Heizungsrohr verkleiden

Heizungsrohre, die auf der Wand verlaufen, sehen nicht nur hässlich aus, sie sind auch Staubfänger und sorgen für einen Verlust von Heizenergie. Wenn Sie die Heizungsrohre verkleiden, können Sie diese optisch an die Wand oder wahlweise auch den Fußboden anpassen. Wir zeigen Ihnen die verschiedenen Varianten für eine Verkleidung der Heizungsrohre und eine Anleitung für eine unauffällige Verkleidung mit Isolierung.

Es gibt zahlreiche schöne Fußleisten, die genügend Platz haben, um die Heizungsrohre aufzunehmen. Doch nicht alle Rohre verlaufen gleich über dem Boden. In alten Häusern verlaufen die Heizungsrohre teilweise direkt unter der Zimmerdecke. Auch diese Rohre im Altbau lassen sich später mit einer schönen Verkleidung aus Holz oder einer tapezierten Oberfläche versehen, wenn Sie diese selbst bauen. Wie Sie in jeder speziellen Raumsituation auch im Altbau die Rohre der Heizung verkleiden und dämmen können, zeigen wir Ihnen gleich hier in der DIY-Anleitung Schritt für Schritt.

Das benötigen Sie:

  • Schwingschleifer
  • Bohrmaschine, Holzbohrer verschiedene Stärken, Senker
  • Akkuschrauber
  • Stichsäge
  • Schraubendreher
  • Spachtel, Hammer
  • Zollstock, Wasserwaage
  • Bleistift, Pinsel
  • Latten
  • OSB-Platten oder Holzbretter, MDF-Platten
  • Sockelleisten
  • Rigips, Gips
  • Schrauben, Dübel
  • Schleifpapier, Lack / Folie
  • Spachtelmasse, Dämmmaterial

Kosten und Preise für eine Verkleidung

Um die Rohre zu verkleiden, müssen Sie keinen Handwerker beauftragen. Selbst als Einsteiger können Sie diese Arbeit mit ein wenig Geduld selbst machen. Das ist ein Projekt, bei dem Sie Erfahrungen sammeln können und trotzdem ein tolles Ergebnis erreichen, auf das Sie stolz sein können. Die Kosten sind dabei sehr überschaubar, je nachdem welche Holzart Sie als Blende verwenden wollen. Mit einfachen OSB-Platten oder MDF lässt sich zum Beispiel eine sehr günstige Verkleidung bauen.

OSB- oder MDF-Platten
OSB- oder MDF-Platten

Sockelleisten als Fertigsysteme zum Anklippen

  • einfache Sockelleisten mit zwei schmalen Durchlässen – pro Meter etwa 10,00 Euro
  • Rohrabdeckung für zwei Rohre – auch mittig auf der Wand montierbar – etwa 10,00 Euro je Meter
  • Sockelleisten verschiedene Dekore – ab 12,00 Euro je Meter
  • Sockelleisten extrahoch – passend auch für breitere Rohrabstände – ab etwa 15,00 Euro je Meter

Verkleidung für Heizungsrohre

Der Eigenbau der Verkleidung lässt sich zwar auf einen Meter herunterrechnen, doch es kommt auch auf die Schrauben und das Dekor Ihrer Verkleidung an. Wie Sie unten sehen können, ist es durchaus möglich, für etwa drei Euro je Meter selbst eine Verkleidung für die Rohre herzustellen. Das Dekor können Sie dann weitgehend frei wählen. Im Trockenbau werden Schienen aus Aluminium verwendet, die dann mit Rigips abgedeckt werden. Diese Variante kann aber später nur mit Wandfarbe oder Tapete abgedeckt werden.

Gipskarton schneiden
Gipskarton schneiden

Tipp: Unten an der Wand ist es nicht immer sehr praktisch Rigips anzubringen, da Schäden durch Fußtritte oder Feuchtigkeit beim Wischen vorprogrammiert sind. Die Verkleidung der Heizungsrohre mit Rigips und Aluschienen sollten Sie daher nur bei senkrecht verlaufenden Rohren nutzen oder wenn Sie knapp unter der Raumdecke eine Verkleidung im Altbau anbringen wollen.

