Holzbackofen selber bauen – Kostenlose Bauanleitung

Holzbackofen selber bauen, kostenlose Bauanleitung

Pizza, Brot und Braten aus einem Holzbackofen – da geht bei Gourmets das Herz auf. Diese einzigartige Kombination der natürlichen Materialien und der traditionellen Art der Befeuerung gibt den zubereiteten Speisen ihr einzigartiges Aroma. Um dies zu erreichen ist ein äußerst massiver Ofen notwendig. Lesen Sie in diesem Text, wie Sie zu ihrem eigenem Holz- oder Steinbackofen kommen.


Nicht aus Holz sondern aus Stein

Ein Holzbackofen ist kein Backofen aus Holz, ganz im Gegenteil. Sein Namen rührt von seiner Art der Befeuerung her: Diese massiven Herde werden mit Holz befeuert. Gebaut wird der Holzbackofen jedoch ausschließlich mit feuerfesten Materialen. Darum wird dieser Herd auch als „Steinbackofen“ bezeichnet.

Ein Steinbackofen ist ein echtes, kleines Bauwerk, das nach dem Errichten nicht mehr versetzt werden kann. Er verbreitet aber durch sein knisterndes Feuer, seine angenehmen Düfte und seine rustikale Ausstrahlung eine besonders angenehme Atmosphäre. Richtig errichtet ist er zudem wetterfest. Ein Steinbackofen ist daher als Gartenobjekt eine ideale Alternative bzw. Ergänzung zum Grillplatz.

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Bauanleitung für den Holzbackofen

Ein Steinbackofen ist ein gemauertes Bauwerk von ca. 1,50 Metern Höhe. Eine Baugenehmigung ist für ihn nicht erforderlich. In Mietshäusern sollte aber der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden, bevor eine solche Feuerstelle errichtet wird. Zudem ist viel handwerkliches Geschick nötig.

Wenn dies fehlt, muss entsprechend viel Zeit eingeplant werden. Da außerdem Abbindezeiten und Trocknungszeiten von Beton, Putz und Mörtel beachtet werden müssen, ist der Bau vom Steinbackofen recht langwierig. Insgesamt muss man mit 3 – 4 Wochen rechnen, bis das erste Brot in die Brennkammer geschoben werden kann.

Die Bauphasen sind:

  • Planung
  • Gründung
  • Unterbau
  • Oberbau
  • Dach
Holzbackofen selber bauen, kostenlose Bauanleitung, Holzbackofen-Modell-Beispiel
Holzbackofen selber bauen, Holzbackofen-Modell-Beispiel

Planung

Gut geplant ist halb gebaut

Ein Steinbackofen ist eine dauerhafte Installation. Er ist zudem eine halboffene Feuerstelle, von der eine potentielle Brandgefahr ausgeht. Außerdem stößt er Rauch aus. Der Aufstellungsort sollte dies berücksichtigen. Er muss so aufgestellt sein, dass er zwar bequem erreichbar ist, aber das Haus weder gefährdet noch verschmutzt. Ist das aufgrund der Größe des Gartens nur schwer umsetzbar, sollte ein entsprechend langes Rauchrohr verwendet werden. Damit kann der austretende Rauch die Fassade nicht verschmutzen.

Gründung

Auf festem Grund gestellt

Ein fertiger Holzbackofen kann schnell ein Gewicht von 1 – 2 Tonnen erreichen. Darum muss für die Gründung ein besonders massives Fundament gebaut werden.

