Keilrahmen bauen und bespannen

Ein Keilrahmen eignet sich als Bilderrahmen für Fotodrucke oder gemalte Bilder. Es handelt sich um eine Holzkonstruktion, über welche Sie eine Leinwand spannen. Als Materialien kommen vor allem Weichholz und Textil zum Einsatz, sodass die Eigenproduktion sich zu günstigen Preisen realisieren lässt. In unserem Ratgeber erhalten Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Selberbau und zum Aufhängen sowie verschiedene Tipps zum Umgang mit der Leinwand. Auch die Kosten für den Bau werden bestimmt.

Ein bespannter Keilrahmen eignet sich für alle, die gerne malen und Ihrem Hobby mit Hilfe einer Leinwand nachgehen möchten. Die Bilder werden dadurch in einer angemessenen Art und Weise präsentiert und können dekorativ an der Wand aufgehängt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie über ein großes oder ein kleines Talent verfügen. Entscheidend ist, dass Sie an der Malerei Freude haben. Mit Hilfe von Schablonen und Sprühfarbe kann jeder als Künstler agieren und wunderschöne Bilder auf der Leinwand erzeugen. Allerdings gehören Landschaftsmalereien und Porträts zu den Klassikern für die Leinwand und durch das Selbst bauen sparen Sie Kosten ein.

Keilrahmen selber bauen

Wie stabil sind die Keilrahmen?

In unserem Ratgeber stellen wir eine stabile und für Kunstwerke bestens geeignete Konstruktion vor. Das Holz wird in einer großen Breite ausgewählt. Selbstverständlich können Sie auch flachere Keilrahmen herstellen, hierfür müssen Sie die Abmessungen entsprechend anpassen. In diesem Fall reduzieren sich auch die berechneten Kosten deutlich.

Was mache ich, wenn die Spannung der Leinwand im Laufe der Zeit nachlässt?

Sollte im Laufe der Zeit die Spannung nachlassen, dann kommt das sogenannte Aufkeilen zum Einsatz. Die Rahmenelemente werden so bearbeitet, dass wieder neue Spannung entsteht. Bringen Sie hierfür in die Gehrung des Rahmens Holzkeile ein, sodass sich diese ausweitet und für eine Erhöhung der Spannung sorgt.

Wie schwierig ist der Bau des Keilrahmens?

Für den Bau des Keilrahmens ist ein wenig Erfahrung im Bereich der Holzverarbeitung notwendig. Ist diese vorhanden, dann ist der Zusammenbau nicht besonders schwer. Allerdings müssen Sie stets auf die Stabilität des Rahmens achten, damit dieser über eine lange Nutzungsdauer verfügt. Im Prinzip können Sie die Rahmen in jeder beliebigen Größe nachbauen. Sie haben die Wahl, ob Sie die Keilrahmenleisten selbst zurecht schneiden oder auf fertig geschnittene Varianten aus dem Baumarkt zurückgreifen.

Keilrahmen bauen – Anleitung

Für den Bau des Rahmens benötigen Sie folgende Materialien/Werkzeuge:

  • 4 Holzleisten in der Größe 50 cm x 7 cm
  • 4 Flachdübel
  • Hammer
  • Holzleim
  • Rahmenspanner
  • Flachdübelfräse
  • Gehrungssäge

Keilrahmenleisten1. Schritt: Als erstes müssen Sie die Keilrahmenleisten auf die richtigen Maße bringen. Achten Sie beim Kauf der Leisten darauf, dass diese die passende Breite aufweisen. Die Länge können Sie mit Hilfe der Säge auf die richtige Form bringen. Anschließend sägen Sie sie auf 45 Grad Gehrung.

2. Schritt: Fräsen Sie nun in eine beliebige auf Gehrung geschnittene Kante für den Flachdübel eine Nut. Wiederholen Sie diesen Vorgang mit allen entsprechenden Kanten.

