Fliegende Ameisen sind nervig – eine Gefahr geht indes nicht von ihnen aus. Schwirren ganze Schwärme durch den Garten oder dringen ins Haus ein, lassen sich die Lästlinge ganz einfach vertreiben. So werden Sie die Plage los, ohne zu giftigen Bekämpfungsmethoden zu greifen.

Mitten im Frühling geht es los und zieht sich bis zum Hochsommer hin. Fliegende Ameisen schwirren im Garten umher und dringen frech ins Haus ein. Entgegen einer weit verbreiteten Auffassung handelt es sich dabei nicht um eine spezielle Gattung. Tatsächlich stattet Mutter Natur geschlechtsreife Ameisen für einige Zeit mit Flügeln aus, damit sie sich auf Hochzeitsflug begeben. Wenngleich keine Gefahr von den Schwärmen ausgeht, trachten wir gleichwohl danach, die Lästlinge dauerhaft zu verscheuchen. Wie Sie die Plage loswerden, ohne den Griff zu chemischen Präparaten, finden Sie hier heraus.

Steckbrief

  • Geschlechtsreife Ameisen aller Gattungen entwickeln Flügel
  • Arbeiterinnen bilden keine Flügel aus
  • Einheimische Arten schwärmen ab Anfang Mai aus
  • Zeitgleiches Ausschwärmen verschiedener Völker beugt Inzucht vor
  • Dauer des Hochzeitsfluges nur wenige Stunden
  • Begattete Weibchen werfen die Flügel ab
  • Männchen sterben wenige Stunden später

Die befruchteten Königinnen sammeln die Spermien in einem speziellen Sack, um aus diesem Vorrat in den nächsten 20 Jahren ihre Eier zu befruchten. Ein weiteres Mal werden sie keine Flügel mehr ausbilden.

Aus dem Garten vertreiben

Im naturnah bewirtschafteten Garten werden Ameisen nicht mit dem Tode bestraft, wenn sie für einige Stunden auf Hochzeitsflug umherfliegen. Tatsächlich leisten die emsigen Insekten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichtes. So lockern sie das Erdreich auf, betätigen sich als Entsorger organischen Abfalls und beteiligen sich an der Aussaat von Pflanzensamen. Da die lästige Schwärmerei ihren Anfang stets in einem Nest nimmt, setzen hier die Vertreibungsmethoden an. Wird es den Ameisen zu ungemütlich, packen sie ihre Brut huckepack und suchen das Weite. Aus dem Nachwuchs entwickeln sich dann trotzdem fliegende Ameisen, jedoch weit entfernt vom eigenen Garten.

Wacholder oder Holzwolle?
Wacholder oder Holzwolle?

So komplimentieren Sie die Ameisen vom Grundstück:

  • Ameisenstraßen bis zum Ende verfolgen, um das Nest zu entdecken
  • Bis auf einen Fluchtweg, alle Zugänge verstopfen
  • In Wasser aufgelöste Hefe ins Nest laufen lassen
  • Nester in Pflanzengefäßen mehrfach unter Wasser setzen
  • Ameisenhügel wiederholt einebnen
  • Laufstraßen konsequent zusammenkehren
  • Blätter von Wacholder, Kampfer, Wermut oder Farnkraut auf den Ameisenpfaden verteilen

Da die Zeit zwischen dem Ende der Winterruhe und dem Beginn des Hochzeitsfluges knapp bemessen ist, geht die Umsiedlung nach dieser Methode zügiger über die Bühne: Über das Nest wird ein mit Holzwolle ausgepolsterter Kübel gestülpt. Dieser Verlockung können die Ameisen nicht widerstehen und ziehen freiwillig mitsamt der Brut um. Geben Sie den Arbeiterinnen einige Tage Zeit, um dann einen Spaten unter das Gefäß zu schieben. Jetzt heben Sie das neue Zuhause der Insekten hoch und tragen es an einen Ort, an dem die fliegenden Ameisen niemanden stören.

Tipp: Handelsübliche Ameisenköder enthalten Giftstoffe, die nicht nur den Insekten gefährlich werden. Neugierige Kinder und Haustiere nehmen ebenfalls gesundheitlichen Schaden.

