Kühlschrank kühlt zu stark und gefriert trotz niedrigster Stufe – was tun?

Kühlschrank kühlt zu stark

Kühlschränke sind die Garanten dafür, dass immer frische und unverdorbene Lebensmittel im Haus sein können. Es ist ihr Verdienst, dass die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung so stark zugenommen hat. Dabei ist ihr Preis immer weiter gefallen: War der eigene Kühlschrank noch vor einigen Jahren eine echte finanzielle Herausforderung, bekommt man heute schon für unter 200 Euro gute Geräte.

Energiefresser oder Spardose?

Die Kühlschränke sind nicht nur immer preiswerter geworden. Auch im Energieverbrauch haben sie sich deutlich verbessert. Die Wirtschaftlichkeit von einem Kühlschrank hängt jedoch stark von seiner Behandlung, seinem Alter und seinem Zustand ab. Bereits leichte Störungen können aus einem A+ Gerät schnell einen echten Geldvernichter machen. Glücklicherweise merkt man dies recht schnell.

Wenn der Kühlschrank zum Gefrierschrank wird

Ein häufiger Defekt am Kühlschrank äußert sich so: Ein an sich nur zum Kühlen verwendetes Gerät schaltet plötzlich auf Maximalleistung. So kann es passieren, dass der Kühlschrank tatsächlich den gesamten Inhalt einmal komplett durch friert. Das hat für viele Lebensmittel schlimmer Folgen: Flaschen können platzen, Tomaten und Salat werden ungenießbar und der Energieverbrauch steigt dramatisch an. Konsultiert man einen Reparaturdienst, ist häufig ein schnelles Urteil gefällt: Der Kühlschrank ist zu alt und muss ausgetauscht werden. Doch gerade bei diesem Fehler ist das in den wenigsten Fällen wahr. Ein durchfrierender Kühlschrank hat in der Regel eine eindeutige Ursache.

Funktion eines Kühlschranks

Ein Kühlschrank kühlt, in dem er vorher komprimiertes Gas in einem Verdampfer kondensieren lässt. Das, was man an einem Kühlschrank brummen hört, ist der Kompressor. Dieser verdichtet das Kühlgas zu einer Flüssigkeit. Das nun flüssige Gas wird durch ein enges Rohrsystem in eine Kondensierkammer geleitet. Dort verdampft das Gas schlagartig und erzeugt damit den gewünschten Kühleffekt. Aus der Kammer wird es über ein Rohrsystem wieder zum Kompressor geführt, wo es wieder verdichtet wird. Der Kreislauf beginnt von neuem.

Funktion eines Kühlschrankes

Damit der Kühlschrank kontrollierbar bleibt, ist in seinem inneren ein Thermostat angebracht. Das ist ein einfaches Bauteil, das einen elektrischen Kontakt über eine Bimetallfeder öffnet oder schließt. Wird die Temperatur im Kühlschrank zu hoch, dehnt sich die Feder aus – der Kühlschrank springt an. Hat die Temperatur im Kühlschrank die gewünschte Marke erreicht, zieht sich die Feder wieder zusammen – der Kühlschrank geht aus. Dieses Wechselspiel geschieht vollkommen automatisch. Der Anwender braucht nur am Drehrad die gewünschte Temperatur einzustellen, den Rest macht die Maschine von alleine. Jedoch liegt genau in diesem Thermostat das Problem, wenn der Kühlschrank wie verrückt permanent auch bei der niedrigsten Stufe durchfriert.

Die gute Nachricht ist aber, dass sich das Thermostat einfach wechseln lässt. Darüber hinaus lohnt sich ein Reparaturversuch, ohne dass eine Schraube gelöst werden muss: Man lässt den Kühlschrank einfach einen Tag abtauen. Das Thermostat kann einfach klemmen, was sich durch ein gründliches Abtauen lösen lässt. Wenn dieser Reparaturversuch nicht zum gewünschten Erfolg führt, kann man es immer noch tauschen.

Kosten für ein Thermostat

Ein neues Thermostat kostet ca. 15 – 25 Euro. Es einzubauen ist nicht sonderlich schwer und sollte sich auch ein technisch wenig versierter Anwender gut zutrauen können. Jedoch ist es nicht immer sinnvoll, einen alten Kühlschrank retten zu wollen.

Ist das Gerät alter als 10 Jahre, ist ein neuer Kühlschrank in der Regel tatsächlich wirtschaftlicher. Das Problem an jedem Kühlgerät ist das Kühlgas: Es diffundiert allmählich aus dem Rohrsystem aus. Je weniger Kühlgas vorhanden ist, desto häufiger muss der Kompressor arbeiten – und das kostet immer mehr Strom.

Wenn das Gerät aber erst wenige Jahre alt ist, kann sich der Tausch des Thermostats durchaus lohnen.

Thermostat wechseln

Die hier beschriebenen Schritte für den Wechsel eines Kühlschrank-Thermostats ist eine allgemeine Beschreibung und stellt keine Reparaturanweisung dar. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass Arbeiten an elektrischen Geräten ausschließlich qualifiziertem Fachpersonal vorbehalten ist. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden an Gerät oder Gesundheit, die durch das Befolgen dieser allgemeinen Beschreibung entstanden sind.

