Oberfläche vorbereiten

Von allen natürlichen Materialien ist Holz wohl eines der beliebtesten. Doch gleichzeitig ist die feine Oberfläche recht empfindlich gegen Flecken und kleine Kratzer. Eine Holzoberfläche, die gänzlich unbehandelt gelassen wird, saugt Flecken und Schmutz regelrecht auf. Wie Sie Holz richtig wachsen und schützen, zeigen wir daher hier in der Anleitung.

Selbst feuchtes Abwischen einer unbehandelten Oberfläche aus Holz hinterlässt bereits hässliche Flecken und Streifen. Derartige Beschädigungen lassen sich im besten Fall noch mit dem Abschleifen der Oberfläche beseitigen. Da das nicht unbegrenzt häufig durchgeführt werden kann, sollte die Oberfläche geschützt werden. Besonders unauffällig und natürlich lässt sich die Oberflächenbehandlung mit einem guten Holzwachs durchführen, wie zum Beispiel Bienenwachs. Auch beim Wachsen des Holzes gilt allerdings, weniger ist mehr. Daher zeigen wir Ihnen hier, wie Sie ein hochwertiges Holzwachs richtig anwenden und welche Vorarbeiten zwingend notwendig sind.

Das benötigen Sie:

  • Schleifmaschine / Schwingschleifer
  • Pinsel
  • Dreieck Schaber
  • Stechbeitel / Schnitzmesser
  • Staubtuch
  • Poliervlies
  • Holzwachs / Bienenwachs
  • Schleifpapier verschiedene Körnungen
  • Baumwolllappen

Kosten und Preise

WaehrungHolzwachs gibt es in ganz unterschiedlichen Qualitäten und Preisen. Dennoch ist das Wachs an sich nicht der wahre Kostenfaktor beim Wachsen von Holz. Der Arbeitsaufwand schlägt die Materialkosten um Längen, vor allem, wenn die Arbeit sorgfältig und mit Liebe durchgeführt wird. Falls Sie einen Handwerker damit beauftragen wollen, müssen Sie mit einem Stundenlohn von mindestens 35 Euro rechnen. Wobei je nach Fläche, die bearbeitet werden muss, wohl kaum ein Möbelstück in einer Stunde abgeschliffen, ausgebessert und mit Wachs eingelassen werden kann.

Wachsqualität von flüssig bis fest

Je nachdem, für welchen Zweck Sie Wachs benötigen, sind nicht nur die Preise unterschiedlich, sondern auch die Konsistenz. Von Wachs, das ebenso flüssig wie Holzöl ist, über Paste oder Creme bis hin zu einem festen Wachs, sind alle Varianten möglich. Für die meisten edlen oder antiken Möbel sind Pasten, Cremes oder feste Wachse gut geeignet. Auf dem Fußboden wird oft ein flüssiges Wachs aufgetragen, das sich schnell mit einem Pinsel oder einer Rolle einarbeiten lässt.

Holzwachs oder Holzöl
Holzwachs oder Holzöl
  • Holzwachs – flüssig für Möbel und Vertäfelungen – 250 ml etwa 14,00 Euro
  • Holzwachs antik – fest für Möbel und bereits häufiger behandelte Stücke – 200 ml etwa 8,00 Euro
  • Bienenwachs – Paste für Möbel und bereits behandelte Stücke – 500 ml etwa 13,00 Euro
  • Holzwachs – fest für Möbel und Spielzeug – 250 g etwa 8,00 Euro

Tipp: Steht das Möbelstück direkt neben einer Heizung oder einem Kaminofen, ist es wichtig, auf die Hitzebeständigkeit des Wachses zu achten. Viele Wachsarten verfärben sich etwas oder dunkeln an den Stellen deutlich nach, an denen sie starker Wärme ausgesetzt sind.

Verschiedene Wachsarten

Selbstglänzendes Wachs

Wasserfleck
Wasserfleck

Es gibt einige Arten von Holzwachs, die ohne Polieren auskommen. Diese Wachse sind meist flüssig bis zähflüssig und werden wie Öl mit dem Pinsel aufgetragen. Das Wachs glänzt ganz ohne eine Politur, schützt das Holz selbst jedoch kaum vor Kratzern oder Flecken. Für Tische, auf denen Sie auch einmal ein feuchtes Glas abstellen, ist dieses Wachs nicht geeignet.

