Embossing – Grundlagen und Technik einfach erklärt

Embossing, Grundlagen und Technik

Das Embossen oder Embossing ist eine spezielle Gestaltungstechnik, bei der ein Relief auf einer Unterlage erstellt wird. Vielen sind diese Reliefe zum Beispiel auf Glasflaschen oder Grußkarten bekannt. Die Technik für den Heimbedarf stammt aus den USA und wird bei vielen Bastlern in Deutschland immer beliebter, da sich dadurch ansprechende Drucke erstellen lassen. Die Grundlagen und Technik lernen Sie hier.

Eine Prägung aus eigener Hand und ohne intensiven Arbeitsaufwand? Das ermöglicht das Embossing, eine interessante Basteltechnik, mit der Sie innerhalb weniger Arbeitsschritte ansprechende Reliefs kreieren, die sich künstlerisch vom Ausgangsmaterial abheben. Beim Embossen wird auf eine glatte Oberfläche, meist Papier oder Pappe, eine spezielle Tinte über einen Stempel aufgetragen und anschließend mit einem Pulver bestreut. Danach wird es erhitzt, wodurch das Pulver anfängt zu schmelzen und das Relief vervollständigt. Ist das Embossen gelungen, hebt sich das Muster vom Untergrund ab und härtet aus, wodurch es sich nicht mehr ändern lässt. Das Ergebnis ist ein gelungenes Relief, ganz nach den eigenen Vorstellungen.

Grundlagen

Materialien und Utensilien

Bevor Sie mit dem Embossen beginnen können, müssen Sie zuerst einmal die passenden Materialien und Utensilien bereit haben. Das sind die Grundlagen für das Embossing, denn ohne diese kann es nicht gelingen. Wundern Sie sich aber nicht, dass Sie keine klassischen Mittel aus dem Haushalt hierfür nutzen können, sondern spezielle Produkte benötigen.

  • Embossingpulver: pro Dose (30 – 50 g) etwa drei bis fünf Euro
  • Embossingstempelkissen: fünf bis zehn Euro
  • Embossingtinte: zehn Euro pro Flasche (15 ml), ideal ist ein transparentes Produkt
  • Heißluftfön
  • feiner Pinsel

Embossing, Embossingpulver

Das sind die typischen Grundlagen für das Embossen. Die Stempelkissen haben sich als besonders einfach erwiesen, da diese einfach nur auf den gewählten Stempel gedrückt werden und in einer gleichmäßigen Dicke Tinte auftragen. Dadurch verwenden Sie nicht zu viel Tinte, was schnell zum Verkleben und einem ungleichmäßigen Ergebnis führen würde.

Falls Sie sich für die Tinte entscheiden, sollten Sie einen weiteren Pinsel nutzen, da der feine Pinsel hierfür nicht verwendet wird. Ebenfalls zu den Grundlagen gehört die Auswahl des entsprechenden Materials für den Untergrund.

Embossing, Embossing-Stempelkissen

Sie können hierbei aus den folgenden wählen:

  • Papier
  • Karton
  • Holz
  • Glas
  • Metall

Achten Sie bei der Auswahl des Materials darauf, dass dieses komplett glatt ist. Falten oder Knicke sorgen dafür, dass das Stempeln erschwert wird, was sich negativ auf das Endergebnis auswirkt. Als besonders effektiv hat sich Bastelkarton etabliert, der zum Beispiel für Grußkarten verwendet wird. Dieser ist fest genug und verzieht sich nicht, selbst wenn er erhitzt wird.

Das ist natürlich ebenfalls so bei Metall, Holz und Glas. Stoff ist in keiner Form hierfür geeignet. Zu guter Letzt geht es um den Stempel, was an sich einer der wichtigsten Punkte beim Embossing überhaupt ist. Der Stempel definiert das Muster, welches Sie auftragen wollen. Folgende Tipps sollten Sie bei der Auswahl des Stempels beachten.

