Zahnschmerzen sind unangenehm. Je nach Stärke können sie richtig schlimm für den Betroffenen sein. Normalerweise sollte man bei Zahnschmerzen unmittelbar einen Arzt aufsuchen, aber manchmal ist das einfach nicht möglich, bzw. will man sich erst einmal selbst helfen. Hausmittel haben schon in vielen Fällen geholfen, wobei es natürlich immer darauf ankommt, wodurch die Schmerzen verursacht werden. Bei einigen Problemen kann nur der Zahnarzt helfen, aber einen Versuch ist es sicher wert. Manchmal muss etwas experimentiert werden, denn nicht alle Mittel schlagen gleichermaßen an. Von Mensch zu Mensch kann das ganz unterschiedlich sein.

Tipp

Da Zahnschmerzen häufig durch Bakterien ausgelöst werden, ist es wichtig, nicht mit zu heißen Hausmitteln zu arbeiten. Die Wärme tut den Bakterien gut, sie können sich so prima vermehren und das Problem verschlimmert sich eher, als dass es sich bessert. Dagegen ist Kälte meist nicht nur angenehm, sondern lindert die Schmerzen tatsächlich.

1. Ölziehen

oelziehenSowohl vorbeugend für gesunde Zähne und Zahnfleisch, als auch bei akuten Schmerzen ist das Ölziehen eine gute Sache. Genutzt wird hochwertiges, kaltgepresstes Sonnenblumenöl. Einen kleinen Schluck in den Mund nehmen und ihn etwa 10 Minuten darin lassen. Während der Zeit das Öl hin und her bewegen, wie das Wasser beim Zähneputzen. Das Öl nicht schlucken!!! Es wird am Ende in ein Papiertaschentuch entsorgt. Beim Ausspucken ins Waschbecken muss hinterher geputzt werden und das Öl kann bei häufigerem Gebrauch den Abfluss verstopfen. Sonnenblumenöl hat eine antibakterielle und antivirale Wirkung, weshalb es auch als Präventionsmaßnahme für den Mundraum empfohlen wird. Am besten ist das Ölziehen am Morgen, als erstes, vor dem Zähneputzen. Bei Schmerzen kann man es mehrmals am Tag wiederholen.

2. Mundwasser

Mit Mundwasser kann viel gegen Zahnschmerzen getan werden. Besonders gut sind solche, die Nelkenöl enthalten. Das Mundwasser einfach einige Minuten im Mund halten und etwas hin und her bewegen und anschließend ausspucken. Aus eigener Erfahrung kann ich die Sorte „Nur ein Tropfen“ oder „One drop only“, wie es heute meist heißt, sehr empfehlen. Es enthält Pfefferminz-, Nelken-, Thymian-, Salbei- und Teebaumöl und hilft sehr gut bei Entzündungen und damit verbundenen Schmerzen.

3. Salzlösung

Da Salz in jedem Haushalt vorhanden ist, ist die Salzlösung schnell herzustellen. Ein halber Teelöffel Salz wird in einem Glas mit lauwarmen Wasser aufgelöst. Ideal ist Meersalz oder ein anderes gutes Salz. Einen Schluck davon ca. 2 Minuten in den Mund nehmen und hin und her bewegen. Nicht runterschlucken!!! Das Salz soll gegen Schmerzen helfen.Salz

Das Verschlucken kann besonders bei Kindern zu Übelkeit und Erbrechen führen. Salz wird gern benutzt, um Erbrechen auszulösen.

4. Wasserstoffperoxid

Wasserstoffperoxid hilft bei Entzündungen, bei Infektionen. Da es vielseitig nutzbar ist, findet sich das Mittel in zahlreichen Haushalten, ansonsten kann man es in  er Apotheke kaufen. Einfach 15 ml einer 3%igen Wasserstoffperoxidlösung in den Mund nehmen und 10 Minuten darin lassen. Ausspucken. Nach der Behandlung den Mund mehrmals mit Wasser ausspülen. Die Behandlung bis 3-mal am Tag wiederholen.

