Kleines Bad - Lösung
Kleines Bad - Lösung

Wer heute einen Hausbau plant, der wird dem zukünftigen Bad den Platz geben, den es braucht. Denn mittlerweile hat sich das Badezimmer von einer reinen „Nasszelle“ zu einem Wohlfühlort entwickelt. In früheren Jahren aber war das anders, und viele Besitzer meist älterer Häuser kennen das Problem – das vorhandene Bad ist zu klein, die Sanitärobjekte sind ungünstig platziert, Fliesen und Armaturen nicht mehr zeitgemäß. Also muss man überlegen, wie man diesen unbefriedigenden Zustand ändern kann.

Wer die räumlichen Voraussetzungen (und finanziellen Mittel) zur Verfügung hat, der sollte überlegen, das Bad komplett in einen anderen – größeren – Raum zu verlegen, was natürlich einen enormen Aufwand nach sich zieht.

Vielen Hausbesitzern steht diese Alternative leider nicht zur Verfügung; sie müssen aus dem vorhandenen Raum das Beste machen. Hier helfen einige Tricks, die zwar die Grundfläche nicht vergrößern, aber Raumaufteilung und optischen Eindruck positiv verändern können. Oftmals bringt schon das Ändern der Badezimmertür einen Raumgewinn – wenn man sie, wenn möglich, statt innen außen anschlägt oder eine Schiebetür anbringt. Wer über die entsprechenden handwerklichen Fähigkeiten verfügt, der kann eine solche Umgestaltung natürlich selbst in Angriff nehmen. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass dies keine Sache ist, die an einem Tag zu schaffen ist und das Bad während der Umgestaltung nicht genutzt werden kann. Vor allem sollte man sich aber davor hüten, zu viel unterbringen zu wollen. Gerade kleine Bäder wirken durch eine Überfrachtung mit Sanitärobjekten, Schränken, Regalen usw. noch kleiner. Hier gilt: weniger ist oft mehr!

Tipp: nicht alle Handtücher müssen unbedingt im Bad untergebracht werden; hier kann evtl. ein kleiner Schrank im Flur oder der Schlafzimmerschrank zur Lagerung dienen.

Wer also ein einen kompletten Badumbau oder eine Neugestaltung plant, der sollte folgende Punkte berücksichtigen:

Austausch der Sanitärobjekte

Badewanne

Wer nur ein kleines Bad besitzt, der muss darauf achten, dass die installierten Sanitärobjekte größenmäßig dazu passen. Eine Standartbadewanne mit den Maßen 1,75 x 0,75 m ist hier fehl am Platz, zudem der Wasserverbrauch bei einem Vollbad dabei enorm hoch ist. Raumsparwannen, die sich zum Fußende hin verjüngen, sparen nicht nur Platz, sondern auch Wasser genau wie eine Eckbadewanne, die zudem noch eine große Ablagefläche bietet.

Raumsparwanne
Raumsparwanne

Dusche

Quadratische Duschen gibt es bereits ab einer Grundfläche von 70×70 cm und wahre Raumsparwunder sind auch 5-Eck-Duschen, die sich durch ihre Form oftmals hinter der Tür einbauen lassen. Eckrunde Duschwannen bieten mehr Grundfläche, haben aber den Nachteil, dass die benötigten runden Türen bedeutend teurer sind.

Verzicht auf Dusche oder Badewanne:

Für viele Menschen ist ein Vollbad das non-plus-ultra – andere hassen es, in ihrem eigenen „Schmutzwasser“ zu liegen. Diese Vorlieben bzw. Abneigungen gilt es zu berücksichtigen, wenn nur ein kleines Bad vorhanden ist. Warum nicht die Badewanne entfernen, wenn sie sowieso nicht genutzt wird? Eine ebenerdige Dusche mit einer Glasabtrennung bringt Weite in den Raum.

Und wer nicht auf seine geliebte Badewanne verzichten möchte, der kann sie durch Anbringen einer verschiebbaren Duschabtrennung auf dem Wannenrand oder eines Duschvorhangs auch zum Duschen nutzen, auf den Einbau einer separaten Dusche verzichten und somit zusätzlich Platz gewinnen.

Waschbecken

Ein weiterer Punkt betrifft das Waschbecken: muss es unbedingt eine Breite von 60 – 80 cm haben? Oder wären zwei kleinere, runde Waschbecken mit einem Durchmesser von jeweils 40 cm nicht praktischer? Zumal sie von der Grundfläche her nicht viel mehr Platz beanspruchen, aber gleichzeitig von zwei Personen nutzbar sind und – wenn sie in einen Waschtisch eingelassen werden – dadurch noch zusätzliche Ablagefläche schaffen.