Bienenwachs für Allergiker

Natürliches Wachs von Bienen oder anderen Pflanzen oder Harzen hat neben dem Fehlen von chemischen Zusätzen vor allem für Allergiker noch weitere Vorteile. Reines Naturwachs wirkt antistatisch und ist darum für Menschen mit einer Hausstauballergie vorteilhaft. Ein Holzöl bietet diesen Vorteil meistens nicht.

Tipp: Es gibt zahlreiche Rezepte, um das Holzwachs sogar selbst herzustellen. Dazu benötigen Sie aber natürliches Wachs von einem Imker. Viele dieser Rezepte werden mit normalem Holzöl zubereitet. Ob das Wachs dann wirklich natürlich ist, liegt also in erster Linie an dem Öl, das zugegeben wird. Bestimmte Öle aus dem Lebensmittelbereich können zwar auch genutzt werden, Sie sollten jedoch auf ein Öl achten, das nicht nach einiger Zeit ranzig riecht.

Spielzeug und Holzbehandlung

Soll eventuell ein Holzspielzeug, eine Wiege oder ein Kinderbett mit Holzwachs behandelt werden, ist es noch wichtiger, auf die Qualität zu achten. Damit das Wachs für Kinderspielzeug geeignet ist, muss es der DIN EN 71 Teil 3 entsprechen. Allein auf derartige Angaben sollten Sie sich jedoch nicht verlassen. Prüfen Sie in den einschlägigen Testjournalen, ob das betreffende Holzwachs wirklich ungefährlich für Kinder ist.

Holzspielzeug
Holzspielzeug

Anleitung – Wachs auftragen und einarbeiten

Besonders schöne massive Holzmöbel werden durch eine Wachsschicht nach dem Aufarbeiten erst so richtig edel und wertvoll. Für derartige Möbel sollten Sie ein festes Bienenwachs verwenden. Das macht zwar mehr Arbeit als ein flüssiges Wachs, schützt die Oberfläche jedoch besser. Außerdem bekommt das Holz durch das feste Wachs eine fast samtige Oberfläche, die sich besonders angenehm anfühlt.

Holzoberfläche
Holzoberfläche

Tipp: Sollte Ihr schönes antikes Möbelstück mit einer Seite in der Sonne gestanden haben, wird die Farbe des Holzes sich vermutlich von den anderen Seiten unterscheiden. Um diese Flecken auszugleichen, können Sie ein farbiges Holzwachs verwenden. Testen Sie jedoch zunächst an einer unauffälligen Stelle, ob die gewählte Farbe tatsächlich perfekt passt. Eventuell müssen Sie das farbige Wachs mit einem farblosen Produkt anmischen, um es etwas aufzuhellen. Dazu wird das Wachs ganz leicht erwärmt, damit Sie es vermischen können.

Schritt 1: Vorarbeiten und Oberfläche anrauen

Jegliche Rückstände von alter Farbe oder Schmutz müssen von der Holzoberfläche entfernt werden. Meist ist es nicht ausreichend, ein Werkstück mit einem Beizmittel oder einem Heißluftföhn von der alten Farbe zu befreien. Auf der Oberfläche bleibt dabei eine hauchdünne Schicht zurück, die Sie vielleicht nicht sehen können, die jedoch das Einziehen des Wachses verhindert. Daher sollten Sie das Möbelstück immer zusätzlich abschleifen. Das Holz muss zwar aufnahmefähig sein, sollte aber dennoch sehr glatt geschliffen werden. Im letzten Schleifgang ist Schleifpapier mit einer 180er-Körnung gut geeignet.

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Oberfläche vorbereiten

Tipp: Sollte es notwendig sein, das Holz zusätzlich noch mit Wasser und einem Reiniger zu säubern, sollten Sie einen speziellen Intensivreiniger für Holzoberflächen verwenden. Lassen Sie sich im Baumarkt beraten und verwenden Sie keine farbigen Haushaltsreiniger. Deren Farbe kann in das Holz eindringen und wird selbst mit viel Schleifen nicht mehr zu entfernen sein.

Feine Rillen und filigrane Formen heben Sie mit einem Schnitzmesser sehr vorsichtig aus. An Innenwinkeln und Leisten können Sie die alte Farbe gut mit einem Dreieck Schaber entfernen. Dieses praktische Werkzeug gibt es auch in weiteren ganz außergewöhnlichen Formen und Winkeln, die sehr geeignet für die Bearbeitung von antiken Stücken aus Holz sind.

Tipp: Stauben Sie das Möbelstück wirklich gut ab. Alle feinen Staubreste bleiben sonst im Wachs hängen und werden zu einer schmierigen bräunlichen Masse. Eventuell verwenden Sie ein antistatisches Staubtuch aus dem Haushalt oder Staubtücher zum Einmalgebrauch, wie zum Beispiel Swiffer.

Schritt 2: Wachs auftragen

Vor dem Wachsen sollte das Holz gut durchtrocknen, falls Sie einen Reiniger mit Wasser gebraucht haben. Ein festes Wachs tragen Sie möglichst mit alten Baumwolltüchern auf. Tupfen Sie dazu jeweils ganz sparsam mit dem Baumwolllappen in das Wachs. Seien Sie zunächst ruhig etwas geizig und tragen Sie das Wachs in kleinen kreisenden Bewegungen auf das Holz auf.

Holzwachs
Holzwachs

Tipp: Das Wachs lässt sich bei Zimmertemperatur besser verarbeiten. Dennoch sollten Sie es nicht zu warm machen, da es sich sonst nicht überall gleichmäßig auftragen lässt. Das Holz würde dort, wo das warme Wachs aufkommt, sofort die ganze Wachsmasse aufsaugen. Flecken wären natürlich vorprogrammiert.

Schritt 3: Nachpolieren

Auch das trockene Wachs muss eine Weile einziehen. Je nachdem, wie gut die Poren der Oberfläche bei der Vorarbeit geöffnet wurden, zieht das Wachs bei einigen Holzmöbeln schneller oder langsamer ein. Seien Sie ruhig geduldig und warten Sie zwischen einer halben und einer Stunde, bis das Wachs ausreichend gut eingezogen ist. Lesen Sie dazu aber auch die Angaben des Herstellers, denn bei manchen Wachsen sollten Sie sogar mit dem Polieren bis zum nächsten Tag warten. Statt der Baumwolltücher können Sie ganz professionell Polierpads verwenden.

Nachpolieren
Nachpolieren

Tipp: Wenn Sie alte Bettwäsche und Handtücher aus Baumwolle ausmustern, sollten Sie diese für Ihre Werkstatt aufbewahren. Machen Sie sich einfach aus einem Kopfkissenbezug einen Beutel und deponieren Sie die Lappen für die verschiedenen Arbeiten darin. Besonders zum Auftragen von festem Holzwachs und zum Nachpolieren sind die Lumpen aus Baumwolle dann ideal.

Schritt 4: Zweiter Durchgang?

Bei festen Wachsen ist es selten notwendig, das Möbelstück noch ein weiteres Mal zu wachsen. Wenn Sie jedoch eine Paste oder ein flüssiges Holzwachs verwendet haben, kann es sein, dass Sie nach dem Polien noch ein weiteres Mal Wachs auftragen müssen. Das hängt aber auch von der Aufnahmefähigkeit des Holzes ab. Bei restaurierten alten Möbeln ist die Aufnahmefähigkeit meist nicht mehr besonders hoch. Wenn Sie jedoch ein tolles Möbelstück oder ein Kinderspielzeug ganz neu aus unbehandeltem Holz gefertigt haben, werden Sie mindestens zwei Lagen Wachs auftragen müssen.

Altes Holz gern auch zweimal behandeln
Altes Holz gern auch zweimal behandeln

Tipp: Neue Stücke sollten Sie zusätzlich nach einigen Monaten ein weiteres Mal mit einem hochwertigen Wachs behandeln. Ein natürliches Material wie Holz zieht auch nach längerer Zeit immer noch etwas von dem Wachs. Die Oberfläche wird durch das erneute Wachsen deutlich widerstandsfähiger und lässt sich selbst von Katzenkrallen nicht ganz so schnell ankratzen.

Tipps für Schnellleser

  • Konsistenz Wachs auswählen nach Zweck
  • Holz vorbereiten und fein abschleifen
  • eventuell Fehlstellen mit Holzkitt füllen
  • Werkstück gründlich abstauben
  • flüssiges Wachs mit breitem Pinsel auftragen
  • Paste wahlweise mit Pinsel oder Tuch auftragen
  • festes Wachs mit Baumwolltuch auftragen
  • antike Möbel mit festem Wachs behandeln
  • Wachs sparsam nach und nach auftragen
  • immer erst einen Abschnitt fertigstellen
  • Wachs polieren mit Baumwolltuch / Polierpad
  • optische Prüfung auf Fehlstellen und Gleichmäßigkeit
  • eventuell zweiten Durchgang wachsen

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