Bodenplatte Kosten

Wenn es ein Bauteil gibt, bei dem keinesfalls gespart werden darf, dann ist es die Bodenplatte. Sie bildet das Fundament, auf dem der gesamte restliche Baukörper steht. Einsparungen an Material, Werkzeug oder Ausführung können deshalb fatale Folgen haben, da eine Reparatur am Fundament nur durch massive Rückbaumaßnahmen durchführbar ist. Darum besser alles auf Anhieb richtig machen. Das spart erhebliche Folgekosten und gibt das sichere Gefühl, auf einem soliden Fundament gebaut zu haben.

Die Bodenplatte ist eine durchgehende und homogene Schicht aus armiertem Beton. Was sich an der Oberkante als ebenmäßige Fläche darstellt. Sie besteht im Innern und an der Unterseite aus zahlreichen verschiedenen Werkstoffe. Auch statisch ist die Bodenplatte keineswegs homogen: Die Bodenplatte ruht ihrerseits wiederum auf den Streifenfundamenten. Auch wenn man sie auf der gegossenen Bodenplatte nicht mehr sehen kann, der Aufbau darf nur entlang der Fundamente verlaufen. Höchste Präzision beim Einmessen, Ausschachten und Verschalen der Bodenplatte ist deshalb oberstes Gebot. Ein nachträgliches Versetzen von Fundamenten ist unmöglich. Zwar ist eine Bodenplatte technisch nicht schwer umzusetzen. Es sind jedoch hohe Kenntnisse in Materialkunde und Aufbau notwendig. Ein Selbstbau sollte deshalb wohlüberlegt sein.

Ordentliche Bodenplatte
Ordentliche Bodenplatte

Kosten und Aufbau einer Bodenplatte

Eine Bodenplatte für ein Gartenhaus oder eine Terrasse mit einer dünnen Schicht Beton und einer Baustahlmatte erledigt. Sobald die Bodenplatte aber statisch und thermisch belastet werden soll, ist ein umfangreicher Materialmix erforderlich. Dazu gehören:

  • Beton in der Güte von mindestens C25 – 127 bis 159 Euro pro m³ Transportbeton
  • Umfangreiche Armierung – 70 Euro – 220 Euro pro Matte
  • Druckfeste Hartschaumplatten – 10 Euro pro Quadratmeter
  • Schalungsmaterial – 10 Euro pro m³ (der Schalung, nicht der ganzen Platte!)
  • Kunststofffolie von mindestens 150µm Stärke – 0,4 Euro pro m²
  • div. Entwässerrungsrohre, Erdungskabel, Anschlussmaterial

Bei einer durchschnittlichen Dicke von 40 cm für die Bodenplatte ergibt sich so eine Quadratmeterpreis von ca. 120 – 150 Euro.

Rechnung Materialkosten

63,50 Euro (Beton)+10 Euro (Baustahl, nur Matte)+10 Euro ((Hartschaumplatte) + 0,4 Euro (Folie)= 84 Euro.

Die Kosten für Schalung, Entwässerung und diverses Zusatzmaterial eingerechnet, ergibt sich ein Preis von ca. 120 – 150 Euro pro Quadratmeter.

Es gibt Anbieter, die Preise von 70 Euro pro Quadratmeter veranschlagen. Das ist so unrealistisch wie unseriös.

Der Verzicht auf eine Dämmung und eine Sperrfolie ist ein unverzeihlicher Fehler. Man schafft sich so permanente Feuchteherde samt Schimmelbildung und Frostschäden im Haus. Das sollte unbedingt vermieden werden.

Sperrfolie Bodenplatte
Sperrfolie Bodenplatte

Zu den Materialkosten kommen noch die Kosten für den Aufbau und das Einbringen des Betons.

  • Kosten für das Bodengutachten: 500 bis 1000 Euro
  • Transport und Einbringen des Betons: ca. 500 bis 1000 Euro, wenn eine Betonpumpe notwendig ist.

Das Bodengutachten ist unverzichtbar für die Berechnung des Hausbaus. Üblicherweise wird es von den Baubehörden vor Baubeginn eingefordert und schafft die notwendige Sicherheit für das ganze Bauvorhaben.

Die Betonpumpe

Die Betonpumpe ist für das flächige Ausbringen von Transportbeton ideal. Vor allem wenn zwischen Straße und Betonierstelle Hindernisse liegen, ist die Betonpumpe meistens unverzichtbar. Der Preis für die Betonpumpe richtet sich nach der Masthöhe der Maschine und der Mietdauer bzw. verfüllten Menge. Je länger die Pumpe gemietet wird und je mehr Beton damit verfüllt werden soll, desto günstiger wird der Preis pro gepumpten Kubikmeter Beton. Es lohnt sich daher, sich mit Nachbarn zu verständigen, falls dort ebenfalls Betonierarbeiten anstehen. Typische Preise für Betonpumpen sind:

  • Masthöhe 25 m : mindestens 8,75 Euro/m³ bis 7,40 Euro/m³
  • Masthöhe 42 m: mindestens 12,85 Euro/m³ bis 11,40 Euro/m³
  • Masthöhe 58m: mindestens 23,50 Euro/m³ bis 18 Euro/m³

Bei Abnahmemengen von 25,5 bis über 300 m³ Beton. Der Mindestabrechnungsbetrag ist bei den meisten Anbietern auf 25m³ festgelegt. Hat man die Masthöhe und die erforderliche Reichweite der Betonpumpe so exakt wie möglich berechnet, sollte man dennoch die eine Nummer größere Betonpumpe wählen. Es ist wesentlich billiger, ein paar hundert Euro mehr für eine zu große Betonpumpe zu bezahlen, als die Arbeit unterbrechen zu müssen weil Höhe und Reichweite nicht ausreichen. Man vergisst bei der Dimensionierung der Betonpumpe beispielsweise gerne mal den Schornstein auf dem Dach oder die Kragplatte von einem Balkon.

Betonpumpe
Betonpumpe

Insgesamt sind 150-200 Euro pro Quadratmeter Bodenplatte als Richtwert realistisch. Diese Preise gelten jedoch lediglich für die Bodenplatte.

Das Plattenfundament

Eine andere Art, sein Haus zu gründen, ist das Plattenfundament. Dies sieht zwar im Endeffekt genauso aus wie die Bodenplatte, hat aber einen entscheidenden Unterschied: Es ist gleichmäßig dick. Plattenfundamente werden bei nur schwach tragfähigem Boden verwendet. Es besteht aus einer massiven und besonders stark armierten Platte mit gleichbleibender Dicke. Dadurch werden alle ankommenden Drucklasten auf eine größere Fläche verteilt als bei den Streifenfundamenten unter der normalen Bodenplatte.

Obwohl sie einfacher zu bauen sind als Bodenplatten, sind Plattenfundamente aufgrund des höheren Materialbedarfes erheblich teurer. Sie erlauben jedoch einen größeren Gestaltungsspielraum für den Oberbau, da sie an jedem Punkt die gleiche Tragfähigkeit besitzen.

Kostenersparnis

Wie bei allen Arbeiten am Bau, liegt die Versuchung nahe, durch Eigenleistung die Kosten zu senken. Es bedarf jedoch einer hohen Erfahrung, beim Errichten dieses wichtigen Bauteils keine Fehler zu machen. Wer es sich zutraut, kann beispielsweise selbst einen Bagger mieten und das Ausschachten selbst übernehmen. Doch die Stundenmiete des Baggers läuft auch dann weiter, wenn die Arbeit wegen eines durchtrennten Erdstromkabels oder einer beschädigten Wasserleitung unterbrochen werden muss. Bis der engagierte Selbstbauer den Schaden wieder behoben hat, ist die Einsparung gegenüber dem Engagement eines Unternehmers wieder verschwunden.

