Feuchtraumlaminat fürs Bad – das ist zu beachten!

Feuchtraumlaminat

10Laminat wirkt auf den ersten Blick recht durabel. Eine schöne, ebene Oberfläche, die sich leicht reinigen lässt – warum sollte sich das Material nicht überall verlegen lassen? Schließlich lässt es sich auch feucht abwischen und verträgt auch schon mal ein umgeschüttetes Glas Wasser. Verlegt man herkömmliches Laminat jedoch in Bad oder Küche, kann es schnell zu einer bösen Überraschung kommen. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir für Sie diesen Ratgeber über Feuchtraumlaminat zusammengestellt.

Laminat – Preiswert, praktisch aber mit Grenzen

Laminate sind simulierte Echtholz-Parkette, die jedoch wesentlich billiger sind. Sie bestehen aus einem Kern aus MDF, welcher mit einem bedruckten Papier beschichtet sind. Eine zusätzliche Versiegelung der Kanten macht die Laminatbretter wasserabweisend. Feuchtes Abwischen oder ein verschüttetes Getränk macht Laminaten deshalb in der Regel nichts aus. Wird der MDF-Kern aber zu lange einer Feuchtigkeit ausgesetzt, reagiert er sehr unangenehm: Er quillt auf. Die Paneele wird wellig und wirft Blasen. Reparieren kann man diesen Schaden nicht. Hier hilft nur ein Austausch des ganzen Bretts, sofern der Farbton noch lieferbar ist. Laminat ist leider kein Vollmaterial, welches sich abschleifen lassen würde.

Laminat für Feuchträume?

Nur Feuchtraumlaminat ist tatsächlich das Material, welches für Badezimmer, Duschen, Waschküchen oder Küchen geeignet ist. Wenn lediglich ein Hinweis „Für Feuchträume geeignet“ auf der Verpackung steht, dann haben die Paneele zwar eine zusätzliche Imprägnierung – echtes Feuchtraumlaminat sind sie jedoch immer noch nicht. Es gibt nur wenige Hersteller, die eigene Produktlinien für Feuchtraumlaminat im Programm haben, beispielsweise die Firma Witex.

Feuchtraumlaminat

Der Unterschied zwischen normalem und Feuchtraumlaminat besteht im Träger- und Beschichtungsmaterial. Das faserige MDF, welches für normale Laminate verwendet wird, ist bei Feuchtraumlaminat durch spezielle Harze und einer Vinyl-Beschichtung gegen eine Durchfeuchtung gesichert. Damit bieten Feuchtraumlaminate einen konsequenten Schutz gegen Wellenbildung und Aufquellen. Auch wenn ein Fußboden, der mit Feuchtraumlaminaten ausgekleidet wurde, geflutet wird und tagelang unter Wasser steht, nimmt das Feuchtraumlaminat keinen Schaden. Dies kann beispielsweise in einer Waschküche leicht passieren, wenn der Zuwasserschlauch der Waschmaschine defekt ist. Auch Kratzer in der Oberfläche machen dem Feuchteschutz von diesem Spezial-Laminat nichts aus: Aufquellen wird durch das im Trägermaterial integrierte Kunstharz konsequent vermieden.

Preis

Wenn Sie sich statt eines kalten Fliesenbodens für ein warmes Laminat im Bad entschieden haben, ist die Wahl auf ein spezielles Feuchtraumlaminat deshalb ohne Alternative. Die Preise dieses Bodenbelags sind jedoch wesentlich höher als der von normalem Laminat. Liegt herkömmliches Laminat bei ca. 3-20 Euro pro Quadratmeter, beginnt Feuchtraumlaminat bei ca. 15 Euro und kann leicht bis 50 Euro pro Quadratmeter ansteigen.

Auswahl

Wie findet man geeignetes Feuchtraumlaminat?