Embossing, Stempel aus Holz

1. Achten Sie darauf, dass der Stempel nicht zu groß ist, wenn Sie ein Embossingstempelkissen benutzen. Da die Stempelkissen nur eine bestimmte Größe abdecken, würden Sie an manchen Stellen zu viel und an anderen zu wenig Tinte auftragen. Falls Ihr Stempel nicht auf ein Stempelkissen passen würde, besorgen Sie Tinte und einen Pinsel.

Embossing, Embossing-Stempelkissengröße

2. Es ist egal, um welches Motiv es sich handelt. Selbst Schriftzüge sind in Ordnung, solange die Tinte gleichmäßig aufgetragen wird. Besonders beliebt sind Wappen oder einfache Motive, da diese weniger Tinte benötigen und etwas schneller trocknen. Ebenso ist es nicht von Bedeutung, aus welchen Material der Stempel ist. Solange er gerade auf den Untergrund gedrückt werden kann, ist alles in Ordnung.

3. Wenn Sie noch nicht im Embossing bewandert sind, sollten Sie keine zu komplizierten Stempel wählen. Die Tinte kann bei filigranen Mustern schnell verlaufen und dadurch wird das Motiv am Ende eher ein Klecks als ein Bild. Dickere Linien, die nicht zu nah beieinander verlaufen, sind daher zu empfehlen. Je mehr Erfahrung Sie haben, desto leichter wird der Einsatz komplizierter Stempelmuster.

Gerade die Auswahl der eigenen Stempel macht das Embossing so beliebt. Wenn das Muster nach allen Schritten wie ein Relief wirkt und sich vom verwendeten Untergrund abhebt, ist zu erkennen, warum die Technik so viel Spaß macht. Zu guter Letzt sollen Sie sich überlegen, in welcher Farbe Sie das Pulver auswählen.

Embossingpulver wird in einer recht umfangreichen Farbpalette angeboten, doch sind die folgenden Farbtöne besonders beliebt und häufig zu finden.

  • schwarz
  • weiß
  • gold
  • silber
  • weitere metallische Farbtöne

Embossing, Embossing-Pulver in verschiedenen Farben

Sie können also aus einer Vielzahl von Farben wählen. Keine Sorge, das Pulver ist intensiv gefärbt und ist sogar blickdicht. Selbst bei weißem Pulver scheint die Farbe des verwendeten Untergrunds nicht durch. Aus diesem Grund können Sie problemlos jede Farbe verwenden, die Sie wünschen.

Das Mischen von Farben über Embossing ist jedoch kaum möglich. Daher müssen Sie sich pro Stempel für einen Farbton entscheiden. Mit diesen Tipps wären die Grundlagen für das Embossing abgeschlossen und Sie können direkt mit der Anwendung der eigentlichen Technik loslegen. Eine Vorbereitung benötigen Sie nicht, denn solange Sie einen Stempel und die Utensilien parat haben, kann es losgehen.

Tipp: Sie können sich den Einsatz eines einfachen Haarföhns sparen, da diese nicht heiß genug werden, um das Embossingpulver zum Schmelzen zu bringen. Zudem besteht die Gefahr, dass das Pulver einfach weggepustet wird.

Embossing-Technik: Anleitung

Die Technik für das Embossen klingt zu Beginn schwieriger oder kompliziert als sie wirklich ist. Da die einzelnen Produkte wie das Pulver oder die Tinte direkt auf die Technik zugeschnitten sind, benötigen Sie nur eine übersichtliche Anleitung, die Ihnen alle Anwendungsschritte ausführlich erklärt. Diese sieht wie folgt aus.

1. Zu Beginn kümmern Sie sich um den Untergrund, denn Sie „bedrucken“ wollen. Breiten Sie diesen auf einer flachen Unterlage aus und achten Sie darauf, dass alle Knicke oder Falten entfernt wurden. Gerade bei dünnem Papier ist das wichtig, denn sonst verlaufen die Tinte und das Relief. Falls Sie zum Beispiel ein Stück Holz gewählt haben, brauchen Sie sich darüber keine Sorgen machen. Bei solchen Materialien sollten Sie nur überprüfen, ob die Oberfläche sauber ist. Sie wollen ja später keine Unebenheiten an Ihrem Kunststück entdecken.

