Hitzebeständiger Lack – diese halten hohe Temperaturen aus

Hitzebeständiger Lack

Lack und hohe Wärmeentwicklung sind eigentlich zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen. Normale Lackfarbe verbrennt sehr leicht. Neben einer unschönen Verfärbung beginnt er auch abzublättern. Dann kann der Rost angreifen und Zerstörung des Auspuffs, des Grills oder des Ofenrohrs kann sich ausbreiten. Eine Gegenmaßnahme dazu ist der hitzebeständige Lack. Lesen Sie hier alles, was Sie über das Lackieren mit hitzebeständigem Lack wissen müssen.

Smoker lackieren

Die Grillsaison ist vorbei und der Garten-BBQ kann eingemottet werden. Nach einer intensiven Nutzung sind die Geräte jedoch besonders empfindlich. Kaum ein Grill übersteht einen Sommer unbeschädigt, gleichgültig wie teuer er in der Anschaffung war. Wird er dann aber nur eine Nacht im Regen stehen gelassen, sieht er schon am nächsten Tag alt und schäbig aus. Der Rost schlägt sofort und erbarmungslos zu. Bei billigen Grills ist hier schnell der Entschluss zur Entsorgung gefasst. Die dünnen Bleche, aus denen die preiswerten Bratstationen gefertigt sind, rosten auch einfach viel zu schnell durch. Da kann auch der beste Lack nicht mehr helfen. Aber auch die schweren, massiven und entsprechend teuren Smoker- Grills sehen nach dem ersten Sommer nicht mehr wirklich ansprechend aus. Da diese tollen Zubereiter aber in der Regel aus dickwandigem Stahlblech gefertigt sind, lohnt sich hier eine Aufarbeitung durchaus. Hitzebeständiger Lack heißt hier die Lösung. Die geeigneten Mittel dazu sind im Handel erhältlich.

Lack auswählen

In einem Grill werden Speisen zubereitet. Darum sollte bei der Restauration des angerosteten Smokers unbedingt auf die Lebensmitteltauglichkeit der hitzebeständigen Lacke geachtet werden. Schließlich möchte man sich beim nächsten Barbecue nicht an der Farbe vergiften. Eine Empfehlung dazu ist beispielsweise der JAEGER GLUTFEST 571.

Hitzebeständiger Lack

Dieser bis 600 °C klassifizierte Hitzeschutzlack ist ohne Blei oder Chromat gefertigt. Er ist auf Silikon-Basis hergestellt und für das neu Lackieren von Grills und Smokern zugelassen.

Sechshundert Grad reichen im Grunde aus. Nur sollte nicht mit Gebläsen die Glut zu lange angefacht werden. Vor allem in den geschlossenen Brennkammern des Smokers kann es sonst schnell zu einem Hitzestau kommen. Wenn dann noch exzellentes Brennmaterial wie Steinkohle verwendet wird, erreicht man schnell die 1000 °C und mehr. Der Stahl des Smokers wird dann zwar noch nicht schmelzen Der schöne, frische Anstrich hat sich dann aber schon längst verabschiedet.

Gründliche Vorbereitung

Wie bei jeder Lackierung beginnt die Arbeit mit der gründlichen Säuberung. Bei einem grobschlächtigen Produkt wie einem Grill kann problemlos von grob nach fein gearbeitet werden. Das heißt: Zuerst eine kräftige Dusche mit dem Hochdruck-Reiniger. Das spült die letzten Anhaftungen von Kohle und Asche heraus. Nach einer gründlichen Trocknung kommt der Winkelschleifer an die Reihe. Mit einer aufgesetzten Topfbürste erreicht man schnell zufrieden stellende Ergebnisse. Beim neuen Lackieren geht es nicht um Fehlerfreiheit, sondern um einen appetitlichen und einladenden Zustand des Garten-BBQs. Darum braucht man sich um Kratzer und Scharten keine Sorgen zu machen. Solange das Grundmaterial dick genug bleibt, wird der Smoker am Ende des Tages wieder schön und betriebsbereit werden.

Mit der Verwendung der Topfbürste werden zwei Ziele erreicht: Die Farbe wird entfernt und die Oberfläche wird angeraut. Nach dem Anschleifen wird der ganze Grill nochmal gründlich mit Bremsenreiniger entfettet. Das spülte den anhaftenden Staub weg und sorgt für eine lackierbereite Oberfläche.

Spray oder Pinsel?

