Kubaturberechnung beim Haus | Anleitung: Rauminhalt berechnen

Kubaturberechnung beim Haus

Die Kubaturberechnung gehört zu den essentiellen Ermittlungen bei der Planung eines Hauses. Der Begriff Kubatur gibt das Gesamtvolumen eines Gebäudes an und wird hauptsächlich genutzt, um Aspekte wie die Baufinanzierung, die Kostenplanung oder Dauer des Projekts übersichtlicher planen zu können. Kubatur ist zudem ein Synonym für den „Umbauten Raum“, was heutzutage häufiger zum Einsatz kommt. Die Berechnung ist nicht schwer.

Wenn Sie einen Neubau planen, ist die Kubatur unerlässlich für den gesamten Bauprozess. Die Kubatur beschreibt den kompletten Rauminhalt eines Gebäudes und ermöglicht auf diese Art die ideale Planung. Speziell die Kostenaufstellung, Zeit- und Arbeitsaufwand lassen sich durch die Ermittlung des Gesamtvolumens erleichtern, was die Kubatur zu einem wichtigen Tool für zukünftige Bauherren macht. Normiert wird die Kubatur durch die DIN 277-1 (Grundflächen und Rauminhalte im Bauwesen – Teil 1: Hochbau), die die Ermittlung des Volumens spezifiziert. Im einfachsten Sinn umfasst die Kubatur die Berechnung des Rauminhalts aller Baukonstruktionen wie Dächer und Räume, die sich auf der bebauten Fläche (Grundfläche) befinden.

Kubaturberechnung: Notwendige Formeln

Um die Kubaturberechnung effizient umsetzen zu können, benötigen Sie die notwendigen, mathematischen Formeln. Da die Kubatur das Volumen ermittelt, handelt es sich um die klassischen Formeln für den Rauminhalt, die Sie noch aus der Schule kennen. Für jeden Teil des Gebäudes werden andere Formeln verwendet, bei denen die folgenden Werte verwendet werden:

  • V: Endvolumen in m³
  • a: Länge in m
  • b: Breite in m
  • c: Höhe in m

Andere Werte sind nicht notwendig. Zwei Formeln werden für die Kubatur benötigt:

1. V = a x b x c: Mit dieser Formel wird der Rauminhalt von Quadern berechnet. Bei einem Gebäude umfassen diese das ganze Haus (bei einfachem Grundriss), Räume, Stockwerke, Windfänge, Balkone, Wintergärten, Attiken und gerade bis schwach geneigte Dächer (Beispiel: Terrassendach). Sonderfälle wie Balkone müssen nicht von oben geschlossen sein, da bei ihnen eine fiktive, aber logische Obergrenze beziehungsweise Höhe gewählt wird.

2. V = a x (b/2) x c: Fast gleich ist diese Variante der bereits genannten Formel. Genutzt wird sie stattdessen für Dächer, unabhängig davon wie die Neigung ist. Für die Dachhöhe ziehen Sie die Traufhöhe von der Firsthöhe ab.

Volumen berechnen

Tipp: Im seltenen Fall eines Raumes mit runden Wänden benötigen Sie zusätzlich noch die Formel für die Berechnung des Zylinder-Rauminhalts. Für diesen multiplizieren die Kreiszahl Pi mit dem Radius² und der Höhe des Raums, um das Volumen zu bestimmen.

Was nicht berechnet wird

Bevor Sie lernen, wie der umbaute Raum berechnet wird, müssen Sie die nicht zu integrierenden Komponenten kennen. Bei diesen handelt es sich um Teile des Gebäudes, die sich nicht auf die Kubatur auswirken. Die folgende Liste gibt Ihnen einen Überblick über die Elemente, die Sie nicht beachten müssen:

  • Balkonbrüstungen
  • Terrassenbrüstungen
  • Freitreppen
  • Fundamente
  • Bodenplatten
  • Lichtschächte
  • Rampen
  • Dachüberstände
  • Überdachungen des Eingangs
  • Sonnenschutzanlagen (auskragend)
  • Pergolen
  • Freisitz (befestigt)
  • Lichtkuppeln
  • Schornsteine
  • Rohrleitungen
  • Installationsschäche
  • Gruben
  • Kanäle

Mehr müssen Sie nicht mehr beachten. Die Ermittlung der Kubatur läuft aufgrund dieser Ausschlüsse deutlich schneller ab.

Rauminhalt berechnen: Anleitung

Mit den Formeln und dem Wissen über die essentiellen Komponenten für die Kubaturberechnung folgt nun eine detaillierte Anleitung. Wichtig bei der Ermittlung der Kubatur ist die Art, wie Sie den umbauten Raum berechnen. Ist der Grundriss simpel, ist es nicht notwendig, die Innenräume einzeln zu ermitteln. Falls es nicht möglich ist, das Gebäude als Quader zu berechnen, müssen Sie die das Volumen der einzelnen Räume oder Stockwerke ermitteln und addieren. Elemente wie das Dach oder der Windfang, also dem Hauskörper anliegende, werden ebenfalls einzeln ermittelt. Für dieses Beispiel wird von einem einfachen Einfamilienhaus mit den folgenden Maßen ausgegangen:

  • Hauskörper: 8 m x 10 m x 5 m
  • Dach: 8 m x 10 m x 3 m
  • Wintergarten: 3 m x 2 m x 3 m
  • Terrassendach: 3,5 m x 3,5 m x 2,5 m

Kubaturberechnung beim Haus

Diese Maße werden nun alle in die entsprechenden Formeln eingesetzt und ausgerechnet. Vergessen Sie nicht beim Dach, die Breite zu halbieren. Die folgenden Werte müssen am Ende addiert werden:

  • Hauskörper: 400 m³
  • Dach: 120 m³
  • Wintergarten: 18 m³
  • Terrassendach: 30,6 m³
  • Gesamtvolumen: 586,6 m³

Wie Sie sehen, ist die Kubaturberechnung nicht problematisch. Bei außen verputzten Häusern müssen aber zwei Prozent des Werts abgezogen werden, was beim genannten Beispiel 11,7 m³ entspricht. Das Nutzvolumen verringert sich durch den Putz. Bei komplex gestalteten Häusern verfahren Sie auf die gleiche Weise, nur rechnen Sie in diesem Fall zum Beispiel das Volumen der Küche und der anderen Zimmer einzeln, um diese am Ende zu addieren.

Hinweis: Falls Ihr zukünftiges Projekt deutlich komplizierter aufgebaut ist als eine Ansammlung von klassischen Räumen, sollten Sie die Berechnung unbedingt einem Profi überlassen. Gerade bei Designerhäusen ist es oft schwer, auf eigene Faust das Gesamtvolumen des Hauses zu ermitteln.

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