Aus einem Sandkasten entfernen

Der Sandkasten im Garten ist nicht nur ein Paradies für Ihre Kinder, sondern zugleich ein von Ameisen begehrter Bauplatz für ihr Nest. Es ist nicht der Sand alleine, der die Insekten anlockt. Umsichtige Eltern decken den Kasten ab zum Schutz vor der Witterung und Katzenkot. Dabei entsteht ein für die Ameisen idealer Nistplatz mit verdecktem Zugang über den Erdboden. Wenngleich weder von den krabbelnden Arbeiterinnen noch von den fliegenden Königinnen und Männchen eine Gefahr ausgeht, sind sie explizit an diesem Ort unerwünscht. Die Anwendung von Ameisengift verbietet sich hier von selbst. So wird der Sandkasten wieder ein Ameisen-freies Refugium für spielende Kinder:

  • Den von Ameisen besiedelten Sand vollständig aus dem Kasten entfernen
  • Den Sandkasten gründlich mit heißem Wasser ausspülen
  • Die Fläche auslegen mit stabilem Unkrautvlies
  • Neuen, frischen Spielsand einfüllen

Verwenden Sie ab jetzt eine Abdeckung, die Regen und Wind durchdringen lässt, ohne Tieren den Zugang zu ermöglichen. Engmaschiger Kaninchendraht stellt eine sinnvolle Lösung dar. Verwenden Sie keine mit Luftlöchern perforierte Plastikfolie statt Unkrautvlies, denn davon lassen sich die Ameisen nicht abhalten.

Von der Terrasse verscheuchen

Legen Ameisen ein Nest unter dem Terrassen-Belag an, finden die geflügelten Exemplare besonders rasch den Weg ins Haus. Darüber hinaus können Fliesen absacken, sodass gefährliche Stolperfallen entstehen. Angesichts dieses drohenden Unheils im Doppelpack, rücken intensiver wirkende Bekämpfungsmethoden in den Fokus, die auf den empfindlichen Geruchssinn von Ameisen abzielen. Sollte der Versuch der beschriebenen Umsiedlung auf der Terrasse nicht glücken, fahren Sie folgende Geschütze auf:

Das Nest und die nähere Umgebung besprühen mit:

  • knoblauchKampfer-Alkohol-Mix
  • Knoblauchsud
  • Brennnesseljauche
  • Wermuttee
  • billigem Parfüm

Jegliche Duftstoffe mit ätherischem Inhalt können Ameisen nicht ausstehen. Legen Sie auf der Terrasse daher zusätzlich Eukalyptusblätter, Tausendgüldenkraut oder Zitronenschalen aus. Durchströmen derartige Gerüche penetrant das Nest, suchen die Insekten das Weite mitsamt dem Nachwuchs und der Königin.

Tipp: Vorausschauende Heimwerker schieben bereits beim Bau einer Terrasse möglichen Ameisennestern einen Riegel vor. Zu diesem Zweck werden Fliesen oder Natursteine verlegt auf Kies oder Splitt, statt auf Sand. In diesen groben Materialien legen die Plagegeister keine Nester an.

Anfliegende Ameisen abwehren

Angesichts des kleinen Zeitfensters zwischen dem Ende der Winterruhe im März/April und den ersten Hochzeitsflügen im Mai, entgeht ein Ameisennest im Garten oder auf der Terrasse mitunter Ihrer Aufmerksamkeit und die fliegenden Ameisen nehmen Kurs auf das Haus. Damit die Plagegeister nicht ins Hausinnere gelangen, leisten diese Vorkehrungen einen Beitrag:

  • Sämtliche Fenster, die Balkon- oder Terrassentür mit Fliegengittern ausstatten
  • Selbst kleinste Öffnungen an den Fensterrahmen und Türen mit Silikon versiegeln
  • Bei Dunkelheit die Fenster geschlossen halten, sofern das Licht brennt

Schließen Sie auch dann die Fenster, wenn auf der Terrasse oder dem Balkon Kerzen und Windlichter brennen. Von jeglichen Lichtquellen werden die fliegenden Ameisen angelockt und finden im Handumdrehen einen Weg in die Wohnräume.

