Blitzableiter

Gerade wenn im Herbst die Anzahl der Blitze und Gewitter wieder zunimmt, haben viele Menschen zu Recht Angst davor, dass ein Blitz in ihr Haus einschlagen könnte. Es besteht in diesem Fall eine große Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Bewohner. Um das Risiko zu verringern, ist ein Blitzschutz auf dem Dach notwendig. Wir zeigen Ihnen, welche Kosten in diesem Fall für Sie entstehen und wie Sie die Kosten für einen Blitzableiter senken können.

Für die Bestimmung der Kosten müssen Sie zwei verschiedene Fälle unterscheiden: Sie können den Blitzableiter entweder durch eine Fachfirma anbringen lassen oder ihn selbst montieren. Die Kosten setzen sich sowohl aus den Materialkosten als auch aus den Arbeitskosten und den Ausgaben für die Abnahme zusammen. Da es sich um eine sicherheitsrelevante Anbringung handelt, müssen Sie bei der Entscheidung eine Abwägung zwischen den Einsparungen und der Sicherheit vornehmen. Mit der entsprechenden Ausbildung beziehungsweise einem Freund oder Familienmitglied, welches über die Kenntnisse verfügt, können Sie die Arbeiten jedoch selbst vornehmen. Alternativ ist es zudem möglich, bestimmte Arbeiten selbst auszuführen und somit weitere Einsparungen zu erzielen.

Lohnt sich die Investition in einen Blitzableiter?

Vergleicht man die Kosten für einen Blitzableiter mit den möglichen Folgekosten bei einem Blitzeinschlag oder einer Überspannung, dann stellt man schnell fest, dass die Investition sinnvoll und notwendig ist. Schlägt der Blitz in ein Haus ein, dann stellen viele Versicherungen die Frage nach dem Blitzschutz. Ist vertraglich vereinbart, dass das Gebäude auf eine bestimmte Art geschützt sein muss, so überprüft die Versicherungsgesellschaft, ob der Schutz tatsächlich gegeben war. Angenommen, im Vertrag wurde definiert, dass ein Blitzableiter auf dem Dach vorhanden sein muss. Haben Sie auf den Bau verzichtet, dann verweigert die Versicherung die Übernahme der Kosten. Selbst bei einer nur teilweisen Zerstörung des Hauses handelt es sich um hohe Kosten, die Sie nun selbst tragen müssen.

Brand durch Blitzeinschlag
Brand durch Blitzeinschlag

Eine Überspannung kann bereits zu Schäden an der Hauselektronik führen und angeschlossene Geräte können Defekte erleiden. Aber auch ideelle Werte spielen eine wichtige Rolle. Versicherungen ersetzen zwar die Sachwerte der sich im Haus befindlichen Gegenstände, die Erinnerungen und immateriellen Werte erhalten Sie jedoch nicht zurück. Ohne einen ausreichenden Blitzschutz gehen Sie das Risiko ein, die Einrichtung, das Haus und alle übrigen Gegenstände zu verlieren. Doch das größte Risiko betrifft Ihr Leben und Ihre Gesundheit. Kommt es zum Blitzeinschlag, dann wirken große Kräfte und es besteht Feuergefahr. Sollten Sie oder Ihre Familie sich im Haus befinden, so schweben Sie in Lebensgefahr. Fasst man alle Gründe zusammen, dann kommt man zum Schluss, dass ein Blitzableiter eine lohnende und notwendige Investition darstellt.

Wie funktioniert der Blitzableiter?

Die Aufgabe vom Blitzableiter ist es, den Blitz vom Haus wegzuleiten. Der Blitz wird umgeleitet und kann somit das Haus nicht treffen. Hierfür muss der Blitzableiter in einem beschränkten Maße den Blitz anziehen. Es existieren verschiedene Kriterien, nach welchen der Blitz „entscheidet“, an welcher Stelle der einschlägt. Blitzableiter müssen daher aus geeigneten Materialien bestehen und an den richtigen Positionen platziert werden. Sie müssen für den Blitz attraktiver als ihre Umgebung sein. Durch den Blitzableiter wird für den Strom ein Pfad geschaffen, auf welchem er in den Erdboden gelangen kann.

Blitzableiter Prinzip

Kosten durch eine Fachfirma

Am einfachsten ist es, die Blitzschutzanlage beim Neubau des Hauses zu planen und zu installieren. Das Nachrüsten ist aber jederzeit möglich. Da die Anlage auf dem Dach angebracht wird und gegebenenfalls leichte Modifikationen an der Dachbedeckung notwendig sind, ist ein Dachdecker der richtige Ansprechpartner für die Anbringung. Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

  • Fangeinrichtung und Ableitungsanlage: 2.000 Euro
  • Erdung: 1.000 Euro

Somit entstehen durch die Beauftragung einer Fachfirma rund 3.000 Euro an Kosten. Die Werte beziehen sich auf ein durchschnittlich großes Einfamilienhaus.

Kosten verringern

Zum einen haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Angebote einzuholen und somit die Kosten zu senken. Die zweite Variante besteht darin, dass Sie einige Arbeiten selbst übernehmen und somit Kostenunterpunkte von der Rechnung entfernt werden. Inwieweit die Firma sich auf dieses Angebot einlässt, hängt von den eigenen Fähigkeiten aber auch von der Kooperationsbereitschaft des Dachdeckerbetriebes ab. Oftmals spielen versicherungstechnische Gründe eine wichtige Rolle. Die Dachdeckerfirma ist für die Qualität ihrer Arbeit verantwortlich und muss daher alle nicht von ihr selbst ausgeführten Schritte überwachen und kontrollieren. Daher ist es möglich, dass die Firma alle Arbeiten selbst ausführen möchte. Es könnte ansonsten zu Schwierigkeiten bei der Haftung und der Versicherung kommen.