Runde Waschbecken als Alternative
Runde Waschbecken als Alternative

„Raumteiler“ einbauen

Eine weitere Möglichkeit, mehr Platz im kleinen Bad zu bekommen ist der Einbau von „Raumteilern“. Damit sind halb – oder deckenhohe Wände in Trockenbauweise gemeint, die im Innern die notwendigen Leitungen aufnehmen und von beiden Seiten genutzt werden können, z.B. als Duschabtrennung auf der einen, und Halterung für WC oder Eckwaschbecken auf der anderen Seite. Vor allem in langen Badezimmern, in denen Waschbecken, Dusche und WC auf einer Seite nebeneinander angebracht sind, können solche, zur Seitenwand rechtwinklig angebrachten Wände, den schlauchartigen Eindruck mildern.

Auch Dachschrägen können so durchaus genutzt werden; mit Hilfe einer Trennwand lässt sich eine Dusche abteilen – die andere Seite dient gleichzeitig als Fläche zum Anbringen z.B. eines Waschbeckens oder der Toilette.

Richtige Fliesenauswahl

Große Fliesen für kleine Bäder! Denn wenige Fugen lassen den Raum größer erscheinen. Eine Alternative dazu sind kleinere Fliesen und die notwendigen Fugen in einer Konträrfarbe, die aber zum übrigen Ambiente passen sollte (z.B. Sanitärobjekte in hellgrau, dazu passende weiß – grau marmorierte Fliesen, rote Fugen und rote Handtücher!) Denn auch auf diese Art lassen sich kleine Bäder sehr gut in Szene setzen.

Dezente Fliesenfarbe wählen
Dezente Fliesenfarbe wählen

Eine weitere Möglichkeit ist, die Wände mit wasserfestem Putz zu versehen. Hier kommt man ganz ohne Fugen aus und erhält eine glatte, ruhige Fläche.

Was man in einem kleinen Bad auf jeden Fall vermeiden sollte sind „knallige“ Farben der Wandfliesen, da diese sehr unruhig wirken. Ruhige Grundfarben – weiß oder helle Pastellfarben – lassen den Raum dagegen größer erscheinen. Den gleichen Effekt erzielt man außerdem dadurch, dass man für den Boden dunklere Fliesen auswählt – sie öffnen den Raum nach oben.

„Farbe ins Bad“ bringen kann man dann mit der richtigen Auswahl der Accessoires, mit farbigen Handtüchern, bunten Körben, Pflanzen usw. Jedoch gilt auch hier die Regel: maximal 2 – 3 verschiedene, auf Fliesen und Sanitärobjekte abgestimmte Farben, wählen – darüber hinaus würde der ruhige, weite Eindruck wieder zunichte gemacht.

Und wer die Möglichkeit dazu hat: ein über der Badewanne angebrachtes größeres Bild zieht den Blick des Eintretenden auf sich und lenkt von der kleinen Grundfläche ab!

Lichtakzente setzen

Es muss nicht immer eine konventionelle Deckenlampe sein! Eine indirekte Beleuchtung, oftmals in Kombination mit verschiedenen Strahlern, die auf ausgewählte Punkte gerichtet sind, können einen kleinen Raum bedeutend größer erscheinen lassen. Dennoch sollte man darauf achten, dass vor allem „strategisch wichtige Punkte“, wie z.B. ein Schminkspiegel ausreichend, und vor allem blendfrei, beleuchtet werden.

Natürlich ist es wichtig, WAS man in seinem Bad machen möchte. Soll es „nur“ zur Körperreinigung dienen oder will man seine Badewanne als Wohlfühloase gestalten? Wer ausgiebige Schaumbäder liebt, dem sei der Einbau von dimmbaren Lampen oder einem „Sternenhimmel“ aus kleinen LED – Lämpchen empfohlen, die eine romantische Stimmung auch in kleine Badezimmer bringen können. Mittlerweile sind auch Badewannen mit eingebauten Lampen erhältlich, bei denen die Farbe individuell gewählt werden kann.

Selbstverständlich müssen alle Installationen feuchtraumgeeignet sein und fachgerecht eingebaut werden.

Spiegel anbringen

Spiegel oder Spiegelschränke, am richtigen Ort angebracht, lassen kleinere Bäder größer wirken. (Spiegelschränke bieten zudem den Vorteil zusätzlichen Stauraumes). Keinesfalls sollte man aber in einem langgezogenen, schmalen Bad einen Spiegel an den Stirnseiten anbringen. Der Raum würde dadurch noch länger und schmaler wirken! Hier sollte ein Platz gewählt werden, der z.B. einem Fenster gegenüber liegt und so durch das einfallende und sich spiegelnde Licht zusätzlich Weite und Helligkeit ins Bad bringt.