Tipp: Wenn Sie keine Verbindung per Nut und Feder wünschen, dann können Sie die Leisten auch mittels Zapfen und Schlitz miteinander befestigen.

3. Schritt: Befüllen Sie die Nut nun mit Holzleim.

4. Schritt: Drücken Sie den Flachdübel in den Holzleim.

5. Schritt: Schieben Sie die Keilrahmenleisten ineinander.

Keilrahmen zusammenbauen

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Ecken des Rahmens rechtwinklig sind. Noch haben Sie etwas Spielraum und können die Holzelemente gegeneinander verschieben. Nutzen Sie beispielsweise eine Tischkante, um den 90 Grad Winkel zu kontrollieren.

6. Schritt: Klopfen Sie die Ecken fest. Verwenden Sie hierfür den Hammer, agieren Sie jedoch vorsichtig, um die Konstruktion nicht zu beschädigen.

Keilrahmen bauen

7. Schritt: Spannen Sie nun den Rahmen zum Trocknen in einen Rahmenspanner mit Eckverbindern. Dadurch erhält der Rahmen die nötige Stabilität.

Tipp: Sollten Sie den Rahmen in einer größeren Größe bauen, dann kann es notwendig sein, in der Mitte eine zusätzliche Querstrebung zu befestigen.

8. Schritt: Warten Sie, bis der Leim getrocknet ist. Nun können Sie den Rahmen mit der Leinwand bespannen.

Keilrahmen

Leinwand auf der RolleKeilrahmen mit Leinwand bespannen

Materialien

  • fertiger Keilrahmen
  • 4 Holzkeile
  • Leinwand
  • Elektrotacker oder Handtacker
  • Cuttermesser

1. Schritt: Nehmen Sie das gemalte Bild oder die Leinwand und legen Sie diese auf einen Tisch. Achten Sie darauf, dass die bemalte beziehungsweise die zu bemalende Seite nach unten zeigt. Positionieren Sie nun den Keilrahmen auf die Leinwand.

Keilrahmen bespannen

Tipp: Entscheidend ist, dass der Keilrahmen in Bezug auf die Leinwand die richtige Position einnimmt. Prüfen Sie hierfür, ob er zentral liegt. Nehmen Sie den überstehenden Rand der Leinwand und schlagen Sie diese über den Rand. Sollten Sie Abweichungen feststellen, dann korrigieren Sie die Position.

2. Schritt: Tackern Sie die Längsseiten fest. Beginnen Sie in der Mitte und arbeiten Sie sich bis zum Leistenende vor. Die Ecken werden zunächst einmal nicht befestigt.

Keilrahmen bespannen

3. Schritt: Bespannen Sie nun die Fußleiste und die Kopfleiste auf dieselbe Art wie in Schritt 2.

Tipp: Die Leinwand muss gespannt sein und darf sich nicht wellen. Auch der Rand muss glatt sein.

4. Schritt: Falten Sie in den Ecken die abstehende Leinwand zusammen. Tackern Sie anschließend an diesen Stellen die Leinwand am Keilrahmen fest. Kontrollieren Sie zwischendurch immer wieder, ob sich die Leinwand wölbt, dies muss vermieden werden.

Keilrahmen bespannen

5. Schritt: Nun muss noch vermieden werden, dass sich auf der Leinwand später Wölbungen bilden. Setzen Sie dazu in die Ecken vier Holzkeile. Fixieren Sie diese anschließend mit Holzleim. Fertig!

Keilrahmen bespannen

Wichtige Tipps

Was mache ich, wenn sich der Leinwandstoff nur schwer spannen lässt?

Sollte sich der Stoff nur schwer spannen lassen, dann können Sie ihn mit einer Sprühflasche anfeuchten. Achten Sie jedoch darauf, dass das Material nicht zu nass wird. In diesem Fall wäre die Leinwand zu dehnbar geworden und würde nach dem Trocknen reißen.

Muss ich bei besonders großen Leinwänden auf Besonderheiten achten?

