Alte Holzfenster weisen einen ganz besonderen Charme auf und sollten daher wenn möglich erhalten werden. Mit einigen Tipps lassen sie sich effektiv renovieren, sodass sie in neuem Glanze erscheinen. Sie werden durch die Behandlung für die Zukunft geschützt und weisen gleichzeitig ein attraktives Erscheinungsbild auf. In unserem Ratgeber erhalten Sie wertvolle Anleitungen zum Streichen, Lasieren und Abdichten.

Das Abdichten der Holzfenster hilft dabei, Energiekosten einzusparen. Ein häufiges Problem von älteren Fenstern ist, dass diese nicht dicht sind und somit an einigen oder auch mehreren Stellen die kalte Luft von außen hineinlassen. In unserem Ratgeber stellen wir Ihnen daher zwei Möglichkeiten vor, wie Sie die Fenster abdichten können. Durch einen Lack beziehungsweise durch das Lasieren schützen Sie das Material und sorgen für ein neues und ansprechendes Erscheinungsbild. Hierbei gilt es, effektiv und nachhaltig zu arbeiten und die richtigen Mittel auszuwählen. Durch diese drei verschiedenen Arbeiten können Sie die Holzfenster renovieren und somit erhalten und aufarbeiten.

Das Renovieren: Holzfenster lackieren

Schritt 1: Vorüberlegungen
Als erstes müssen Sie entscheiden, ob Sie die Fenster von innen, von außen oder von beiden Seiten streichen möchten. Sollten Sie sich für einen beidseitigen Anstrich entscheiden, dann müssen Sie den Flügel aus dem Rahmen nehmen, ansonsten kann er drinnen verbleiben.

Stabile Arbeitsböcke verwenden
Stabile Arbeitsböcke verwenden

Schritt 2: Arbeitsplatz auswählen
Wenn Sie sich für einen Ausbau des Flügels entscheiden, dann benötigen Sie in jedem Fall einen geeigneten Arbeitsplatz. Dieser sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • gute Belüftung
  • gegen Wind und Wetter geschützt
  • zwei stabile Arbeitsblöcke

Schritt 3: Aushängen des Flügels.
Hängen Sie den Flügel aus und legen Sie ihn auf die Arbeitsblöcke.

Altes Holzfenster zum Renovieren bereit
Altes Holzfenster zum Renovieren bereit

Schritt 4: Den Boden vor Verschmutzungen schützen. Nehmen Sie eine Abdeckplane und legen Sie diese auf den Boden unter die Arbeitsblöcke. Dadurch werden Lacktropfer aufgefangen.

Schritt 5: Montieren Sie die Griffe der Flügel sowie eventuell vorhandene Beschläge ab. Beim Lackieren würden die Bauteile ansonsten mit Farbe beschmutzt werden.

Schritt 6: Zwischen Glas und Fensterflügel ist in der Regel Silikon angebracht. Sollte dieses poröse oder verschimmelt sein, dann müssen Sie es ebenfalls entfernen. Oftmals ist der untere Bereich des Fensters besonders stark betroffen, dass Kondenswasser nach unten fließt.

Altes Silikon
Altes Silikon

Schritt 7: Schaben Sie abblätternden Lack ab.
Arbeiten Sie hierfür mit einem Spachtel und entfernen Sie den porösen Lack. Dies ist wichtig, damit eine glatte Oberfläche entsteht, auf welcher der neue Lack gut haften kann. Letzte Unebenheiten werden mit Schleifpapier behoben. Dabei ist es wichtig, dass Sie poröse Lackstellen komplett entfernen und bis auf das Holz abschleifen. Beginnen Sie mit einem groben Schleifpapier und wechseln Sie später zu einem feineren Papier (Körnung 120 bis 150). Verbleibende Lackreste müssen angeraut werden, damit neuer Lack halten kann.

Alten Lack grob mit dem Spachtel entfernen
Alten Lack grob mit dem Spachtel entfernen

Tipp: Damit Sie das Glas beim Schleifen nicht beschädigen, kleben Sie die Glasfläche in allen relevanten Bereichen mit Klebeband ab. Achten Sie darauf, dass sich das Klebeband später leicht wieder entfernen lässt. Im Allgemeinen ist Malercrep gut geeignet. Kleben Sie den Fensterflügel auf einem 3 bis 5 Zentimeter breiten Rand ab und überkleben Sie auch das noch vorhandene Silikon.

Schritt 8: Abschleifen
Sollte das Fenster über stark verwitterte Stellen verfügen, dann schleifen Sie diese ab. Hierfür eignen sich ein Elektroschleifer oder ein Schleifklotz.

Holz abschleifen
Holz abschleifen

Tipp: Es ist besonders praktisch, wenn Sie an den Elektroschleifer einen Staubsauger anschließen. Dadurch ersparen Sie sich beim Reinigen viel Arbeit.