Die Geschmäcker gehen bei der Frage nach Sprüh- oder Streichlackierung auseinander. Hitzebeständiger Lack ist aber in den seltensten Fällen eine Dekorfarbe. In den meisten Fällen ist es ein technischer Schutzanstrich, der auch mit dem Pinsel aufgetragen eine ausreichende Ästhetik bietet. Der Pinsel bietet den Vorteil, dass er von Beginn an eine dickere Schichtstärke aufträgt. Um die gleiche Stärke mit der Sprühdose zu erreichen sind drei bis vier Anstriche notwendig. Der Zeitvorteil, welcher die Sprühlackierung verspricht, wird dadurch schon wieder aufgehoben. Auch die Preise gehen weit auseinander:
400 ml Ofen-Spray von Senotherm kosten satte 15 Euro. Für die Komplettlackierung von einem mittelgroßen Smoker muss man mit 3-4 Spraydosen rechnen. Damit kommt man schon bei knapp 50 Euro an. Bei einem Kaufpreis ab 100 Euro für einen neuen Smoker wird da die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme schon knapp.

Ein 2,5 Liter Eimer Jaeger Glutfest kostet aber ebenfalls nur knapp 17 Euro. Ein so großes Gebinde reicht bei Weitem für einen durchschnittlich großen Smoker aus. Wer also keine Scheu vor dem Pinsel hat, der kann hier bares Geld sparen.

Achten Sie aber bitte darauf, dass eine einfache Lackdose nicht unbedingt bedeutet, dass der Lack mit dem Pinsel aufgetragen werden kann. Hitzebeständiger Lack aus der Dose ist häufig für das Spritzen optimiert. Lesen Sie die Angaben vom Hersteller, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Schicht für Schicht zum Erfolg

Der Smoker ist geschliffen, gereinigt und entfettet. Idealerweise sucht man sich zum Reinigen, Schleifen und Lackieren ein möglichst geschütztes und vor allem trockenes Plätzchen. Blank geschliffenes Metall reagiert sofort auf den ersten Regentropfen mit einer braunen Rostspur. Dann kann man gleich mit dem Schleifen von vorne anfangen. Gleichgültig ob Sprüh- oder Streichfarbe gilt die gleiche Faustregel: Ein kreuzweiser Auftrag der Farbe verspricht eine vollständige Deckung. Jede Schicht wird gründlich trocknen gelassen, dann folgt die nächste. Nach 3-4 Schichten sollte der Smoker wieder im frischen Glanz erstrahlen.

Wichtig: Grillpfannen und Smoker werden NUR von außen lackiert! Im Brennraum hat Lack nichts verloren.

Richtiges Einbrennen für dauerhaften Schutz

Das Wichtigste nach dem neuen Lackieren von Grill oder Smoker ist das Einbrennen. Hitzebeständiger Lack braucht seine Zeit, bis er seine volle Wirkung entfaltet. Dazu müssen die in ihm enthaltenen Lösungsmittel vollständig entfernt werden. Für das richtige Einbrennen wird der Smoker zunächst für eine Stunde auf 150 – 180 °C erhitzt.

Anschließend folgt eine Stunde bei 200 – 220 °C. Das eingebrachte Brenngut wird nach dieser Zeit bei voller Hitze ausbrennen lassen: Die Brennbox und die Garkammer werden geschlossen und die Belüftung geöffnet. Wenn das ganze Brenngut verbrannt ist, ist der Lack für eine dauerhafte Außenversiegelung eingebrannt.

Hitzebeständiger Lack am Auto

Hitzebeständiger Lack wird auch gerne beim Veredeln von Autos eingesetzt. Der Vorteil hierbei ist, dass man sich keine Gedanken um die Gesundheit machen muss. Das macht die Preise der Lackfarben billiger. Wärme entsteht bei einem Auto an zwei Stellen: Die Bremssättel und der Auspuff. Hitzebeständiger Lack für Bremssättel kommt meist im kompletten Reparatur-Kit. Der Marktführer Foliatec bietet diese Sets für sehr günstige Preise an. Sie beginnen bei ca. 15 Euro.