Stauraum schaffen

Vorwandinstallationen nutzen

Gerade in kleinen Bädern ist es oft schwierig, den notwendigen Stauraum zu schaffen. Vorwandinstallationen können hier helfen, denn sie lassen nicht nur die notwendigen Installationen verschwinden – es können dabei auch Nischen geschaffen werden, die man zur Unterbringung für Handtücher und Co. nutzen kann; zudem dient der obere Abschluss als Ablagefläche.

Regale in Vorwandinstallation
Regale in Vorwandinstallation

Schränke und Regale anbringen

Waschbeckenunterschränke können den sonst ungenutzten Raum sinnvoll ausfüllen. Hinter ihren Türen kann man z.B. Hygieneartikel u.ä. unterbringen, die man vor neugierigen Blicken verbergen möchte. Auch könnte man an dieser Stelle mit kleinen, rechteckigen Körben aus Naturmaterialien arbeiten, die die notwendigen Utensilien aufnehmen, so für Ordnung sorgen und die sterile Fliesenfläche auflockern. Hohe, schmale Regale (evtl. mit Glasböden) oder Schränke, wenn möglich wandhängend angebracht, bieten viel Stauraum, ohne allzu aufdringlich zu wirken. Und eine Türgarderobe dient als Aufhängung für Bademantel und Co.! Ein Regalbrett über der Toilette, darauf pyramidenförmig aufgestelltes Toilettenpapier sieht nicht nur witzig aus – es hilft auch, den sonst verlorenen Raum sinnvoll zu nutzen. Und Rollcontainer, eigentlich als Büromöbel gedacht, bieten Platz für viele Kleinteile und lassen sich bei Bedarf verschieben.

Raumhöhe nutzen

Gerade in Altbauten ist zwar oft die Grundfläche des Badezimmers recht klein, aber durch hohe Räume ist noch „Luft nach oben“. Warum also diese nicht sinnvoll nutzen? Eine Leiter, farbig gestrichen und vor der Wand angebracht, ist nicht nur ein optisches Highlight – sie kann auch prima als Handtuchhalter genutzt werden. Wenn man sie dagegen waagerecht unter der Decke anbringt, dann kann man an den Sprossen kleine Körbe für Schminkutensilien aufhängen. Eine weitere Möglichkeit, vorhandene Raumhöhe zu nutzen, ist das Anbringen eines Wandheizkörpers, der gleichzeitig als Heizquelle und Handtuchtrockner dienen kann.

Kosten für eine Badsanierung

Die Kosten sind in erster Linie vom Umfang der Sanierung, der Größe des Badezimmers und der gewünschten Ausstattung abhängig. Hier lohnt sich ein Preisvergleich, denn oftmals bieten gerade Baumärkte hochwertige Sanitärprodukte namhafter Hersteller zu Sonderpreisen an, wenn z.B. eine Serie ausläuft. Sonderwünsche wie Whirpoolfunktionen bei Badewannen, Lichtwechsler usw. kosten natürlich entsprechend mehr.Kosten

Ein großer Kostenfaktor ist auch die Auswahl der Fliesen – hier beginnt die Preisspanne bei ca. 10 Euro/m² für weiße Fliesen von 15×15 cm; nach oben hin sind dagegen preislich (fast) keine Grenzen gesetzt.

Sind für die Badausstattung auf Grund der räumlichen Situation Sonderanfertigungen notwendig, wie z.B. speziell angefertigte Duschwände an Dachschrägen, so muss ebenfalls mit höheren Kosten gerechnet werden.

Geld sparen kann man dagegen durch Eigenleistung. Hat man den Auftrag einer Badsanierung an eine Fachfirma vergeben, so lohnt es sich, die notwendigen Vorarbeiten selbst zu machen. Dazu zählen das Entfernen der alten Sanitärobjekte und der Fliesen, Voranstriche usw. Wer handwerklich geschickt ist, der kann auch notwendige Fliesen – und Malerarbeiten übernehmen oder die gewünschten Schränke und Regale selbst anfertigen und dadurch seinem Bad eine persönliche Note verleihen.

Tipps für Schnellleser:

  • durch raumsparende Sanitärobjekte mehr Fläche gewinnen
  • Verzicht auf Dusche / Badewanne
  • durch „Raumteiler“ dem Raum eine andere Struktur geben
  • passende Fliesen (Farbe und Format) auswählen
  • durch Lichtakzente den Raum optisch vergrößern – optimale Beleuchtung finden
  • mit dem richtigen Einsatz von Spiegeln dem Bad „Weite“ verleihen
  • genügend Stauraum schaffen mit Schränken und Regalen
  • anfallende Kosten

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