Sommerzeit ist Erdbeerzeit. Erdbeeren gehören zu den beliebtesten Beerenfrüchten in Deutschland. In den Handel kommen vor allem Erdbeersorten mit hellen Früchten, die sich gut transportieren und lagern lassen. Aromatischer sind allerdings die Sorten, die kleinere und dunklere Früchte tragen. Da sie keine hohen Erträge sichern, sind diese Erdbeersorten vor allem für Kleingärtner und Selbstversorger von Bedeutung.

Die Auswahl an verschiedenen Erdbeersorten ist kaum überschaubar. Und: Erdbeere ist nicht gleich Erdbeere! Die Vielfalt macht es möglich, für jeden Garten und seine speziellen Standortbedingungen sowie für jeden Geschmack eine passende Erdbeersorte zu finden. Hier haben wir für Sie eine Liste mit beliebten Sorten von Erdbeeren zusammengestellt. Erdbeersorten, die sich in der Vergangenheit bewährt haben, neue Sorten mit hervorragenden Eigenschaften und alte Erdbeersorten, die selbst nach Jahrzehnten immer noch hoch im Kurs stehen. Wer sich nicht sicher ist, welche Erdbeeren er im eigenen Garten anpflanzen soll, probiert einfach jedes Jahr ein paar andere Sorten aus.

Wann können Erdbeeren geerntet werden?

Je nach Witterungsbedingungen öffnet sich das Zeitfenster für die Erdbeerernte Ende Mai. Die Haupterntezeit von Erdbeeren ist hierzulande von Mai bis Ende Juli. Erdbeeren sind richtig reif, wenn sie gleichmäßig glänzend rot sind. Viele klassische Sorten bilden etwa acht Wochen lang Früchte, die bis Ende Juli geerntet werden können. Es gibt aber auch Erdbeersorten mit relativ später Fruchtbildung. Kleinfrüchtige Sorten wie die Walderdbeere sowie immer tragende Monatserdbeeren, auch remontierende Erdbeersorten genannt, haben eine Erntezeit bis in den Herbst hinein (Oktober). Wer ganzjährig Erdbeeren im eigenen Garten pflücken möchte, sollte gleich mehrere dieser Sorten miteinander kombinieren.

Wann erntet man Erdbeeren?

Übersicht der Erdbeersorten

Erdbeersorten werden nach Reifezeit sortiert. Ähnlich wie bei Kartoffeln gibt es frühe Sorten bis spät reifende Erdbeeren. Hinzu kommen solche Sorten, die über einen sehr langen Zeitraum Früchte tragen. Die Einteilung ist nach Reifezeit und Alter der entsprechenden Erdbeersorte gegliedert. Im Handel waren eine Zeit lang nur wenige (relativ) neue Sorten auf dem Markt, die reichliche Ernte und gute Lagerfähigkeit garantiert haben, dafür leider aber im Geschmack Einbußen hinnehmen mussten. Jetzt geht der Tendenz eindeutig wieder zurück zur Artenvielfalt und geschmacksintensiven Erdbeersorten, vor allem in privaten Gärten. Aus diesem Grund sind auch alte Sorten wieder voll im Trend, entweder als Originalsorte oder als verbesserte, gegen Krankheiten resistente Sorte.

1. Früh reifende Erdbeersorten

Wer es im Frühjahr kaum erwarten kann, Erdbeeren zu ernten, sollte am besten auch ein paar Erdbeeren der früh reifenden Sorte im Garten kultivieren. Bei guter Witterung sind die ersten Früchte bereits ab Mitte Mai reif. Die Ernte zieht sich bis etwa Ende Juni.

Clery: fruchtig süßer Geschmack und durchgängig rotes Fruchtfleisch

Daroyale: neue Frühsorte mit gutem Geschmack, die großen roten Früchte sind lange haltbar

Darselect: stammt aus Südfrankreich und wird sehr erfolgreich in Selbstpflückanlagen angebaut, ziegelrote Früchte mit gutem Geschmack

Elvira: sehr ertragsreiche Sorte mit großen, süßen Beeren, nicht anfällig gegen Krankheiten

Lambada: bildet sehr süße, hellrote Früchte mit gutem Aroma, gute Erträge, allerdings sehr anfällig für Mehltau

Honeoye: neue Sorte als Verbesserung von Lambada, ebenmäßige, dunkelrote Früchte, trägt reichlich Beeren mit leichter Säurenote (kommt geschmacklich jedoch nicht an die Sorte Lambada heran), dafür sehr resistent gegenüber Krankheiten

White Dream: besondere Sorte mit weißen, etwa 2 cm großen Beeren, leichtes Ananas-Aroma, besonders ertragreich, wenn sie mit roten Erdbeeren im Verbund stehen

[Illustration der weißen Ananas-Erdbeere White Dream]

2. Mittel reifende Erdbeersorten

Während die Beete der frühen Sorten schon abgeerntet sind und die Reife der späten Erdbeersorten auf sich warten lässt, bilden diese Sorten einen goldenen Mittelweg bei ihrer Reifezeit. Ab etwa Ende Juni können mittelspät reifende Erdbeeren geerntet werden.

Mittel reifende Erdbeeren

Elsanta: beliebteste Sorte im gewerblichen Anbau, große Früchte mit mittlerem Aroma, stark anfällig für Fäule und Mehltau, für den Kleingarten bedingt geeignet

Deluxe: neue Sorte, die sich durch schöne, gleichmäßige Früchte auszeichnet, hellrote Beeren mit besonderem Aroma

Korona: überzeugt durch ihren straff aufrechten Wuchs, der die Ernte erleichtert, bevorzugt sandhaltige Böden

Polka: gedeiht in jedem Garten, sehr anpassungsfähig und relativ anspruchslos, vor allem für Gegenden mit wechselndem Klima bestens geeignet, kegelförmige, süß-säuerliche Früchte

Sonata: sehr ertragreich, liefert saftige, süße Früchte, verbesserte neue Form der beliebten Sorte Elsanta, stärkeres Aroma und besser frosthart, gut geeignet für kühleres Klima

3. Spät reifende Erdbeersorten

Besonders viele Sonnenstunden bekommen solche Erdbeersorten, die erst spät im Jahr, etwa ab August, reifen. Für einen ganz besonderen Abschluss sorgen daher folgende Sorten:

Nerid: besonders saftige und süße Früchte, punktet zudem mit guter Resistenz gegen Krankheiten

Pandora: die Früchte sind leicht säuerlich im Geschmack, reift als eine der letzten Erdbeersorten

Sweet Mary XXL: wie der Name bereits vermuten lässt, bildet diese Sorte besonders große Früchte, die nicht an Aroma einbüßen

Symphony: bildet recht große Früchte und sorgt für hohe Erträge, sehr anpassungsfähig, resistent gegen Wurzelfäule, geschmacklich nicht besonders hervorstechend

Vicoda: feste Früchte, die sich hervorragend für die Konservierung eignen

4. Monatserdbeeren fürs ganze Jahr

Monatserdbeeren, auch immer tragende oder remontierende Erdbeeren genannt, stammen im Gegensatz zur klassischen Gartenerdbeere von den Walderdbeeren ab. Diese Sorten haben nicht nur die Eigenschaft ihrer langen Erntezeit von den Wildarten übernommen, sondern auch ihren hervorragenden, intensiv-süßen Geschmack. Das macht die Monatserdbeeren zur idealen Sorte für die Pflanzung im Topf auf Terrasse und Balkon.

Amandine: längliche, hellrote Erdbeeren mit aromatischem Geschmack, Neuzüchtung

Mara de Bois: aus Frankreich stammende Monatserdbeere mit fruchtigem Walderdbeerenaroma, Früchte von Juni bis Oktober

Merosa: trägt rosafarbene Blüten und ist daher auch als Zierpflanze geeignet, kleinere geschmacksintensive Beeren

Ostara: besonders bei Kindern als Naschsorte beliebt, sehr intensiver Geschmack, mittelrote, längliche Früchte

Rügen: reichtragende Sorte mit kleinen Früchten, die nach Walderdbeeren schmecken

Seascape: neue Sorte aus Kalifornien, gedeiht auch bei großer Hitze, mindestens drei Monate Ernte (Juni-September), für Beete und Balkonkästen geeignet

Wädenswil: gilt als Schweizer Antwort auf Mieze Schindler, mittelgroße, fruchtig-süße Beeren, gehört zu den frühesten Sorten unter den Monatserdbeeren

5. Alte Sorten

Schon früh entdeckten Menschen das besondere Aroma von Erdbeeren. Im privaten Garten setzen sich in letzter Zeit wieder alte Gemüse- und Obstsorten durch, zu den Klassikern der alten Erdbeersorten gehören:

Apricot Chinoise (Aprikosenerdbeere): fast vergessene Sorte mit eher untypischem Geschmack nach Pfirsich und Nektarine, Beere bleibt selbst im Vollreifezustand gelblich-weiß

Herzbergs Triumpf (1949): gehört zu den sehr robusten Klettererdbeeren, die solide Ausläufer bilden, immer tragende Sorte, stammt von Mieze Schindler ab, ausgezeichneter Geschmack

Hansa (1904): eine der ältesten Sorten mit weichem, blutroten Fruchtfleisch, wird deshalb auch Bluterdbeere oder Schwarze Ananas genannt, Rarität

Königin Luise (1905): die alte Sorte ist heute trendiger denn je, früh reifende Sorte, intensiver Geschmack, ausgeprägte Herzform, gut frosthart, Früchte nicht lagerfähig

Korona (1972): sehr ertragreiche Sorte mit großen, breitkegeligen Früchten, süß-säuerlicher Geschmack, wenig anfällig für Fäule, mittelfrühe Sorte mit langer Erntezeit

Mieze Schindler (1925): schon an die 100 Jahre alt, aber immer noch im Trend, bezaubert Mieze Schindler mit kleineren, zuckersüßen Früchten, reift spät, Liebhabersorte, empfindlich für Mehltau

Reusraths Allerfrüheste (1949): besticht durch ihr intensives Aroma, seit jeher begehrte Liebhabersorte mit mittelgroßen, runden Beeren, frühe Sorte mit ausgewogen säuerlichem Geschmack

Senga Sengana (1942): mittelgroße, herzförmige Früchte mit kräftig herbem Aroma, mittelfrühe Sorte, etwas anfällig für Grauschimmel, widerstandsfähig gegenüber Blatt- und Wurzelkrankheiten, im zweiten Jahr lässt die Beerenmenge je Pflanze etwas nach

Tipp: Die Erdbeersorten Mieze Schindler bildet fast ausschließlich weibliche Blüten aus. Daher muss eine passende Sorte (wie Senga Sengana oder Korona) zur Befruchtung dazu gepflanzt werden. Pro vier Pflanzen von Mieze Schindler ist eine Befruchterpflanze notwendig.

6. Hänge- und Klettererdbeeren

Für Hobbygärtner ohne eigenen Garten empfehlen sich Hänge- oder Klettererdbeeren, die problemlos auch auf dem Balkon angebaut werden können.

Hängende Erdbeeren

Diamant (Selva): immer tragende Erdbeersorte für Ampelpflanzung oder Balkonkästen, mittelgroße fruchtig-süße Früchte

Rosalie: pinkfarbene Blüten und große, rote Früchte von Juli bis Oktober, guter Geschmack, Hängeerdbeere

Hummi: Klettererdbeere (für Kletterspiralen), schnell wachsende Pflanze mit tiefroten, prallen Früchten, süß-saftiges Aroma, Ernte von Juli bis zum Frost

7. Walderdbeeren für Genießer

Walderdbeeren können nicht mit einer üppigen Ernte punkten, dafür haben sie eine ganze Menge an anderen Vorteilen zu bieten. Sie sind nicht nur sehr genügsam und vertragen selbst halbschattige Plätze unter Bäumen und Sträuchern, sondern sind ein ganz besonderer Leckerbissen zum Naschen und als Dekoration.

Wilde Erdbeeren

Alpine Yellow: gelbweiße Früchte mit intensivem Geschmack

Mignorette: duftet nicht nur wunderbar, sondern bildet mit ihren Früchten auch eine der beliebten Gourmet-Sorten

Rubra: leuchtend rosafarbene Blüten, zahllose aromatische Früchte

White Soul: Rarität mit weißen Früchten

Fakten über die Erdbeere

Erdbeer-Fakten

Herkunft

Die Erdbeere ist ein Relikt längst vergangener Tage. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass schon in der Steinzeit (2200 v. Chr.) Erdbeeren als beliebte Früchte galten. Als bereits kleine Walderdbeeren im Mittelalter kultiviert wurden, fanden Siedler in Amerika auch Exemplare größeren Ausmaßes. Seit dem 18. Jahrhundert werden Erdbeeren auch bei uns kultiviert, allerdings zunächst in Gewächshäusern.

Arten

Durch zahlreiche Kreuzungen entstand die heute bekannte Zuchterdbeere. Die Arten sind vielfältig und reichen von winzigen Waldfrüchten bis zu großen länglichen oder runden Erdbeeren. Aus etwa 20 Arten und Hybriden sind inzwischen über eintausend Erdbeersorten entstanden – und es kommen ständig neue Sorten hinzu.

Frucht

Aus den meist weißen, selten auch rosafarbenen Blüten fangen die Beeren an zu wachsen, bis sie ihren Reifegrad erreicht haben. Auf der Oberfläche dieser Beere entstehen dann die eigentlichen Früchte, kleine Nüsschen, die sich als Punkte über die gesamte Oberfläche der Beere ziehen.

Tipps für Schnellleser

  • Erdbeeren gibt es in etwa 1000 Sorten
  • auf die passende Sorte für den Garten achten
  • die einzelnen Sorten haben unterschiedliche Ansprüche
  • Erdbeersorten werden nach Erntezeit unterteilt
  • je kleiner und roter die Beeren, umso geschmacksintensiver
  • frühe Sorten: Clery, Elvira, Lambada
  • mittelfrühe Sorten: Korona, Polka, Sonata
  • späte Sorten: Nerid, Pandora, Symphony
  • Monatserdbeeren: Amandine, Ostara, Wädenswil
  • Alte Sorten: Hansa, Mieze Schindler, Senga Sengana
  • White Dream: weiße Beere mit Ananasgeschmack
  • Apricot Chinoise: gelbe Beere mit Aprikosengeschmack
  • Hängeerdbeeren für den Balkon: Diamant, Rosalie
  • Klettererdbeeren: Hummi
  • Walderdbeeren: besonders intensiver Geschmack

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