Holzbalken verbinden: DIY-Anleitung wie Sie Holz verbinden

Holzbalken verbinden

Sie wollen Holzbalken verbinden, zum Beispiel wenn Sie einen Rahmen für ein Bauprojekt fertigstellen müssen? Kein Problem, denn über die Jahrhunderte haben Menschen zahlreiche Methoden entwickelt, selbst schwere Balken zu verbinden, die hohe Lasten wie ein Dach tragen können. Einige dieser Methoden lassen sich besonders einfach von Ihnen anwenden. Dafür werden nur das richtige Werkzeug und eine detaillierte Anleitung benötigt.

Holzbalken sind die Grundlage für zahlreiche Bauprojekte, von Betten über Gerüste bis hin zu Flachdächern, die fest miteinander verbunden werden müssen. Im Hobby- und Heimbereich müssen Sie nur selten Holz verbinden, geschweige denn Holzbalken, die im Vergleich zu Latten schwerer und dicker sind. Wenn Sie Holzbalken verbinden wollen, können Sie von einer Vielzahl unterschiedlicher Methoden Gebrauch machen, die die Arbeit deutlich erleichtern. Für den Großteil der Methoden benötigen Sie nur die richtigen Materialien, um schnell und effektiv mehrere Balken zu verbinden. Holz verbinden ist nicht schwer, solange die notwendigen Materialien und Werkzeuge zur Verfügung stehen.

Material und Methoden

Die Auswahl der Materialien und Werkzeuge ist abhängig von der Methode, die Sie wählen, um die Balken aus Holz zu verbinden. Ihnen stehen hierbei mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

1. Flachverbinder: der Flachverbinder ist eine der einfachsten Methoden, um Holzbalken zu verbinden. Bei diesem Verbinder handelt es sich um ein flaches Stück Metall, das wie alle Verbinder mit Löchern versehen ist, durch die Schrauben geführt werden können. Die einfache Form erlaubt das Verbinden von senkrechten mit waagerechten Holzbalken, sobald diese von anderen Balken zusätzlich gestützt werden. T-Formen sind mit den Flachverbindern möglich. Die Kosten betragen etwa 25 bis 90 Cent pro Stück, abhängig von den Ausmaßen, der Stärke und der Anzahl der Löcher.

Flachverbinder

2. Kreuzflachverbinder: Kreuzflachverbinder werden für den gleichen Zweck wie Flachverbinder genutzt, nur können mit diesem drei Balken über eine Kreuzverbindung verbunden werden. Sie sind ebenfalls als T-Verbinder bekannt und ähnlich vom Preis gestaltet.

Kreuzflachverbinder

3. Winkelverbinder: mit Winkelverbindern lässt sich Holz in einem rechten Winkel verbinden. Sie sorgen für hohe Stabilität, wenn mehrere Winkelverbinder an einer Hauptstrebe befestigt werden, die mehrere Balken tragen muss. Die Kosten belaufen sich auf etwa 30 bis 50 Cent pro Stück.

Winkelverbinder

4. Strebenverbinder: bei den Strebenverbindern handelt es sich um eine zusätzliche Verstärkung von rechten Winkeln. Diese Verbinder sind mit einem Winkel von 135° versehen, der sich ideal für die Verstärkung von 90° nutzen lässt. Sie sind ebenfalls leicht anzuwenden und sind nicht teurer wie die Winkelverbinder.

Holzbalken vebinden

5. Vielzweckverbinder: Vielzweckverbinder sind eine Alternative zu Streben- und Kreuzverbindern, die sich im Winkel anpassen lassen oder für mehrere Winkel funktionieren. Das macht sie, wie der Name sagt, vielfältig. Aus diesem Grund sind sie deutlich teurer, können aber für schwierige Konstruktionen gut eingesetzt werden, wenn herkömmliche Verbinder nicht passen. Sie sorgen zudem für eine zusätzliche Verbindung durch das verstellbare Endteil, wenn eine Verbindung nicht ausreicht. Der Preis beläuft sich auf 1 bis 1,50 Euro pro Stück.