Bagger
Bagger zum Auskoffern

Auskoffern

Liegen garantiert keine Stromkabel oder Wasserleitungen im Bereich des Fundaments kann der Bauherr sich an einen Selbstversuch wagen. Soll eine Bodenplatte und kein Plattenfundament eingebaut werden, sind jedoch in der Regel zwei Bagger notwendig. Ein mittelgroßer Bagger übernimmt das Auskoffern der Fläche (bzw. wenn gewünscht, des Kellers) und ein Minibagger dient zum Ausheben der schmalen Streifenfundamente. Die Mietpreise beginnen bei ca. 100 Euro pro Tag für einen Minibagger. Der Preis gilt bei den meisten Anbietern ab Platz. Der Transport ist Sache des Mieters oder muss extra gebucht werden. Bei einem mittelgroßen Bagger können so alleine für den An- und Abtransport über 200 Euro fällig werden.

Sofern nicht die Bodenplatte für ein Carport, eine Terrasse oder eine Garage betoniert werden soll, ist das eigenhändige Betonieren unmöglich. Es ist technisch nicht umsetzbar, mehrere Kubikmeter Beton für ein Hausfundament mit einer Mischmaschine herzustellen. Der Beton bindet ganz einfach zu schnell ab, als dass man eine gleich dicke und ebenmäßig ausgehärtete Schicht herstellen könnte. Für das Verfüllen eines Fundaments mit Bodenplatte ist Transportbeton alternativlos.

Mögliche Eigenleistung

Was aber ein Heimwerker in Eigenleistung herstellen kann, ist die Sauberkeitsschicht. Diese Schicht ist nicht unbedingt Vorschrift, erleichtert aber jeden weiteren Arbeitsschritt ganz erheblich.

Sauberkeitsschicht

  • schafft eine gleichmäßige Oberfläche
  • beugt Matschbildung vor
  • schafft eine saubere Unterlage für Folien, Dämmung und Armierung
  • gibt die Möglichkeit, eine vollgelaufene Baugrube schnell wieder trocken zu pumpen
  • ist sehr preiswert
Beton Sauberkeitsschicht
Dünner Beton für die Sauberkeitsschicht

Möchte man die Sauberkeitsschicht selbst einbringen, kann der sparsamste Magerbeton verwendet werden. Statt eines Mischungsverhältnis von 1 Teil Zement auf 4 Teilen Kies, wie er für normalen Beton nötig ist, wird Magerbeton im Verhältnis 1:8 gemischt. Aus einem Sack Portlandzement von 3 Euro pro 25 Kilogramm kann man so die doppelte Menge Beton gewinnen. Der Beton wird nur mit einer Dicke von maximal 5 cm aufgetragen und nicht armiert. Damit kann man 20 m²  Fläche mit einem Kubikmeter Magerbeton als Sauberkeitsschicht einbringen. Das schafft man auch mit einer Mischmaschine.

Ein Anruf beim Betonlieferanten kann jedoch die Mühe des Selbermischens erheblich senken. Transportbetonfahrer haben häufig noch Reste im Wagen, die sie nach dem Anmischen schnell loswerden müssen. So kann man ohne weiteres auch vollkommen kostenlos an den Beton für seine Sauberkeitsschicht kommen. Wichtig ist jedoch, dass exakt ausgemessen wird, wie viel Beton benötigt wird. Viel hilft im Fall der Sauberkeitsschicht nicht viel, sondern die Dicken sollten eingehalten werden. Welche Art Beton geliefert wird, ist für die Sauberkeitsschicht jedoch vollkommen unerheblich. Diese Lösung ist aber nur dann ratsam, wenn der Weiterbau zeitlich unkritisch ist. Dazu noch ein Insider Tipp: Der Tag, an dem am häufigsten betoniert wird, ist der Freitag. Die Wahrscheinlichkeit an kostengünstigen Transportbeton zu kommen ist dann am höchsten.

Tipps für Schnellleser

  • Schnelligkeit geht vor Sparsamkeit, darum möglichst viel den Profis überlassen
  • Betonbedarf exakt berechnen
  • Betonpumpen eine Nummer überdimensionieren
  • Wassersperre und Wärmedämmung nicht vergessen
  • Sauberkeitsschicht erleichtert die Arbeit erheblich und kann selbst eingebaut werden
  • Kostenlosen Beton für Sauberkeitsschicht nachfragen spart viel Arbeit und Kosten

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