Je größer die Leinwand ist, desto umständlicher gestaltet sich das Bespannen. Wenn Sie das Tuch zunächst einmal diagonal spannen und anschließend in der linken oberen Ecke und der rechten unteren Ecke beginnen, dann ist die Handhabung einfacher.

Was muss ich vor dem Bemalen der Leinwand noch beachten?

Damit Sie die Leinwand bemalen können, müssen Sie sie zunächst einmal grundieren. Verwenden Sie hierfür eine Leimlösung. Das Ziel ist es, dass der Untergrund die Farbe besser aufnimmt und dass kräftige Farbtöne entstehen.

Wie gestalte ich die Leinwand?

Sie können die Leinwand mit verschiedenen Farben bemalen. Am verbreitetsten ist die Verwendung von Acryl oder Ölfarben. Aber auch Sprühlacke sind geeignet. Diese werden häufig in Kombination mit Schablonen verwendet. Fertigen Sie aus stabiler Pappe entsprechende Negativschablonen an.

Das Aufhängen der Leinwand

Damit Sie den Keilrahmen mit der Leinwand unkompliziert aufhängen können, müssen Sie an der Rückseite entsprechende Aufhänger anbringen. Diese sind im Fachhandel meistens im Set erhältlich und beinhalten Zackenaufhänger, Schrauben
und Distanzpuffer. Die Zackenaufhänger sind besonders praktisch, da sie einen sicheren Halt und eine einfache Anbringung ermöglichen. Da es sich um relativ breite Auflageflächen handelt, können Sie das Bild beim Aufhängen etwas auf der Zackenfläche verschieben und erhalten einen größeren Spielraum. Dadurch finden Sie schnell die passende Position, sodass das Bild gerade hängt. Gehen Sie für die Anbringung der Zackenaufhänger wie folgt vor:

1. Bringen Sie am Rahmen auf beiden Seiten jeweils einen Zackenaufhänger an. Handelt es sich um ein kleines Bild, dann kann unter Umständen auch ein Aufhänger in der Mitte ausreichend sein.

Tipp: Besonders praktisch ist es, wenn die Aufhänger eine Mittelmarkierung besitzen. Dadurch sind lassen sie sich leicht zentral anbringen.

2. Bringen Sie an der unteren Kante die Abstandspuffer an.

Die Vorteile der Abstandspuffer:

Die Abstandspuffer dienen dazu, die Distanz zwischen der Wand und dem Bild an der unteren Kante auszugleichen. Würden sie nicht verwendet werden, dann würde das Bild nach unten wegkippen und schief hängen. Gleichzeitig verbessert sich die Luftzirkulation hinter dem Bild und die Schimmelbildung wird vermieden. Ein weiterer Vorteil ist der Gewinn an Stabilität.

Kosten

Leinwand und Leisten

Für die Kosten der Leinwand und des Keilrahmens ist vor allem die Größe entscheidend. Im Folgenden finden Sie zwei Beispielrechnungen, eine für eine kleine und eine für eine große Fläche:

1. Beispiel

Keilrahmen und Leinwand mit einer Fläche von 50 cm x 50 cm

A: Holz für die Leisten
Die Kosten für das Holz liegen bei rund 4 bis 7 Euro pro Meter, abhängig von der gewählten Stärke und der Holzart. Für einen Rahmen der Größe 50 cm x 50 cm benötigen Sie vier Hölzer der Länge 50 cm (die überschüssigen Ecken werden bei der Gehrung abgeschnitten). Die entspricht einer Gesamtlänge von 200 cm, also 2 Metern. Somit betragen die Kosten für das Holz rund 8 bis 14 Euro.

B: Leinwand
Um die Kosten für die Leinwand zu bestimmen, müssen Sie zunächst einmal die Fläche berechnen. Angenommen, Sie lassen den Stoff an den Seiten jeweils 5 Zentimeter überstehen, um ihn später Umschlagen zu können. Dann erhöht sich die Gesamtgröße des Leinwandstoffes auf 60 cm x 60 cm = 3600 cm² = 0,36 m²
Rechnet man mit Ausgaben in Höhe von 3 bis 5 Euro pro m² Leinwandstoff, dann ergeben sich folgende Rechnungen:

günstig: 0,36 m² x 3 Euro = 1,08 Euro
teuer: 0,36 x 5 Euro = 1,80 Euro

C: Zubehör
Für das Zubehör sollten Sie rund 5 Euro einkalkulieren, die Grundierung nicht eingerechnet. Diese schlägt mit rund 10 Euro pro Eimer zu Buche, ist allerdings für mehrere Leinwände ausreichend.

D: Die Gesamtkosten
Da das Holz rund 8 bis 14 Euro, die Leinwand 1,08 bis 1,80 Euro und das Zubehör circa 5 Euro kosten, betragen die Gesamtkosten rund 17 Euro.

2. Beispiel

Keilrahmen und Leinwand mit einer Fläche von 100 cm x 100 cm

A: Holz für die Leisten
Um den Keilrahmen zu bauen, benötigen Sie insgesamt 4 x 100 cm = 400 cm Holzleisten. Dies entspricht einer Gesamtlänge von 4 Metern. Rechnet man in diesem Fall mit Ausgaben in Höhe von 4 bis 7 Euro pro Meter Holz, dann ergeben sich Kosten in Höhe von 16 bis 28 Euro.

B: Leinwand
Bei den Preisen für den Leinwandstoff bestehen große Unterschiede. Wenn Sie das Material günstig kaufen, dann müssen Sie mit rund 3 Euro pro Quadratmeter rechnen. Allerdings ist in diesem Fall meistens die Qualität nicht besonders hoch. Besser ist es, etwas mehr Geld zu investieren und Produkte ab rund 5 Euro pro m² auszuwählen. Berücksichtigen Sie beim Kauf, dass Sie den Stoff auf der Rückseite umschlagen und daher etwas mehr einkaufen müssen.

Unsere 100 cm x 100 cm Leinwand weist eine Fläche von 1 m x 1 m = 1 m² auf. Wenn Sie den Stoff rund 7 Zentimeter überhängen lassen möchten, um ihn gut umschlagen zu können, dann müssen Sie diese Fläche ebenfalls einrechnen. Da sowohl oben und unten als auch links und rechts jeweils mindestens 3,5 cm mehr Stoff benötigt wird, beträgt die Größe des benötigten Stoffes 1,07 cm x 1,07 cm. In diesem Fall ergibt sich eine Gesamtfläche von 1,15 m². Diesen Wert müssen Sie nun noch mit den Kosten pro m² multiplizieren:

günstig: 1,15 m² x 3 Euro = 3,43 Euro
hoher Preis: 1,15 m² x 5 Euro = 5, 72 Euro

C: Zubehör
Das Zubehör können Sie ebenfalls günstig einkaufen. Die Zackenaufhänger sind im Set für rund 2 Euro erhältlich, wobei ein Paket für ein Bild ausreichend ist. Insgesamt betragen die Kosten für das Zubehör rund 5 Euro.

D: Die Gesamtkosten
Weil das Holz 16 bis 28 Euro, die Leinwand 3, 43 bis 5, 72 Euro und das Zubehör 5 Euro kosten, müssen Sie mit Ausgaben von circa 31 Euro rechnen.

Tipps für Schnellleser

  • 4 Leisten auf die passende Größe bringen
  • auf 45 Grad Gehrung schneiden
  • Nut einfräsen
  • Nut mit Holzleim befüllen
  • Flachdübel eindrücken
  • Keilrahmenleisten ineinander schieben
  • auf korrekten Sitz achten
  • fest klopfen
  • Rahmen auf Leinwand legen
  • zentrale Position beachten
  • Leinwand fest tackern
  • Leinwand grundieren
  • Zackenaufhänger an der Rückseite anbringen
  • Abstandspuffer an der unteren Kante einsetzen

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