Notwendiges Werkzeug:

  • schmaler Schraubendreher
  • Schraubendreher mit Wechselspitze für Geräteschrauben
  • Abisolierzange
  • Flachzange
  • neues Thermostat
  • Satz Kabelschuhe

Thermostat wechseln

1. Kühlschrank ausschalten

Elektrische Geräte werden vor jeder Reparatur vom Netz getrennt. Dazu wird einfach der Stecker gezogen.

2. Abdeckung entfernen

Das Drehrad vom Thermostat wird mit dem flachen, schmalen Schraubendreher abgehebelt. Ebenso werden die Abdeckungen der Gehäuseschrauben entfernt.

3. Thermostat lösen

Das Thermostat ist mit einer Ringmutter am Gehäuse befestigt. Diese Ringmutter lässt sich einfach mit der Flachzange lockern und per Hand heraus drehen. Das neue Thermostat hat in der Regel eine eigene, neue Ringmutter verbaut.

4. Gehäuse entfernen

Das Gehäuse des Thermostats wird durch Lösen der Geräteschrauben entfernt und kann abgezogen werden.

5. Thermostat aus- und einbauen

Die einzige Herausforderung beim Wechseln eines Thermostats ist die Verdrahtung. Dies kann man mit einem einfachen Trick so durchführen, dass dabei keine Fehler passieren. Voraussetzung ist, dass die Thermostate nur mit Kabelschuhen an die Elektrik des Kühlschranks angeschlossen sind.

Man nimmt beide Thermostate, das neue und das Alte, in die rechte Hand. Die elektrischen Anschlüsse weisen beide zum Anwender hin und es zeigt die gleiche Seite nach oben. Nun wird ein Kabelschuh nach dem anderen vom alten Thermostat abgezogen und an die gleiche Stelle am neuen Thermostat angesteckt. Hierbei kann ebenfalls die Flachzange helfen, wenn die Kabelschuhe besonders fest sitzen.

6. Zusammenbau

Das neue Thermostat wird wieder mit dem Gehäuse im Kühlschrank befestigt – fertig ist die Reparatur. Das Gerät ist wieder sofort einsatzbereit.

Wenn es schwieriger wird

Beim Einbau des neuen Thermostats kann einiges schief gehen. Abreißende Kabelschuhe sind ein häufiger Fall. Doch das ist auch kein Problem: Eine Abisolierzange macht jedes Anschlusskabel schnell wieder bereit für einen neuen Kabelschuh. Wichtig ist hierbei, professionelles Werkzeug zu verwenden. Sonst kann diese Arbeit schnell frustrierend werden.

Weitere Reparaturen

Wenn das Thermostat schon gewechselt wird, kann man auch gleich den ganzen Kühlschrank auf Schwachstellen überprüfen. Allen voran ist die umlaufende Magnet-Gummidichtung ein Schwachpunkt. Leiert diese aus, entweicht ständig kalte Luft aus dem geschlossenen Raum. Das führt dazu, dass der Kompressor wieder mehr arbeiten muss. Der Magnetgummi lässt sich einfach abziehen und eine neue einkleben. Diese Maßnahme ist auch für die Hygiene sehr sinnvoll. In den Ritzen der Dichtung setzt sich viel Schmutz ab, der sich nur schwer entfernen lässt. Mit einem Wechsel des Magnetbands wird der Kühlschrank wieder hygienisch einwandfrei.

Glasböden und Halterungen sollten regelmäßig überprüft werden. Wenn sich hier Risse zeigen, sollte man die Komponenten vorher austauschen bevor sie brechen. Auch das Glas der Beleuchtung kann brüchig werden. Diese Reparaturen sind alle sehr preiswert und können die Lebensdauer des Geräts deutlich verlängern.

Ein neuer Kühlschrank ist kein Beinbruch

Wenn der Motor aber nur noch läuft und der Kompressor nicht mehr aufhört zu brummen, ist wohl doch ein Austausch nötig. Jedoch refinanziert sich ein neuer Kühlschrank in der Regel binnen einen Jahres über die Stromeinsparung von selbst.

1 KOMMENTAR

  1. das ist ja spannend, das Kältemittel diffundiert aus dem Rohrsystem… warum läuft dann manch 40 Jahre altes Gerät noch immer? Weil es nicht durch das Rohrsystem diffundiert ist, das liegt daran, dass Kupferrohr gasdicht ist.
    Ganz nebenbei, die alten Gerät mit R12 als Kältemittel arbeiten effizienter, als ein modernes R600a Gerät, das Mittel ist zwar umweltschädlich und damit verpönt, aber eben das effizienteste, welches es je gab.
    Dass die Kühlschränke heute ca. 10-20% weniger verbrauchen, liegt an der dickeren Isolierung, so einfach ist das.
    Und größer ist die Differenz nicht, egal wie A+++ das Teil ist, ein Energiemessgerät gibt Aufschluss, einfach mal ausprobieren, ist ja auch kein Aufwand. 🙂

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