Die Schwierigkeit, gutes und geeignetes Feuchtraumlaminat zu finden liegt daran, dass viele Hersteller mit blumigen Versprechen für ihre Produkte werben. Deshalb ist empfohlen, Feuchtraumlaminat nur im Fachhandel zu kaufen. Das Maß, welches Feuchtraumlaminat als solches definiert, ist die „Quellfähigkeit“. Diese liegt bei normalen Laminaten bei ca. 20%. Feuchtraumlaminat darf aber höchstens eine Quellfähigkeit von 5% besitzen. Fragen Sie Ihren Fachverkäufer deshalb dezidiert nach diesem Wert und lassen Sie ihn sich in den Datenblättern zum Material anzeigen. Nur so sind sie auf der absolut sicheren Seite, keinen Fehlkauf zu tätigen.

Neben der möglichst geringen Quellfähigkeit muss ein Feuchtraumlaminat auch rutschsicher sein. Ein spiegelglattes Laminat kann besonders im Badezimmer leicht gefährlich werden. Die Hersteller wissen das wohl auch selbst. Darum sind Feuchtraumlaminate immer mit einer Vinylbeschichtung ausgestattet, die einen höheren Gripp hat, als hochglänzendes Laminat für das Wohnzimmer. Dennoch sollte der Gripp kritisch überprüft und im Zweifelsfall ein Material mit höherer Rauheit gewählt werden. Besonders hochwertiges Feuchtraumlaminat hat eine spezielle perforierte bzw. genoppte Struktur. Diese bieten auch beim Betreten mit nackten, nassen Füßen einen sicheren Stand.

Holzoptik im Bad

Feuchtraumlaminat

Ein weiterer Vorteil von Feuchtraumlaminat – Sie können Bäder kreativer gestalten. Weiße Fliesen waren gestern. Feuchtraumlaminat bietet Ihnen die Möglichkeit, Badezimmer individueller und wärmer einzurichten. Im Fachhandel lassen sich eine Vielzahl von Designs und Holzdekoren finden, die sich im Vergleich zu echtem Holzboden wirklich sehen lassen können. Wer dennoch Gefallen findet an Fliesen- und Betonoptik, wird ebenfalls fündig.

Feuchtraumlaminat verlegen

Das Verlegen von Feuchtraumlaminat unterscheidet sich nicht wesentlich wie die Verlegung von normalem Laminatboden. Lediglich sollte beim Verlegen in Bad und Küche in besonderer Weise auf dichte Fugen geachtet werden. Trotz des gegen Aufquellen gehemmten Materials kann eindringendes unterlaufendes Wasser auf Dauer für den Bodenbelag schädlich sein. Unvermeidliche entstehende Lücken müssen deshalb mit Silikon verschlossen werden, wenn sie sich nicht bereits beim Verlegen vollständig schließen lassen. Silikon und Bodenbelag sollten farblich zueinander passen, sonst erhalten Sie wirklich unschöne Ergebnisse.

Feuchtraumlaminat verlegen

Um Laminatpaneelen möglichst dicht zu verlegen, bietet der Fachhandel spezielle Spanngurte an. Alle drei Reihen sollten Sie die Dichtheit der Fugen überprüfen und gegebenenfalls mit diesen Spanngurten die Reihen nochmals zusammen schieben.

Die wasserfesten Laminatpaneelen nützen Ihnen wenig, wenn Sie nicht auch beim Kleber eine wasserfeste Variante wählen. Wenn Sie in Feuchträumen einen Bodenbelag einbringen, müssen grundsätzlich alle verwendeten Materialien für diesen Zweck geeignet sein. Besten Feuchteschutz erreichen Sie, wenn Sie die Oberfläche nach dem Verlegen zusätzlich gegen Nässe versiegeln. Dazu bietet der Fachhandel verschiedene Mittel an, die einen dauerhaften Schutz bieten können.

