Schimmelpilzbefall am Fensterrahmen schädigt das Material und führt zu gesundheitlichen Risiken. Doch wie kann der Schimmel effektiv entfernt werden? Lesen Sie, welche Mittel für Kunststoff- und Holzfensterrahmen geeignet sind, wie Sie die Arbeiten sicher durchführen und eine Neubildung vermeiden.

Stufe 1: Bestehenden Schimmel am Fensterrahmen entfernen

Schimmel entfernen – reagieren Sie schnell
Bei der Entfernung vom Schimmel ist es wichtig, frühzeitig zu reagieren. Je tiefer der Schimmel in das Material eindringt, desto schwieriger gestaltet sich das Entfernen. Gerade Holzrahmen sind ein guter Nährboden für die Pilze, sodass bei einem zu starken Befall sogar ein Austausch des Fensterrahmens vorgenommen werden muss. Wenn Sie allerdings rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergreifen und die Rahmen professionell säubern, dann schützen Sie das Material und können den Schimmelpilz langfristig beseitigen.

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Achten Sie auf die Sicherheit beim Entfernen des Schimmels

Schimmelpilze sind für die Gesundheit sehr gefährlich. Dies gilt nicht dann, wenn Sie in den entsprechenden Räumen leben oder sich hier aufhalten. Gerade beim Entfernen der Pilze kommen Sie mit den Sporen in Kontakt und wirbeln diese bei einem unsachgemäßen Vorgehen in die Luft. Es findet eine Kontamination von anderen Einrichtungsgegenständen statt und Sie atmen die Sporen ein. Beachten Sie daher folgende Sicherheitstipps, muss sich, weitere Familienmitglieder und die Einrichtung zu schützen:

1. Tragen Sie geeignete Schutzkleidung, welche den Körper und die Kleidung abdeckt – Hierfür eignen sich beispielsweise Einmal-Overalls, die in Baumärkten erhältlich ist. Zusätzlich sollten Sie einen Mundschutz tragen, sodass Sie die Schimmelsporen nicht einatmen. Handschuhe schützen die Hände und vermeiden einen Kontakt zu den Sporen. Würden diese auf Ihre Kleidung oder die Hände gelangen, dann würde schnell eine Übertragung auf alle Dinge stattfinden, welche Sie im Anschluss berühren.

2. Arbeiten Sie vorsichtig und behutsam – Wenn Sie den Schimmelpilz beseitigen, dann müssen Sie vorsichtig agieren, um möglichst wenig Sporen aufzuwirbeln. Verwenden Sie beispielsweise stets feuchte Lappen und vermeiden Sie ein Reiben mit trockenen Tüchern. Bei einer größeren Fläche benötigen Sie mehrere Tücher, damit es zu keinem Verschmieren des Schimmelpilzes kommt. Entsorgen Sie im Anschluss die verwendeten Utensilien, wie Tücher oder Lappen.

3. Testen Sie die verwendeten Reinigungsmittel zur Schimmelpilzentfernung vor – Haben Sie sich für ein Produkt zur Entfernung des Schimmelpilzes entschieden, dann sollten Sie dieses an einer kleinen Stelle testen. Lackierungen können unterschiedlich auf die Mittel reagieren, wodurch Sie erst einmal gezielt an einem Fenster arbeiten sollten. Neben industriellen Schimmelentfernungsmittel können Sie auch auf bewährte Hausmittel zurückgreifen wie beispielsweise Alkohol oder Essig.

4. Decken Sie im Vorfeld empfindliche Einrichtungsgegenstände ab – Da stets einige Schimmelsporen aufgewirbelt werden, sollten Sie empfindliche Einrichtungsgegenstände, beispielsweise das Sofa, abdecken. Entfernen Sie zudem Lebensmittel aus dem betreffenden Raum, da diese ebenfalls einen guten Nährboden für die Sporen darstellen.

5. Allergiker und Kinder sollten sich nicht im Raum befinden – Allergiker und Kinder reagieren besonders empfindlich auf Schimmelpilzsporen. Daher sollten diese Personen im Vorfeld den Raum verlassen und bei den Arbeiten nicht anwesend sein. Leiden Sie selbst an einer Allergie, beispielsweise einer Pollenallergie, dann sollten Sie die Reinigung der Fensterrahmen von einer befreundeten Person oder einem Familienmitglied durchführen lassen.

6. Duschen Sie nach den Arbeiten – Damit Sie keine Schimmelsporen am Körper behalten, duschen Sie nach dem Durchführen der Arbeiten. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es dennoch zu einer Übertragung der Sporen gekommen sein. Diese stellen nicht nur ein Gesundheitsrisiko dar, sondern werden durch das Anhaften am Körper auch in andere Räume übertragen.

