Schieber einen härteren Rost erzeugen, wodurch leichte Körperteile unterstützt werden. Lattenrost-Einstellungen

Bei einem hohen Körpergewicht müssen die Schieber daher besonders weit auseinander stehen, um ein Durchhängen zu vermeiden. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Schieber an den Latten beginnen, wo die Schulter erstmals aufliegt. In den meisten Fällen ist hier ein geringeres Gewicht zu erwarten, sodass die Schieber weiter auseinander stehen als an der Stelle, wo Hüfte und Gesäß liegen. Daher sind bei einem normalen Körperbau die Schieber in V-Form anzubauen. Ein geringer Widerstand an den leichten Körperteilen und ein härterer Widerstand an den schweren Körperteilen, sodass letztendlich der Körper in einer geraden Linie liegt und Rückenschmerzen gar nicht erst entstehen können.Latterost-V

Die Unterstützung sollte an den Latten enden, wo die Oberschenkel beginnen, da die Beine leichter sind und keine gesonderte Unterstützung benötigen. Bleibt anzumerken, dass Personen mit einem hohen Gewicht im Schulterbereich die V-Form nicht ganz befolgen sollten, damit auch die Schultern auf einen ausreichenden Widerstand treffen.

Tipp: Schlafposition einnehmen und von einer anderen Person zwischen Körper und Matratze greifen lassen, um Lufträume zu entdecken, die durch Änderung an den Schiebern ausgebessert werden können.

Rücksicht auf Schlafpositionen

Wie bereits erwähnt, müssen die unterschiedlichen Schlafpositionen beim Einstellen des Lattenrostes berücksichtigt werden. Seitenschläfer und Bauchschläfer können hier in einer Kategorie genannt werden, da beide wenig Härte im Beckenbereich benötigen. Seitenschläfer liegen mit dem Gewicht der Hüfte auf einem bestimmten Punkt im Bett, sodass sie hier stark einsacken, was zu begrüßen ist, da beim seitlichen Schlaf die Wirbelsäule hierdurch gerade bleibt. Für Bauchschläfer ist es ebenfalls wichtig, mit dem Becken tiefer einzusinken, da die Wirbelsäule bei einem erhöhten Becken nach oben abknickt, was auf jeden Fall zu vermeiden ist. Die meisten Menschen sind jedoch Rückenschläfer. Für diese Gruppierung gilt es, den Lattenrost hart einzustellen. Beim Rückenschläfer wird die natürlichste Körperposition eingenommen, sodass nicht viel nachgeholfen werden muss und ein gerades Liegen automatisch erfolgt. Rückenschläfer haben somit im Normalfall weniger Probleme mit Rückenschmerzen als Seitenschläfer oder Bauchschläfer.

Tipp: Die Schlafposition häufiger überprüfen, da sich das Schlafverhalten ändern kann

Hilfreiche Tipps für Schnellleser:

  • Weicher/alter Rost ruft Rückenschmerzen hervor
  • Wirbelsäule nimmt Verformung an
  • Schieber in V-Form
  • Schulterbereich weit auseinander
  • Zur Hüfte hin enger werden
  • Schieber bei höherem Gewicht weiter auseinander
  • Schulter und Becken müssen gestützt sein
  • Schieber sind nachrüstbar
  • Rost alle 10 Jahre erneuern
  • Bauchschläfer mit wenig Unterstützung im Becken
  • Seitenschläfer mit wenig Unterstützung im Becken
  • Rückenschläfer brauchen Unterstützung im Becken
  • Fachhändler um optimales Einstellen bitten

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