Sie möchten Ihre nächste Halloween-Party besonders gruselig gestalten oder planen, einen Horrorfilm zu drehen? Vielleicht sind Sie aber auch ein Aktivist, der anschaulich gegen Menschen- und/oder Tierquälerei demonstrieren will. In jedem der genannten Fälle ist Kunstblut ein wichtiges, weil enorm ausdrucksstarkes, Element. Zumindest, wenn es echtem Blut täuschend ähnlich sieht. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie künstliches Blut mit wenig Aufwand, aber umso authentischerem Effekt, selbst herstellen können!

Natürlich finden sich im Handel fertige Produkte mit Kunstblut, die – je nach Qualität – mal günstiger, mal teuer sind. Allerdings kostet Sie die Eigeninitiative weder viel Geld noch Zeit. Und mal ehrlich: Ist es nicht eine wunderbar kreative Sache, künstliches Blut selbst herzustellen? Wir wollen Sie umfassend über dieses spezielle Werk informieren. Zu dem Zweck haben wir unseren ausführlichen DIY-Ratgeber in ein kleines kurzes und ein großes langes Kapitel unterteilt: die theoretischen Überlegungen und die praktische Umsetzung. So liefern wir Ihnen nicht nur anschauliche Anleitungen zur Fertigung und richtigen Anwendung des Kunstbluts, sondern geben Ihnen auch Tipps und Inspirationen mit auf den Weg, die Ihnen zeigen, wozu es das nachgebildete Blut überhaupt braucht und was Sie so alles mit ihm anstellen können. Kommen Sie mit auf unsere spannende Reise durch die Welt des kunstvollen Blutvergießens!

Es gibt ganz viele verschiedene Arten, Kunstblut selbst zu machen. Wir haben uns für zwei gängige und besonders leicht umsetzbare Rezepte entschieden: Gemüse- und Farbstoffblut. Bevor wir Ihnen die detaillierten Anleitungen präsentieren, erhalten Sie noch einige interessante theoretische Informationen zu künstlichem Blut.

Wozu Kunstblut?

Wozu wird künstliches Blut im privaten oder „semi-privaten“ Bereich überhaupt gebraucht? Die wesentlichsten Einsatzzwecke sind die folgenden:

  • Halloween- oder sonstige Gruselparty
  • eigener Horrorfilmdreh oder private Theatervorführung
  • spezielle Aktivisten-Demonstration

Das Kunstblut, das sich gemäß unseren Rezepten herstellen lässt, kann Unterschiedliches „zieren“. Einige Beispiele:

  • Menschengesichter und -körper
  • Requisiten wie Messer, Fallen und Ähnliches
  • Pelze und sonstige Stoffe
  • Boden (Blutlachen etc.)

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Tipp: Blut steht zweifelsohne für Folter und Qual. Da bildet die künstliche Variante keine Ausnahme. Gehen Sie also sehr bewusst mit Ihrer selbst gemachten roten Flüssigkeit um und überlegen Sie gut, wo und wie Sie sie einsetzen möchten. Ein Zuviel des Guten kann die Zuschauer beziehungsweise Passanten entweder so sehr schockieren, dass Sie mit der Veranstaltung nichts zu tun haben und sofort den Rückzug antreten wollen, oder aber so lächerlich auf sie wirken, dass Ihre Message eventuell nicht mehr ernst genommen wird. Achten Sie also unbedingt auf einen sinnvollen Einsatz Ihres Kunstbluts.

DIY-Anleitung

Künstliches Blut selbst kreieren – zwei simple Rezepte

Jetzt wird’s praktisch: Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Kunstblut in Eigenregie herstellen können – ohne dabei tief in die Tasche greifen oder Ihren Zeitplan vollkommen umstrukturieren zu müssen. Unsere beiden Rezepte gehen schnell und leicht von der Hand. Erfahren Sie, was Gemüse- und Farbstoffblut auszeichnet, wofür sich die unterschiedlichen Varianten vorwiegend eignen, welche Zutaten Sie für die Produktion brauchen und wie ebendiese genau funktioniert!

kunstblut-selber-machen-041. Rezept: Gemüseblut herstellen

Wodurch sich Gemüseblut auszeichnet:

  • Zum Verwechseln große Ähnlichkeit zu echtem Blut
  • Geringer Kostenaufwand
  • Circa zwei Wochen haltbar