Preise:

  • einfache schmale Latten ab etwa 1,00 Euro je Meter
  • OSB Platte – Stärke 12 mm – Höhe 10 Zentimeter – etwa 1,00 Euro je Meter
  • Schrauben und Dübel – unter 1,00 Euro je Meter

Vielfältige Dekormöglichkeiten

Wie Sie die Verkleidung später gestalten, bleibt ganz Ihnen überlassen. Soll die Heizungsverkleidung zu einem neuen Laminatboden passen, sollten Sie ein Foliendekor verwenden, das dem Holzton des Laminats entspricht. Weitere Möglichkeiten der Dekoration der Verkleidung sind:

  • Folie – verschiedene Dekore
  • Lackieren – individuell mit Acrylfarbe
  • Streichen mit Wandfarbe
  • Tapezieren – übergangslos mit der Wand
  • Laminat
Bekleben mit Folie
Bekleben mit Folie

Passend zu einem Boden mit Laminat, ist es natürlich auch möglich, aus den Paneelen des Laminats eine Abdeckung zu bauen. Das Laminat brauchen Sie dabei lediglich mit Montagekleber auf die selbst gebaute Verkleidung aufzukleben. Wenn die Verkleidung nach vorn hin zu öffnen sein soll, können Sie sogar an die Latten Klettband tackern und an die Abdeckung aus Laminat das Gegenstück kleben. So ist für alle Eventualitäten ein Zugang zu den Heizungsrohren möglich.Laminat - Feder und Nut

Heizungsrohre im Eigenbau verkleiden

Bevor Sie einkaufen gehen, sollten Sie sich schon überlegen, ob die Abdeckung später lackiert oder tapeziert werden soll. Wenn Sie die Ränder abrunden möchten und die Abdeckung lackieren wollen, dann sollten Sie statt OSB-Platten lieber die glatten MDF-Platten verwenden. Bei denen ist es dank der feinen Struktur des Materials auch möglich, Rillen einzufräsen oder die Kanten edel abzurunden. Natürlich können Sie auch echtes Holz verwenden. Eine ganz normale Sockelleiste aus Holz lässt sich ebenso auf die Latten aufschrauben, wie beispielsweise Spanplatten. So passt vor allem im Altbau später die Sockelleiste zu der neuen Verblendung aus Holz.

1. Messen und Planen

Die Verkleidung muss zwar nicht übermäßig groß sein, Sie sollten jedoch ein klein wenig Spielraum rund um die Heizungsrohre aus Kupfer einplanen. Gerade im Altbau sind die Rohre oft etwas dicker im Durchmesser, diese Rohre bewegen sich auch bei Temperaturschwankungen noch stärker. Messen Sie an mehreren Stellen, wie hoch die Rohre verlaufen und wie groß der Abstand ist. Im Altbau gibt es da oft enorme Schwankungen.

Abstände ausmessen
Abstände ausmessen

Tipp: Vergessen Sie beim Planen und beim Einkaufen nicht die Isolierung für die Rohre. Sie sollten dafür möglichst vorgeformte Rohrschalen verwenden oder entsprechende geschäumte Platten, die sich biegen lassen.

Damit die Rohre dann nicht in dem Kasten quietschen, wenn sie sich erwärmen, sollten Sie etwa ein bis zwei Zentimeter Luft zur Holzverkleidung lassen. Kaufen Sie ein wenig mehr Material ein, denn an den Ecken der Wände sind die Rohre oft etwas gerundet, der Kasten muss dort eventuell noch ein wenig größer sein. Außerdem sollten die Deckbretter aus Holz auf Gehrung geschnitten werden, wenn sie später sichtbar bleiben sollen. Dadurch ist der Verbrauch von Material aber noch wieder ein wenig höher.

2. Latten an der Wand anbringen

Die Latten sollten jeweils über und unter den Rohren angebracht werden. Halten Sie dabei einen kleinen Abstand ein. Wenn die Rohre knapp über dem Boden verlaufen und dort keine Latte hinpasst, ist das nicht so wichtig. Dann wird der Kasten für die Abdeckung eben nur an einer Latte befestigt. Die Verkleidung hat schließlich in erster Linie einen optischen Zweck und soll keine schweren Bücher tragen. Ähnlich verhält es sich bei Heizungsrohren, die eng unter der Raumdecke verlaufen. Die Latten sollten vorgebohrt werden. Damit die Schrauben nicht vorstehen, vertiefen Sie die Löcher im Holz mit einem Senker. Verwenden Sie die Wasserwaage, um die Latten exakt an der Wand anzubringen. So gleichen Sie auch in einem Altbau die möglichen Unebenheiten von Wänden und Rohren aus.