Vielzweckverbinder

6. Gerberverbinder: Gerberverbinder werden zur Verbindung von Holzbalken genutzt, die eine Verlängerung darstellen sollen. Das heißt, wenn Sie zwei Holzbalken verbinden wollen, deren Länge fünf Meter beträgt um am Ende auf zehn Meter zu kommen, wenden Sie Gerberverbinder an. Diese kommen in zwei Ausführungen zum Einsatz:

  • schräg
  • gerade

Gerberverbinder

Beide verfolgen den gleichen Zweck, jedoch ist die schräge Variante meist stabiler, da sie die Balken oben und unten verbinden und nicht nur unten wie bei den geraden Gerberverbindern. Die Kosten sind recht hoch mit 2,50 Euro bis 4 Euro pro Stück.

7. Sparrenpfettenverbinder: Sparrenpfettenverbinder verbinden zwei Holzbalkentypen, die typisch für die Dachkonstruktion sind, nämlich Sparren und Pfetten. Da es sich bei diesem um schwer zu verbindende Teile handelt, wird die einzigartige Form der Anker benötigt. Die beiden Holzbalken werden auch hier übereinander positioniert und verbinden, nur funktionieren die Sparrenpfettenverbinder als eine Art Winkelverbinder. Es handelt sich also nicht um ein Blech wie der Reiteranker, in das die Balken gesetzt werden, sondern ein Blech, das über einen Winkel verfügt, dessen Blätter in verschiedenen Höhen greifen. Etwa 60 Cent bis 1,50 werden für Sparrenpfettenverbinder berechnet.

Holzbalken verbinden

8. Reiteranker: diese Anker eignen sich für die Verbindung von Holzbalken, die aufeinander liegen und so eine Kreuzung entstehen lassen, wie Sie für Terrassendächer oder eine Pergola benötigt werden. Die Form besteht aus einer quadratischen Grundplatte mit vier rechteckigen Seitenteilen, von denen zwei nach oben und zwei nach unten gebogen sind. Dadurch kann ein Balken auf dem anderen positioniert und über Nägel oder Schrauben verbunden werden. Die Anwendung ist besonders einfach, da die Anker nach der Größe der Balken ausgesucht werden. Die Kosten betragen 70 Cent bis 1 Euro pro Stück.

Reiteranker

9. Überblattung: die Überblattung macht ausschließlich Gebrauch vom Werkstoff Holz. Für diese benötigen Sie nur einen Bleistift und eine Säge in manueller oder elektrischer Ausführung. Bei dieser wird jeweils ein Stück Holz aus jedem Balken herausgeschnitten, die genau die gleiche Größe haben. Hieraus entsteht eine Steckverbindung, die nur mit Leim oder wahlweise Schrauben oder Nägeln fixiert wird. Die Verbindung an sich wird aber nur aufgrund der ausgeschnittenen Holzstücke ermöglicht. Durch diese können Sie Holz verbinden, ohne elektrische Geräte zu nutzen, was die Kosten sehr gering hält.

Überblattung

Ein großer Vorteil an all diesen Methoden ist die einfache Verwendung. Sie brauchen nicht wirklich Kenntnisse als Schreiner, um die Winkel, Anker oder Überblattung zu nutzen, was besonders gut für Heimwerker oder Hobbybastler geeignet ist. Im Allgemeinen sind die Kosten und der Aufwand recht gering bei allen Varianten und die Ergebnisse zufriedenstellend. Anker wählen Sie nach der Breite des Balkens aus, während Sie bei Verbindern auf die Ausmaße des Verbinders selbst achten. Je größer die Balken sind, die Sie verbinden möchten, desto größer muss der Verbinder sein. Vor allem die Breite der Winkelverbinder sollte 50 Prozent des Balkens betragen, um ihn ausreichend fixieren zu können.

Tipp: für die Verwendung der Verbinder und Anker benötigen Sie eine Bohrmaschine mit Holzbohrer, passende Schrauben und einen Akkuschrauber. Alternativ können Sie selbstschneidende Schrauben nutzen, die sich am besten für Verbindungen eignen, die nicht zu viel Gewicht tragen müssen.

Holzbalken verbinden: Anleitung

Wenn Sie Holzbalken verbinden wollen, können sie das entweder über die Verbinder und Anker oder eine Überblattung ermöglichen. Die Verbindung über Metallkomponenten gelingt schnell, einfach und immer nach dem gleichen Prinzip.

Verbinder

Die folgende Anleitung gibt eine Übersicht über die Anwendung der Verbinder:

1. Schritt: Markieren Sie an den Balken die gewünschte Verbindungsstelle mit einem Bleistift. Das ist besonders wichtig bei Gerber-, Vielzweck- und Sparrenpfettenverbindern, da diese nicht gerade, sondern versetzt sind, um ihre Funktion ermöglichen zu können. Halten Sie dafür einfach den Verbinder ans Holz und markieren Sie die Löcher.

2. Schritt: Nun nutzen Sie den Holzbohrer, um Bohrlöcher an den markierten Stellen zu erzeugen. Diesen Schritt können Sie auslassen, sobald Sie selbstschneidende Schrauben nutzen.

3. Schritt: Nun legen Sie den Verbinder an eines der Hölzer an und schrauben diesen fest. Danach fixieren Sie den anderen Balken. Bei Winkel- und Flachverbindern müssen Sie besonders gut aufpassen, dass diese richtig sitzen, sonst wird das gesamte Ergebnis schief, was zu Holzschäden führen kann. Eine Wasserwaage ist hier zu empfehlen.

4. Schritt: Sparrenpfetten- und Gerberverbinder sollten immer doppelt, also an jeder Seite, genutzt werden. Dadurch erhöht sich die Stabilität der Verbindungen.

Mit Verbindern lassen sich zahlreiche Projekte umsetzen und gerade im Heimbereich stellen Verbinder häufig die einfachste und schnellste Art dar. Jedoch sind Anker ebenso vorteilhaft und vor allem für tragende Elemente gut geeignet Reiteranker nutzen Sie auf die folgende Weise:

  • legen Sie den Balken, der den anderen Balken tragen soll, vor sich
  • nun messen Sie aus, an welcher Stelle die Verbindung erfolgen muss und markieren Sie diese
  • nun „stecken“ Sie den Reiteranker auf den Balken und fixieren ihn mit Schrauben oder Nägeln
  • anschließend markieren Sie die Stelle am zweiten Balken
  • platzieren Sie den Balken mit der Markierung auf den Anker
  • fixieren Sie ihn mit Schrauben oder Nägeln

Mehr benötigen Sie für diese Variante nicht, um Holz zu verbinden.

Überblattung

Bei einer Überblattung dagegen gehen Sie wie folgt vor:

1. Schritt: Zuerst markieren Sie die Stelle für die Überblattung. Die benötigen Maße sind hierfür die Breite und Höhe der beiden Holzbalken, die Sie verbinden möchten. Die Länge ist hier komplett unwichtig.

2. Schritt: Markiert wird die Breite des Holzbalkens. Legen Sie diesen dafür entweder auf den anderen Balken und zeichnen Sie die Breite auf dem Holz nach oder nutzen Sie einfach einen Zollstock. Von oben gesehen müssten nun auf beiden Balken zwei Linien zu sehen sein.

3. Schritt: Nun wird eine weitere Markierung direkt in der Mitte des Holzbalkens angebracht. Wenn Sie zum Beispiel einen Holzbalken mit einer Höhe beziehungsweise Stärke von sechs Zentimetern nutzen, machen Sie eine Markierung bei drei Zentimetern bei beiden Hölzern.

4. Schritt: Verlängern Sie nun die Markierungen aus Schritt 2 bis zur Markierung von Schritt 3.

5. Schritt: Nun sägen Sie den markierten Teil aus dem Holz der beiden Balken. Nach dieser Prozedur müssten Sie zwei gleich große Holzstücke als Reste und zwei Holzbalken mit jeweils einer gleich großen Aussparung zur Verfügung haben.

6. Schritt: Nun können Sie sich entscheiden, die Verbindung zu leimen, nageln oder schrauben. Falls Sie sich Leimen entscheiden, tragen Sie nun kräftigen Holzleim auf die Verbindungsstellen auf.

7. Schritt: Verbinden Sie die Holzbalken über die Aussparungen. Wenn Sie richtig ausgemessen und sauber gesägt haben, sitzen die Teile wie angegossen und stehen nicht über. Drücken Sie das Holz etwas an, falls Sie Leim benutzen. Falls Sie Schrauben oder Nageln, müssen Sie diese nun anwenden, um das Projekt fertigzustellen.

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