Wer seine Origami-Künste vertiefen beziehungsweise erweitern will, übt sich am besten im Kusudama. Dabei verbinden Sie eine Vielzahl gleich gefalteter Origami-Elemente zu einem großen Ganzen – entweder die Einzelteile ineinandersteckend oder indem Sie sie miteinander verkleben. Unsere bebilderte Anleitung erleichtert Ihnen den Einstieg ins Kusudama-Origami und beschert Ihnen zauberhafte Objekte mit Glücksbringerpotenzial!

Origami ist die japanische Faltkunst, die mit nichts als zumeist quadratischem Papier und den Händen des Gestalters wunderbare Objekte hervorbringt. In diesem Sinne lässt sich Kusudama-Origami als Erweiterung des klassischen Origami definieren. Es handelt sich um sogenanntes modulares Origami, das manchmal auch Tangrami genannt wird. Die durch diese komplexe Bastelei entstehenden Kusudamas sind in ihrer asiatischen Heimat kleine Mitbringsel oder Gastgeschenke. Man hängt sie in Wohnungen auf, um böse Geister zu vertreiben. Zudem sollen die hübschen Gebilde Glück bringen. Übersetzt bedeutet der japanische Begriff Kusudama übrigens „Medizinball“ (kusuri = Medizin, tama = Ball). Jedes Kusudama besteht aus mehreren gleich geformten Papierquadraten. Die meisten Varianten werden gesteckt, manche allerdings auch geklebt oder zusammengenäht.

Mit unserer Faltanleitung für das Kusudama erfahren Sie detailliert, wie Sie selbst solch ein Origami Kunstwerk kreieren können. Auf jeden Fall benötigen Sie ein bisschen Zeit, denn mit 32 Elementen ist diese Bastelei eine recht aufwendige Angelegenheit, aber es lohnt sich. Viel Spaß!

Anleitung für Kusudama Blütenkugel

Das brauchen Sie:

  • 32 Bogen quadratisches Origami-Papier
  • Falzbein
  • Lochzange
  • Schere
  • Nadel und Faden
  • Band zum Aufhängen

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So gehen Sie vor:

1. Schritt: Nehmen Sie einen Bogen quadratisches Papier zur Hand und falten Sie die linke obere Papierecke zur rechten unteren Papierecke. Machen Sie einem Falz und klappen Sie das Papier anschließend wieder auf.

Hinweis: Die gemusterte Seite sollte nach der ersten Falz innen liegen.

2. Schritt: Dann die rechte obere Papierecke zur linken unteren Papierecke falten. Also wie in Schritt 1 das Papier einfach diagonal zusammenklappen.

3. Schritt: Wenden Sie den Bogen. Falten Sie die obere Papierkante zur unteren Papierkante.

4. Schritt: Dann wird die rechte Papierkante zur linken Papierkante gefaltet. Machen Sie wiederum einen Falz und lassen Sie das Papier zusammengeklappt.

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5. Schritt: An dieser Stelle wird es etwas knifflig: Führen Sie die äußeren Spitzen des zusammengefalteten Papiers mittig zusammen. Legen Sie die hintere Spitze nach rechts und die vordere Spitze nach links. Nun haben Sie ein mehrschichtiges kleines Quadrat gefaltet.

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6. Schritt: Nehmen Sie eine Lage des Quadrates nach oben, öffnen Sie sie und streichen Sie sie glatt.

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7. Schritt: Wenden Sie das Ganze und wiederholen Sie Schritt 6 auf der anderen Seite.

8. Schritt: Falten Sie eine kleine Lage nach links – als würden Sie eine Seite in einem Buch umblättern.

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9. Schritt: Drehen Sie das Konstrukt wieder um und wiederholen Sie Schritt 8 mit der kleinen Lage auf der anderen Seite.

10. Schritt: Genauso wie ab Schritt 6 verfahren Sie nun mit den beiden übrigen großen Lagen: Öffnen und glattstreichen, dann das Papier wenden. Wieder öffnen und glattstreichen. Nun sieht das Gebilde wie ein Drachen aus.

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11. Schritt: Legen Sie auf beiden Seiten die Lagen so um, dass jeweils nur noch die gemusterte Seite zu sehen ist.

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12. Schritt: Falten Sie nun links und rechts die beiden kurzen Kanten zur Mittellinie.