7. Schließen Sie die Zimmertüre, öffnen Sie das Fenster – Damit während den Arbeiten keine Dämpfe und Sporen in die anderen Räume gelangen, schließen Sie die Zimmertüre. Leiten Sie stattdessen die Schimmelsporen und die Ausdünstungen der Reinigungsmittel durch das Öffnen der Fenster nach draußen.

Fensterrahmen aus Kunststoff – so gehen Sie geschickt vor

Fensterrahmen aus Kunststoff verfügen über eine glatte Oberfläche. Dies erleichtert die Entfernung der Schimmelpilze, da er meistens nur oberflächlich vorhanden ist und sich unkompliziert abwischen lässt. Allerdings können im schlimmsten Fall die Gummidichtungen befallen sein, hier ist eine Entfernung wiederum schwerer. Können Sie den Schimmelpilz auf dem Gummi nicht entfernen, dann müssen Sie die Fugen neu ziehen.

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Feuchtigkeit am Fenster – häufige Ursache von schwarzen Schimmelflecken.

Holzfenster – das richtige Vorgehen

Holzfenster stellen aufgrund des natürlichen Materials einen guten Nährboden für die Schimmelpilze dar. Daher erfordert die Entfernung einen höheren Zeitaufwand. Je oberflächlicher der Schimmelpilz sitzt, desto leichter lässt er sich abwischen. Arbeiten Sie auch hier mit einer ausreichenden Menge an Flüssigkeit, um tief ins Material einzudringen. Sie müssen alle Sporen entfernen, da es ansonsten schnell wieder zu einem neuen Befall kommt.

Nach der Entfernung des Schimmelpilzes – Reinigen und Lüften

Haben Sie alle sichtbaren Verfärbungen entfernt, dann müssen Sie die Fensterrahmen erneut reinigen. Dadurch entfernen Sie auch nicht sichtbare Sporen und verhindern eine erneute Kontamination. Da durch das Entfernen Sporen in die Luft gelangt sind, müssen Sie im Anschluss gut durchlüften. Die Sporen lassen sich mit Zeit auf Möbeln und Wänden nieder und können dort zu einer Schimmelbildung führen. Durch das Lüften leiten Sie den größten Teil der Sporen nach Draußen.

Beim Reinigen der Fenster immer auch die Fugen bedenken.
Beim Reinigen der Fenster immer auch die Fugen bedenken.

Die Materialien und die Hilfsmittel für die Schimmelentfernung

1. Alkohol
Um den Schimmelpilz zu entfernen können Sie beispielsweise Alkohol verwenden. Nehmen Sie hierfür 70 bis 80 prozentigen Spiritus aus der Apotheke oder der Drogerie. Tränken Sie einen Lappen in die Flüssigkeit und wischen Sie den Schimmel großflächig ab.

Tipp: Da durch den Alkohol Dämpfe entstehen, verwenden Sie so wenig Alkohol wie möglich und sorgen Sie für eine ausreichende Lüftung. Vermeiden Sie weitestgehend das Einatmen der Dämpfe. Da die Dämpfe eine hohe Konzentration an Alkohol aufweisen, besteht bei einer zu hohen Menge in der Luft Feuergefahr. Auch sich auf dem Rahmen absetzender Alkohol führt zu einer Erhöhung der Gefahr von Bränden. Wischen Sie den Alkohol nach den Arbeiten daher gründlich ab.

2. Essig
Alternativ zum Alkohol können Sie auch mit Essig arbeiten. Hierfür eignet sich handelsübliches Essig-Konzentrat. Verwenden Sie auch in diesem Fall einen Lappen und tränken Sie diesen in die Flüssigkeit. Da Essig die Atemwege reizt, vermeiden Sie ein übermäßiges Einatmen. Leiden Sie an gereizten Atemwegen, dann lassen Sie die Arbeiten von einer anderen Person ausführen.

3. Industrielle Produkte
Im Handel werden verschiedene Schimmelentfernungsmittel angeboten, welche Sie ebenfalls für die Entfernung verwenden können. Achten Sie bei der Beschreibung auf der Verpackung darauf, ob die Mittel für Holzfenster beziehungsweise Kunststofffenster geeignet sind.

Chemikalien gegen Hausmittel – was ist am besten geeignet?

Alkohol und Essig weisen eine hohe Wirksamkeit auf. Bei industriellen Produkten bestehen große Unterschiede bezüglich der Wirksamkeit. Achten Sie darauf, dass es sich um hochwirksame Mittel handelt, da Schimmelsporen keine einfachen Verschmutzungen darstellen.