Die Plage im Haus loswerden

Die schlauen Ameisen haben keinerlei Skrupel, ein Nest in Ihrem Haus anzulegen. In diesem Fall nutzen die besten Insektennetze an den Fenstern und Türen nichts, denn die geflügelten Weibchen und Männchen vollführen den Hochzeitsflug unmittelbar im Zimmer. Stellen Sie zuerst fest, ob die Tiere tatsächlich aus dem Hausinneren stammen. Das erkennen Sie bestens daran, auf welcher Seite des Fensters sich die Flugameisen sammeln. Rührt die Plage tatsächlich von einem Nest im Zimmer, gehen Sie so vor:

  • Im Haus nicht mit giftigem Spray gegen fliegende Ameisen vorgehen, die ohnehin in ein paar Stunden sterben
  • Stattdessen die Fenster weit öffnen
  • Idealerweise mit einem kräftigen Ventilator oder einem Föhn die geflügelten Insekten vertreiben

Angesichts herumschwirrender Ameisen im Wohnzimmer voller Panik zu einem chemischen Insektenspray zu greifen, schadet unter Umständen Ihrer Gesundheit. Dies gilt umso mehr, wenn sich kleine Kinder oder Haustiere in den Räumen aufhalten. Bieten Sie stattdessen den Tieren einen Ausweg und machen sich anschließend auf die Suche nach dem Nest, um einer Wiederholung der Plage entgegenzuwirken.

Riechende Gewürze - Basilikum oder Majoran
Riechende Gewürze – Basilikum oder Majoran

Diese Vorgehensweise ist empfehlenswert:

  • Die Zugänge zum Nest abdichten
  • Die Ameisenstraßen besprühen mit Essigwasser oder ätherischen Ölen
  • Intensiv riechende Gewürze auslegen, wie Basilikum, Kerbel oder Majoran
  • Keine Lebensmittel oder Futternäpfe offen herumstehen lassen
  • Arbeitsflächen in der Küche mehrmals täglich mit heißem Wasser wischen

Die Ameisen legten das Nest an, weil sich dort eine für sie leicht zugängliche Nahrungsquelle befindet. Suchen Sie hartnäckig nach diesem Anziehungspunkt, um ihn schnellst möglich zu beseitigen. Bei dieser Gelegenheit sollten alle Fugen im Boden oder Ritze in der Wand verschlossen werden mit Gips, Acryl oder Silikon. Zusätzlich zu den Fliegengittern werden Fenster und Türen mit Dichtungsband verklebt.

Bekämpfung von Blattläusen

In Haus und Garten geht ein Befall von Pflanzen durch Blattläuse häufig Hand in Hand mit einer Ameisenplage. Die Ursache liegt im Honigtau, den die Läuse als Abfallprodukt ausscheiden. Da Ameisen ganz wild sind auf alles Süße im Allgemeinen und Honigtau im Besonderen, suchen sie die Nähe zu Garten- und Zimmerpflanzen mit Blattläusen. Die Arbeiterinnen melken ihre Honigtau-Lieferanten nicht nur, sondern schleppen diese sogar zur nächsten Pflanze, wenn dort ein besseres Umfeld für die Schädlinge besteht. Die primäre Bekämpfung von Blattläusen bewirkt daher sekundär eine Vorbeugung gegen fliegende Ameisen.

Giftfreies Mittel

Wenn alle Methoden der Vergrämung oder Umsiedlung von Ameisen nicht funktionieren, um die Plage loszuwerden, rücken Nematoden für die giftfreie Beseitigung in den Fokus. Dabei handelt es sich um Fadenwürmer, die mit der Gießkanne ausgebracht werden, um Ameisen zu vernichten. Die Nematodengattung Steinernema feltiae ist so ausgelegt, dass sie die Ameisen-Larven parasitiert. Folglich können sich daraus keine fliegenden Exemplare entwickeln. So fungieren die Fadenwürmer übrigens schon seit Jahrmillionen, denn in Ameisen-Fossilien wurden sie kürzlich ebenfalls nachgewiesen. In der Regel kommt es nicht soweit, da die Arbeiterinnen die Gefahr erkennen und die Larven wegschaffen. So wenden Sie das giftfreie Präparat an:

  • Die in Tonmineral befindlichen Ameisen-Nematoden nach Anleitung in Wasser einrühren
  • Ab einer Bodentemperatur von 12 Grad Celsius mit der Gießkanne ausbringen
  • Sowohl die Nester als auch die Laufstraßen begießen
  • Rasenflächen vor der Anwendung mähen und in den folgenden 2 Monaten nicht kalken

Im unmittelbaren Anschluss an die Ausbringung der Nematoden überbrausen Sie die Fläche mit klarem Wasser und halten diese in den folgenden 2 Wochen permanent feucht. Auf diese Weise bleiben die Fadenwürmer länger aktiv. Damit die abgewanderten Ameisen nicht wieder zurückkehren, kann das Präparat von Mai bis August – der Hauptsaison für fliegende Ameisen – alle zwei Wochen angewendet werden.