Kosten durch Selbstmontage

Die Montage sollte in jedem Fall von qualifizierten Kräften durchgeführt werden. Haben Sie eine entsprechende Ausbildung abgeschlossen oder auf sonstige Art und Weise die Fähigkeiten erlangt, dann können Sie die Montage selbst ausführen. In diesem Fall müssen Sie das Material für die Blitzanlage, Montagezubehör und gegebenenfalls Putz kaufen. Die Kosten schwanken stark, da Sie zunächst einmal abschätzen müssen, wie viel Material Sie für die Fangeinrichtung benötigen.Kosten

Das Haus muss an allen Stellen geschützt werden, sodass viele Ecken sowie die Hausgröße die Kosten beeinflussen. Im Minimum sollten Sie für ein Einfamilienhaus mit Materialkosten in Höhe von 500 Euro rechnen. Die Werte können jedoch auch auf 1.000 Euro ansteigen. Für die Anlage wird unter anderem Blitzableiter Draht benötigt. Er wird auf einer Rolle geliefert und kostet pro 100 Kilogramm rund 340 Euro. Zu diesen Kosten kommen noch Ausgaben für die Abnahme durch eine Fachfirma hinzu. Die Abnahme kann gesetzlich vorgeschrieben sein, von der Versicherung verlangt werden oder aus Sicherheitsgründen durchgeführt werden.

Welche Kosten Fachfirmen für die Abnahme verlangen hängt vom Einzelfall ab. Die Firma muss alle Arbeiten kontrollieren und kann nur durch intensive Beschäftigung die einwandfreie Funktionstüchtigkeit feststellen. Daher belaufen sich die Kosten meistens auf 200 bis 300 Euro für die Abnahme. Sollte die Firma feststellen, dass nicht alle Arbeiten vorschriftsmäßig sind, dann müssen Veränderungen vorgenommen werden, die zu weiteren Kosten führen. Im schlimmsten Fall waren einige Arbeiten unnötig und es kommt zu großen Modifikationen.

Zusammenfassung:

  • Materialkosten (Blitzableiter-Draht): ca. 500 Euro
  • Abnahme durch Fachfirma: 300 Euro

Blitzableiter

Rechtliche Grundlagen

Die Frage nach der rechtlichen Erlaubnis hängt davon ab, ob für das Gebäude generell ein Blitzschutz vorgeschrieben ist. Sieht die Landesbauordnung vor, dass ein Blitzableiter installiert werden muss, dann muss dieser nach den gültigen Verordnungen angebracht sein und von einer Fachfirma abgenommen werden. In diesem Fall lässt sich eine selbst durchgeführte Montage meistens nicht realisieren, da die Abnahme nur schwer zu organisieren ist. Versicherungen schreiben meistens ebenfalls vor, dass die Blitzableiter-Anlage durch einen Fachbetrieb durchgeführt worden sein muss. Ansonsten besteht kein Versicherungsschutz und Sie müssen im Schadensfall die Kosten selbst tragen.

Die Gründe für diese Regelungen liegen in der Tatsache, dass für jedes Haus individuell bestimmt werden muss, wo die Fangeinrichtung angebracht werden muss. Alle Ecken des Gebäudes müssen sich innerhalb des Fangnetzes befinden, damit der Blitz an keiner Stelle am Haus einschlagen kann. Eine lückenhaft angebrachte Blitzanlage kann zu einer Erhöhung der Gefahr durch Blitze führen und ist somit nicht nur ineffektiv sondern auch gefährlich.

Kosten sparen durch Eigenleistung

Die angegebenen Kosten beziehen sich auf den Fall, dass die Erdarbeiten nur minimal sind. Es müssen nur wenige Grabungen durchgeführt werden. Hier kann ein Ansatzpunkt für Kosteneinsparungen bestehen. Sind die Aufwendungen für die Erdarbeiten höher oder muss der Dachdeckerbetrieb für die Durchführung einen Bagger inklusive Baggerführer hinzuziehen, so können Sie diese Aufgaben selbst übernehmen. Das Mieten eines Baggers erfolgt stundenweise, diese Kosten müssen berücksichtigen, wenn Sie einen Bagger für die Arbeiten leihen.

Bagger klein
Kleiner Bagger

Die Kosten schwanken regional sehr und hängen auch von der Größe des Baggers ab. Möglich sind Werte zwischen 50 und 100 Euro pro Stunde, da auch die Gesamtleihdauer, die Kosten für Anlieferung und sonstige Nebenkosten den Preis beeinflussen. Handelt es sich um kleinere Erdarbeiten, dann können Sie diese gegebenenfalls mit der Schaufel durchführen und Kosten einsparen. Nach der Installation der Anlage sind weitere Erdarbeiten notwendig. Der Schacht muss wieder mit Erde verschlossen werden, was Ihnen erneutes Einsparpotential bietet. Beachten Sie, dass ein Revisionsschacht notwendig ist, damit der Zugang zur Anlage erleichtert wird. Das regelmäßige Überprüfen der Blitzableiteranlage ist notwendig und dient der Sicherheit.

Tipps für Schnellleser

  • Blitzanlage muss durch Fachmann abgenommen werden
  • Versicherungen können Montage durch Fachbetrieb vorschreiben
  • baurechtliche Verordnungen können Abnahme vorschreiben
  • Sicherheit muss an erster Stelle stehen
  • Draht kostet rund 340 Euro pro 100 Kilogramm
  • Gesamtkosten bei Beauftragung von Fachfirma: rund 3.000 Euro
  • Erdarbeiten können selbst durchgeführt werden
  • Baggermieten verursacht Kosten: 50 bis 100 Euro pro Stunde

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