Wann sich das Rezept besonders eignet:

  • Um üppige Mengen zu kreieren
  • Um das Blut möglichst überzeugend aussehen zu lassen
  • Um bei der Produktion Geld zu sparen

Was Sie für Gemüseblut brauchen:

  • Rote-Beete- oder Kirschsaft
  • Speisestärke
  • Topf
  • Schneebesen oder anderes Rührutensil
  • Lebensmittelfarbe, Orangensaft oder Sojasauce (optional, zur Verfeinerung vorgesehen)

Wie Sie es machen:

Schritt 1: Geben Sie den erwählten Saft – Rote Beete oder Kirsche – zusammen mit der Speisestärke in einen ausreichend großen Topf und verrühren die beiden Zutaten gut.

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Tipp: Für jeden Liter Saft ungefähr drei Esslöffel Speisestärke verwenden. Je nachdem, ob Sie das Blut dick- oder dünnflüssiger gestalten wollen, fügen Sie etwas mehr oder weniger Speisestärke hinzu. Wichtig ist lediglich, dass Sie die Stärke unterrühren, bevor Sie das Gemüseblut erhitzen. Nur so kann der Saft die Stärke richtig aufnehmen und Sie müssen sich nicht über eine ebenso unnötige wie lästige Klümpchenbildung aufregen.

Schritt 2: Erhitzen Sie das Gemisch so lange, bis es kocht. Währenddessen immer wieder kräftig umrühren.

Schritt 3: Sollten Sie mit der Farbe noch nicht ganz zufrieden sein, so helfen Sie einfach mit Orangensaft oder Sojasauce nach. Am besten gelingt die rote Farbe mit Lebensmittelfarbe. Dazu rühren Sie einen Hauch der gewünschten Zutat unter und erhitzen das Ganze noch einmal kurz.

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Schritt 4: Lassen Sie das Gemüseblut abkühlen.

Tipp: Falls Ihnen die Konsistenz des Bluts immer noch zu dünnflüssig ist, so greifen Sie erneut zu Speisestärke und gießen ein wenig davon in Ihre Mischung, um sie anschließend noch einmal aufzukochen.

Hinweis: Nicht während des Kochvorgangs zusätzliche Speisestärke hinzugeben. Ansonsten bilden sich garantiert Klumpen.

2. Rezept: Farbstoffblut herstellen

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Wodurch sich Farbstoffblut auszeichnet:
a) Tendenziell dickflüssig
b) Ein bisschen kosten- und zeitintensiver als die Gemüse-Variante
c) Circa drei Tage haltbar

Wann sich das Rezept besonders eignet:
a) Zum Schminken
b) Für kleinere Mengen geeignet, da durch die Menge an Lebensmittelfarbe etwas mehr Geld ausgegeben werden muss.

Was Sie für Farbstoffblut brauchen:
a) 30 Gramm Instantmehl beziehungsweise griffiges Weizenmehl
b) 1 Liter Wasser
c) Lebensmittelfarben Rot, Blau, Gelb
d) Topf
e) Schneebesen oder anderes Rührutensil

Wie Sie es herstellen:

Schritt 1: Geben Sie Mehl und Wasser in einen Topf und verrühren die beiden Zutaten gut unter Zuhilfenahme eines Schneebesens oder ähnlichen Rührutensils.

Schritt 2: Sobald das Mehl gut untergemischt ist, bringen Sie das Ganze zum Kochen.

Schritt 3: Lassen Sie den Mix auf mittlerer Flamme so lange weiterköcheln, bis ungefähr die Hälfte der Flüssigkeitsmenge verdampft ist. Dies kann schon einmal 45 Minuten dauern.

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Schritt 4: Nun sollte das Gemisch über Nacht offen abkühlen, damit es eine zähflüssige Konsistenz erhält. Decken Sie es während dieser Zeit also nicht ab. Wer es etwas eilig hat, kann das Gemisch kurz nach dem Abkühlen schon einsetzen – da ist das Blut dann aber flüssiger.

Schritt 5: Füllen Sie den Mix in eine Flasche und mischen dann die Lebensmittelfarben unter.

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Tipp: Je nach Hersteller der Lebensmittelfarben variiert das beste Mischverhältnis, um authentisches Blut zu erwirken. Wir empfehlen Ihnen, eine Tube Rot mit einem Spritzer Blau und ganz wenig Gelb zu kombinieren. Beobachten Sie die Färbung im Zuge des Mischvorgangs und ergänzen bei Bedarf eine oder mehrere der Farben.

