Feuerlöscher entsorgen – so machen Sie alles richtig

Feuerlöscher entsorgen

Feuerlöscher haben ein Ablaufdatum – Einmal angeschafft, stehen sie da und werden vergessen: Feuerlöscher. Für den Einen sind sie lästiges Inventar, für den Anderen sind sie lebensrettend. Leider haben auch Feuerlöscher ein Ablaufdatum, wenn Sie nicht schon vorher zum Einsatz kamen. Abgelaufene Feuerlöscher können im Notfall nicht mehr richtig funktionieren. Also entweder, wenn möglich erneut aufladen lassen oder entsorgen. In diesen Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie für den Umgang und die Entsorgung der Feuerlöscher wissen müssen.

Nicht schön, aber notwendig

Feuerlöscher sind wahrlich keine Hingucker. Wer meint, er muss seinen Feuerlöscher attraktiver oder stylischer machen, dem sei bereits hier an dieser Stelle gesagt, dass die rote Farbe vorgeschrieben ist. Zumeist stehen Sie in Privathaushalten irgendwo in einer Ecke, im Keller oder in der Garage. Egal wo, die ungeliebten Gegenstände stehen irgendwie immer im Weg. Noch mehr erfreuen sie uns, wenn wir Sie bei Entrümpelungen finden. Es bleibt immer die Frage offen: Wohin damit? Gut, bei neueren Geräten kann die Hoffnung gehegt werden, dass man sie noch verwenden kann, sie also funktionstüchtig sind. Bei älteren Geräten bleibt nur mehr der Weg der professionellen Entsorgung übrig. Ab in den Hausmüll – so einfach geht das nicht. Ausgediente Feuerlöscher sind Sondermüll.

Die Norm

Tragbare Feuerlöscher werden in Deutschland seit 1992 nach DIN NORM DIN EN 3 zugelassen. Im Jahr 2005 machte die neu geschaffene Brandklasse F (= Speisefett) eine Überarbeitung notwendig. Sollte Ihr Feuerlöscher noch nach DIN 14406 zugelassen sein, müssen Sie ihn nicht sofort entsorgen. Diese Geräte sind weiterhin in Deutschland zugelassen. Wesentliche Neuerung der DIN EN 3 ist Prüfung des Löschvermögens eines Feuerlöschers. Geprüft wird heute anhand von Prüfobjekten nicht mehr nach der Füllmenge. Weiter entfallen die Kennbuchstaben auf den Geräten. Kennbuchstaben stehen für das Löschmittel, also „W“ für Wasser bzw. wässrige Lösung oder „S“ für Schaum.

Brandklassen

Brandklassen geben die Eignung von Löschmittel in Handfeuerlöschern an, oder einfacher gesagt: Was kann ich mit meinem Feuerlöscher löschen? Der bekannteste Vertreter seiner Art ist wohl der ABC-Feuerlöscher. Er löscht Feststoffe, Flüssigkeiten und Gase. Aber wenn das Speiseöl Feuer fängt, dann ist ein ABC-Feuerlöscher unbrauchbar und kann im Schlimmsten Fall den Brand verstärken.

Feuerlöscher-Symbol

Tipp: Löschen Sie KEINESFALLS brennendes Bratfett mit Wasser! Dies ist das Schlimmste, was Sie tun können. Sie verursachen mit einem solchen Löschversuch einen enormen Feuerball, welcher für schwerste Verletzungen und Brandschäden sorgen wird. Auch Decken, selbst Löschdecken, sind mit der Hitze von brennenden Fett häufig überfordert. Löschen Sie eine brennende Bratpfanne oder Fritteuse ausschließlich mit Luftentzug. Dies erreichen Sie, wenn Sie die brennende Pfanne mit dem passenden Deckel abdecken. Nehmen Sie auch die Pfanne vom Herd und schalten Sie ihn aus.

Es gibt aktuell 5 Brandklassen:

A = Feststoffe
wie zum Beispiel Holz, Papier, Kohle oder Autoreifen

B = Flüssigkeiten
wie zum Beispiel Benzin, Harze, Wachse, Äther oder Alkohole

C = Gase
wie zum Beispiel Methan, Propan oder Wasserstoff

D = Metalle
wie zum Beispiel Magnesium, Aluminium

F = Speisefett
Speziell für Brände von Ölen und Fetten.

Die Brandklasse E (= elektrische Niederspannungsanlagen) wurde abgeschafft. Alle heutigen Feuerlöscher können in Niederspannungsanlagen eingesetzt werden. Die Anwendbarkeit nach Brandklassen gilt übrigens auch für Löschsprays oder Löschdecken.

