Holzarten erkennen – Übersicht mit 33 Weich- und Hartholzarten

Holzarten erkennen

So unterschiedlich Bäume sind, so verschieden sind auch die Holzarten, die sie produzieren. Es gibt schnell wachsende Bäume, die wirtschaftlich gut zur Befestigung von Ufern und als Mittel zur Renaturierung eingesetzt werden können. Ihr Holz ist jedoch nur für die thermische Verwertung zu gebrauchen. Andere Bäume wachsen wiederum sehr langsam, liefern dafür aber ein Holz, welches hervorragende optische und technische Eigenschaften besitzt. Erfahren Sie in diesem Artikel alles, was Sie über die Klassifizierung der Holzarten wissen müssen.

Mehr als nur Laub- und Nadelbäume

Zwar ist die grobe Aufteilung der Baumarten in Laub- und Nadelbäume weitestgehend richtig. Jedoch hört die Klassifizierung an dieser Einteilung längst nicht auf. Es gibt ca. 30.000 unterschiedliche Baumarten auf der Welt. Insgesamt bedecken sie ca. 1/3 der Erdoberfläche. Eine Zählung mit Auswertung von Satellitendaten hat ergeben, dass die Menge an Bäumen ca. acht Mal so hoch ist, wie vormals angenommen. Dennoch ist ein pfleglicher und umsichtiger Umgang mit dem Schatz, den uns die Natur mit den Bäumen gemacht hat, unumgänglich.

Die meiste Diversität von Baumsorten gibt es in der südlichen Hemisphäre, vor allem in den Regenwald-Gebieten. In Nordeuropa, Nordasien und Nordamerika hat die letzte Eiszeit zu einer dramatischen Ausdünnung der Vielfalt von Baumarten gesorgt. Hier blieben nur 300 Sorten übrig, die sich allesamt durch hervorragende Überlebens-Eigenschaften auszeichnen.

Falsche Volksweisheit

Es gibt die Volksweisheit, dass Nadelbäume grundsätzlich zu den weichen, Laubbäume dafür grundsätzlich zu den harten Holzsorten gehören. Das sollten Sie schnell wieder vergessen, denn es ist grundfalsch: Alleine die Pappel, die eindeutig zu den Laubbäumen gehört, produziert eine der weichsten Holzarten überhaupt. Grundsätzlich stimmt zwar die Annahme, dass die Gruppe der Laubbäume mehr Harthölzer und die Gruppe der Nadelbäume mehr Weichhölzer stellt. Jedoch gibt es hier so viele Ausnahmen von dieser Volksweisheit, dass sie nur als falsch angenommen werden kann.

Unterschied zwischen Weich- und Harthölzern

Die Härte eines Werkstoffs ist ein definierter, technischer Begriff, der mittels standardisierter Verfahren genau festgestellt werden kann. Die Klassifizierung zwischen Hart- und Weichholz ist das Über- bzw. Unterschreiten einer festgelegten Grenze. Diese wird jedoch nicht direkt über einen klassischen Härtewert, wie Vickers-, Shore- oder Mohnshärte, sondern indirekt über die Dichte definiert. Bei Holz spricht man von der „Darrdichte“. Der Term „Darr“ ist eng verwandt mit „Ausgedörrt“ und bezeichnet Holz, welches unter Laborbedingungen zu 100% von jeglichem Anteil von Wasser befreit wurde.

Die Grenze zwischen Hartholz und Weichholz liegt bei 550 kg/m³. Alles darüber ist Hartholz, jede Holzsorte mit einer niedrigen Dichte ist Weichholz. Im Gegensatz zu Metallen oder Mineralien ist zwischen der Dichte und der Härte eine Proportionalität gegeben. Bei Metallen ist das keineswegs der Fall: Blei und Zinn sind ausgesprochen schwere aber dennoch sehr weiche Metalle, während Aluminium und Zink zwar recht hart aber auch relativ leicht sind.

Holzdichte und -härte

Die Proportionalität zwischen Dichte und Härte beim Holz ist recht einfach herzuleiten: Holz besteht aus Lignin und anderen Zellstoffen, die in einem porösen Verbund ineinander verwachsen sind. Die Mikroporen im Holz sorgen für den Wassertransport und können auch als Speicher wirken. Schnell wachsende Hölzer haben viele und große Poren. Sie können entsprechend viel Wasser aufnehmen und schwimmen im trockenen Zustand. Langsam wachsende Harthölzer haben wesentlich weniger Poren. Ihre Dichte kann so hoch sein, dass sie nicht von sich aus auf Wasser schwimmen. Der Unterschied in der Dichte ist deshalb eher von der Struktur, als von dem eigentlichen Material des Holzes begründet.

