Innenputz-Ratgeber: Arten, Aufbau und Kosten

Innenputz-Ratgeber

Der Innenputz ist die Grundlage für zahlreiche Arbeiten im Innenraum, die von der Nutzung als Beschichtungsunterlage bis hin zur dekorativen Struktur reichen. Genutzt wird der Innenputz hauptsächlich, um die Innenräume bewohnbar zu machen. Die zahlreichen Arten wirken isolierend, feuchtigkeitsregulierend und schützen vor Belastungen mechanischen und chemischen Ursprungs. Die Arten, der Aufbau und die Kosten sind wichtig beim Anbringen von Innenputz.

Beim Hausbau, der Sanierung von Innenräumen oder der Verwirklichung eines neuen Kellers gehören Innenputze zu den wichtigsten Beschichtungen. Sie wirken effektiv gegen Witterungeinsflüsse, Feuchtigkeit, Lärm und können je nach Art eine dekorative Funktion einnehmen. Das Aufbringen von Putz im Innenbereich verlangt eine gute Planung, um den richtigen Typ anzuwenden. Ebenso kann es ohne ausreichende Informationen schnell zu einem Materialmangel- oder Überschuss, der die Kosten entsprechend hochtreiben und den Arbeitsablauf ins Stocken bringen kann. Aus diesem Grund ist ein Innenputz-Ratgeber wichtig, wenn Sie den Putz für ein Projekt benötigen. In diesem werden neben den Arten und dem Aufbau umfangreiche Kostenbeispiele präsentiert.

Aufbau von Innenputz

Die Grundlage für einen effektiven Innenputz ist der Aufbau. Nur durch einen korrekten Aufbau ist es möglich, den Putz über einen längeren Zeitraum zu verwenden, ohne das es zu Mängeln oder anderen bösen Überraschungen kommt. Während die verschiedenen Typen des Innenputzes die Beschaffenheit und weiteren Bearbeitungsmöglichkeiten bestimmen, erlaubt der richtige Aufbau überhaupt erst die Nutzung. Beim Aufbau kommen mehrere Schichten zum Einsatz, die in verschiedenen Schichthöhen auf der Mauer oder der Decke aufgetragen werden. Benannt werden diese:

  • Unterputz
  • Oberputz

Wand verputzen

Wie die Bezeichnungen andeuten, handelt es sich bei diesen um Schichten, die aufeinander aufgetragen werden. Durch den Ober- und Unterputz werden die Innenräume zu einer witterungsbeständigen und isolierenden Schicht, die die anliegende Wand verdeckt. Der Unterputz ist nicht sichtbar und wird je nach Projekt mit einer Dicke von einem bis zehn Zentimetern aufgetragen. Die Schichtdicke hängt stark davon ab, um was für eine Mauer es sich handelt. Für eine Außenmauer zum Beispiel ist ein dickerer Unterputz empfehlenswerter als für ein Zimmer, das direkt einem Treppenhaus anliegt. Durchschnittlich werden in Wohnhäusern Unterputz-Schichtdicken von einem bis drei Zentimetern verwendet. Es ist wichtig, dass dieser fachgemäß und deckend aufgetragen wird, sonst drohen die folgenden Probleme:

  • Abplatzungen
  • Bildung von Rissen
  • schlechte Isolierung
  • schlechte Deckfähigkeit
  • Oberputz kann nicht richtig aufgetragen werden

Da der Oberputz nicht so dick ist, wird von diesem meist deutlich weniger benötigt. Die typische Schichtdicke für den Oberputz beträgt 0,3 Zentimeter bis einem Zentimeter. Die Gesamtdicke des Innenputzes ist in den folgenden Normen festgelegt:

  • DIN 18550-2
  • DIN EN 998-1

Da es sich bei Innenräumen um nicht so stark in Anspruch genommene Räumlichkeiten handelt, wird der Putz dünn gehalten. In diesem Fall reichen die Putzdicken zwischen 0,3 Zentimeter (dünn aufgetragener Oberputz) und zwei Zentimeter (komplettes Putzsystem) aus, was den Normen entspricht. Nur für grundlegende Sanierungen wird ein dickerer Putz von mindestens zwei Zentimetern benötigt, da der Unterputz in diesem Fall häufig komplett entfernt wird. Die Schichtdicke ist wichtig, da Sie auf diese Weise überschüssige Kosten sparen, die gerade bei Putzsystemen häufig entstehen können. Wie oben bereits erwähnt, wird der Ober- auf dem Unterputz aufgetragen. Der Unterputz hat zudem die folgenden Eigenschaften:

  • füllt Unebenheiten wie kleine Löcher oder Risse aus
  • ermöglicht eine ebene Fläche für den Oberputz
  • Oberputz haftet besser auf dem Unterputz

Reibeputz aufbringen

Der Oberputz dagegen dient im Innenbereich als nutzbare Putzschicht, die glatt oder strukturiert sein kann. Sie ermöglicht das Tapezieren und Streichen, da Oberputz eine andere Beschaffenheit als Unterputz hat. Hier ist der größte Unterschied zwischen den beiden Schichten zu nennen. Unterputze müssen einen Spannungsausgleich herstellen. Aufgrund von klimatischen Ursachen in der Wand kann es zum Ausdehnen und Zusammenziehen dieser kommen, was einen elastischen Putz benötigt. Aus diesem Grund ist der Unterputz weicher und elastischer als der Oberputz. Während der Unterputz die Spannungen ausgleicht und die Innenräume isoliert, schützt der Oberputz durch seine Festigkeit den Unterputz. Hier kommen die verwendeten Materialien zum Einsatz, die gleichzeitig die Innenputz-Arten bestimmen. Ober- und Unterputz werden nicht aus denselben Materialien angemischt. Mehr dazu weiter unten. Aufgetragen werden kann Innenputz auf die folgende Weise:

  • Oberputz und Unterputz
  • ausschließlich Unterputz
  • ausschließlich Oberputz

Grund dafür sind die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten. Wird zum Beispiel ein Raum verputzt, der nicht an einer Außenwand liegt, kann ein Oberputz problemlos ausreichen. Falls Sie sich nicht sicher über den gewünschten Aufbau sind, sollten Sie einen Fachmann kontaktieren. Dieser kann die Lage einschätzen und Sie genauer über den geeigneten Aufbau informieren. Zum Beispiel benötigen Sie einen anderen Aufbau für einen Neubau als für ein renovierungsbedürftiges Haus, das über altes Mauerwerk verfügt. Die Art des Raums muss zusätzlich beobachtet werden, da zum Beispiel Feuchträume andere Systeme benötigen.

Tipp: Wenn Sie Dekorputz auf eine bereits geputzte Wand auftragen wollen, müssen Sie den Oberputz davor abtragen, da dieser sonst nur schwer halten würde. Dekorputz stellt eine besondere Schicht beim Aufbau dar, die nur dünn aufgetragen wird, um kreative Akzente oder Gestaltungen umzusetzen.

Untergrund beachten

Werden Innenputze verwendet, muss zuvor der Untergrund vorbereitet werden. Im Innenbereich warten die unterschiedlichsten Mauerwerke, die unterschiedliche Eigenschaften haben. Zu diesen gehören:

  • Ziegel
  • Beton oder Porenbeton
  • Ytong
  • Kalksandstein
  • OSB-Platten
  • Gipsplatten

Rigips grundieren

Alle diese Stoffe können verputzt werden, nur müssen bestimmte Vorbereitungen getroffen werden. Wollen Sie den Putz nämlich einfach so auftragen, wird die Mischung entweder von der Wand aufgesaugt oder „aufgebrannt“. Das sorgt für ein schlechtes Ergebnis, worunter die Funktion des Putzes leidet. Ebenso ist es ein typisches Problem, dass der Putz nicht haftet, da das Mauerwerk zu glatt ist. Aus diesem Grund müssen Sie bei porösen oder stark saugfähigen Materialien eine sogenannte Aufbrennsperre nutzen. Bei zu glatten Untergründen dagegen sind Haftbrücken notwendig. Auf diese kann dann anschließend der Putz aufgetragen werden. Falls Sie sich nicht sicher über die Beschaffenheit des Mauerwerks sind, kontaktieren Sie ebenfalls einen Profi. Das erleichtert die Planung ungemein.