Pharao- und Holzameisen

Sie treten zwar selten auf; ein Befall im Haus durch die Pharaoameise kann gleichwohl nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Von dieser Ameisenart geht eine Bedrohung aus, da sie als Krankheitsüberträger gilt. Daneben erweist sich die Holzameise als Materialschädling, wenn sie sich im Haus an den Möbel und Holzverkleidungen zu schaffen macht. In beiden Fällen empfiehlt das Landesamt für Umwelt, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. So identifizieren Sie die beiden Ameisenarten:waldameise

  • Pharaoameisen sind bernsteingelb und 1,5 bis 2,5 mm lang
  • Holzameisen-Art Lasius brunneus: gelbbraun und 2,5 bis 4 mm groß
  • Holzameisen-Art Lasius emarginatus: rotgelbe Brust, dunkler Kopf und Hinterleib, 2,5 bis 4,5 mm lang
  • Holzameisen-Art Lasius fuliginosus: komplett schwarz-glänzender Körper, 4,0 bis 6,0 mm lang

Darüber hinaus kommt der Einsatz eines Spezialisten in Betracht, wenn sich im Haus ein hoher Befallsdruck aufgrund fliegender und krabbelnder Ameisen entwickelt.

Fazit

Fliegende Ameisen sind keine neue Insektenart, sondern geschlechtsreife Königinnen und Männchen auf ihrem Hochzeitsflug. Wenngleich von den Schwärmen keine Gefahr ausgeht, wollen wir von den geflügelten Insekten nicht belästigt werden. Um die Plage loszuwerden, ist der Griff in die chemische Giftküche nicht erforderlich. Stattdessen steht ein ganzes Arsenal an umweltfreundlichen und gesundheitsverträglichen Methoden zur Vertreibung der Lästlinge bereit. Fliegen die Insekten im Haus herum, öffnen Sie die Fenster und pusten sie mit dem Ventilator hinaus. Damit das Fluggeschwader nicht frech ins Haus eindringt, halten Fliegengitter und verschlossene Fenster die geflügelten Ameisen von ihrem Vorhaben ab. Statt die emsigen Arbeiterinnen zum Tode zu verurteilen, werden sie folglich aus dem Garten, von der Terrasse oder aus dem Haus verscheucht. Ätherische und intensive Gerüche vollbringen in dieser Hinsicht überdies wahre Wunder. Mit härteren Bandagen wehren Sie die Ameisen mithilfe von Nematoden ab.

Tipps für Schnellleser

  • Im Garten:
    • Umsiedeln mit Holzwolle-gefülltem Kübel
    • Erdhügel einebnen
    • Laufstraßen zusammenkehren
    • Nester im Pflanzengefäß unter Wasser setzen
    • Immer einen Fluchtweg lassen
  • Sandkasten:
    • Ausleeren, mit heißem Wasser säubern
    • Unkrautvlies unter den neuen Sand legen
    • Statt mit einer Plane mit Kaninchendraht bedecken
  • Terrasse und am Haus:
    • Nest umgeben mit stark riechenden Kräutern
    • Einsprühen mit Brennnesseljauche oder Knoblauchsud
    • Fenster und Türen schützen mit Fliegengitter
    • Bei Dunkelheit Fenster geschlossen halten
  • Im Haus:
    • Für fliegende Ameisen alle Fenster öffnen
    • Mit Ventilator ins Freie pusten
    • Das Nest suchen und mit starken Duftstoffen besprühen
    • Bei hohem Befallsdruck, Pharao- und Holzameisen den Kammerjäger holen
  • Vorbeugung
    • Keine Nahrungsmittel offen stehen lassen
    • Futternäpfe sofort säubern
    • Arbeitsflächen in der Küche mit Essigwasser säubern

1 KOMMENTAR

  1. Absolut richtig! Fliegende Ameisen sind wohl zwar sehr lästig, allerdings aber vollkommen harmlos. Meiner Meinung nach am Sinnvollsten gegen jegliche Art von fliegenden Insekten im Haus: Ist ebenfalls auch das Fliegengitter. Neben den Duftstoffen als Abwehr, kann man evtl. noch mit ätherischen Ölen experimentieren.. Viele Grüße, Andree

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT