Kaffeesatz als Dünger – hervorragend für Garten und Zimmerpflanzen

Kaffeesatz als Dünger

Im ökologisch bewirtschafteten Garten leistet Kaffeesatz als Dünger wertvolle Schützenhilfe, um Wachstum und Blühwilligkeit von Zier- und Nutzpflanzen in Schwung zu bringen. Haben Sie Ihren Kaffee genossen, sind die Reste des aufgebrühten Kaffeemehls viel zu schade für die Mülltonne. Lesen Sie hier, warum das so ist und wie Sie Kaffeesatz als kostenlose Nährstoffversorgung für Ihre Garten- und Zimmerpflanzen sachgerecht verwenden.

Nach dem Genuss einer duftenden Tasse Kaffee verbleiben im Filter schwarze Körnchen, die für den ökologisch orientierten Gärtner von hohem Interesse sind. Dank eines akzeptablen Gehaltes an Stickstoff, Kalium, Phosphor und Spurenelementen, eignet sich Kaffeesatz hervorragend als Dünger für Garten- und Zimmerpflanzen. Werfen Sie die Reste im Filter daher nicht achtlos in die Mülltonne. Richtig aufbereitet, halten Sie wertvolles Material für die naturverbundene Nährstoffversorgung in Händen – und das zum Nulltarif. Lesen Sie hier, wie Sie mit Kaffeesatz das Wachstum und die Blühwilligkeit Ihrer Zier- und Nutzpflanzen in Schwung bringen.

Inhaltsstoffe im Überblick

Mit einem Pro-Kopf-Kaffeekonsum von satten 6,8 Kilogramm, produzieren wir alleine in Deutschland immerhin 20 Millionen Tonnen Kaffeesatz im Jahr. Da in jeder aufgebrühten Tasse Kaffee, neben Koffein, eine Fülle gesundheitsförderlicher Antioxidantien und weiterer Inhaltsstoffe enthalten sind, haben Wissenschaftler einmal genauer hingeschaut, was davon im Kaffeesatz verbleibt. Antioxidantien schützen menschliche und pflanzliche Zellen vor freien Radikalen und den daraus entstehenden Schäden. Die Erkenntnisse des deutsch-spanischen Teams aus kompetenten Forschern, sorgten nicht zuletzt unter ökologisch orientierten Gärtnern für Aufsehen. Was nach dem Aufbrühen im Filter übrigbleibt, ist alles andere als wertloser Abfall. Die folgenden Inhaltsstoffe konnten nachgewiesen werden:

Kaffeebohnen

  • Stickstoff (N)
  • Kalium (K)
  • Phosphor (P)
  • Zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Chlorogensäuren (natürlich vorkommender Pflanzenstoff mit Wirkung als Radikalfänger)

Diese Nährstoffe und Antioxidantien sind in Kaffeesatz teilweise in bis zu siebenfach höherer Konzentration enthalten, als im aufgebrühten Kaffee. Das hebt die Relevanz der schwarzen Körnchen als Dünger auf Augenhöhe mit anerkannten Mitteln für die Nährstoffversorgung im Biogarten.

Tipp: Entgegen landläufiger Meinung versäuert Kaffeesatz die Pflanzenerde nicht. Mit einem leicht sauren pH-Wert von 6,4 bis 6,8 fungiert der Dünger ähnlich neutral, wie handelsübliche, mineralisch-organische Blumen- und Pflanzendünger.

Vorbereitung

Frisch aus dem Filter oder Siebträger, ist Kaffeesatz noch nicht bereit für die Verwendung als Dünger. Lassen Sie bitte das körnige Material zunächst vollkommen abkühlen. Daraufhin breiten Sie das feine Granulat auf einem Teller oder einem Küchenbrett aus. Auf der sonnigen Fensterbank muss das Material gut trocknen, damit sich kein Schimmel bildet. Den getrockneten Satz füllen Sie daraufhin in ein Schraubglas oder eine Dose, um ihn bis zur Verwendung gut geschützt vor Feuchtigkeit aufzubewahren.

Kaffeesatz trocknen

Kaffeesatz als Dünger im Garten

Mit Beginn der Vegetationsperiode kann mit der Anwendung von Kaffeesatz als Dünger begonnen werden. Übersteigen die Bodentemperaturen auch bei Nacht die 10-Grad-Marke, werden die Mikroorganismen aktiv. Diese haben die Aufgabe, die im Dünger enthaltenen Nährstoffe so zu verarbeiten, dass sie für Ihre Gartenpflanzen verfügbar sind. Insbesondere Regenwürmer werden von dem körnigen Stoff magisch angezogen und lockern dabei zusätzlich das Erdreich wunderbar auf. So wenden Sie den umweltfreundlichen Dünger richtig an:

  • Von März/April bis August/September trockenen Kaffeesatz rund um die Pflanzen auf dem Boden ausstreuen
  • Den Dünger oberflächlich einharken
  • Idealerweise anschließend mit Laub mulchen, damit der Satz durch Regen nicht sogleich ausgeschwemmt wird
  • Im Frühherbst die Gabe von Dünger einstellen, damit die Pflanzen vor dem Winter ausreifen können

Da jede Pflanzenart anders auf diese Form der Nährstoffversorgung reagiert, tasten Sie sich am besten schrittweise an die optimale Dosierung heran. Beginnen Sie mit monatlichen Gaben von Kaffeesatz und verkürzen die Intervalle, bis keine Verbesserung in Wachstum und Blühwilligkeit mehr zu erkennen ist.