Für die Gründung wird benötigt:

  • Zollstock
  • Schnur
  • 4 kleine Pfähle
  • Spaten
  • 4 Bretter, 15 Millimeter Stärke, 2 Meter Länge, 20 cm Breite
  • ca. 2 m³ Betonkies
  • ca. 10 Sack Zement
  • Flachschaufel
  • Anrührwanne oder Mischmaschine
  • Bitumenbahnen als Feuchtigkeitssperre
  • 2 Stück Baustahlmatte 1,40 m x 1,40 m
  • 30 – 40 Schamottsteine

Fundament

Mit dem Zollstock und der Schnur wird ein gerades Quadrat von 1,50 m abgesteckt. Anschließend wird mit dem Spaten die Grundfläche bis ca. 20 cm Tiefe ausgeschachtet. Der Boden wird mit einer dünnen Schicht Kies bedeckt. Oberhalb der Grasnarbe wird mit den Brettern die Bodenschalung gefertigt. Die Feuchtigkeitssperre wird nun so ausgelegt, dass sie bis zur Oberkante der Fundamentschalung reicht. Die Bahnen werden mit 30 – 50% Überlappung ausgelegt.

Nun wird der Beton im Verhältnis 1:4 angerührt. Wenn ca. 10 cm Beton eingebracht sind, wird die erste Baustahlmatte eingelegt. Die Schalung wird immer weiter gefüllt, bis der Beton ca. 10 cm unterhalb der Oberkante der Schalung angekommen ist. Dann wird die zweite Baustahlmatte eingelegt. Die Schalung wird vollständig gefüllt und gerade über die Oberkante abgezogen.

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Einmal mit dem Betonieren begonnen, darf die Arbeit nicht unterbrochen werden. Der Beton darf schichtweise nicht aushärten, sondern muss homogen bleiben.

Bei torfigen oder lehmigen Untergründen muss das Fundament jedoch wesentlich tiefer ausgeschachtet werden. Um Frostfreiheit zu erreichen, sind 80 cm Tiefe erforderlich. Dieses Fundament braucht eine entsprechend größere Menge an Beton. Spätestens bei dieser Größe ist in dieser Bauanleitung eine gemietete Mischmaschine dringend empfohlen.

Statt Kies und Zement kann man auch Fertigbeton als Sackware verwenden. Das ist zwar bequemer, jedoch auch wesentlich teurer. Die Kies-Zement-Lösung kostet bei 20 cm flachen Fundamenten ca. 100 Euro. Für Sackware muss man bei dieser Menge mit dem Vierfachen der Summe rechnen.

Nach dem Betonieren wird das Fundament abgedeckt und 14 Tage aushärten gelassen. Bei heißer und trockener Witterung wird das Fundament 2 – 3-mal täglich reichlich mit Wasser begossen.

Brennkammer

Der Sockel ist bei einem Holzbackofen auch gleichzeitig die Feuerstelle. Die Ofentür wird in etwa in Brusthöhe sein, also muss das Feuer darunter platziert werden um den Backraum zu heizen. Bei allem, was Wärme erzeugt oder Wärme speichert ist eine dreischalige Bauweise sinnvoll. Auf diese Weise wird der Bedarf an Brennmaterial geringer. Außerdem heizt sich die Außenwand vom Holzbackofen nicht so stark auf. Das macht den tollen Herd wesentlich ungefährlicher.

Die drei Schalen bestehen aus:

  • Brennraum
  • Isolierschicht
  • Außenschale

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Im inneren Raum wird das Feuer angeheizt. Er muss von feuerfesten Steinen ummantelt sein. Hochlochziegel die mit feuerfestem Mörtel vermauert werden sind hierfür einigermaßen gut geeignet. Sie bieten bereits eine gute Dämmwirkung, so dass die Isolierschicht um sie herum dünner ausfallen kann.

Jedoch sind Hochlochziegel recht zerbrechlich. Ideal für den Bau von einem Holzbackofen sind daher Schamottesteine. Sie garantieren eine maximale Wärmebeständigkeit. Allerdings sind sie etwas teuer. Ein Schamotte-Stein im normalen Bauformat von 24 x 12 x 12 cm kostet ca. 3,50 Euro. Für den Brennraum sind allerdings nur wenige Steine nötig.

Wie groß der Brennraum werden darf, hängt vom persönlichen Geschmack ab:

Bei einer Grundfläche des Fundaments von 1,50 m x 1,50 m lässt man etwa 12 cm (oder eine Ziegelsteinbreite) Abstand zum Rand. So hat man eine Nutzbare Baufläche von ca. 1,20 m x 1,20 m.