Trotz aller Feuchte sperrenden Maßnahmen sollte der Boden dennoch so trocken wie möglich gehalten werden. Das Sprichwort „Wasser hat einen spitzen Kopf“ gilt auch bei noch so gut versiegelten Laminatböden. Aufnehmen von Wasserlachen, Trockenwischen nach dem Putzen und Verhinderung von Dauerbefeuchtung sind auch bei einem Feuchtraumlaminat angezeigt.

Reinigen

Beim Reinigen gilt: Laminat für Feuchträume ist ebenso leicht von Verschmutzungen zu befreien wie übliches Laminat. Besondere Beschichtungen sorgen dafür, dass sich selbst hartnäckige Kalkflecken leicht beseitigen lassen. Beherzen Sie einfach diese Reinigungstipps bei holz-direkt24.

Paneele schneiden

Beim Verlegen von Laminatboden ist es unvermeidlich, immer wieder einzelne Paneele auf Maß zu schneiden. Hierzu gibt es verschiedene Methoden:

  • Laminatknacker/Laminatschere
  • Stichsäge
  • Handkreissäge
  • Kappsäge
  • Tischkreissäge

Die Laminatschere ist eine sichere und stromlose Methode, die Paneelen abzulängen. Dazu arbeiten diese Trennmittel staubfrei und erzeugen keinen Verschnitt. Jedoch können mit diesen Werkzeugen die Paneele nur in der Länge, jedoch nicht in der Breite gekürzt werden. Auch das Einbringen von Versätzen ist mit einem Laminatknacker nicht gut umsetzbar.

Eine Stichsäge kann zwar theoretisch die Paneele auch in der Breite kürzen. Jedoch brauchen Sie schon viel Erfahrung und eine sehr ruhige Hand, um über die Länge eines Paneels einen sauberen, geraden Schnitt herzustellen. Wenn Sie mit einer Stichsäge arbeiten wollen, dann verwenden Sie den Stichsägen-Halter von Wolfcraft. Dieses Werkzeug aus verzinktem Stahl kostet unter 30 Euro und kann Ihnen eine enorme Hilfe sein.

Die Handkreissäge hat durch ihr breites Sägeblatt eine wesentlich bessere Geradführung des Schnitts. Jedoch ist das Hantieren mit diesem gefährlichen Werkzeug nicht jedermanns Sache.

Die Kappsäge ist nur für die präzise Kürzung eines Paneels zu gebrauchen. Die Breite kann mit diesem Werkzeug nicht bearbeitet werden.

Die Tischkreissäge ist ein sauberes, sicheres und hochpräzises Werkzeug zum Verschmälern von Paneelen. Sie erzeugt Schnitte von bester Geradheit. Für Laminatböden genügen bereits sehr günstige Tischkreissägen ab 60 Euro. Wir empfehlen die Verwendung von einer Tischkreissäge und einem Laminatknacker. Die Tischkreissäge wird an einem Ort aufgestellt, der für Verschmutzung unempfindlich ist (Terrasse, Balkon, Garage) und der Laminatknacker direkt am Arbeitsplatz.

Noch ein Wort zu den Arbeitstischen, bei denen sich eine Handkreissäge einbauen lässt: Diese an sich sehr intelligente und praktische Methode hat einen kleinen Haken: Der Preis. Die Arbeitstische für Handkreissägen sind erstaunlich teuer. Selbst die preiswertesten Modelle kosten über 80 Euro. Dafür könne Sie sich auch gleich eine komplette Tischkreissäge kaufen.

Auch das Mieten einer Tischkreissäge lohnt sich in der Regel nicht für das Verlegen von Laminatböden. Mit 45 Euro am Tag müssen Sie rechnen. Für diesen Mietpreis haben Sie nach drei Tagen schon eine sehr schöne, eigene Tischkreissäge gekauft.