Tipp: Teetrinker müssen nicht auf die nützlichen Eigenschaften von Kaffeesatz als Dünger für ihre Garten- und Zimmerpflanzen verzichten. Einige Kaffeehaus-Ketten sind dazu übergegangen, ihre Kaffeesätze auf Nachfrage kostenlos abzugeben.

Welche Pflanzen kommen vornehmlich in Betracht?

Im Zier- und Nutzgarten wirkt sich Kaffeesatz besonders vitalisierend auf Pflanzen aus, die leicht saure bis neutrale Rahmenbedingungen bevorzugen. Beste Resultate werden erzielt an Rhododendren, Rosen, Hortensien, Geranien, Gurken, Tomaten, Beerenfrüchten und Kürbissen.

Demgegenüber reagieren kalkliebende Gartenpflanzen entweder überhaupt nicht oder nachteilig auf Kaffeesatz als Dünger. Hierzu gehören unter anderem: Nelken, Lavendel, Phlox, Erdbeeren, Möhren, Heckenkirschen, Süßkirschen sowie die meisten Zwiebelblumen.

Anwendung bei Zimmerpflanzen

Mehrheitlich lieben Zimmerpflanzen ein leicht saures bis neutrales Substrat, sodass hier Kaffeesatz als Dünger besonders willkommen ist. Die folgenden Optionen einer sinnvollen Anwendung stehen Ihnen zur Verfügung:

Kaffeesatz in die Blumenerde geben

  • eine Handvoll Kaffeesatz unter frische Blumenerde mischen, um die Pflanzen darin einzutopfen
  • bei vorhandenen Zimmerpflanzen den Dünger dünn auf das Substrat streuen und leicht einarbeiten
  • alternativ den trockenen Satz mit etwas Humus mischen, um die oberen 2 cm der bisherigen Pflanzenerde zu ersetzen

Mit Blick auf das vergleichsweise knapp bemessene Substratvolumen an Zimmerpflanzen, empfehlen wir eine vorsichtige Herangehensweise an die Dosierung. Sammeln Sie schrittweise Erfahrungswerte, wie Ihre Blüten- und Blattschmuckpflanzen auf die unorthodoxe Nährstoffzufuhr reagieren. Als Faustregel gilt, dass auch Kaffeesatz als Dünger lediglich während der Wachstums- und Blütezeit verabreicht wird. Befinden sich Ihre Zimmerpflanzen in der winterlichen oder artbedingten Ruhephase, wird nicht gedüngt.

Kaffeesatz als Flüssigdünger

Gedeihen Gartenpflanzen im Kübel, ist die Versorgung mit flüssigem Dünger praktikabler, als Feststoffdünger mühsam in das Substrat einzuarbeiten. Gleiches gilt für Ihre Zimmerpflanzen im Blumentopf. Zu diesem Zweck lösen Sie ein wenig Kaffeesatz im Gießwasser auf, indem Sie 1-2 Esslöffel in eine 10-Liter-Gießkanne geben und solange umrühren, bis sich die Körnchen aufgelöst haben. Geben das angereicherte Gießwasser bitte unmittelbar aus der Kannentülle auf die Pflanzenerde, ohne Blätter, Triebe oder Blüten damit zu benetzen.

Kaffeesatz in die Gießkanne geben

Vorteilhafte Nebenwirkungen

Kaffeesatz stellt Ihren Gartenpflanzen nicht nur wichtige Nährstoffe bereit, sondern übt darüber hinaus erfreuliche Wirkungen aus. In welcher Hinsicht die schwarzen Körnchen sonst noch in Ihrem grünen Reich zu Ehren kommen, haben wir im folgenden Überblick für Sie zusammengestellt:

  • Kaffeesatz wirkt toxisch auf Schnecken, indem der Boden an gefährdeten Pflanzen damit bestreut wird
  • Ameisen meiden Flächen, die nach Kaffee riechen
  • Eingefüllt in eine feuerfeste Schale und angezündet, nehmen aggressive Wespen davor Reißaus
  • Mit dem Satz eingestreute Beete werden von Katzen nicht als Katzenklo missbraucht
  • Ausgestreut als Zwischenlage auf dem Kompost, schreitet die Verrottung zügiger voran

Nicht zuletzt lassen sich fleißige Gärtnerhände mit einem Mix aus Kaffeesatz und Seife ausgezeichnet säubern. Ablagerungen in Blumentöpfen oder Vasen werden mit dem körnigen Granulat im Handumdrehen entfernt, ohne auf chemische Mittel zurückgreifen zu müssen. Einfach 2 Esslöffel Kaffeesatz ins Gefäß einfüllen, mit heißem Wasser übergießen, gut schütteln und 1 bis 2 Stunden ziehen lassen. Verbreiten Ihre Arbeitsschuhe nach schweißtreibenden Gartenarbeiten einen unangenehmen Geruch, sorgt Kaffeesatz für Abhilfe. Streuen Sie eine Handvoll des Pulvers in die Schuhe und lassen sie über Nacht stehen. Am nächsten Tag die Schuhe ausklopfen und schon können Sie sich ohne Geruchsbelästigung wieder an die Arbeit begeben.



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