Innenputz: Arten

Einer der wichtigsten Schritte bei der Umsetzung des Innenputzsystems ist die Auswahl des Typs. Innenputz wird in einer Reihe unterschiedlicher Materialien angeboten, die die Eigenschaften des Putzsystems bestimmen. Wie oben erklärt, kommen für den Unter- und Oberputz jeweils unterschiedliche Arten zum Einsatz, die sich gegenseitig ergänzen. Niemals sollten Sie eine Putzart für beide Schichten verwenden, da es sonst zu Instabilität kommt, die sich entweder negativ auf das Mauerwerk oder den Innenraum auswirkt. In den folgenden Abschnitten werden Ihnen die typischen Innenputztypen vorgestellt. Die Kosten für den Quadratmeter beziehen sich auf eine Schichtdicke von zehn Millimetern.

Fertigputz als Innenputz

Gipsputz

Gipsputz ist der klassische Oberputz, der für Innenräume verwendet wird. Wände und Decken können mit dem Innenputz hochwertig beschichtet werden. Gipsputz lässt sich dekorativ verwenden, wirkt als effektiver Brandschutz und gibt während eines Brandfalls sogar Feuchtigkeit ab. Die Art reguliert hervorragend Feuchtigkeit, ist atmungsaktiv und erzeugt dadurch ein gutes Raumklima. In Feuchträumen sollte er nicht angewandt werden. Gipsputz wird gerne aufgrund der unproblematischen Verarbeitung verwendet und ist eine baubiologisch und ökologisch unbedenkliche Variante.

Kosten: 0,40 – 1,50 Euro pro m²

Gips-Kalk-Putz

Gips-Kalk-Putz verbindet die Eigenschaft von Gips und Kalk und wird als Unterputz verwendet. Aufgetragen werden kann er auf die folgenden Mauerwerke:

  • Backstein
  • Kalksandstein
  • Naturstein
  • Beton
  • Porenbeton

Er ist ebenfalls unbedenklich und gleicht hervorragend die Spannungen in der Wand aus. Die effektiven Dampfdiffusions- und Klima regulierenden Eigenschaften bieten sich gut für Innenräume an. Lässt sich neben einem Oberputz ebenfalls gut mit Spachtelmasse kombinieren.

Kosten: 1 bis 2 Euro pro m²

Kalkputz

Kalkputze reduzieren aufgrund ihrer Alkalinität die Bildung von Schimmelpilzen und übermäßige Feuchtigkeit in der Luft wird effektiv aus dem Raum geleitet. Der mineralische Oberputz lässt sich glatt oder grob veredeln und wird aus diesem Grund gerne dekorativ verwendet. In Bezug auf die Kosten kann eine hohe Qualitätsstufe äußerst kostenintensiv ausfallen. Sie sorgen für ein äußerst angenehmes Raumklima und sind gut diffusionsfähig. Je nach Typ sind Kalkputze sogar stoßfest, wenn es sich um moderne Produkte handelt. Ansonsten sind sie auf leichte bis moderate Beanspruchung ausgelegt.

Kosten: 0,6 bis 30 Euro pro m² (stark abhängig von der Qualitätsstufe)

Tipp: Eine Sonderform des Kalkputz stellt der Tadelakt aus Marokko dar, bei dem es sich um einen wasserabweisenden und hochglänzenden Putz handelt, der für besonders edle Feuchträume geeignet ist. Tadelakt gehört zu den teuersten Innenputzsystemen mit einem Quadratmeterpreis von locker 100 Euro, da er sehr schwer aufzutragen ist, wofür ein Fachmann benötigt wird.

Kalk-Zement-Putz

Ein Unter- und Oberputz auf der Grundlange von Kalk und Zement, der in Innenräumen wasserfeste Eigenschaften hat. Er gehört zu den klassischen Feuchtraumputztypen, die selbst dünn aufgetragen eine große Wirkung zeigen. Die robusten Eigenschaften sind ideal für einen Unterputz, vor allem wenn es sich um ein kaltes oder zugiges Mauerwerk handelt. Zugleich wird zu viel Feuchtigkeit gut aufgenommen. Selbst stärkere Belastungen werden problemlos überstanden.

Kosten: etwa 4,5 Euro pro m²

Wärmedämmputz

Der Wärmedämmputz ist ideal, wenn das Mauerwerk der Innenräume besonders kalt ist. Sie sind entweder schwer entflammbar oder nicht brennbar (DIN 4102) und werden mit zahlreichen Zusatzstoffen versehen, die diese Eigenschaft unterstützen. Die Unterputzvariante lässt sich vor allem für Mauerwerk verwenden, das nicht der EnEV (Energieeinsparverordnung) entspricht. Folgende Einsatzmöglichkeiten sind zu nennen:

  • Passivhäuser
  • Niedrigenergiehäuser
  • Dachböden
  • energetische Sanierung
  • thermische Sanierung
  • Verbesserung der allgemeinen Dämmeigenschaften

Sie sind gut dehnbar, elastisch, resistent gegen Risse und Bewegungen, sowie komplett wasserabweisend.

Kosten: 4,5 bis 6 Euro pro m²

Kunstharzputz

Eine der teuersten Varianten ist der Kunstharzputz, der nicht aus mineralischen Stoffen gewonnen wird. Es handelt sich um Dispersionsputze, die aus Polymerdispersionen gewonnen und mit den folgenden Zusatzstoffen angemischt werden:

  • Silikonharzemulsion
  • Kaliwasserglas
  • Harze (gelöst)

Sie wirken wie herkömmlicher Putz, werden aber ausschließlich für Ober- und Dekorputze verwendet. Fertig angemischt sind sie in zahlreichen Farben und Strukturen erhältlich, was sie so kostenintensiv macht. Sie haften gut auf mineralischem Unterputz, haben eine äußerst hohe Widerstandsfähigkeit und sind sogar schlagfest. WDVS (Wärmedämmverbundsysteme) und Rissüberbrückungen sind ebenfalls durch den Einsatz von Kunstharzputzen möglich.

Kosten: ab 20 Euro pro m²

Lehmputz

Lehmputz wird der Bezeichnung nach aus Lehm und einer Vielzahl von anderen Zusatzstoffen angemischt:

  • feine Erde
  • Sand
  • Tonmehl
  • Marmorsand
  • Pflanzenstärke
  • Zellulose
  • Farbpigmente
  • Pflanzenfasern

Zudem werden sie mit einer Vielzahl von sogenannten Effektstoffen versehen, die für Farben oder Körnungen sorgen. Als Oberputz ist er sehr schwierig zu verarbeiten, sieht aber elegant und ansprechend aus. Sie wirken sehr natürlich und haben gute Eigenschaften für jeden Innenraum. Lehmputz brennt nicht, ist diffusionsoffen, schalldicht und effektiv dämmend. Feuchtigkeit wird reguliert und sogar Feinstaub und Allergene aus der Luft herausgefiltert. Genau diese Eigenschaften machen den Putz so beliebt. Geeignet sind diese ebenso gut für Altbauten. Wichtig beim Aufbau von Lehmputz ist die Verwendung eines professionellen Kantenschutzes, da es sich um eine wasserlösliche Art handelt.

Kosten: 6 bis 40 Euro pro m² (stark abhängig von Qualität und Ausführung)

Kosten bei Innenputzsanierung

Natürlich dürfen neben dem Aufbau und den Arten die Kosten für den Innenputz nicht außer Acht gelassen werden. Da Innenputzsysteme feucht aufgetragen werden, kann schnell zu viel Material bestellt werden, was sich negativ auf Ihr Budget auswirkt. Die einzelnen Kostenpunkte für das Projekt müssen daher genau berechnet werden, um Verluste einzuschränken. Folgende Punkte fallen bei der Berechnung des Innenputzsystems an:

  • Material für das Innenputzsystem
  • Größe der Wand oder Decke
  • Qualität
  • Beschaffenheit der Wände
  • Neubau oder Altbau
  • Arbeitszeit- und Aufwand

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr gewünschtes Putzsystem deutlich höhere Kosten verursacht, als Sie sich vorgestellt haben. Das liegt an den einzelnen Positionen, die sehr unterschiedlich ausfallen können. Im Durchschnitt werden von 8 Euro pro Quadratmeter bis 50 Euro pro Quadratmeter ausgegangen, wobei die Qualitätsstufe die Preise erhöhen kann. Folgende Qualitätsstufen gibt es, die sich für unterschiedliche Anwendungen eignen:

  • Q1: höchste Qualität, lackierbar, glatte Oberfläche
  • Q2: gut für Malerarbeiten geeignet, Tapeten mit geringem Gewicht nutzbar
  • Q3: normale Tapeten nutzbar, matte Oberfläche
  • Q4: rauer, geeignet für Fließen und Kacheln

Euro-ZeichenIn den meisten Privathäusern werden die Qualitätsstufen Q2 bis Q4 verwendet. Mit dieser Qualitätsstufe werden ausschließlich Oberputze bezeichnet, da der Unterputz nicht die selbe Funktion einnimmt. Wenn Sie einen Q1-Putz wünschen, müssen Sie mit circa 150 bis 300 Prozent höheren Kosten für den Oberputz rechnen. Bei den anderen Qualitätsstufen hält sich die preisliche Differenz in Grenzen. Bei diesen können Sie von etwa 15 bis 50 Prozent ausgehen. Die Preiserhöhung entsteht durch den hohen Aufwand, denn die Betriebe müssen deutlich mehr Zeit und Arbeit in das Projekt (abhängig von der Qualitätsstufe) stecken. Die Kostenunterschiede zwischen Neu- und Altbau sind dagegen wie folgt zu betrachten:

  • Altbau mit Unterputz: 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter
  • Neubau oder Altbau ohne Unterputz: 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter

Bei diesen Angaben handelt es sich um Erfahrungswerte, da jeder Betrieb leicht andere Kosten verlangt. Zusätzlich können die Kosten in Westdeutschland bis zu 20 Prozent höher ausfallen, da viele Betriebe im Osten günstigere Preise für den Arbeitsaufwand verlangen. Das sollten Sie beim Vergleich der Anbieter ebenfalls beachten. Angegeben werden die Preise für den Innenputz meist in Euro pro Quadratmeter. Da die Schichtdicke im Innenbereich nicht so dick wie für den Außenputz ist, reichen Quadratmeter zur Ermittlung völlig aus. Um die Quadratmeter der zu verputzenden Fläche zu berechnen, benötigen Sie nun die folgenden Maße:

  • Länge der Wand oder Decke in m
  • Höhe der Wand oder Breite der Decke in m

Eingesetzt werden diese Werte in die folgende Formel

(Länge der Wand oder Decke in m) x (Höhe der Wand oder Breite der Decke m) = zu verputzende Fläche in m²

Die Flächen der einzelnen Wände und Decken werden anschließend miteinander addiert. Flächen der Fenster, Türen und anderen Öffnungen werden ebenfalls berechnet und vom Gesamtwert abgezogen. Da diese nicht verputzt werden, müssen Sie kein zusätzliches Material besorgen und die Arbeitszeit verringert sich entsprechend. Anhand der zu verputzenden Fläche, der Qualitätsstufe, der Art und dem Arbeitsaufwand lassen sich die notwendigen Kosten schon recht gut ermitteln.

Beispielrechnung

Um Ihnen einen Überblick über die Kosten zu geben, folgt nun ein Beispiel für einen Raum mit 40 Quadratmetern zu verputzender Wandfläche. Gewählt wurden ein Gips-Kalk-Unterputz und Gips-Oberputz, die zu den günstigen Innenputz-Varianten gehören. Folgend das Kostenbeispiel:

  • Unterputz: 700 bis 750 Euro
  • Oberputz: 350 bis 400 Euro
  • Bodenabdeckung: 180 bis 200 Euro
  • Gesamtkosten: 1.230 bis 1.350 Euro
  • Kosten pro m²: 30,75 bis 33,75 Euro

Enthalten in diese Preise sind dabei bereits die Kosten für den Betrieb, zum Beispiel die Gehälter und Anfahrt. Ebenso die Vorbereitung des Untergrunds. Da Gipsputze nur einen geringen Aufwand benötigen, halten sich die Kosten in diesem Fall gering. Anhand der Materialkosten und den Kosten für den Betrieb können Sie die Rechnung selbst erstellen. Informieren Sie sich daher vorab über Stundensätze, Gehälter oder Pauschalen, um den ungefähren Preis selbst zu ermitteln, indem Sie diesen mit den Materialkosten verrechnen. Schon allein an den Materialkosten, wie oben aufgeführt, sind die Preissteigerungen abhängig der einzelnen Putzarten erkennbar. Wünschen Sie als Beispiel einen Q1-Innenputz, könnten die Kosten wie folgt ausfallen:

  • Unterputz: 700 bis 750 Euro
  • Oberputz: 1.000 bis 1.250 Euro
  • Bodenabdeckung: 180 bis 200 Euro
  • Gesamtkosten: 1.880 bis 2.200 Euro
  • Kosten pro m²: 47 bis 55 Euro

Wie Sie erkennen können, ist ein hochwertiger Oberputz fast doppelt so teuer. Wird dazu ein teurerer Unterputz gewählt, kann das Verputzen selbst bei kleinen Räumen zu einem enormen Kostenaufwand führen. Bei der Erneuerung des Oberputz dagegen wird deutlich weniger gezahlt, da der alte entfernt und ersetzt wird. Das könnte wie folgt aussehen, wenn es sich um tapezierte Wände handelt und einen Q3-Oberputz:

  • Oberputz: 350 bis 400 Euro
  • Tapete entfernen: 250 bis 300 Euro
  • Bodenabdeckung: 180 bis 200 Euro
  • Gesamtkosten: 780 bis 900 Euro
  • Kosten pro m²: 19,5 bis 21 Euro

Die Kosten für das Verputzen einer Decke werden auf die gleiche Weise berechnet. Bei einem Raum mit 40 Quadratmeter Wandfläche und 20 Quadratmeter Decke werden diese den Gesamtkosten angerechnet. Bei der Rechnung werden aber nicht die Kosten für die Bodenabdeckung erhöht, da diese immer gleich bleibt. Das letzte Beispiel geht auf das Verputzen der Wände und Decke mit Innenputz ein:

  • Unterputz: 1.050 bis 1.125Euro
  • Oberputz: 1.500 bis 1.875 Euro
  • Bodenabdeckung: 180 bis 200 Euro
  • Gesamtkosten: 2.730 bis 3.200 Euro
  • Kosten pro m²: 45,5 bis 53,5 Euro

Wichtig bei der Kostenerstellung ist die richtige Planung, inklusive der Erfassung der Mauerart und der erforderlichen Grundierungen für den Putz. Für einen Neubau betragen die Kosten des gesamten Innenputz etwa drei Prozent. Die Kosten schwanken stark von Region zu Region und von Betrieb zu Betrieb. Vergleiche sind aus diesem Grund essentiell, bevor Sie den Innenputz in Auftrag geben.

Eigenleistung möglich?

An dieser Stelle eine der wichtigsten Fragen in Bezug auf den Innenputz auf: Können Kosten durch das selbstständige Verputzen gespart werden? Hier muss ganz klar mit einem Nein geantwortet werden. Verputzen ist ein schwieriges Projekt, bei dem eine Menge schief gehen kann. Beim modernen Verputzen werden spezielle Geräte für den Spritz- oder Maschinenputz verwendet, die deutlich genauere Ergebnisse liefern als handverputzte Systeme. Zwar sind die Gesamtkosten dabei durch Ihre Eigenleistung deutlich geringer, doch ist das Ergebnis nur mangelhaft. Überlassen Sie die Arbeit aus diesem Grund unbedingt professionellen Betrieben oder Unternehmen, damit Sie am Ende nicht zur Beseitigung von Mängeln draufzahlen müssen.

Tipp: Falls Sie kleine Ausbesserungen im Oberputz vornehmen wollen, ist das hingegen kein Problem und kann problemlos von Ihnen ausgeführt werden, denn in diesem Fall benötigen Sie nur eine kleine Maurerkelle und den passenden Oberputz. Ebenso ist das eigenständige Verputzen über einen Fertigputz möglich, da diese keine speziellen Maschinen für ein gutes Ergebnis benötigen.

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