Holzarten – von weich bis hart

Balsa: Balsaholz ist das leichteste und dichteste Holz der Welt. Es ist ein Laubbaum und hat eine Darrdichte von 100-200 kg/m³. Es wird sehr gerne für Bastelarbeiten und für den Bau von Modellflugzeugen verwendet. Er hat eine dunkle Rinde mit glatter Struktur und runde bis rautenförmigen Blättern.

Balsaholz
Balsa

(Zitter) Pappel: Die Pappel ist ein Laubbaum und hat eine Darrdichte von 410 kg/m³. Er ist so weich, dass er mit dem Finger eingedrückt werden kann. Die Pappel dient hauptsächlich zur Uferbefestigung, zur schnellen Beforstung und für die Schaffung von Lebensräumen für Tiere. Wirtschaftlich kann die Pappel nur als Brennholz verwertet werden. Sie hat eine graue Rinde mit glatter bis leicht rauer Struktur und kleinen, runden Blättern.

Pappelholz
Pappel

Fichte: Die Fichte ist der in Deutschland am weitesten verbreitete Nadelbaum. Er liefert ein leichtes, recht weiches aber dennoch technisch gut verwertbares Holz mit interessanten, statischen Eigenschaften. Seine Darrdichte beträgt 430 kg/m³. Die Fichte hat eine dunkle, rotbraune Rinde mit schuppig-rauer Struktur und langen Nadeln.

Fichtenholz
Fichte

Tanne: Die Tanne ist in Deutschland der zweitwichtigste Nadelbaum. Er dient zur Schaffung von Nutzholzplantagen und Lebensräumen für Waldtiere. Tannen haben eine Darrdichte von ebenfalls 430 kg/m³. Sie hat eine dunkle Rinde mit schuppig-rauer Struktur und langen Nadeln. Sie hat eine dunkle, graue Rinde mit schuppig-rauer Struktur und kurzen Nadeln.

Tannenholz
Tanne

Weide: Die Weide ist ein Laubbaum, der häufig am Ufer von stehenden oder langsam fließenden Gewässern zu finden ist. Weiden sind aufgrund der Biegsamkeit ihres Holzes sehr beliebt. Sie liefern ein Holz mit einer Darrdichte von 460 kg/m³. Sie ist gut an den langen, aufgeschnürten Blättern und den durchgehenden, wulstartigen Struktur der Rinde zu erkennen.

Weidenholz
Weide

Erle: Die Erle ist ein Laubbaum, der zu dem mittelschweren Hölzern gehört. Er ist gut für Dachstühle und andere, witterungsgeschützte Konstruktionen zu verwenden. Die Erle ergibt außerdem eine sehr feine Holzkohle, die früher für die Herstellung von Schießpulver genutzt wurde. Sie hat eine Darrdichte von 480 kg/m³. Sie hat einen glatten, rissigen Stamm und kleine, runde Blätter mit sattgrüner Färbung.

Erlenholz
Erle

Kiefer (Föhre): Kiefern bzw. Föhren sind Nadelbäume mit einer Darrdichte von 500 kg/m³. Sie haben ein sehr helles Holz mit einer honiggelben Färbung. Kiefernholz wird sehr gerne für Möbel, Furniere und Parkette verwendet. Die Kiefer hat einen graubraunen, rauen Stamm mit einer typischen Struktur aus großen Schuppen. Außerdem kann sie, je nach Art, gut an den langen Nadeln identifiziert werden.

Kiefernholz
Kiefer

Douglasie: Die Douglasie gehört zu den Nadelbäumen, ist mit einer Darrdichte von 500 kg/m³ aber recht schwer. Sie ergibt ein recht witterungsbeständiges Holz mit einer angenehmen, rötlichen Färbung. Sie bildet mächtige Stämme mit braunroter, rauer Struktur. Ihre Nadeln wachsen flach und einander gegenüber an den Zweigen.

Douglasienholz
Douglasie

Linde: Die Linde ist ein Laubbaum mit einer Darrdichte von 510 kg/m³. Sie wird zur Herstellung von Furnieren und für Schnitzarbeiten verwendet. Ihr Stamm ist grau und rau. Ihre Blätter sind herzförmig.