Leiste mit Wasserwaage ausrichten
Leiste mit Wasserwaage ausrichten

In der Wand versenken Sie Dübel, die dann die Schrauben aufnehmen, die durch die Latten führen. Die Dübel sollten sicher und fest in der Wand sitzen. Im Altbau mag das nicht immer ganz einfach sein, da die Wände oft poröse Stellen aufweisen. Sollte ein Dübel keinen festen Halt finden, können Sie ihn mit Montagekleber in der Wand befestigen. Allerdings muss der Kleber dann zunächst trocknen, bevor Sie weiterarbeiten können.

Tipp: Wenn Sie keine langen Schrauben vorrätig haben, reicht es aus, wenn etwa zwei Zentimeter der Latte festgeschraubt werden. Sie können also bis zu dieser Tiefe mit einem deutlich größeren Holzbohrer vorbohren und lediglich den Rest mit einem feinen Bohrer, der die Stärke der Schraube besitzt. Das ist eine gute Lösung, wenn Sie wegen der Stärke der Heizungsrohre relativ tiefe Latten auf der Wand verschrauben müssen.

3. Dämmung einlegen

Oft verlaufen Heizungsrohre auch durch Räume, in denen gar nicht geheizt wird. Dann ist die Dämmung innerhalb des Kastens besonders wichtig. Sie wird sich später garantiert auf der jährlichen Heizkostenabrechnung bemerkbar machen. Verwenden Sie aber keine lose Dämmung, wie beispielsweise Glas- oder Mineralwolle innerhalb dieses Kastens. Das Einlegen mag zwar leichter sein, doch durch die Ritzen kann das feine Material auch austreten.

Tipp: Die aufgeschäumten Rohrschalen aus grauer Dämmung, wie zum Beispiel Armacell oder PE, sind für diesen Zweck eigentlich ideal. Sie passen nur nicht überall. Es gibt auch sehr weiche Produkte, die zwar aus Glas- oder Mineralwolle sind, jedoch mit einer Schicht aus Alufolie geschützt werden. Diese Dämmungen haben neben der Alufolie auch einen selbstklebenden überlappenden Verschluss. Sie passen sich relativ gut an die beengten Verhältnisse in einer Heizungsrohrverkleidung an.

4. Abdeckung anschrauben

Die Abdeckung, egal ob aus Holz, Laminat oder OSB-Platten sollte ebenfalls vorgebohrt werden. Vertiefen Sie auch bei dieser Blende die Löcher noch etwas mit einem Senker, um die Schrauben ganz zu versenken. Dann kann die Blende einfach auf die Latten geschraubt werden. Leichte Blenden können auch mit doppelseitigem Klebeband oder Montagekleber auf den Latten verklebt werden.Heizungsrohre verkleiden

5. Tapezieren – Lackieren – Folieren

Wenn Sie ein System aus dem Trockenbau verwenden, können Sie die Blende später ganz einfach tapezieren. Idealerweise ziehen Sie die Fugen an der Wand mit etwas Acrylmasse nach. So läuft Ihnen nicht der Kleister hinter die Abdeckung. Wenn Sie die Blende mit Acrylfarbe lackieren wollen, bietet sich auch die Abdichtung mit der Acrylmasse an. Holz, OSB oder MDF sollten Sie grundieren vor dem Streichen. Bei der MDF-Platte müssen Sie dazu eine spezielle Sperrgrundierung verwenden, da das feine MDF sonst den ganzen Lack aufsaugt. Wenn Sie eine selbstklebende Folie aufbringen wollen, sollten Sie den Untergrund ebenfalls vorher mit einer Schicht Lack behandeln, damit die Folie besser hält.Lackieren

Tipp: Wenn Sie das Holz nicht erst lackieren wollen, um dann die Folie aufzukleben, sollten Sie zumindest die Oberfläche etwas anschleifen oder mit Essig abwischen. So klebt die Folie besser und haltbarer an der Oberfläche, besonders weil die Temperaturschwankungen innerhalb der Abdeckung die Klebung erschweren.

Tipps für Schnellleser

  • System auswählen oder eigene Verkleidung bauen
  • Sockelleisten mit Clipsystem in der Wand verdübeln
  • Verkleidung ausmessen und planen
  • Einkaufsliste anfertigen
  • Latten exakt mit Wasserwaage ausrichten
  • Dübel fest in der Wand verankern
  • Latten mit Dübeln und Schrauben anbringen
  • Dämmung um die Rohre schlingen
  • Deckplatte Verkleidung oder Laminat vorbohren und anschrauben
  • wahlweise Rigips im Trockenbau verwenden
  • Nähte vom Rigips im Trockenbau verspachteln
  • Verkleidung grundieren und übertapezieren
  • wahlweise lackieren oder Folie aufkleben

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