Induktionskochfeld

Das Induktionskochfeld gilt derzeit als das Nonplusultra in puncto Technik und Innovation. Gegenüber den herkömmlichen Kochfeldern bietet die Induktionstechnik einige unschlagbare Vorteile. Doch diese werden auch von lästigen Nachteilen begleitet. Wir zeigen Ihnen daher die wichtigsten Vor- und Nachteile. So können Sie für sich und Ihre Familie selbst entscheiden, was Sie bei Induktion erwarten.

Induktionskochfelder erzeugen mit den Induktionsspulen ein Magnetfeld. Durch dieses Magnetfeld werden bestimmte Kochgeschirre erwärmt, die ebenfalls magnetisch sein müssen. So die vereinfachte Erklärung für das Kunststück, das die Magnetspule ausführt. Darin liegt aber auch schon ein Nachteil, der bei Induktionskochfeldern entsteht. Es kann nicht jedes Kochgeschirr verwendet werden. Während beispielsweise hitzebeständiges Glas auf allen anderen Herdarten verwendet werden kann, fehlt hier einfach der magnetische Boden, der den Kontakt herstellt zur Induktionsspule. Im Überblick zeigen wir die weiteren Vor- und Nachteile der Induktionsfelder auf.

Wie funktioniert Induktionstechnik?

Auch wenn sich das Induktionsgerät optisch nicht von einem herkömmlichen Ceranfeld unterscheidet, ist doch die Wirkungsweise gänzlich anders. Hier wird nicht die Ceranglasplatte erwärmt, sondern nur der Boden des Kochgeschirrs. Dies geschieht durch ein magnetisches Wechselfeld, das unter der Glaskeramikplatte von einer Spule erzeugt wird, die von Hochfrequenzstrom durchflossen wird. Der Wandler erzeugt dabei eine Stromfrequenz zwischen 20 und 100 kHz.

Da die Glaskeramik kein Eisen enthält, kann sie sich nicht erwärmen, wenn der Strom hindurchfließt. In einem leitfähigen Topfboden hingegen wird der Strom sofort in Hitze umgewandelt. So funktioniert die Induktionserhitzung zwar bei einigen Töpfen, die zunächst nicht dafür geeignet sind, einfach weil das Metall ein wenig leitet. Töpfe aus Kupfer sind hierfür ein Beispiel. Doch optimal und verlustfrei ist das nicht. Die optimalen Töpfe für das Kochen mit Induktionsherden sind aus ferromagnetischem Metall und müssen mindestens mit einer rostfreien Eisenlegierung überzogen worden sein.

Funktionsweise Induktionskochfeld
Funktionsweise Induktionskochfeld

Das ferromagnetische Material bündelt das durch den Strom erzeugte magnetische Wechselfeld direkt im Topfboden. Dadurch wird die direkte und schnelle Wirkung der Induktionstechnik erzielt. Allerdings sorgt das ebenfalls für einige der Nachteile, die in der Induktionstechnik liegt. Wird Kochgeschirr verwendet, das nicht ausreichend magnetisch ist, wird das Magnetfeld im Topfboden nicht ausreichend gebündelt und dadurch im Raum verbreitet. Die Folge ist eine schlechte elektromagnetische Umweltverträglichkeit. So kann ein fehlerhaftes Magnetfeld andere elektrische Geräte stören oder hochempfindliche Elektronik sogar beschädigen.

Vorteile von Induktionskochfeldern

Die Induktionstechnik bringt beim Kochen viele Vorteile, die jedoch meist eine vollständige Umstellung der Gewohnheiten erfordern. So ist vieles des vorhandenen Kochgeschirrs mit der neuen Technik nicht mehr zu nutzen. Überzeugend ist aber die Zeitersparnis beim Kochen mit der Induktionstechnik.

Geringer Stromverbrauch

Induktionskochfelder sind besonders günstig im Hinblick auf den Stromverbrauch, weil die Vorwärmzeit der Herdplatte komplett entfällt. Das Induktionsfeld soll laut Studien etwa ein Drittel weniger an Strom benötigen. Außerdem gibt es keine oder nur ganz geringe Verluste bei der Übertragung der Wärme, da hier nicht erst eine Herdplatte oder ein Ceranfeld erwärmt werden muss. Außerdem wird auch der Topf nicht von außen erwärmt, sondern vom inneren Kern des Bodens.

Kostenvergleich Induktion
Kostenvergleich

Schnelligkeit

Keine Kochtechnik ist schneller als die Induktionstechnik. Dies liegt wieder an der direkten Übertragung des magnetischen Stromfelds. Sogar Gas kann einen Topf nicht so schnell erhitzen, wie die Induktionsspulen dies vermögen, da sie nur unregelmäßig von außen auf den Topfboden treffen. Die Induktion findet jedoch direkt im Topfboden statt.

Wechsel der Temperatur

Auch beim Verändern der Temperatur ist Induktion unschlagbar schnell. Unmittelbar nach dem Wechsel der Einstellung am Induktionskochfeld kommt die Veränderung auch bei in Ihrem Topf an. Dies geschieht ebenfalls innerhalb des Topfbodens und nicht in der Kochplatte.

Komfort und Sicherheit

Da das Kochfeld kalt bleibt, ist das Kochen mit der Induktionstechnik sicherer, insbesondere in Haushalten mit kleineren Kindern. Die Kochplatte wird lediglich bei einem längeren Kochvorgang durch die Abwärme des Topfes erwärmt, erhitzt sich aber nie im gleichen Maße, wie dies eine herkömmliche Platte tun würde. Es wird von dem Magnetfeld durch die Induktion nur der Topf erwärmt, nicht jedoch die Kochplatte selbst.

Weniger Anbrennen

Durch die schnellen exakten Temperaturwechsel bei einem Induktionskochfeld brennt das Essen weniger an und richtiges Einbrennen findet nahezu gar nicht mehr statt. Durch die Induktion lässt sich das Kochgeschirr anschließend auch noch leichter reinigen.Induktionskochfeld Formen

Formen und Kochflächen

Ähnlich wie bei einem Ceranfeld sind unterschiedliche Kochfeldformen mit vielen Erweiterungen möglich. Zuschaltbare Außenringe oder ovale Kochfelder sind leicht realisierbar. Große Bräter werden durch diese Möglichkeiten nicht nur in der Mitte erhitzt, sondern über die komplette Bodenfläche hinweg.

Nachteile bei Induktion

Selbstverständlich hat eine so innovative Technik auch deutliche Nachteile, die für viele Nutzer nicht zu akzeptieren sind.Vor- und Nachteil

Hohe Anschaffungskosten

Komplette Kochfelder mit Induktionsspulen sind teilweise doppelt so teuer wie ein vergleichbares Cerankochfeld. Selbst einzelne Kochplatten mit Induktion sind etwa ein Drittel teurer als einzelne elektrische Kochfelder. Durch die Stromeinsparung sind diese Kosten kaum in einem vernünftigen Zeitabschnitt einzusparen.

Gesundheitsgefährdung

Die Wissenschaftler sind sich immer noch nicht komplett einig, ob die Magnetfelder, die durch die Induktionstechnik erzeugt werden, nicht doch schädlich sind. Daher wird tatsächlich Personen mit Herzschrittmachern davon abgeraten, ein Induktionskochfeld zu nutzen. Auch schwangere Frauen sollten vorsichtig mit der Magnettechnik des Induktionskochfelds umgehen. Die Wissenschaftler raten dazu stets Kochtöpfe oder Pfannen zu nutzen, die das Magnetfeld der Platte komplett abdecken.

Ungeeignete Töpfe

Die besseren Induktionsherde sind in der Lage zu erkennen, wenn der Topf auf der Kochfläche nicht geeignet ist. Sie schalten dann das Magnetfeld selbstständig aus. Auch wenn der Topf zu klein für die Fläche ist, greift bei diesen Herden die Automatik. Billige Modelle können das nicht und verteilen immer weiter ihre elektrischen Energiefelder. Außerdem werden manche Induktionsplatten von metallischen Gegenständen getäuscht, die von dem Magnetfeld dann erhitzt werden.

Kosten für Kochgeschirr

Hochwertige Töpfe und Pfannen sind ohnehin nicht ganz günstig. Lästig ist aber bei der Induktionstechnik, dass keine Töpfe aus Glas oder Keramik eingesetzt werden können. Auch viele recht gute Edelstahltöpfe lassen sich nicht direkt auf dem Induktionskochfeld einsetzen. Teilweise kann dieses Problem durch eine zusätzliche magnetische Metallplatte gelöst werden, die zwischen die beiden Komponenten gelegt wird. Allerdings wird dann auch auf die Vorteile der Technik verzichtet, denn hier wird wieder zunächst die Metallplatte erhitzt, die dann erst den Topf erwärmt.Geschirr für Induktionskochfeld

Geräuschkulisse

In den meisten Induktionskochfeldern ist mindestens ein leistungsstarker Lüfter eingebaut. Dieser sorgt für eine unangenehme Geräuschkulisse rund um den Herd. Gleichzeitig verursacht der Betrieb der elektrischen Spulen leichte Zirpgeräusche oder ein Brummen. Da diese Geräusche außerdem etwas ungleichmäßig und unharmonisch auftreten, wird die Geräuschbelästigung nicht durch einen Gewöhnungseffekt gemildert. Viele Haustiere reagieren stark auf die Geräusche, selbst wenn die Menschen sie nicht wahrnehmen. Sollte der Hund also plötzlich jaulen oder winseln, wissen Sie, dass es am Induktionsfeld liegen kann.

Preise für Induktionsgeräte

Die Anschaffungskosten für die modernen Induktionsgeräte sind in jeder Sparte teurer als vergleichbare Geräte ohne Induktionstechnik.Kosten

  • günstige Ausführung – Induktionskochfeld mit Backofen als Standgerät
    • ab etwa 500,00 Euro
  • bessere Ausführung mit verschiedenen Extras – Induktionskochfeld mit Backofen als Standgerät
    • ab etwa 800,00 Euro
  • exklusive Ausführung mit vielen Extras (auch im Backofen) – Induktionskochfeld mit Backofen als Standgerät
    • ab etwa 1.000,00 Euro
  • Einbaukochfeld mit vier Fräsern – ein Feld erweiterbar
    • ab etwa 400,00 Euro
  • Einzelkochplatte mit Induktionstechnik – frei stehend
    • ab etwa 40,00 Euro
  • magnetischer Untersetzer für Töpfe / gleichzeitig als Prüfer für Topfeignung nützlich
    • etwa 15,00 Euro

Fazit

Ob ein Induktionsherd etwas für Sie ist, lässt sich relativ einfach durch eine Kostenaufrechnung entscheiden. Kochen Sie nur gelegentlich auf dem Herd, wird es sich in den nächsten Jahren keinesfalls lohnen, auf die innovative Induktionstechnik umzusteigen.

Kochen sie jedoch mindestens einmal täglich auf mehreren der Kochplatten für Ihre Familie, sparen Sie nicht nur Strom ein, sondern in hohem Maße auch Ihre kostbare Zeit. Sie werden teilweise die Hälfte Ihrer Zeit am Herd einsparen können. Die sollte Ihnen einiges wert sein, denn die höheren Anschaffungskosten für den Induktionsherd und die vielen neuen Töpfe bekommen Sie durch die Stromeinsparung erst nach langer Zeit wieder herein. Ob der Induktionsherd jedoch so viele Jahre hält, wie benötigt werden, um die Einsparung zu erzielen, ist fraglich.

Tipps für Schnellleser

  • Vorteile
    • schnelleres Kochen mit Magnettechnik
    • Temperatureinstellung reagiert schneller
    • Kochplatte wird selbst nicht heiß
    • geringerer Stromverbrauch mit Induktion
    • viele Extras und erweiterbare Kochfelder möglich
  • Nachteile
    • deutlich höhere Anschaffungskosten
    • lediglich bestimmte Töpfe und Pfannen geeignet
    • geeignetes Kochgeschirr lässt sich mit Magneten prüfen
    • älteres Kochgeschirr oft nicht geeignet
    • Töpfe für Induktionsherde ebenfalls teurer
    • Lüfter im Herd verursacht starke Geräusche
    • Folgen für Gesundheit durch Magnetfelder nicht geklärt

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