Schritt 9: Streichen Sie das Fenster.
Beachten Sie beim Streichen folgende Tipps:

Tipp 1: Beim Streichen sollten Sie sich zuerst auf die Stellen konzentrieren, die später nur noch schlecht erreicht werden können. Hängen Sie das Fenster zum Streichen wieder ein, dann lackieren Sie zuerst die schwer zugänglichen Stellen.

Tipp 2: Wenn Sie zum Lackieren Alkydharzlack verwenden, dann müssen Sie mit einer relativ langen Trocknungszeit rechnen. Daher ist es in diesem Fall von Vorteil, das Fenster hängend zu streichen.lackieren-1

Tipp 3: Achten Sie darauf, dass unbehandelte Holzstellen mit einem dickeren Anstrich versehen werden als Stellen, an welchen der Lack noch weitestgehend in Ordnung ist.

Tipp 4: Verwenden Sie zunächst einen Pinsel und streichen Sie dann sofort mit einem Lackroller nach. Dadurch entsteht eine besonders glatte Oberfläche.

Schritt 10: Weiter Anstriche
Dem ersten Anstrich folgenden weitere Anstriche. Je nach Ausgangssituation sollten Sie zwei bis drei mal streichen. Schleifen Sie zwischendurch die lackierten Stellen mit Schleifpapier an (Körnung 150).

Tipp: Solange der Lack noch nicht getrocknet ist, sollten Sie das Fenster geöffnet beziehungsweise gekippt lassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Flügel am Rahmen festklebt.

Schritt 11: Silikon auftragen
Haben Sie zuvor das Silikon entfernt, dann bringen Sie nach dem Trocknen der Farbe neues Silikon auf.

Dichtung-4

  • Mischen Sie Wasser und Spülmittel in einer kleinen Schale an.
  • Arbeiten Sie mit einer Kartusche und bringen Sie damit das neue Silikon auf.
  • Mit einem Silikonabzieher und dem Wasser ziehen Sie das Silikon ab.

Das Renovieren: Holzfenster abdichten

Gründe für das Abdichten der Fenster:

  • Durch undichte Fenster kommt es zur Erhöhung der Heizkosten. Die Wärme wird abgeleitet und Kälte dringt ein.
  • Der Wohnkomfort sinkt, da bei großen Undichtigkeiten die Zugluft als störend empfunden wird.
  • Undichte Fenster sind ein Risikofaktor für die Schimmelbildung. Feuchtigkeit dringt ein und es kommt zum Aufeinandertreffen von kalter Außenluft und warmer Heizungsluft. Dadurch bildet sich Kondenswasser, das sich am Fenster beziehungsweise dem Fensterrahmen niederschlägt.

So identifizieren Sie undichte Stellen

Nicht immer sind undichte Stellen mit bloßem Auge zu erkennen. Wenn Sie ein oder mehrere Fenster abdichten möchten, dann überprüfen Sie am besten alle Fenster bezüglich ihrer Dichtigkeit.

Im Winter können Sie Luftzüge in Rahmennähe oftmals mit der Hand bemerken. Führen Sie hierfür die flache Hand in rund einem Zentimeter Entfernung parallel zum Rahmen.Feuerzeug-2

Zum Identifizieren von undichten Stellen können Sie auch ein Feuerzeug nutzen. Halten Sie das Feuerzeug in die Nähe vom Rahmen und beobachten Sie die Flamme. Ist der Rahmen undicht, dann beginnt die Flamme durch den Luftzug zu flackern.

Achtung: Seien Sie hierbei vorsichtig, da die Flamme auf keinen Fall den Rahmen berühren darf. Beachten Sie, dass bei einem Luftzug die Flamme flackert und somit dem Rahmen näher kommen kann. In diesem Fall kann Brandgefahr bestehen.

Abdichten mit Acryl

Acryl ist sehr gut zum Abdichten der Fenster geeignet.Abdichten mit Acryl

  1. Säubern Sie den Falz mit einem Spachtel. Entfernen Sie lose Lacksplitter.
  2. Rauen Sie den Falz mit Hilfe von grobem Schleifpapier an. Dadurch kann das Acryl besser haften.
  3. Spritzen Sie alle Rillen mit Acryl aus. Verwenden Sie eine Kunststofffolie, welche Sie zuvor mit ein wenig Öl benetzt haben, als Trennmittel zwischen dem Fensterflügel und dem frischen Acryl. Dadurch passt sich die Masse beim Schließen des Fensters sowohl dem Falz als auch dem Rahmen an. Somit wird die Dichtigkeit optimiert.
  4. Lassen Sie das Acryl rund 24 Stunden aushärten und entfernen Sie anschließend die Kunststofffolie. Mit Hilfe eines Cutters schneiden Sie nun die Acrylnasen ab.