Stufe 2: eine Neubildung von Schimmel effektiv verhindern und somit den Schimmel endgültig entfernen

Richtig lüften, eine kleine Anleitung
Hat sich am Holzfenster oder am Kunststofffenster einmal Schimmel gebildet, dann entfernen Sie ihn durch die Reinigung für eine bestimmte Dauer. Nur wenn Sie die Ursache der Entstehung beseitigen, können Sie einen dauerhaften Erfolg erzielen. Ursachen für die Schimmelpilzbildung können sowohl in baulichen Besonderheiten als auch im Lüftungsverhalten liegen. Auch wenn es sich um Bauprobleme handelt, können Sie in vielen Fällen das Ausmaß des Schadens reduzieren und bis zu einer Modernisierung eine Schadensbegrenzung vornehmen. Gezielt lüften ist die erste Maßnahme, die Sie ergreifen sollten. Es werden pro Tag 3 bis 5 Lüftungsdurchgänge entfernen. Führen Sie hierbei sogenannte Stoßlüftungen durch, die jeweils 5 bis 10 Minuten in Anspruch nehmen. Öffnen Sie hierfür alle Fenster und sorgen Sie im Haus für Durchzug. Schalten Sie im Vorfeld die Heizung aus und beginnen Sie direkt nach dem Schließen der Fenster wieder mit dem Heizen. Ein zu langes Lüften kann im Winter zur Bildung von Kondenswasser führen, welches sich häufig am Kunststoff- beziehungsweise Holzfensterrahmen niederschlägt.
Feuchtigkeit am Fenster

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Sehen Ihre Fenster morgens so aus? Dann sollten Sie unbedingt das ablaufende Wasser vom Fensterrahmen entfernen und lüften.

Zwangsentlüftung – verhindern Sie eine Schimmelbildung
Unter der Zwangsentlüftung versteht man das gezielte und kontinuierliche Lüften ohne eine direkte Einwirkung durch die Hausbewohner. Hierbei kommen verschiedene Hilfsmittel in Frage. Zum einen existieren mechanische Vorrichtungen, welche zur Zwangsentlüftung in das Fenster eingebaut werden können. Im Badezimmer werden zudem häufig Bauteile zur Zwangsentlüftung in die Türe eingesetzt werden. Dabei handelt es sich in der Regel um Schlitze, die sich am unteren Rand der Badezimmertür befinden. Diese sorgen für eine kontinuierliche Abfuhr der Feuchtigkeit und somit zu einer Zwangsentlüftung und einer Reduktion der Feuchtigkeitsmenge in der Luft. Wasser setzt sich häufig an Holzfensterrahmen beziehungsweise an Fensterrahmen aus Kunststoff ab, da an der Außenseite des Fensters andere Temperaturen als im Innenraum herrschen. Eine Zwangsentlüftung kann auch durch Schlitze unter der Tür realisiert werden. Modelle, die am Holzfenster oder am Kunststofffenster angebracht werden, arbeiten in einigen Fällen unterstützend mit einem Ventilator.

Zwangsentlüftung sorgt dafür, dass zumindest etwas mehr Feuchtigkeit abtransportiert werden kann.
Zwangsentlüftung sorgt dafür, dass zumindest etwas mehr Feuchtigkeit abtransportiert werden kann.

Holzfensterrahmen oder Kunststofffenster – wer gewinnt im Punkt „Schimmelpilzbefall vermeiden“
Wichtig ist, dass eine ausreichende Isolation zum Außenbereich besteht. Aus je mehr Schichten das Fensterglas besteht, desto besser ist die isolierende Wirkung. Doppel- oder Mehrfachverglasungen reduzieren die Gefahr von Schimmelbildung. Ältere Holzfenster mit einer einfachen Verglasung oder einer schlechten Isolierung stellen ein Risiko dar, da sich die Luftfeuchtigkeit nach dem Abkühlen am Glas oder am Holzfensterrahmen absetzen kann. Bei Holzfensterrahmen wirkt sich die Tatsache negativ aus, dass eine Reinigung schwieriger ist. Der Schimmelpilz befällt das Holz und kann tief in den Holzfensterrahmen eindringen. Kunststoff wird in der Regel nur oberflächlich befallen.

Tipps für Schnellleser:

  • Alkohol, Essig oder industrielle Mittel verwenden
  • Alkoholdämpfe sind gefährlich
  • gut lüften
  • eine Neubildung der Schimmelpilze vermeiden
  • Schutzkleidung tragen
  • nach den Arbeiten duschen
  • Zimmertüren schließen, Fenster öffnen
  • gefährdete Einrichtungsgegenstände abdecken
  • Fensterrahmen im Anschluss gründlich reinigen
  • schnell reagieren, Schimmel möglichst schnell entfernen
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Feli
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1 KOMMENTAR

  1. Vielen Dank für diesen wirklich ausführlichen Beitrag! Ich kenne dieses Problem all zu gut aus unserer alten Wohnung. In unserer neuen Wohnung arbeite ich jetzt mit einem Fenstersauger um die Rahmen zu schützen.

    Den Spiritus Tipp finde ich toll 🙂

    LG Jasmin

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