5. Nelke oder Nelkenöl

Antibakteriell wirkt Nelkenöl. Es wird direkt auf den schmerzenden Zahn getupft und wirkt so gleichzeitig betäubend und damit schmerzstillend. Zwar kann das Öl anfangs etwas brennen, doch das lässt schnell nach und das Mittel ist wirklich hilfreich. Genauso nützlich ist eine harte Gewürznelke. Man nimmt sie einfach in den Mund und kaut etwas darauf herum. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig, aber es gibt schlimmeres. Wenn die Nelke weich geworden ist und sich öffnet, wird das hilfreiche Nelkenöl freigesetzt. Diese dann am besten etwa 30 Minuten auf dem betroffenen Zahn liegen lassen. Es gibt allerdings auch Berichte, dass das direkte Auflegen einer Nelke die Schmerzen verschlimmert, zumindest, wenn ein Loch im Zahn die Ursache der Schmerzen ist.

Nelken
Nelken

6. Eiswürfel

Eiswürfel einfach in einen kleinen Gefrierbeutel oder in eine kleine Tüte packen. Diese fest verschließen. Dann ein Küchentuch oder etwas ähnliches drum herum wickeln und den Eisbeutel von außen gegen die schmerzende Stelle drücken. Wenn es die richtige Stelle ist, werden die Nerven nach etwa 15 Minuten beruhigt. Manchmal hilft auch, einen Eiswürfel zu lutschen.

7. Zwiebel

Zwiebeln wirken Entzündungen entgegen. Man kann verschieden vorgehen. Zum einen kann eine Zwiebel kleingehackt und in ein Tuch gewickelt werden. Dieses wird von außen gegen die schmerzende Stelle gedrückt. Jeweils 15 Minuten sollten helfen. Außerdem kann man eine Zwiebelscheibe direkt in den Mund nehmen und innen gegen die schmerzende Stelle drücken. Das ist sicher intensiver, als von außen, aber wahrscheinlich auch nicht jedermanns Sache. Zwiebeln können sehr scharf sein.

8. Zahnpasta

Wenn die Zahnhälse besonders schmerzen, kann es helfen, flouridhaltige Zahnpasta auf die Stelle zu geben. Meist ist nicht ein Loch Schuld, sondern das Freiliegen der Dentinkanäle. Das merkt man bei heißen oder kalten Einflüssen besonders. Zahnpasta wirkt da wie eine Schutzschicht. Wer mit empfindlichen Zähnen zu kämpfen hat, sollte sich eine spezielle Zahncreme dafür holen, z.B. Elmex Sensitiv Professionel, die hilft, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

9. Pfefferminztee

Mit Pfefferminztee zu gurgeln bzw. zu spülen kann ebenfalls gegen Zahnschmerzen helfen. Der Tee kann zwar hinterher geschluckt werden, aber besser ist, ihn auszuspucken. Ideal ist, frische oder selbst getrocknete Pfefferminze zu verwenden und keine Teebeutel, die in der Wirkung lange nicht so gut sind.

Kräuter
Kräuter

10. Kamille

Kamille wird bei zahlreichen Leiden verwendet. Auch bei Zahnschmerzen können die Blüten helfen. Kamillenblüten in ein Stofftaschentuch oder Verbandsmull wickeln, anschließend mit heißem Wasser tränken und abtropfen lassen. Das Päckchen dann abkühlen lassen und  auf die schmerzende Stelle drücken, bis es völlig abgekühlt ist. Diese Behandlung sollte in stündlichen Abständen wiederholt werden. Nicht zu heiß verwenden!!!

11. Myrrhe

Myrrhe hilft bei Entzündungen, besonders der Mundschleimhaut und bei Zahnschmerzen allgemein. Dabei können eine Myrrhentinktur oder eine Wachsmyrrhenpaste genutzt werden. Myrrhe ist ein Harz, das von speziellen Bäumen stammt. Dieses kann nicht nur Entzündungen reduzieren, sondern tötet auch Bakterien ab. Für die Tinktur 5 ml (1 TL) Myrrhepulver und 500 ml Wasser in einem Topft erhitzen und etwa 30 Minuten köcheln lassen. Die Flüssigkeit durchsieben und abkühlen lassen. Zur Anwendung wiederum 5 ml dieser Flüssigkeit mit 125 ml Wasser mischen und damit den Mund spülen, am besten mehrmals am Tag, mindestens fünf- bis sechsmal.