13. Schritt: Knicken Sie den mittleren Dorn nach unten.

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14. Schritt: Wenden Sie das Objekt und führen Sie noch einmal die Schritte 12 und 13 durch.

15. Schritt: Legen Sie die beiden rechten Lagen um.

16. Schritt: Wenden Sie Ihr bisheriges Werk noch einmal und legen Sie wiederum die beiden rechten Lagen um.

17. Schritt: Falten Sie erneut auf beiden Seiten die kurzen Kanten zur Mittellinie und knicken Sie jeweils den entstehenden mittleren Dorn nach unten. Haben Sie alles richtig gemacht, haben Sie alle Schritte an allen vier Ecken gleich ausgeführt und vor Ihnen liegt so eine Raute:

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18. Schritt: Einmal tief durchatmen und dann das gesamte Werk vorsichtig wieder komplett auffalten.

19. Schritt: Wenden Sie das Blatt, sodass Sie die gemusterte Seite sehen. Drücken Sie den Mittelpunkt nach unten. Das Papier sollte sich nun umstülpen.

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20. Schritt: Nehmen Sie sich die Spitze über einer der vier langen Falzkanten und legen Sie die Lagen links und rechts davon darauf (also auf die Spitze). Halten Sie alles gut fest und machen Sie dasselbe mit den kleinen Lagen im inneren Bereich. Falten Sie zusätzlich die Spitzen nach unten. Am besten orientieren Sie sich an unseren Bildern. Allein durch Worte ist dieser Schritt nur sehr schwer zu verstehen.

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21. Schritt: Legen Sie die danebenliegende Lage und alles, was Sie in Schritt 20 gefaltet haben, an die nächste lange Falzkante. Innen wiederholen und die Spitze nach unten klappen.

22. Schritt: Wiederholen Sie Schritt 21 mit der nächsten Lage.

23. Schritt: Nun ist nur noch eine Spitze übriggeblieben. Um diese zu falten, müssen Sie Ihre fast fertige Blüte auffächern. Halten Sie die beiden Seiten fest und falten Sie die letzten Elemente wie gehabt nach innen.

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24. Schritt: Für die Blütenkugel benötigen Sie 32 dieser Blüten. Wiederholen Sie also das gesamte Prozedere noch 31 Mal.

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25. Schritt: Lochen Sie 30 der 32 fertigen Blüten jeweils an der Spitze.

Tipp: Um die Lochzange zu schonen, legen Sie sich am besten noch ein Stück Papier zwischen Blütenspitze und Lochzange.

26. Schritt: Beim 31. und 32. Element schneiden Sie die kleine Spitze mit einer Schere ab.

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27. Schritt: Fügen Sie 30 der gelochten Blüten zu vier Ringen zusammen. Dazu fädeln Sie zweimal sechs Blüten und zweimal neun Blüten auf einen Faden und verknoten jeweils die Ringe.

28. Schritt: Durch Eines der übrigen beiden Blütenelemente, bei denen die Spitzen abgeschnitten wurden, ziehen Sie ein schönes Band, an dem Sie die fertige Kugel später aufhängen können.

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29. Schritt: Führen Sie das Band samt gelochtem Blütenelement durch den ersten Sechser-Ring, dann durch die beiden Neuner-Ringe und zuletzt noch einmal durch den zweiten Sechser-Ring.

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30. Schritt: Zum Schluss führen Sie das Band noch durch die abgeschnittene Spitze der 32. Blüte. Fertig ist Ihre Kusudama Blütenkügel!

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Verschenken Sie dieses Origami Kunstwerk an Ihre Liebsten oder hängen Sie es selbst bei sich zu Hause auf – böse Geister haben so keine Chance.

Anleitungs-Video für Kusudama Origami

Tipps für Schnellleser:

  • mehrere gleiche Elemente falten
  • viele kleine Faltschritte führen zu den einzelnen Elementen
  • die fertigen Elemente miteinander verbinden (durch Kleber oder Faden)
  • relativ hoher Zeitaufwand (nur Geübte schaffen es in weniger als 1,5 Stunden)
  • Kosten sind vergleichsweise gering (meist muss nur Faltpapier beschafft werden)
  • Kusudamas sollen böse Geister vertreiben und Glück bringen
  • sowohl zum Selbstaufhängen als auch als Geschenke geeignet

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