Material

Um Laminatboden in Feuchträumen zu verlegen brauchen Sie:

  • Ggf. Zement gebundene Spachtelmasse für Feuchträume (kein wasserlöslicher Gips oder Anhydrit!) – ca. 5 Euro pro 500 Gramm Packung
  • Dampfsperre (ca. 15 Euro pro Rolle)
  • Wasserfester Laminatkleber (ca. 10 Euro/Kilogramm)
  • Feuchtraumlaminat
  • Laminatknacker/Schere (ca. 15 Euro in der Wochenmiete/75 Euro im Kauf)
  • Silikon in passender Farbe
  • Spanngurte für Laminatpaneele (ca. 8-25 Euro)
  • Schaumstoffband für die Dehnfugen, Dicke 1 cm, Breite ca. 5 cm (ca. 10 Euro pro Rolle)
  • Schlagklotz (9-25 Euro)
  • Kleine Tischkreissäge

Anleitung

1. Untergrund prüfen

Der Untergrund, in der Regel der Estrich, muss absolut eben und wellenfrei sein. Buckel werden mit einem Spachtel entfernt, Löcher mit der Spachtelmasse ausgeglichen und sorgfältig ausnivelliert. Der Boden muss außerdem absolut trocken sein. Die Feuchte wird durch den Bodenbelag eingeschlossen und kann anschließend zu Faul- und Frostschäden führen.

2. Laminatpakete verteilen

Besonders im Winter ist es wichtig, dass die Laminate nicht am Tag der Lieferung sofort verarbeitet werden. Die Laminatpaneelen müssen sich seitens Temperatur und Luftfeuchtigkeit erst an das Raumklima anpassen. Darum sollten Sie die Laminatpakete in den Räumen, in denen sie eingebaut werden sollen, verteilen, öffnen und erst am nächsten Tag verarbeiten.

3. Schaumstoffband verlegen

Das Schaumstoffband wird ringsum an die Wand verlegt und nur locker angeheftet. Es wird später wieder entfernt und soll nur für den notwendigen Abstand für die Dehnfugen dienen. Statt des Schaumstoffbands können Sie auch schmale Leisten oder Keile verwenden.

4. Dampfsperre einbauen

Die Folie der Dampfsperre wird Bahnweise eingebaut und verklebt. Die einzelnen Bahnen werden ca. 20 cm überlappend verlegt.

5. Verlegen der ersten Reihe von Paneelen

Für die erste Reihe werden an den Paneelen an den langen Stoßseiten die Nuten abgeschnitten. Dazu eignet sich am besten eine Handkreissäge, da diese besonders gerade Schnitte herstellen kann. Die linke Nut der allerersten Paneele wird ebenfalls entfernt.

6. Kontinuierlich arbeiten

Die zweite Reihe von Paneelen wird mit einem Versatz von mindestens 30 cm eingebaut. Der Zusammenbau geschieht immer zuerst auf der kurzen, dann auf der langen Seite. Um die Paneele fest ineinander zu klopfen, kommt der Schlagklotz zum Einsatz. Nach drei Reihen werden die Fugen kontrolliert. Durch das Klopfen mit dem Schlagklotz können sie sich wieder öffnen. Mit den Spanngurten lassen sich die Fugen wieder zusammen drücken.

7. Die letzte Reihe

Die Schnittkontur der letzten Reihe wird angezeichnet und passend gesägt. Anschließend wird die Dehnfuge geleert und mit Silikon verfüllt. Das Laminat lassen sie sich nun einen Tag setzen. Dann können Sie es versiegeln.

Tipps für Schnellleser

  • Datenblatt vom Feuchtraumlaminat nach „5% Quellfähigkeit“ durchsuchen
  • wasserfesten Kleber verwenden
  • Boden sorgfältig spachteln und nivellieren
  • Schlagklotz und Spanngurte verwenden
  • Laminatscheren und -knacker arbeiten staub- und verschnittfrei
  • Tischkreissägen garantieren gerade Schnittkanten

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