Schritt 6: Schrauben Sie den Deckel zu und schütteln die Flasche kraftvoll, bis sich alles darin verteilt hat und Sie ein homogenes Ganzes erblicken.

Ergänzender Hinweis zu den vorgestellten Rezepten:

Wie Sie den Rezepten entnehmen können, besteht künstliches Blut aus Lebensmitteln. Das heißt, es wird mit der Zeit schlecht – ganz genauso wie normales Essen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die rote Flüssigkeit stets so knapp wie möglich vor der eigentlichen Verwendung zuzubereiten (unsere Haltbarkeitsangaben bei den Rezepten selbst – zwei Wochen für die Gemüse-, drei Tage für die Lebensmittelfarbenvariante – dienen nur als Richtwerte). Insbesondere dann, wenn sie gegessen beziehungsweise um den Mund herum zum Einsatz kommen soll. Bewahren Sie das Blut also kurz und in jedem Fall kühl auf. Ein nach Kompost riechendes Kunstblut zieht zwar die Blicke an, aber nicht unbedingt positiv begründet.

Kunstblut auftragen

Nun, da das Kunstblut fertig und einsatzbereit ist, stellt sich natürlich die Frage, wie man es am besten auf die Personen oder Requisiten, die es „dekorieren“ soll, aufträgt. Nachfolgend präsentieren wir Ihnen die effektivsten Methoden!

1. Methode: Mit einem Pinsel

Mit einem Pinsel lässt sich das künstliche Blut gezielt auftragen, etwa im Gesicht, wenn blutige Nasen und Lippen oder sonstige Wunden und Narben geschminkt werden sollen. Darüber hinaus eignet sich das Utensil, um blutige Tränen, Kehlschnitte und Ähnliches kreativ darzubieten. Am besten verwenden Sie für derartige Detailarbeiten sehr dickflüssiges Blut. Es verläuft nicht so schnell und hilft den Umstand, ständig Kunstblut nachtragen zu müssen, zu vermeiden. Anders formuliert: Mit dickflüssigem Blut erzielen Sie den schönsten Effekt mit dem minimalsten Aufwand.

2. Methode: Mit dem Schwamm

Soll der ganze Körper einer Person mit Kunstblut eingefärbt werden, empfiehlt es sich, ein Schwämmchen zur Hand zu nehmen und die Flüssigkeit mit ebendiesem gleichmäßig aufzutragen. Je nach gewünschter Farbintensität wählen Sie dick- oder dünnflüssiges Blut. Letzteres sieht blasser aus, während die dickflüssige Version in der Regel äußerst kraftvoll daherkommt.

Tipp: Herkömmliche Reinigungsschwämme fürs Geschirr oder auch Duschschwämme sind für diese Auftragungsmethode bestens geeignet.

3. Methode: Mit der Sprühflasche

Möchten Sie jemanden oder etwas blutbeschmiert darstellen und legen dabei Wert auf eine gleichmäßige Verteilung und schnelle Trocknung des Bluts? Oder wünschen Sie große Flächen beziehungsweise viele Personen zu bemalen? In all den genannten Fällen bietet sich die Auftragung mithilfe einer Sprühflasche an. Ein einfacher Pflanzenbefeuchter, den Sie in nahezu jedem Haushaltswarengeschäft für ein bis zwei Euro kaufen können, reicht vollkommen aus. Befüllen Sie die Sprühflasche mit dem Kunstblut und sprühen dann einfach drauflos. Durch die geringe Auftragungsmenge trocknet die Flüssigkeit sehr schnell.

Achtung: Für diese Methode unbedingt dünnflüssiges Kunstblut verwenden sowie nach dem Einsatz Wasser in den Tank der Flasche geben und so lange sprühen, bis sämtliche Kunstblutreste raus sind. Folgen Sie diesen Hinweisen nicht, so kann es passieren, dass Ihr Pflanzenbefeuchter verklebt und Sie einen neuen kaufen müssen. Geldlich zwar kein Drama, aber eine leicht vermeidbare Extramühe.

4. Methode: Mit der Gießkanne oder einem Eimer

Wer riesige Blutlachen inszenieren will, verteilt das Kunstblut einfach mit Gießkannen und/oder Eimern.