Kennzeichnung

Feuerlöscher besitzen nach DIN EN 3 fünf Schriftfelder.

Kennzeichnung auf Feuerlöscher

  • das Wort Feuerlöscher, die Füllmenge, Art des Löschmittels und dessen Löschvermögen
  • die Bedienungsanleitung in Schriftform und als Piktogramm und die Brandklassen für die der Feuerlöscher geeignet ist
  • den Warnhinweis für den Gebrauch bei elektrischen Anlagen
  • die Beschreibung des Löschmittels, des Treibmittels, des Funktionsbereiches, Typenbezeichnung und Nummer der Anerkennung bzw. Zulassungsnummer – letztere besteht aus der entsprechenden DIN-Norm und einer Nummer (In Deutschland müssen alle Feuerlöscher eine Zulassungsnummer aufweisen.)
  • die Angaben zum Hersteller

Arten von Feuerlöschern

Hierbei wird nach der Art der Druckerzeugung unterschieden. Heute trifft man vor allem auf Aufladelöscher und Dauerdrucklöscher (Permanentlöscher).

Aufladefeuerlöscher
Aufladefeuerlöscher

Aufladelöscher bestehen aus zwei Behältern: einen für das Löschmittel und einen für das Treibgas. Bei Verwendung dieses Löschers muss vorher eine Verbindung zwischen den beiden Behältern hergestellt werden. Das Treibgas muss also erst das Löschmittel unter Druck setzen. Je nach Löschmittel (Kohlendioxid, Pulver oder Wasser) kann es bis zu 18 Sekunden dauern, bis der notwendige Druck erzeugt worden ist.

Beim Dauerdrucklöscher sind Löschmittel und Treibgas zusammen in einem Behälter. Es herrscht also ein permanenter Druck. Daher sind diese Geräte sofort einsetzbar. Auch ist er viel geringerem technischen Aufwand gebaut. Diese Löscher vertreten die preisgünstige Standardklasse. Sie haben den Nachteil, dass der Behälter ständig unter Druck steht. Dies kann dazu führen, dass das Treibgas entweicht und der Feuerlöscher unbrauchbar wird. Deshalb ist eine Wartung hier sehr empfehlenswert.

Aufladelöscher sind in der Anschaffung etwas teurer, habe allerdings geringere Wartungskosten als Permanentlöscher. Auch ist Ihre Lebensdauer länger. Sie beträgt 25 Jahre, jene der Permanentlöscher beträgt 20 Jahre. Ein weiterer Vorteil der Aufladelöscher ist, dass sie wieder befüllbar sind, bei Dauerdrucklöschern geht das nicht. Nach Gebrauch muss ein neues Gerät angeschafft werden.

Löschmittel & Funktionsdauer

Feuerlöscher werden bei der Funktionszeit generell überschätzt. Je nach Löschmittel und Gewicht liegt sie zwischen 5 und 50 Sekunden. Trotz dieser kurzen eher kurzen Funktionszeit, muss ein Feuerlöscher auch eine Unterbrechungseinrichtung haben. Wer die Funktionszeit über das Gewicht, also die Größe, verlängern will – Feuerlöscher müssen unter 20 Kilo schwer sein.

Kohlendioxidlöscher:

  • 2 kg: 5 – 10 Sekunden

Wassernebellöscher:

  • 2 kg: 20 Sekunden
  • 6 kg: 50 Sekunden

Wasser-, Pulver- und Schaumlöscher:

  • bis 3 kg: 6 Sekunden
  • 3 – 6 kg: 9 Sekunden
  • 6 – 12 kg: 12 Sekunden
  • über 10 kg: 15 Sekunden

Neben einer „langen“ Funktionsdauer haben Wassernebellöscher den weiteren Vorteil, dass Sie auch für die Brandklasse F (Speisefett) geeignet sind. Das wird möglich, weil das Wasser als Nebel versprüht wird. Es wird also nicht im herkömmlichen Sinn mit Wasser gelöscht.

Wartung

Feuerlöscher sollten alle zwei Jahre überprüft werden. Überprüft werden die ordnungsgemäße Funktion des Feuerlöschers und die Sicherheit bei der Benutzung. Permanentlöscher müssen zudem nach 10 Jahren nach § 32 Druckbehälterverordnung überprüft werden. Diese Überprüfung ist kostspielig und daher unrentabel. Die Überprüfung wird von einem zertifizierten Sachverständigen durchgeführt. Dies sind Mitarbeiter von Herstellern von Feuerlöschern oder selbständige Prüfdienste. Diese finden Sie auf den Gelben Seiten, im Internet oder Sie fragen Ihre Feuerwehr vor Ort, ob sie Ihnen einen Fachbetrieb nennen kann. Die Kosten einer Wartung (ohne Ersatzteile) liegen zwischen 15 und 30 Euro.