Nun rechnet man rückwärts:

Eine Ziegelsteinbreite als Außenschale plus 10 cm Dämmschicht plus 1 Ziegelsteinbreite Schamotte ergibt einen maximalen Brennraum von 0,9 m x 0,9 m. Das sind recht genau dreieinhalb Steinlängen pro Seite und 12 Steine pro Schicht.

Bei 50 cm Höhe bzw. 4 Schichten kommt man so auf ca. 30 – 40 Schamotte-Steine, die zum Bau des Brennraums benötigt werden. An der Vorderseite lässt man eine Öffnung. Traditionell wird diese bei einem Holzbackofen als Rundform ausgelegt. Verzichtet man aber auf die schicke Ziegel-Verkleidung des Ofens und begnügt sich mit einem Putz, kann der Brennraum entsprechend vergrößert werden.

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Zum Dämmen darf selbstverständlich kein Styropor oder Holz verwendet werden. Auch herkömmlicher Dach-Klemmfilz ist nicht zu diesem Zweck optimal. Die Industrie bietet für diesen Zweck spezielle „Kaminwolle“ an. Diese keramischen Fasern können bis 1400 °C aushalten. Bitte beim Verarbeiten Atemschutz tragen!

Die hochwirksame Dämmwolle hält die Wärme dort, wo sie hingehört: Im Holzbackofen. Dennoch sind Klinker-Ziegel für die Außenhaut ideal. Sie sind nicht nur ihrerseits feuerfest, sie geben dem Steinofen auch den richtigen Look. Gemauert wird mit roten Backsteinen.

Tipp: Gebrauchte, alte Ziegel geben dem Holzbackofen einen ganz besonders rustikalen Look.

An der Rückwand der Brennkammer wird in der obersten Schicht ein 10 x 10 cm großes Loch gelassen. Dort kommt später der Abzug hinein. Der gemauerte Sockel wird ca. 1 Woche aushärten gelassen.

Zwischenplatte

Die Zwischenplatte ist notwendig, damit kein Rauch in den Backraum eindringen kann. Schließlich baut man einen Steinofen und keine Räucherkammer. Die Zwischenplatte wird betoniert. Dazu baut man eine Hilfsschalung: Ein Brett aus einer Schaltafel wird so zugeschnitten, dass es die Innenwand der Brennkammer anstößt. Das Brett wird mit zwei Querbalken und vier Stützen am Platz gehalten.

Anschließend wird mit vier Brettern von 20 cm Breite eine ca. 10 cm hohe Schalung an die Außenwand befestigt. Obwohl Schalungen traditionell genagelt werden, empfehlen wir, die Bretter mit Schrauben und Dübeln zu befestigen. So verhindert man, dass man die gerade gemauerten Ziegel kaputt schlägt.

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Der entstandene Hohlraum wird mit Beton verfüllt. Hier ist natürlich feuerfester Beton obligatorisch. Ein Sack „Ofenbeton“ von 25 kg kostet ca. 46 Euro. Auch hier wird wieder mit zwei Stück Baustahlmatte für die notwendige Stabilität der Zwischenplatte gesorgt.

Tipp: Legen Sie entlang der Schalung von Innen eine Schicht Isoliermatte. Diese können sie später verputzen. Das verhindert die Bildung einer Wärmebrücke.

Backraum

Auch der Backraum wird dreischalig aufgebaut. Er wird genau so aufgebaut wie der Brennraum, nur dass er keinen Abzug braucht. Der Boden vom Backraum wird einer großen Schamotte-Platte ausgelegt. So erhält man den echten Steinboden für die Pizza aus dem Holzbackofen. Der ganze Backraum hat ebenfalls eine Höhe von ca. 50 cm. Eine Isolierschicht verhindert, dass der Ofen zu schnell wieder auskühlt.

Die geklinkerte Außenschicht sorgt für den rustikalen Look und für die Stabilität des Bauwerks. Die Öffnung für die Ofentür sollte so klein wie möglich gehalten werden. Sie ist ca. 50% niedriger als der Backraum und beidseitig 20 cm schmaler als die Außenwand. Als Laie sollte man sich mit einer rechteckigen Öffnung begnügen. Umso einfacher ist der Bau der Ofentür. Mutige und erfahrene Heimwerker können sich natürlich auch an einen klassischen Rundbogen wagen. Damit bekommt der Holzbackofen natürlich einen ganz besonders traditionellen Look.

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Bauanleitung für die Tür

Die Tür ist bei einem Holzbackofen besonders wichtig. Sie muss den Backraum dicht abschließen, darf aber ihrerseits nicht zu heiß werden. Für Selbstbauer ist das Herstellen einer traditionellen, gusseisernen Tür natürlich wenig praktikabel. Die Lösung ist so genial wie einfach: Ein Stück dichter Dämmfilz ist für den Bau einer Ofentür geradezu ideal.

Das Stück wird mit Hilfe einer Schablone aus Pappe millimetergenau auf Maß geschnitten. Anschließend wird sie beidseitig mit Ofenputz verputzt und mit zwei Griffen versehen – fertig. Die Tür sieht optisch gut aus und ist federleicht. Sie sollte aber stets sorgfältig behandelt werden, damit der spröde Putz nicht abbricht.

Das Dach

Die Wärme vom Brennraum muss sich zuerst durch die Zwischenplatte, dann durch den Backraum und schließlich über die Isolation darüber arbeiten. Das hat zur Folge, dass oberhalb des Backraums nur noch wenig Wärme ankommt. Hier kann preiswerter, herkömmlicher Beton als Abschlussplatte verwendet werden. Die Temperaturen vom Holzbackofen sind an der Spitze so weit abgeklungen, dass sogar ein Holzdach möglich ist.

Dazu braucht man:

  • 2 Schaltafeln
  • Stahlwinkel
  • Betondübel
  • Bitumen-Ziegel
  • Holzschrauben
  • Bitumen-Nägel

Die Schaltafel wird in drei gleich große, flache, gleichschenklige Dreiecke geschnitten. Sie bilden die Giebel plus eine Aussteifung in der Mitte. Bei einer Fläche von 90 x 90 cm der Deckenplatte ist eine Grundlänge von 80 cm und eine Höhe von 60 cm ein geeignetes Maß. Der Phantasie sind hier aber keine Grenzen gesetzt. Die Giebel-Dreiecke werden mit jeweils drei Winkeln versehen.

Die Winkel werden an der Innenseite angebracht und dürfen nicht heraus ragen. Anschließend werden die Dreiecke mit den Winkeln und den Betondübeln fest mit der Deckplatte verbunden. Die Dreiecke werden mit der an den Schenkeln zu geschalt. Anschließend werden die Bitumen-Ziegel von unten nach oben und überlappend auf das Dach genagelt – fertig.

Abzugsrohr

Es empfiehlt sich, für den Holzbackofen ein eigens dafür entwickeltes Rauchrohr zu verwenden. Es verfügt über die notwendige Materialstärke und weitere, für diesen Zweck optimierte Eigenschaften. Die Rauchrohre werden im Set verkauft. Eine Bauanleitung ist stets beigelegt. Im Set sind auch alle notwendigen Komponenten für den Anschluss.

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Tipps

Es mag seltsam klingen, aber viele Holzbackofen-Bauer isolieren die Platte zwischen Brennraum und Backraum. Damit ist zwar mehr Energie nötig, um den Backraum auf die gewünschte Temperatur zu bekommen. Jedoch hält sich die Wärme anschließend im Backraum auch wesentlich länger. Für ein gelungenes Backerlebnis ist eine konstante Temperatur im Backraum sehr wichtig.

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Halten sich Kinder in der Nähe vom Holzbackofen auf, sollte das Abzugsrohr isoliert werden. Es kann sehr heiß werden. Mit einer Isolierung schließt man nicht nur eine Verletzungsgefahr aus. Der Abzug „zieht“ auch besser, weil der Rauch im Rohr nicht so schnell abkühlt.

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