Wenn ein Hibiskus nicht blüht, kann das verschiedene Ursachen haben. Außerdem gibt es Unterschiede bei den einzelnen Hibiskus-Arten. Vor allem muss zwischen Zimmer- und Freilandpflanzen unterschieden werden. Die Ansprüche der Gewächse sind verschieden.

Gartenhibiskus

Ein Gartenhibiskus blüht häufig noch nicht gleich, obwohl das abhängig von der Anzucht ist. Sämlingspflanzen, also durch Aussaat vermehrte Gewächse, blühen später als durch Stecklinge vermehrte. Da können schon einmal zwei bis drei Jahre Unterschied drin sein.

  • Sämlingspflanzen blühen später als stecklingsvermehrte
  • Oft 2 bis 3 Jahre Unterschied

Außerdem brauchen die Gehölze einen passenden Standort und ein gutes Substrat. Nur wenn sich die Pflanzen wohl fühlen, beginnen sie zu blühen. Im Winter müssen sie vor kalten Ostwinden geschützt werden.Gartenhibiskus-10

  • Sonnig und geschützt
  • Vor Ostwind geschützt
  • Ideal vor einer hellen Hauswand, Südseite
  • Durchlässiger Boden, der aber Wasser und Nährstoffe halten kann
  • Nährstoffhaltig, etwas feucht
  • Boden mulchen, um vor Austrocknung zu schützen

Dazu gehören auch Nährstoffe im Boden und eine möglichst gleichbleibende Feuchte. Trockenheit und Dauernässe sind sehr ungünstig. Sie schwächen den Hibiskus und der ist damit beschäftigt, sich zu regenerieren. Für die Blütenbildung fehlt die Kraft. Außerdem kann ein Nährstoffmangel vorliegen. Häufig wird zu viel Stickstoff gedüngt. Der ist wichtig für das Wachstum, für die Blütenbildung ist aber Phosphor entscheidend.

  • Regelmäßig gießen
  • Boden nicht austrocknen lassen
  • Dafür mulchen
  • Keine Dauernässe
  • Nach dem Schnitt im Frühjahr sofort düngen
  • Hornspäne und Kompost sind gut geeignet
  • Regelmäßig phosphorlastig düngen (für Blüte)
  • Ab Ende Juli nicht mehr düngen, damit Triebe ausreifen können

Hat der Hibiskus im Winter Schaden genommen, braucht er einige Zeit, um sich zu regenerieren. So kann die Kraft zur Blütenbildung fehlen. Um vorzubeugen, kann im September mit Patentkali gedüngt werden. Der hilft den Pflanzen, sich auf den Winter vorzubereiten. Die Triebe reifen aus, er kann Kraft tanken. Außerdem kann es in kalten Gegenden Sinn machen, den Wurzelballen abzudecken, mit Laub, einer dicken Mulchschicht und mit Reisig. Bei Hochstämmen, die durch Veredlung entstanden sind, sollte die Veredlungsstelle oben am Stammende geschützt werden. Sie ist Wind und Wetter ausgesetzt, was nicht günstig ist.

  • Patentkali im September (Extradüngung)
  • Wurzelballen abdecken
  • Bei Hochstämmen Veredlungsstelle einpacken

Roseneibisch

Der Rosen-Eibisch braucht im Winter eine Ruhephase, um sich zu erholen und auf die neue Blühsaison vorzubereiten. Hier sind Temperaturen um die 15°C wichtig und eine hohe Luftfeuchte. In dieser Zeit wird nur wenig gegossen und nicht gedüngt. Außerdem blühen die Pflanzen besser, wenn sie regelmäßig zurückgeschnitten werden, denn nur dann verzweigen sich die Triebe.

  • Überwinterungsquartier hell und um die 15°C
  • Wenig gießen, aber Pflanzballen nicht austrocknen lassen
  • Nicht düngen
  • Hohe Luftfeuchte – regelmäßig besprühen
  • Auf Schädlingsbefall kontrollieren

Wenn Nährstoffe fehlen, werden keine Blüten gebildet. Topfpflanzen können sich nicht selbst versorgen, wie beispielsweise Gartenpflanzen das teilweise gelingt. Sie sind auf Düngergaben angewiesen. Sind die Nährstoffe im Gefäß verbraucht, müssen neue her. Wichtig ist die richtige Zusammensetzung des Düngers. Stickstoff sorgt für das Wachstum des Hibiskus, Phosphor für die Blütenbildung. Auch Kalium ist wichtiger als Stickstoff.Roseneibisch-10

  • Regelmäßige Düngung wichtig
  • Direkt nach einem Rückschnitt düngen
  • Ansonsten phosphorbetont düngen
  • Nicht zu viel Stickstoff, sonst zu viel Längenwachstum, die Pflanze gerät aus der Form

Häufig sorgt Lichtmangel dafür, dass der Hibiskus nicht blüht. Die Pflanzen brauchen so viel Licht, wie es irgend geht. Im Sommer freuen sie sich über Sonne, obwohl sie im Freiland langsam an sie gewöhnt werden müssen. Auch im Winter ist viel Licht wichtig. Notfalls kann eine Pflanzenlampe hilfreich sein.

  • Im Sommer in die Sonne stellen
  • Langsam an direkten Sonnenschein gewöhnen
  • Auch im Winter viel Licht
  • Notfalls Pflanzenlampe mit Zeitschaltuhr nutzen

Der Roseneibisch sollte regelmäßig geschnitten werden. Das ist gut für eine kompakte Form und für Blüten. Diese erscheinen nur an den Triebenden. Ohne Schnitt gibt es kaum Verzweigungen und somit wenig Triebenden. So können sich kaum Blüten bilden. En Schnitt ist da sehr hilfreich. Geschnitten wird entweder vor dem Austrieb nach der Winterpause oder nach der Blüte. Da manche der Pflanzen fast ganzjährig blühen, muss man einige Knospen mit wegschneiden. Blüht der Hibiskus gar nicht, kann ein starker Rückschnitt den Austrieb anregen und dann bilden sich meist auch bald Blütenansätze.

  • Regelmäßiger Schnitt
  • Nach Blüte oder vor Austrieb
  • Sehr schnittverträglich
  • Treibt auch aus altem Holz wieder aus
  • Schnitt fördert Verzweigung und Blüte

Wenn ein Zimmerhibiskus nicht blühen will, können auch Schädlinge die Ursache sein. Besonders bei zu warmer Überwinterung sind die Pflanzen gefährdet. Allen voran treten Spinnmilben auf. Sie sind schwer zu entdecken und noch schwerer zu bekämpfen. Wichtig ist eine regelmäßige, am besten wöchentliche Schädlingskontrolle. Wenn man die Triebspitzen mit einem feinen Wassernebel besprüht, zeigen sich beim Befall kleinste Tröpfchen, die an Netzen hängen bleiben. Diese Gespinste sind ein eindeutiges Zeichen für die Spinnmilben. Meist muss Chemie eingesetzt werden, um diese Plagegeister zu bekämpfen. Leider entwickeln sie schnell Resistenzen, so dass einige Mittel gar nicht mehr helfen. Vorbeugend hilft, die Luftfeuchte immer schön hoch zu halten.

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