Zimmerpflanzen

Zimmerpflanzen pflegen, für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. In der Tat ist es nicht immer ganz einfach, denn jede Pflanze hat andere Ansprüche an Standort und Flüssigkeitsbedarf. Wie Sie es dennoch schaffen, große, pflegeleichte Pflanzen zu finden und auch gut zu pflegen, erklären wir in unserem kurzen DIY-Ratgeber für große Zimmerpflanzen in Innenräumen.

Die richtigen Zimmerpflanzen auswählen

Pflanzen sind nicht nur auf eine gute Balance von Nährstoffen und Feuchtigkeit angewiesen, sondern es spielt auch der Standort eine wichtige Rolle. Fehlt der Zimmerpflanze Licht oder hat sie zu viel davon, wird sie darauf reagieren. Bevor Sie neue Zimmerpflanzen kaufen, die Sie pflegeleicht halten können, sollten Sie den Lichteinfall kennen. Liegt das Fenster im Süden oder Westen? Gibt es direkte Sonneneinstrahlung, mit der es im Sommer unter Umständen sehr heiß werden kann oder ist das Licht indirekt? Mit diesen Informationen versorgt, gehen Sie daher in den nächsten Blumenladen oder das Gartencenter.

Bogenhanf – Wenig Licht ist gut

Es geht auch ohne grünen Daumen – Wenn Sie wirklich wenig Glück mit großen Zimmerpflanzen haben, dann probieren Sie es doch einfach mit dem Bogenhanf. Die schlichte, hoch wachsende Pflanze wächst bis zu einer Höhe von 80 cm und verschönert jede Raumecke. Zugegebenermaßen wirkt sie auf den ersten Blick ein wenig trist, doch als Kombination mit mehreren Exemplaren und auffälligen Übertöpfen schaffen Sie auch mit dem Bogenhanf ein attraktives Ensemble. Ein weiterer Vorteil dieser Pflanze: Sie hat die Fähigkeit, die Raumluft zu säubern.Bogenhanf

Optisch wirkt sie aufgrund ihrer langen und schwertförmigen Blätter. Diese können als ausgewachsene Exemplare sogar bis zu 1,5 Meter lang werden. Mit verschiedenen Zeichnungen erzeugt der Bogenhanf oder die Schwiegermutterzunge ein abwechslungsreiches Bild im privaten Office oder dem Wohnbereich. Insbesondere in der Kombination mit anderen Gewächsen bildet sie ein interessantes Ensemble von großen und kleinen Pflanzen. Sie gehört zu den Zimmerpflanzen, die auch mit wenig Licht sehr gut auskommen und auch mit wenig Wasser überleben.

Elefantenfuß – Weniger ist mehr

Wieder vergessen, die Zimmerpflanzen zu gießen? Wunderbar für diese Pflanze!

Wenn Ihnen der allgemein bekannte grüne Daumen völlig abhanden gekommen ist, dann legen Sie sich doch einen Elefantenfuß zu. Pflegeleicht und wunderschön ist er eine tolle Zierde in jedem Wohnraum. Auch als Flaschenbaum oder Wasserpalme bekannt, kann hier fast nur ein Fehler gemacht werden: zu viel Wasser. Hier zählt das Sprichwort: „Weniger ist mehr.“

Nicht nur die Tatsache, dass diese Zimmerpflanze sehr pflegeleicht ist, sie sieht zwischen anderen blättrigen Pflanzen auch besonders attraktiv aus. Schnell wird klar, woher der Name Elefantenfuß kommt. Der Stamm dieser Pflanze ist am Boden verdickt und wird nach oben hin immer schlanker. Hier speichert er das Wasser für lange Trockenzeiten. Das ursprünglich aus Mexiko stammende Gewächs hat sich im Laufe der Zeit an die Gegebenheiten des Klimas gewöhnt und sich diesen Wasserspeicher zugelegt. Gießen Sie ihn also nur dann, wenn die oberste Schicht völlig abgetrocknet ist oder noch einfacher: zweimal im Monat.Elefantenfuß

Der Elefantenfuß steht gern sehr hell und liebt die Sonne. Dort, wo alle anderen Zimmerpflanzen unter der Hitze leiden, fühlt sich diese Pflanze pudelwohl. Wenn Ihnen also wieder einmal Zimmerpflanzen eingegangen sind, stellen Sie den neuen Elefantenfuß hierher – in die pralle Sonne.

Achtung Katzenbesitzer!
Katzen fühlen sich eingeladen, den Stamm des Elefantenfußes zum Kratzen zu nutzen. Doch Vorsicht! Wird der Stamm beschädigt, verliert der Baum an Lebenskraft und geht ein. Es ist ganz so, als würden Sie eine Tüte Milch durchlöchern. Der Baum muss also irgendwo im Haus sicher stehen oder Sie müssen auf diese Pflanze leider verzichten.

Drachenbaum – Schnelles Wachstum

Eine weitere, große Zimmerpflanze ist der Drachenbaum. Es ist wirklich erstaunlich zu erleben, wie pflegeleicht diese Pflanze ist und sich entwickelt. Im Handel ist der Drachenbaum als kleine oder große Zimmerpflanze erhältlich. Die kleinen Exemplare wachsen im Wohnzimmer zu stattlichen Bäumen heran. Daher sollte ihnen von vornherein ausreichend Platz zum Gedeihen gegeben werden.Drachenbaum

Drachenbäume gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die einzelnen Sorten haben jedoch eines gemein: Ein langer, hoher Stamm mit buschig wachsenden Blättern. Diese langen Blätter bilden eine hübsche Krone. Ihre Blätter erscheinen entweder einfarbig Grün oder mit cremefarbener Zeichnung. Diese leuchtenden Linien schaffen schöne Kontraste und lassen sich auch wunderbar in einer kleinen Gruppe aufstellen. Der Drachenbaum stellt keine großen Ansprüche an den Standort. Von Vorteil sind natürlich helle Lichtverhältnisse. Hier entwickeln sich die Blätter sehr gut und bildet mit etwas Glück auch weitere Farblinien. Selbst an schattigen Plätzen gedeiht er hervorragend, denn die indirekte Sonneneinstrahlung mag er gar nicht. Und auch diese große Zimmerpflanze bevorzugt weniger Wasser als zu viel.

Die Erde sollte feucht, aber in keinem Fall nass sein. Zwischen März und August erfreut sich der Drachenbaum über Dünger im Rhythmus von zwei Wochen. Werden die Blattspitzen braun, ist die Luft zu trocknen, dann besprühen Sie die Blätter einfach ein wenig. Selbst bei mittelmäßiger Pflege haben Sie das Glück, dieser Zimmerpflanze beim Wachsen beinahe zuzuschauen. Bei optimalen Bedingungen entwickeln sich hier sogar kleine Ableger, die Sie in einen neuen Topf einpflanzen können.

Monstera – Eine große grüne Ecke

Manche Räume werden mit einer großen Pflanze wirklich zum Leben erweckt. Das Fensterblatt gehört definitiv dazu. Auch als Monstera bekannt, präsentiert sie sich mit ihren großen, glänzenden Blättern. Generell gibt es hier zwei Sorten: Die Monstera deliciosa als ausladend wachsende Zimmerpflanze oder die Monstera deliciosa Borsigiana als schlanker Vertreter dieser Gattung. Sie wächst mehr in die Höhe und klettert an einem Wuchsstab empor.Monstera

Das Fensterblatt entwickelt Luftwurzeln, die einerseits als Haftorgan, andererseits holen sie sich Nährstoffe und Feuchtigkeit aus der Luft. Besonders beeindruckend sind die großen Blätter. Jedes einzelne kann bis zu einem Meter lang werden. Mit solchen Ausmaßen ist diese Zimmerpflanze besonders für große Räumlichkeiten geeignet. Die Blätter weisen natürliche Einschnitte auf. Insgesamt kann sie effektvolle 2,5 Meter und mehr erreichen! Ihrem Namen entsprechend, liebt das Fensterblatt einen hellen aber nicht sonnigen Standort. Im Winter darf sie jedoch umgestellt werden, um vom wenigen Sonnenlicht dennoch etwas abzubekommen. Hat sie dauerhaft zu wenig Licht, entwickeln sich die Blattstiele in die Länge und die Blätter selbst werden nicht sehr groß. Auch sie mag es keineswegs ständig nass. Das Fensterblatt wird gleichmäßig gegossen, immer dann, wenn die Erde an der Oberfläche abgetrocknet ist.

Tipp: Kleinere Blätter der Monstera sind ein Indiz für zu wenig Licht!

Palmen als Zimmerpflanzen

Auch Palmen sind beliebte Zimmerpflanzen, die in der Tat nicht immer pflegeleicht sind. Grundsätzlich benötigen sie einen hellen Standort mit mehreren Stunden Sonneneinstrahlung pro Tag. Sobald die Kälteperiode beginnt, gehen auch Zimmerpalmen in eine Art Winterschlaf. Das Wachstum ist deutlich eingeschränkt. Erwarten Sie während dieser Phase also keine neuen Palmwedel. Das Gießen wird dementsprechend stark eingeschränkt. Sobald der Frühling beginnt, benötigen die Palmen etwas Zeit, um sich an das Sonnenlicht zu gewöhnen. Den Wechsel auf den Balkon oder die Terrasse bestrafen Palmen gern mit dem Verbrennen der Blätter, die plötzlich braune Flecken haben. Die Eingewöhnungsphase dauert ca. zwei Wochen, der an einem halbschattigen Platz optimal ist. Die Palme sollte nur für einige Stunden täglich mit Sonne verwöhnt werden, am besten ist die Morgen- oder Abendsonne.

Pflegeleicht ist die Washingtonia oder auch Priesterpalme. Ihre reguläre Wuchshöhe liegt zwischen zwei und drei Metern, sie kann bei optimalen Bedingungen jedoch auch weitaus größer werden! In der Nähe der Fenster wächst sie schnell und wird damit zum solitären Blickfang, der sich ideal im Hauseingang oder dem Treppenhaus eignet. Während der Wachstumsphase wird sie so viel gegossen, um die Erde feucht zu halten. Sobald der Winter beginnt, sollte die Washingtonia nur noch mäßig gegossen werden. Dabei trocknet die erste Schicht der Erde ab.

Grundregeln für große Zimmerpflanzen

Die Pflanzenpflege ist einfacher als gedacht, nur die Vielfalt und die verschiedenen Bedürfnisse machen die Pflege ein wenig schwierig. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Pflanzen mehr Wasser benötigen, sobald die Blätter hängen oder abfallen. Meist ist das Gegenteil der Fall. Die hübschen Gewächse ertrinken schlichtweg.

Beginnen wir mit einer einfachen Regel, die sich mühelos umsetzen lässt. Die Rede ist von Staunässe. Viele Pflanzenbesitzer gießen und gießen in der Hoffnung, dem guten Stück würde es dabei besser gehen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der schöne leuchtende Weihnachtsstern wirft seine Blätter ab, und die Orchideen wollen einfach nicht blühen. Aus einem einfachen Grund. Sie haben zu viel Wasser, das sich im schlimmsten Fall auch noch am Boden des Topfes staut. Die Wurzeln vertragen die ständige Feuchtigkeit überhaupt nicht und sterben langsam ab. Das Ergebnis ist sichtbar.

Eine Drainageschicht

Abhilfe schafft Blähton, der als unterste Schicht in den Blumentopf gegeben wird. Achtung, die Drainageschicht gehört auf keinen Fall in den Übertopf! Kaufen Sie mit den neuen Zimmerpflanzen also auch eine Tüte Blähton. Nehmen Sie die Pflanze vorsichtig heraus und geben Sie den Blähton hinein. Mehr als zwei Daumenbreiten sollten es nicht sein. Dann geben Sie die Zimmerpflanze wieder in den Topf und auf Wunsch auch in einen hübschen Übertopf. Wenn Sie jetzt wieder einmal zu viel gegossen haben, fließt erstens das überschüssige Wasser ab und es entsteht keine Staunässe. Zweitens hat der Blähton die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und zum späteren Zeitpunkt wieder abzugeben.Große Zimmerpflanzen gießen

Notwendiges Material zur Pflege von Zimmerpflanzen:

  • Blähton
  • Gießkanne
  • Sprühflasche
  • Blumendünger als Stäbchen

Der Dünger

Auch das Düngen kann schwierig werden. Zu viel Dünger schadet ebenfalls jeder Pflanze. Wenn Sie sich in der Menge nicht sicher sind, wählen Sie Düngestäbchen, die es in jedem Gartencenter oder Baumarkt zu kaufen gibt. Die einzelnen Dünger weisen bereits in die richtige Richtung. Der Dünger ist notwendig, um der Blumenerde die verbrauchten Nährstoffe wieder zurückzugeben. Eine zentrale Rolle spielen dabei Phosphor, Kali und Stickstoff. Sie sorgen für ein gesundes Wachstum. Angeregt werden Pflanzen durch Stickstoff, der für die Bildung von Chlorophyll verantwortlich ist. Gesunde und vor allem kräftige Wurzeln verdanken die Zimmerpflanzen dem Phosphor. Nicht zuletzt erhält sie ihre Standfestigkeit und der Entwicklung von Blüten dem Kali. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welchen Dünger Sie nehmen sollen, wählen Sie zum Beispiel speziellen Dünger für Blattpflanzen, für Palmen usw. Wie beim Gießen gilt: Weniger ist mehr!

Tipps für Schnellleser:

  • eine Tüte Blähton kaufen
  • jeden Topf mit einer Drainageschicht ausstatten
  • Regenwasser oder abgestandenes Wasser zum Bewässern der Zimmerpflanzen nutzen
  • spezielle Dünger für jeweilige Pflanzen kaufen
  • vor dem Kauf der Pflanzen Standorte bestimmen
  • wassergefüllte Schalen erhöhen die Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen über 22 °C. Ideal für Monstera, Drachenbaum und andere große Zimmerpflanzen.
  • Palmen nach dem Winter eine Eingewöhnungszeit von zwei Wochen geben

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