Für die Myrrhenpaste ein 2,5 cm großes Stück Myrrhenwachs feinmahlen und mit einem viertel Teelöffel (1,25ml) Essig mischen. Es muss sich eine Paste bilden. Bei Bedarf mehr Paste oder Essig verwenden. Diese direkt auf die schmerzende Stelle auftragen und einwirken lassen. Danach mit warmen Wasser wieder abspülen.

12. Salbei

Salbeitee aus frischen Salbeiblättern ist ein recht gutes Mittel gegen Zahnschmerzen. Wenn er abgekühlt ist, wird damit gegurgelt. Im Winter können auch getrocknete Salbeiblätter genutzt werden. Wer Salbeitee zu Hause hat, kann natürlich auch diesen verwenden.

13. Alkohol

Cognac
Alkohol

Wer kein Mundwasser zur Verfügung hat, kann im Notfall mit Alkohol „Gurgeln“. Einfach einen Schluck Wodka, Gin oder Cognac im Mund für einige Zeit hin und her bewegen und ihn dann wieder ausspucken. Es versteht sich von selbst, dass der Alkohol nicht getrunken werden sollte. Außerdem ist dieses Hausmittel nicht für Kinder geeignet.

14. Akupressurpunkt drücken

Dass man mit Druck auf bestimmte Punkte im Körper Schmerzen ausschalten kann, wussten schon die alten Chinesen. Nicht nur in der Traditionellen Chinesischen Medizin wird mit diesen Punkten gearbeitet, auch immer mehr Schulmediziner erkennen die Wirkung an. Mit etwas Geschick kann man sich auch selbst helfen, vorausgesetzt, man weiß, wo diese Punkte liegen. Einer gegen Zahnschmerzen befindet sich am Handgelenk und noch einer am Zeigefinger-Nagel. Außerdem gibt es Hilfspunkte, an der Oberlippe, dem Ohrläppchen und dem Schädeldach. Weitere nützliche Informationen siehe dazu Akupressurpunkte Liste.

Es gibt auch Akupunkturpunkte bei Zahnschmerzen, aber man sollte nicht einfach eine Nadel irgendwohin pieken, ganz abgesehen davon, dass spezielle Nadeln dafür benötigt werden.

15. Propolis

Propolistinktur hilft bei vielen Leiden. Bei der Tinktur wird Propolis in Alkohol angesetzt. Die Tinkturen sind unterschiedlich konzentriert. Am besten ist eine mit 96 Prozent Alkohol, da diese das gesamte Propolis-Harz enthält. Weniger hochprozentige Alkohole schaffen es nicht, das Harz vollständig aufzulösen. Bei Zahnschmerzen hilft, mit verdünnter Propolistinktur zu spülen und zu gurgeln oder die Tinktur direkt auf die schmerzende Stelle aufzubringen.

16. Zimtöl

Zimtöl wurde schon von unseren Großeltern bei Zahnschmerzen verwendet. Es muss unverdünnt auf den schmerzen Zahn gegeben werden. Da das Öl pur verwendet wird, darf die Behandlung nicht zu oft wiederholt werden.

Fazit

Wer schon einmal Zahnschmerzen gehabt hat, weiß, wie unangenehm das ist. Bei einigen Ursachen kann allerhand getan werden, um die Schmerzen erträglicher zu machen. Auf alle Fälle sollte umgehend ein Zahnarzt aufgesucht werden, der die Ursache abklärt. Wenn die Schmerzen von einer Zahnbehandlung stammen, sollte man sich unbedingt an die Anweisungen des Zahnarztes halten. Hausmittel haben bei offenen Wunden im Mund nichts verloren.

Ansonsten gilt natürlich: „Viel hilft nicht viel“. Die genutzten  Mengen für die Tinkturen und anderen Behandlungen sollten homöopathische Dosen nicht überschreiten.

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