Ebenholz – Infos zu Farbe, Eigenschaften und Preisen

Ebenholz

Schwarz und glänzend – das sind die bekanntesten Eigenschaften von Ebenholz. Ebenholz – bei uns vor allem als Tropenholz bekannt – ist aber nicht gleich Ebenholz. Neben den sog. schwarzen Ebenhölzern gibt es auch farbgestreifte Sorten, deren eher helleren Grundfarben in Kombination mit dunklen Streifen jedes Werkstück einzigartig machen. Lesen Sie in diesem Text alles, was Sie über das Ebenholz wissen müssen.

Ebenholz wächst ausschließlich in tropischen und subtropischen Wäldern. In Europa wächst Ebenholz nicht. Das schwarze Holz gilt hierzulande seit Jahrhunderten als edel und kostbar. So wurde es im 16. und 17. Jahrhundert in Europa für die Herstellung von edlen Möbeln verwendet. Ebenholz-Möbel waren in dieser Zeit die angesagtesten Möbel überhaupt. Aufgrund massiver Abholzungen der seltenen Bäume trotz hohem Splint über Jahrhunderte sind heute fast alle Ebenholzarten geschützt. Sie gelten als gefährdete Art und sind daher hierzulande nur noch in geringen Mengen auf dem Markt verfügbar. Dies ist ein Grund für den hohen Preis des tropischen Holzes, das zu den härtesten der Welt zählt.

Ebenholz gehört zur Gattung „Diospyros“. Die meisten Vertreter der Gattung, die mehrere hundert Arten umfasst, sind rosagraue Hölzer. Nur wenige haben schwarze bzw. gestreifte Kernhölzer.

Diese seltenen Arten werden heute in der Gruppe der Ebenhölzer zusammengefasst. Der Name der einzelnen Sorten bezieht sich in der Regel auf die Herkunft des Holzes. Manche Sorten werden unter ihrem Herkunftsnamen und/oder ihrem regionalen Namen angeboten. Alle Ebenhölzer stammen aus tropischen Ländern, wo sie aber auch nur verstreut vorkommen. Deshalb sind Einschlag sowie Export genau geregelt.

Diospyros lotus, Lotuspflaume
Diospyros lotus, Lotuspflaume

„Ihr Haar ist schwarz wie Ebenholz.“ Diese Beschreibung der Haare von Schneewittchen im Märchen der Brüder Grimm hat die Vorstellung von Ebenholz hierzulande über Jahrhunderte geprägt. Aber Ebenholz ist nicht immer tiefschwarz, je nach Sorte variieren Farbe und Aussehen des tropischen Edelholzes. Grundsätzlich wird zwischen schwarzem und farbgestreiftem Ebenholz unterschieden.

Ebenholz wird aus kleinen bis mittelgroßen Bäumen gewonnen. Der nutzbare Teil der Stämme liegt, je nach Art, zwischen 3 und 18 Metern. Ihr Durchmesser beträgt 60 bis 90 Zentimeter. Bei schwarzem Ebenholz liegt die maximale Länge des verwertbaren Stammes oft nur bei vier Metern und der Durchmesser bei gerade mal 40 Zentimetern.

Schwarzes Ebenholz

Schwarze Ebenhölzer sind die wertvollsten und gleichzeitig seltensten Hölzer. Deren Splint ist zwischen sechs und acht Zentimetern breit. Dessen Farbe ist weiß bis rosagrau. Das schwarze Kernholz hat manchmal eine tief blauschwarze Tönung. Es kann zudem teilweise unregelmäßige und unscharf begrenzte bräunliche oder schwarz-graue Felder aufweisen.

Die Bäume wachsen in tropischen und subtropischen Wäldern. Die Haupterzeugerländer liegen in Afrika (Gabun, Kamerun, Madagaskar, Nigeria und Zaire), in Asien (Indien, Papua-Neuguinea und Sri Lanka) und in Amerika (Kuba und Mexiko). Handelsnamen für die edlen, schwarzen Hölzer sind unter anderen:

Hölzer aus Afrika

  • Kamerun Ebenholz:

Diese Ebenholzart ist offenporig. Es ist tiefschwarz und hat zumeist graue Adern. Auf dem Weltmarkt wird dieses Ebenholz am meisten gehandelt. Allerdings wird es wegen seiner Offenporigkeit weniger hoch geschätzt als feinporige Sorten.

  • Afrikanische Ebenholz
  • Gabun Ebenholz
  • Madagaskar Ebenholz:

Ein sehr dunkles, braunes Holz kennzeichnet diese feinporige Ebenholzart.

  • Nigeria Ebenholz
  • Bingo
  • Evila
  • Ebano, Ebony und Ebéne:

Alle drei Begriffe beziehen sich nicht auf spezielle Sorten von schwarzem Ebenholz. „Ebano“ ist die italienische, „Ebony“ die englische und „Ebéne“ die französische Bezeichnung für Ebenholz.

Hölzer aus Asien

  • Ceylon Ebenholz:

Ebenholz aus Ceylon, auch „Schwarzes Ebenholz“ genannt, ist die wertvollste Art der Ebenhölzer. Es hat die beste Qualität, ist aber äußerst selten und im Handel nur selten und wenn überhaupt, nur in geringen Mengen erhältlich. Seine Poren sind praktisch nicht wahrnehmbar.