Abdichten mit Schaumstoffdichtung

Wer kein Acryl verwenden möchte, der kann als Alternative auch eine selbstklebende Schaumstoffdichtung verwenden. Säuern Sie hierfür zunächst einmal die Oberfläche des Rahmens und bringen Sie anschließend die Schaumstoffdichtung an. Der Vorteil dieser Variante ist die einfache Anbringung. Nachteilig wirken sich die schnelle Abnutzung und die hohe Kosten aus.

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Das Renovieren: Holzfenster lasieren

Eine Lasur kann entweder als Dünnschichtlasur oder als Dickschichtlasur aufgebracht werden.

  1. Die Dünnschichtlasur

Bei der Dünnschichtlasur handelt es sich um einen Anstrichstoff, der offenporig, durchscheinend und durchsichtig ist. Vergleicht man ihn mit der Dickschichtlasur, dann stellt man fest, dass er einen geringeren Bindemittelgehalt aufweist. Der Vorteil liegt in der leichteren Verarbeitung. Sie tragen die Lasur auf das Holz auf und es dringt tief in die Struktur des Holzes ein. Sie profitieren von einer langen Haltbarkeit, da Dünnschichtlasuren nicht abblättern und somit über eine lange Nutzungsdauer verfügen. Nachteilig wirkt sich allerdings die Tatsache aus, dass viele Dünnschichtlasuren lösemittelhaltig sind. Hinzu kommt die Eigenschaft des Holzes auch weiterhin Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Dadurch ist es dem Verwitterungsprozess unterlegen.

  1. Die Dickschichtlasur

Auch bei der Dickschichtlasur handelt es sich um einen durchsichtigen, offenporigen und durchscheinenden Anstrichstoff. Er verfügt allerdings über einen sehr hohen Anteil an Bindemitteln mit einem Festkörpergehalt von mehr als 35 Prozent. Auch die Konsistenz ist größer und die Pigmentierung ist höher. Es handelt sich um eine Farbe, die ähnlich wie ein Lack, auf Alkydharzbasis oder Acrylharzbasis gefertigt sein kann. Mittel auf Acrylbasis sind wasserhaltig, Produkte auf Alkydharzbasis lösungsmittelhaltig. Sie haben die Auswahl, ob Sie sich für eine Dickschichtlasur entscheiden, welche die natürliche Maserung erhalten oder ob Sie eine Lasur mit einem Farbton verwenden. Dadurch haben Sie verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.

Tipp: Die Dickschichtlasur stellt einen fühlbaren Film auf der Oberfläche her. Es ist wichtig, dass Sie die Lasur möglichst gleichmäßig auftragen, um eine glatte Struktur zu erhalten.

Der Vorteil der Dickschichtlasur ist, dass das Eindringen von Feuchtigkeit über einen langen Zeitraum hinweg unterbunden wird. Sie wird daher bei alten Holzfenstern der Dünnschichtlasur im Allgemeinen vorgezogen. Allerdings kommt es nach einigen Jahren zum Abblättern der Lasur, da diese spröde wird.

So bringen Sie die Lasuren auf das HolzHolzlasur-1

  1. Als erstes müssen Sie das Fenster vor dem Lasieren gründlich reinigen. Befreien Sie es vor allem von alten Farbresten. Hierfür können Sie auch Schleifpapier oder Schleifvlies einsetzen. Verwenden Sie eine möglichst feine Körnung.
  2. Kleben Sie den Fensterrahmen mit Malerkrepp ab. Dies ist wichtig, damit Ihnen ein sauberer Anstrich gelingt.
  3. Tragen Sie zunächst einmal einen Holzschutzgrund auf. Dadurch wird das Holz vor Schimmel und Pilzen geschützt.
  4. Lassen Sie das Fenster nach dem Anstrich gründlich trocknen.
  5. Verteilen Sie die Dünnschichtlasur beziehungsweise die Dickschichtlasur gleichmäßig auf der Oberfläche.
  6. Auch dieser Anstrich muss gut trocknen. Bei Bedarf können Sie einen zweiten Anstrich aufbringen.

Tipps für Schnellleser:

  • alte Holzfenster können lasiert werden
  • Dünnschichtlasur oder Dickschichtlasur verwenden
  • Dickschichtlasur schützt gegen Feuchtigkeit
  • Dünnschichtlasur ist einfach in der Handhabung
  • beide Varianten mischen: erst Dickschichtlasur
  • Fenster streichen: vorher gut abschleifen
  • Malerkrepp zum Abkleben verwenden
  • ausreichend trocknen lassen
  • Fenster abdichten: Acryl verwenden
  • Acryl ist langlebiger
  • selbstklebende Schaumstoffdichten sind einfach in der Anwendung
  • Schaumstoffdichtungen sind teurer und weniger haltbar

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