Embossing, Anleitung, erste Schritte

2. Ist der Untergrund fertig, beginnen Sie mit dem Auftragen der Tinte. Dafür nehmen Sie Ihren Stempel und drücken diesen auf das Stempelkissen. Alternativ nutzen Sie einen Pinsel und tragen die Tinte gleichmäßig auf der Stempelfläche auf. Gehen Sie hier sehr gründlich vor, um die Tinte nicht zu dick oder zu dünn auftragen. Für den Anfänger ist das Stempelkissen deutlich zu empfehlen.

Embossing, Anleitung, Stempelkissen und Stempel

3. Nachdem Sie die Tinte aufgetragen haben, drücken Sie den Stempel auf die gewünschte Stelle. Es hilft, wenn Sie vor dem Auftragen die Stelle mit einem Bleistift leicht markieren, damit Sie genau wissen, wo Sie den Stempel ansetzen. Das ist aber nur eine Hilfestellung, keine Notwendigkeit. Wenden Sie ruhig etwas Kraft an, um die Tinte über den Stempel aufzutragen. Verreiben Sie diesen aber nicht!

Embossing, Anleitung, Stempel mit Tinte auf Untergrund aufstempeln

4. Nun müssen Sie das Pulver auf die Tinte auftragen, solange diese feucht ist.

Embossing, Anleitung, Stempelabdruck mit Tinte

Schütten sie ruhig etwas mehr Pulver auf den Untergrund, denn Sie können das überschüssige problemlos danach wieder in die Flasche zurückschütten.

Embossing, Anleitung, Pulver auf Stempelabdruck streuen

5. Nachdem Sie das Pulver auf der Tinte verteilt haben, können Sie dieses nach wenigen Augenblicken wieder entfernen, denn sie muss nicht trocknen. Achten Sie darauf, dass kein überschüssiges Pulver mehr auf der Oberfläche zu sehen ist, sondern nur auf der Tinte. Schon jetzt sollte sich das endgültige Relief abzeichnen. Pulverreste entfernen Sie vorsichtig mit dem Pinsel.

6. Jetzt kommt es zum wichtigsten Schritt: Das Erhitzen. Hierfür verwenden Sie den Heißluftfön.

Embossing, Anleitung, Heißluftföhn

Schalten Sie diesen an und lenken Sie die mindestens 100°C heiße Luft direkt auf das Relief. Verbrennen Sie sich hier nicht. Alternativ können Sie eine Herdplatte nutzen. Keine Sorge, Sie können das Material ruhig drehen, das Pulver wird durch die Tinte fixiert. Erhitzen Sie die Tinte so lange, bis diese sichtlich zu schmelzen beginnt.

Embossing, Anleitung, Erhitzen des Embossingpulvers

7. Sie erkennen, ob das Pulver geschmolzen ist, wenn das Relief nicht mehr körnig wirkt. Ebenfalls sollte es etwas glänzen. Achten Sie aber darauf, das Relief nicht zu lange zu erhitzen, sonst sinkt es in sich zusammen und bleibt „flach“. In diesem Fall müssten Sie es noch einmal probieren. Ja, Embossing benötigt etwas Fingerspitzengefühl, um richtig zu funktionieren.

8. Abschließend können Sie Ihr Relief bewundern. Es sollte sich deutlich vom Untergrund abheben und leicht glänzen. Keine Sorge, manche Farbtöne glänzen weniger bis gar nicht.

Embossing, Anleitung, Embossing-Stempel-Ergebnis

9. Zu guter Letzt reinigen Sie Ihren Stempel unter fließendem Wasser mit etwas sanftem Spülmittel. Dadurch können Sie Ihn in Zukunft weiterhin nutzen, ohne Ihre folgenden Kunstwerke zu verschmutzen.

Embossing, Anleitung, Embossing auf Metall

Tipp: Falls Ihr Stempel verschmutzt oder schon mit Farben benetzt ist, sollten Sie diesen unbedingt reinigen. Verunreinigungen und Farbrückstände können sich erheblich auf das Ergebnis auswirken und zum Beispiel zu Stellen mit mehr Tinte oder sogar anderen Farben führen.

Embossing, Anleitung, Embossing auf unterschiedlichen Materialien, hier Besteck

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