Hinweis auf Feuerlöscher

Tipp: In Baumärkten können Sie Feuerlöscher als Schnäppchen kaufen. Das sind dann zwar keine Markengeräte und in der Regel auf Dauerdrucklöscher. Diese preiswerten Löschgeräte kosten in der Regel etwa genauso viel wie die Wartung. Bei einem solchen Gerät sollte überlegt werden, es alle zwei Jahre gleich komplett zu erneuern. Dabei sollten aber auch die Entsorgungskosten berücksichtigt werden. Bei Dauerdrucklöschern von Markenherstellern empfiehlt sich die zweijährliche Wartung. Eines bleibt aber bei diesem Gerätetyp gleich: Er kann nur von außen geprüft werden, also Schlauch und Auslöseeinrichtung auf Beschädigungen, der Behälter auf Rostbefall und eine Druckprüfung kann durchgeführt werden.

Aufladelöscher können sozusagen auch „von innen“ geprüft werden. So wird beispielsweise das Pulver entnommen, sein Zustand überprüft (Rieselfreudigkeit) und das Gewicht gewogen. Die Druckgaspatrone wird gewogen und ihr Gewicht auf der Patrone vermerkt. So kann nach zwei Jahren festgestellt werden, ob eventuell Gas entwichen ist.
Durch die Verplombung und die eine aufgeklebte Plakette erkennen Sie, dass der Feuerlöscher gewartet worden ist.

Feuerlöscher entsorgen

Spätestens nach 20 bis 25 Jahren muss, je nach Art des Feuerlöschers, das Gerät entsorgt werden. Schließlich will man nicht Gefahr laufen, dass der Feuerlöscher im Falle eines Falles nicht funktioniert. Wo aber entsorgt man einen Feuerlöscher?

SondermüllFeuerlöscher sind Sondermüll. Zum Einem liegt das an seinem Gehäuse, das trotz des hohen Anteils an Stahl mit Schadstoffen belastet sein kann. Vor allem sind aber die Füllungen (wie Schaum, Pulver oder Kohlendioxid) entsorgungspflichtig.

Feuerlöscher können an verschiedenen Stellen entsorgt werden: Brandschutz-Unternehmen oder Wertstoffhöfe sind die gängigsten Annahmestellen. Bevor Sie allerdings Ihren Feuerlöscher zum Wertstoffhof bringen, erkundigen Sie sich, ob Ihr Entsorgungsfachbetrieb das Gerät auch annimmt. Nicht jede Mülldeponie hat die notwendigen Freigaben zur Entsorgung von Feuerlöschern. Die Kosten für die Entsorgung liegen bei ca. 10 Euro im Durchschnitt. Es empfiehlt sich deshalb, Preisschwankungen einkalkulieren und vorher Fragen. Sollten Sie keine Möglichkeit finden, Ihren Feuerlöscher in Ihrer Nähe zu entsorgen, dann geht das auch über das Internet. Einige Brandschutz-Unternehmen bieten diesen Service an: Einfach den Feuerlöscher per Post schicken. – Kostentechnisch ist diese Variante die teuerste, nicht zuletzt, weil auch die Versandkosten bezahlt werden müssen. Bei den Wertstoffhöfen schwanken die Preise zwischen 0 und 30 Euro.

Tipp: Wenn Sie mehrere Feuerlöscher entsorgen müssen, kann sich ein Gespräch mit einem Fachhandel lohnen. Bei Abnahme größerer Mengen kann durchaus die Bereitschaft bestehen, die alten Geräte kostenlos anzunehmen. Hier ist es besonders sinnvoll, die regulären Entsorgungspreise im Vorfeld zu kennen.

Nehmen Sie ihn mit ins Schlafzimmer

Wer sich jetzt mal um seinen roten Feuerlöscher kümmern will, sollte auch sogleich den Standort überprüfen. Feuerlöscher dienen in erster Linie der Bekämpfung von entstehenden Bränden. Das bedeutet auch, dass der Feuerlöscher griffbereit sein sollte. Es besteht sonst die Gefahr, dass das Feuer sich schon ausgebreitet hat, bevor Sie Ihren Feuerlöscher aus der Garage geholt haben. Da wir uns die meiste Zeit im Schlafzimmer aufhalten, sollten Sie für Ihren Feuerlöscher dort ein Plätzchen finden. Denken Sie auch daran, dass eventuell auch Gäste den Feuerlöscher finden und anwenden müssen. Feuerlöscher können nur Leben retten, wenn Sie auffindbar sind.



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