Lindenholz
Linde

Pinie (Schirmkiefer): Die Pinie ist ein Nadelbaum mit einer Darrdichte von 510 kg/m³. Sie wird hauptsächlich wegen ihrer großen, Schatten spendenden Krone und ihrer nahrhaften Kerne angebaut. Das Holz der Pinie verdichtet sich mit steigendem Alter. Als echtes Nutzholz ist Pinienholz deshalb erst von älteren Bäumen verwendbar. Ihr charakteristisches Erkennungsmerkmal sind die weit ausladenden Kronen.

Pinienholz
Pinie

Kirsche: Die Kirsche ist ein Laub- und Obstbaum mit einer außerordentlich hohen wirtschaftlichen Bedeutung. Wenn die Kirsche über das Alter ihrer Fruchtbringenden Periode hinaus ist, liefert sie ein hartes und sehr beliebtes Holz für die Möbelherstellung. Kirschholz hat eine Darrdichte von 540 kg/m³.

Kirschbaumholz
Kirsche

Eberesche: Die Eberesche, auch Vogelbeerenbaum, liefert ein Holz mit einer Darrdichte von 440 bis 720 kg/m³. Das Holz eignet sich für Kunstschnitz-Arbeiten und wurde früher beim Bau von Wagenräder eingesetzt. Sie hat einen glatten, grauen Stamm und kleine, linsenförmige und aufgereihte Blätter.

Ebereschenholz
Eberesche

Lärche: Die Lärche ist der drittwichtigste Nadelbaum in der Forstwirtschaft. Sie liefert ein schweres Holz mit der Darrdichte von 550 kg/m³. Es wird vorwiegend als Bau- und Möbelholz verwendet.

Lärchenholz
Lärche

Holunder: Obwohl Holunder allgemein nur als Busch bekannt ist, handelt es sich tatsächlich bei diesem fruchtbringenden Gewächs um eine Baumsorte. Mit maximal 15 Metern Höhe zählen sie allerdings durchaus zu den Kleinbäumen, die bis zu dieser Größe buschartige Charakteristiken haben. Er liefert ein Holz mit der Darrdichte von 550 bis 740 kg/m³, wird jedoch außer für den Fruchtanbau kaum wirtschaftlich genutzt. Sie hat einen rauen, rotbraunen Stamm und eine etwas zerzaust wirkende Krone.

Ulme: Die Ulme ist ein Laubbaum mit einer Darrdichte von 600 kg/m³. Das wirtschaftlich nutzbare Kernholz der Ulme wird „Rüster“ genannt. Es liefert ein außerordentlich wertvolles Holz, welches vor allem wegen seinem geringen Schwindmaß bei Tischlern sehr beliebt ist. Sie hat einen sehr rauen Stamm in grüngrauer Färbung. Erkennbar ist sie auch an den Blättern mit ihren gezackten Rändern.

Ulmenholz
Ulme

Ahorn: Der selbstsäende, stellenweise als Unkraut angesehene Laubbaum liefert im ausgewachsenen Zustand ein Holz mit der Darrdichte von 600 kg/m³. Bis der Ahorn jedoch diese Dichte erreicht, vergehen einige Jahrzehnte. Er wird sehr gerne zum schnellen Aufforsten verwendet, da er in seinen Anfangsjahren extrem schnell wächst. Bis zur Schlagreife können jedoch 50-100 Jahre vergehen. Dann ist das Holz des Ahorns aber sehr begehrt und wertvoll. Der Ahorn hat einen glatten Stamm und das charakteristische, drei- bis fünflappige Blatt.

Ahornholz
Ahorn

Haselnuss: Die Haselnuss ist ein beliebter Nutzbaum für die Nahrungsmittelproduktion. Er liefert ein Holz mit einer Darrdichte von 610 kg/m³. Nach seiner Ernteperiode liefert er ein äußerst wertvolles Holz für Tischlerarbeiten aller Art. Haselnüsse sind an ihren kleinen, fransigen Blättern und hängenden Blütendolden gut zu erkennen.

Walnuss: Ähnlich wie die Haselnuss, ist auch die Walnuss mit 610 kg/m³ Darrdichte für den Möbelbau gut geeignet. Die Blätter der Walnuss sind groß, dick, kräftig und haben einen glatten Rand.

Walnussbaumholz
Walnuss

Teak: Das stark ölhaltige Teak ist vor allem wegen seiner wasserabweisenden Eigenschaften sehr beliebt. Es ist ein reines Import-Holz aus Asien mit einer Darrdichte von 630 kg/m³.

Teakholz
Teak

Esche: Die Esche ist ein in ganz Europa verbreiteter Laubbaum mit einer Darrdichte von 640 kg/m³. Er liefert ein sehr beliebtes Bauholz, welches viele hervorragende Eigenschaften miteinander vereint.

Eschenholz
Esche

Birke: Die anspruchslose und schnell wachsende Birke liefert ein Holz mit einer Darrdichte von 640 kg/m³. Sie wird als Schälfurnier zur Herstellung von Sperrholzplatten verwendet. Birken sind sehr leicht am glatten, weißen Stamm erkennbar.

Birkenholz
Birke

Kastanie: Die Kastanie ist ein Laubbaum mit einer Darrdichte von 650 kg/m³. Sie gilt als eine der edelsten europäischen Nutzhölzer für den Möbelbau. Kastanien sind an den stacheligen Fruchtkörpern gut zu erkennen.

Kastanienholz
Kastanie

Eiche: Die Eiche ist ein Laubbaum mit einer Darrdichte von 660 kg/m³. Sie ist ein Standardholz im Bau und Möbelbau. Ihr dunkles und schweres Holz ist sehr dauerhaft.

Eichenholz
Eiche

Rotbuche: Die Rotbuche ist der in Deutschland am häufigsten vertretene Laubbaum. Er hat eine Darrdichte von 680 kg/m³. Sie ist vielseitig verwendbar, muss aber bei einer Exposition im Freien gegen Pilzbefall behandelt werden.

Rotbuchenholz
Rotbuche

Birne: Die Birne ist ein Frucht tragender Laubbaum mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Als Nutzholz liefert sie ein Baumaterial für den Möbelbau mit einer Darrdichte von 680 kg/m³. Es ist vor allem wegen seiner hohen Bearbeitbarkeit sehr beliebt.

Robinie: Der Laubbaum Robinie zeichnet sich vor allem durch ein schweres aber sehr vielseitiges Holz mit einer Darrdichte von 690 kg/m³ aus. Er verbindet wie kaum ein anderes Holz eine hohe Biegsamkeit mit Härte und natürlichem Witterungs- und Fäulnisbeständigkeit. Das macht Robinienholz sogar für den Schiffbau interessant.

Robinienholz
Robinie

Hainbuche: Das mit 720 kg/m³ Darrdichte außerordentlich schwere Holz der Hainbuche ist als Nutzholz nur in geringer Verwendung. Es wird im Klavierbau genutzt oder zu Parkett verarbeitet, da es eine hohe Abriebfestigkeit liefert.

Hainbuchenholz
Hainbuche

Apfel: Apfelbäume sind Laubbäume mit einer Darrdichte von 730 kg/m³. Sie sind schwer zu verarbeiten, liefern aber wertvolles Möbelholz.

Pflaume: Die Pflaume ist ein Laubbaum mit einer Darrdichte von 750 kg/m³. Es ist schwer zu trocknen und reißt leicht bei der Verarbeitung. Einmal getrocknet, kann es aber sehr gut zur Herstellung von Holzblasinstrumenten verwendet werden.

Pflaumenbaumholz
Pflaume

Bambus: Der Bambus ist eine asiatische Grasart. Er wächst sehr schnell und bildet dünne Rinden aus. Dennoch ist er mit einer Dichte von 750 kg/m³ sehr hart. Er wird quasi nicht verarbeitet, sondern lediglich geschnitten und zum Bau von Hütten, Vordächern oder Werkzeugen verarbeitet.

Bambusholz
Bambus

Palisander: Der schwere Palisander ist ein Laubbaum mit einer Darrdichte von 820 kg/m³. Er stammt aus Indien, Mittel- und Südamerika. Er ist ein Standard-Holz in der Herstellung von Saiteninstrumenten.

Eisenholz: Das enorm schwere Eisenholz, einheimisch auch „Bongossi“ genannt, ist ein Laubbaum aus Afrika. Mit 1200 kg/m³ Darrdichte gehört er zu den härtesten und schwersten Holzarten der Welt. Es ist resistent gegen Pilze und witterungsfest. Daher ist es für wassernahe oder der Witterung ausgesetzte Konstruktionen sehr gut geeignet.

Pockholz: Der Guajak, deutsch „Pockholz“ genannte Laubbaum stellt das härteste Holz der Welt. Mit 1400 kg/m³ ist er aufgrund seiner hohen Widerstandskraft vor allem im Schiffsbau sehr beliebt. Seine Einfuhr ist jedoch genehmigungspflichtig.

Bilderquelle: HDH (Hauptverband der deutschen Holzindustrie)



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