Entfernung des Kunstbluts

Irgendwann ist Ihr blutiges Ereignis zu Ende. Alles ist rot beschmiert: von den mitwirkenden Personen über die Requisiten bis hin zum – privaten oder öffentlichen – Boden. Das Ganze will nun selbstverständlich auch wieder entfernt werden. Aber wie? Wir haben hilfreiche Antworten für Sie:

a) Künstliches Blut, das sich noch auf der Haut befindet, ist am Ende der jeweiligen Aktion im Normalfall trocken (es sei denn, Sie haben es sehr großzügig aufgetragen). Kleidung kann man sich also überziehen, ohne dabei Angst haben zu müssen, dass die getrockneten Blutreste Flecken hinterlassen. Marschieren Sie nach einer Party, Theatervorstellung oder anderen öffentlichen Aktivität nach Hause, sollten Sie sich wenn möglich etwas überstreifen, um die Menschen, die Ihnen auf dem Weg begegnen, nicht unnötig zu erschrecken.

b) Das Gemüsekunstblut ist sehr gut auswaschbar. Nur bei weißen Stoffen kommt es manchmal vor, dass ein dezent gräulicher Schimmer zurückbleibt – insbesondere dann, wenn das Blut direkt auf den jeweiligen Stoff aufgetragen wurde. Bei der Blutvariante mit Lebensmittelfarbe gibt es keine Garantie, dass sie sich so ohne weiteres auswaschen lässt. Haben Sie die Flüssigkeit auf eher dunklen Stoffen benutzt, sollten diesbezügliche Probleme allerdings ausbleiben.

c) Kunstblut, das Sie auf dem Boden verteilt haben, müssen Sie logischerweise auch entfernen. Überlegen Sie sich also von vorneherein, wie Sie nach dem Event am schnellsten an die benötigten Putzmittel – vor allem Wasser und Schrubber – gelangen. Ereignet sich die Veranstaltung bei Ihnen zuhause, ist vermutlich alles griffbereit. Nur bei auswärtigen Blutspektakeln sollten Sie sich mehr Gedanken machen, denn: Lassen Sie einen öffentlichen Boden mit Kunstblut zurück, kann es passieren, dass Sie für absolut überzogene Reinigungskosten aufkommen müssen. Putzen Sie also lieber selbst.

d) Etwaige blutbeschmierte Anschauungsgegenstände packen Sie am besten erst einmal in eine Tüte und reinigen sie daheim.

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Kunstblut selbst zu machen ist alles andere als schwierig oder in irgendeiner Form aufwändig. Mit den richtigen Zutaten, die Sie zum Teil wahrscheinlich schon zuhause haben und sonst günstig in Supermärkten kaufen können, gelingt die Herstellung schnell und problemlos. Egal, für welches Rezept Sie sich am Ende entscheiden: Mit dem künstlichen Gemüse- oder Farbstoffblut, das dem echten Lebenselixier optisch sehr nahe kommt, sorgen Sie bei jeder passenden Veranstaltung für einen echten Eyecatcher!

Tipps für Schnellleser

Gemüseblut:

  • Rote-Beete- oder Kirschsaft mit Speisestärke mischen
  • Gemisch erhitzen, bis es kocht, dabei immer wieder umrühren
  • Für Farbnuancierungen Orangensaft oder Sojasauce zufügen
  • Bei starker Dünnflüssigkeit mehr Speisestärke, noch einmal erhitzen
  • Fertiges Gemüseblut abkühlen lassen

Farbstoffblut:

  • Instantmehl und Wasser in einem Topf mischen und aufkochen
  • Auf mittlerer Flamme köcheln lassen, bis Hälfte der Flüssigkeit verdampft ist
  • Gemisch über Nacht offen abkühlen lassen
  • Mix in eine Flasche füllen und Lebensmittelfarben untermischen
  • Deckel zuschrauben und kräftig schütteln

Weitere Tipps:

  • Künstliches Blut so kurz wie möglich und stets kühl lagern
  • Mit Pinsel, Schwamm, Sprühflasche, Gießkanne oder Eimer auftragen
  • Gemüseblut in der Regel besser auswaschbar als Farbstoffblut
  • Für Gruselpartys, Horrorfilme, Demonstrationen und vieles mehr
  • Eigenherstellung im Normalfall günstiger als Kauf fertigen Kunstbluts

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