Lack für den Auspuff

Hitzebeständiger Lack ist bei einem Auspuff natürlich erst einmal erklärungsbedürftig. Warum soll man ein Bauteil lackieren, das man sowieso nicht sieht? Hitzebeständiger Lack kann aber an einer Abgasanlage sehr viel Gutes bewirken. Er bietet einen Schlagschutz gegen aufspringende Steine. Außerdem schirmt er die empfindlichen Bleche vom Auspuff gegen Feuchtigkeit und Salzwasser ab. Wer nicht jeden Frühling einen neuen Endtopf kaufen möchte, für den kann Hitzebeständiger Lack eine echte Lösung sein. Diese Maßnahme ist zwar mit hohem Aufwand verbunden, dafür sind die Preise der Farben aber sehr moderat.

Auspuff versiegeln und verschönern

Hitzebeständiger Lack bietet für die Versiegelung und Verschönerung vom Auspuff noch die größte Farbauswahl. Ganze drei Farben, nämlich Grau, Silber und Schwarz sind für diesen Zweck Standard. Um die Preise muss man sich für diese Lösungen wirklich keine Sorgen machen – für knapp 20 Euro bekommt man bereits fünf bis sechs Spraydosen mit ca. 400 ml Inhalt. Das ist für einen Endtopf mehr als ausreichend.

Um einen Mittel- und Endschalldämpfer erfolgreich zu lackieren, werden diese Bauteile am besten ganz ausgebaut. Sie sind nur mit Auspuffgummis am Unterboden befestigt. Um sie vom restlichen Abgasrohr zu lösen, müssen nur wenige Verbindungsschrauben gelöst werden. Jedoch muss man dazu unter das Auto kommen. Die Hebebühne ist dazu ideal. Falls die nicht zur Verfügung steht, sind Auffahrrampen gute und vor allem sichere Lösungen. Keinesfalls sollte man lediglich den Wagenheber verwenden, um die Abgasrohre zu trennen. Die Verwendung von stabilen, für PKW geeigneten Böcke ist das allerkleinste Minimum, sonst besteht akute Lebensgefahr.

Wie der Barbecue-Grill, wird auch der Auspuff zunächst inspiziert und dann gereinigt. Bei Durchrostungen sollte das Abgasrohr ausgetauscht werden. Die Preise für diese Ersatzteile sind meistens sehr günstig. Beim Reinigen und Schleifen ist aber Handarbeit angesagt. Die Topfbürste, wie sie beim Grill verwendet wurden, kann sonst schnell Löcher in das dünne Blech vom Schalldämpfer reißen. Nach dem putzen und abschleifen wird wieder kräftig mit Bremsenreiniger gespült. Die Preise dafür beginnen bei ca. 3 Euro pro Spraydose.

Frisch gereinigt und geschliffen, kann mit dem Anstrich begonnen werden. Die günstigen Preise machen hier die Spraydose vorteilhafter. Hitzebeständiger Lack wird hier schnell und effizient aufgetragen. Wie bereits erwähnt: Man sieht es hinterher nicht, dass der Auspuff neu lackiert wurde. Hier geht definitiv Funktion vor Ästhetik

Auch am Auspuff muss hitzebeständiger Lack zunächst vollständig aushärten, bevor er wieder beansprucht wird. Auch günstige Preise für diese Spezialfarben versprechen eine Haltbarkeit von bis zu 800 °C. Darum trägt man den Lack am besten abends auf und lässt ihn bis zum nächsten Morgen an einem warmen Plätzchen aushärten.

Preise für verschiedene Lacke

Übersicht über Angebote für hitzebeständigen Lack

ProduktGebindeTemperaturVerwendungPreis
Kamino Flam PyrozitLackdose zum Streichen  – Inhalt: 0,1 Literhitzebeständig bis 450 °Cgeeignet für Ofen und Kamine ca. 11 Euro
Albrecht ThermolackLackdose zum Streichen – Inhalt: 0,125 Literhitzebeständig bis 500 °Cgeeignet für Ofen und Kamine ca. 10 Euro
Duplicolor Thermo SpezialSpraydose –  Inhalt: 0,1 Literhitzebeständig bis 300-800 °C (Abhängig von der Farbe)geeignet für Grills und Smoker ca. 13 Euro
Asinol AuspufflackLackdose, vorbereitet zum Spritzen –  Inhalt: 1,0 Literhitzebeständig bis 800 °Cuniversell geeignet, auch Grill und Smoker ca. 15 Euro
Presto Thermo-LackLackdose, vorbereitet zum Spritzen –  Inhalt: 0,25 Literhitzebeständig bis 600 °Cuniversell geeignet, auch Grill und Smoker ca. 15 Euro

 

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