  • Indisches Ebenholz
  • Papua Ebenholz
  • Salomonen Ebenholz
  • Makleua
  • Mun

Hölzer aus Amerika

  • Kubanisches Ebenholz
  • Mexikanisches Ebenholz
  • Ebano real
  • Zapote negro

Farbgestreiftes Ebenholz

Bei streifigen Ebenhölzern fallen Grundfärbung sowie Dichte und Breite der Streifen, je nach Art, unterschiedlich aus. Ihr grauer oder blass rosa bis bräunlicher Splint ist einige Zentimeter breit. Bei einigen Sorten kann der Splint bis zu 70 Prozent ausmachen. Deren Kernholz ist dunkel bis rötlichbraun. Dunkelbraune bis schwarze Zonen unterbrechen das Kernholz, wodurch die markanten Streifen entstehen. Im Tangentialschnitt entstehen farbige „Blumen“ oder „Wolken“.

Diospyros malabarica, Malabar Ebenholz
Diospyros malabarica, Malabar Ebenholz

Farbgestreiftes oder gestreiftes Ebenholz wächst wie schwarzes Holz in tropischen und subtropischen Wäldern. Die Haupterzeugerländer liegen in Asien (Andamanen/Indien, Sulawesi Indonesien und Philippinen). Handelsnamen für gestreifte Hölzer sind unter anderen:

  • Andamanen Marblewood:

Diese Art kommt aus Indien und wird im Englischen oft für gestreifte Ebenhölzer verwendet.

  • Makassar Ebenholz, auch Coromandel genannt:

Das oft aus Indonesien stammende Makassar wird in Deutschland am häufigsten angeboten und verwendet. Es hat im Kernholz einen mittelbraunen Grundton, der mit unterschiedlichen hellen und dunklen Streifen überdeckt ist. Die Farbe der Streifen reicht von rötlich-hellbraun bis schwarz. Da der Faserwuchs stark variieren kann, entstehen die verschiedensten Texturen, die aber alle sehr fein und leicht wellig sind. Massaker-Ebenholz besitzt einen leicht metallischen Glanz. Die Porung ist hier fein bis mittelgroß.

Diospyros celebica, Makassar-Ebenholz
Diospyros celebica, Makassar-Ebenholz
  • Philippinen Ebenholz
  • Bolong Eta:

Bei diesem Holz können die dunklen Ringe häufig stark überwiegen oder miteinander verlaufen. So entsteht der Eindruck eines markanten schwarzen Kerns.

  • Kamagong:

Das Kamagong-Ebenholz wird auch asiatisches Ebenholz oder Malaysian Ebony genannt. Das Kernholz hat eine braune bis violett-schwarze Farbe. Es sieht dem Makassar ziemlich ähnlich.

Eigenschaften

Ebenholz ist sehr schwer und äußerst hart. Es ist eines der härtesten Hölzer der Welt. Die konkreten Eigenschaften des Holzes unterscheiden sich je nach Art.

Die mittleren Werte für schwarze Ebenhölzer liegen bei:

  • Gewicht / ungetrocknetes Rundholz: ca. 1,2 kg/cm3 – 1,4 kg/cm3
  • Gewicht / darrtrocken: ca. 0,9 g/cm3 – 1,2 g/mm2
  • Druckfestigkeit: ca. 60 N/mm2 – 70 N/mm2
  • Biegefestigkeit: 1.000 kp/mm2 – 120 N/mm2

Die Messwerte für Makassar-Ebenholz sind:

  • Rohdichte: 1,0 – 1,03 g/ccm
  • Mittlere Raumdichte: ca. 1.000 kg/m3
  • Druckfestigkeit: ca. 79 N/Quadratmillimeter
  • Biegefestigkeit: 190 N/Quadratmillimeter

Holzstruktur

Die Poren der Ebenhölzer sind zerstreut bzw. fein bis mittelgroß. Schwarze Ebenhölzer erscheinen porenlos, da ihre Poren oft mit schwarzen Inhalten gefüllt sind. Dadurch erhalten sie auch ihre leicht metallische Glätte und entsprechenden Glanz. Da die Holzstrahlen sehr fein sind, wird das Holzbild durch sie nicht beeinflusst. Speicherzellen sind nur auf glatten Querschnitten stellenweise erkennbar. Sie sind dann als äußerst feine, tangentiale Linien zu sehen. Die Fasern verlaufen bei gestreiften Hölzern in einem leichten Wechseldrehwuchs. Stellenweise unregelmäßig sind diese bei schwarzen Arten.

Trocknung

Ebenholz muss äußerst langsam trocknen. Wird es vor allem in der Phase von luft- bis raumtrocken zu schnell getrocknet, können wegen der hohen Schwindungswerte, der großen Dichte sowie der sehr langsamen inneren Trocknung starke Risse auftreten. Eine besondere Neigung zum Reißen liegt bei Makassar vor. Bei schwarzem Ebenholz kommt es dagegen eher zu kleineren Oberflächenrissen. Auch ist bei diesen Sorten das Schwindverhalten geringer.

Beständigkeit

Viele Ebenholzarten sind sehr witterungs- und alterungsbeständig. Auch werden die Kernhölzer selten von Insekten oder Pilzen befallen. Als besonders alterungsbeständig gilt das Makassar Ebenholz.

Verwendung

Schwarze Ebenhölzer wurden bereits im Alten Ägypten zur Herstellung von Kunstgegenständen verwendet. Im 16. Und 17. Jahrhundert wurden aus dem schwarzen Kernholz Möbel gefertigt. Heute werden aus Ebenholz wegen seines hohen Preises nur mehr selten Möbel hergestellt. So kommt das Holz heutzutage überwiegend für Furniere zum Einsatz. Weiter wird es für Musikinstrumente, zum Beispiel für Klaviertasten, Kastagnetten, Trommelstöcke, Flöten, Fagotte oder Klarinetten verwendet. