Gaszähler richtig ablesen – alle Werte, sowie m³/kWh-Verbrauch erklärt


Ob Sie tariflich verpflichtet sind, Ihren Gaszähler selbst abzulesen, oder zur Einschätzung des laufenden Verbrauchs erfahren wollen, was die verschiedenen Werte bedeuten: Unser umfassender Ratgeber erklärt Ihnen die Basics auf den Punkt.

Der Gaszähler wird in der Regel einmal pro Jahr abgelesen – zwecks Abrechnung der jeweiligen Gaskosten. Vermutlich haben Sie über die Monate hinweg regelmäßige Vorabzahlungen geleistet. Mit der Ablesung des Zählerstands wird geprüft, ob der bezahlte Gesamtbetrag ausreichend ist oder nicht. Eventuell müssen Sie nachzahlen – oder Sie bekommen Geld zurück, wenn Sie im Abrechnungsjahr sehr wenig Gas verbraucht haben.

Viele (Online-)Tarife implizieren, dass der Kunde den Zählerstand selbst abliest. Auch unabhängig davon ist es interessant zu wissen, was die Werte auf dem Gaszähler bedeuten. Wir liefern Ihnen alle wichtigen Informationen zum Ablesen Ihres Gaszählers – inklusive der Formel zur Umrechnung der Kubikmeter (m³) in Kilowattstunden (kWh), die erforderlich ist, um die Abrechnung des Gasanbieters besser verstehen und den laufenden Verbrauch einschätzen zu können.

Heizung

Fragen im Vorfeld

Warum den Gaszähler ablesen?

Es gibt mehrere Gründe beziehungsweise Anlässe, die das Ablesen des Gaszählers erfordern. Hier eine Übersicht der wesentlichen Punkte mit kurzen Erklärungen:

  • Jahresabrechnung (Prüfung, ob vorab bezahlte Beträge passend, zu niedrig oder zu hoch sind; bei zu niedrigen Beträgen wird eine Nachzahlung fällig, bei zu hohen Beträgen gibt es Geld zurück)
  • Einzug in oder Auszug aus einer Wohnung (um nicht für den Verbrauch des Vor- oder Nachmieters verantwortlich gemacht zu werden; den Stand am besten auch abfotografieren – als Beweis!)
  • Einschätzung des laufenden Verbrauchs in einem Abrechnungsjahr (mit dem Ziel, die Jahresabrechnung vorwegnehmen und den Gasverbrauch eventuell noch weiter reduzieren zu können)

Gaszähler ablesen lassen oder selbst ablesen?

Je nach Tarif beziehungsweise Vertrag kommt einmal pro Jahr ein Mitarbeiter des Gasanbieters bei Ihnen vorbei und liest den Gaszähler ab – oder aber Sie sind selbst in der Pflicht, diese Aufgabe zu erledigen und das Ergebnis an das Unternehmen weiterzuleiten. Im letztgenannten Fall ist es essenziell, die einzelnen Werte und Zahlen zuordnen zu können, um richtige Angaben zu übermitteln. Wir empfehlen Ihnen, nach Lesen dieses Beitrags kurz einen Blick auf Ihren Gaszähler zu werfen. So prägen sich die theoretischen Informationen schneller und effektiver ins Gedächtnis ein und Sie können das Wissen bei Bedarf problemlos anwenden – auch dann, wenn Sie nicht zwingend für das alljährliche Ablesen des Zählers verantwortlich sind.

Hinweis: Der Besuch des Mitarbeiters Ihres Gasanbieters kostet Sie normalerweise nichts. Demnach geht das selbständige Ablesen nicht unbedingt mit einem finanziellen Vorteil einher.

Was ist ein Gaszähler eigentlich genau?

Ganz allgemein handelt es sich bei einem Gaszähler um ein Messgerät, das den Gasverbrauch (das Gasvolumen) in der Einheit Kubikmeter (m³) feststellt. Jeder Gaszähler wird in regelmäßigen Abständen vom Versorgungsunternehmen geprüft und im Falle eines Defekts ausgetauscht.

Standort

Um den Gaszähler ablesen zu können, müssen Sie ihn erst einmal finden. Gemeinhin versteckt er sich in einem weißen oder grauen Kasten im Keller oder in einem (anderen) Raum, der nicht sehr frequentiert ist. Zwei dicke Rohre verbinden den Zähler mit dem Gasnetz.

Die wichtigsten Werte

Kommen wir nun zum Eigentlichen – nämlich den Werten des Gaszählers, die entscheidend für die Selbstablesung sind. So sieht ein typischer Gaszähler aus:

Zählernummer: Die Zählernummer dient dem Gasanbieter dazu, Sie als Kunde sowie Ihren Standort zu identifizieren. Sie ist auf dem Gaszähler zu sehen und logischerweise einmalig.

Tipp: Sind Sie unsicher, ob es sich bei Ihrer Vermutung wirklich um die Zählernummer handelt? Dann nehmen Sie die letzte Gasrechnung zur Hand. Auf dem Blatt ist die Zählernummer nämlich auch aufgeführt und meist eindeutig als solche deklariert.

Zählerstand: Der Zählerstand gibt Aufschluss über den Gesamtverbrauch seit der Aktivierung des Gaszählers. Als Einheit fungiert der Kubikmeter (m³).

Hinweis: Beim Ablesen brauchen Sie nur die Zahl vor dem Komma zu berücksichtigen. Die Nachkommastellen spielen für die Abrechnung keine Rolle. Es werden nur ganze Kubikmeter einbezogen.

Gaszähler ablesen

Um herauszufinden, wieviel Gas Sie seit der letzten Ablesung verbraucht haben, müssen Sie den Zählerstand der vergangenen Abrechnung vom aktuellen Stand abziehen. Der Stand wird nämlich zu keinem Zeitpunkt zurückgestellt. Nur bei der Neuinstallation eines Gaszählers ist er bei Null.

Diese beiden Werte – also Zählernummer und Zählerstand – sind entscheidend. Alle anderen Angaben können Sie getrost ignorieren.

Kubikmeter in Kilowattstunden umrechnen

Möchten Sie Ihren aktuellen Verbrauch nicht nur berechnen, sondern auch sinnvoll einschätzen können (in finanzieller Hinsicht), müssen Sie die Kubikmeter (m³) in Kilowattstunden (kWh) umrechnen. Die Abrechnung des Gasanbieters erfolgt nämlich in der letztgenannten Einheit.

Mit folgender Formel können Sie die Kubikmeter (m³) in Kilowattstunden (kWh) umrechnen:

kWh = m³ x Brennwert x Zustandszahl

Brennwert: Ein wesentliches Qualitätsmerkmal von Gas bildet der Brennwert. Er zeigt an, wieviel Leistung beziehungsweise Energie in einem Kubikmeter Erdgas steckt.

Zustandszahl: Die Zustandszahl informiert über das Verhältnis des Erdgasvolumens in einem fest definierten Idealzustand zum tatsächlichen Volumenzustand des Erdgases, das zu Ihnen nach Hause geliefert wird.

Beide Werte sind auf der (letztjährigen) Verbrauchsabrechnung vermerkt.

Wenden Sie die genannte Formel an, um Ihren aktuellen Verbrauch zum letztjährigen in Relation zu setzen und so herauszufinden, ob Sie in diesem Abrechnungsjahr tendenziell sparsamer sind oder nicht.

Wichtig: Vergessen Sie nicht, zunächst den Verbrauchswert seit der letzten Abrechnung zu ermitteln, indem Sie den alten Zählerstand vom neuen abziehen!

Achtung: Lesen Sie Ihren Gaszähler im Zusammenhang mit der jährlichen Endabrechnung ab und übermitteln die Werte an den Gasanbieter, geben Sie den Zählerstand dennoch in Kubikmetern an. Sie brauchen die Umrechnung in Kilowattstunden also nicht für das Unternehmen durchzuführen, sondern nur für sich selbst.

Häufig gestellte Frage: Wird beim Wechsel des Gasanbieters ein neuer Gaszähler benötigt?

Nein. Der Gaszähler bleibt derselbe, wenn Sie Ihren Gasanbieter wechseln. Auch sonst sind in diesem Fall keine Umbauarbeiten notwendig – das gewählte Unternehmen nutzt die bereits vorhandenen Leitungen und den bestehenden Zähler. Letzterer wird nur bei einem Defekt ausgetauscht.



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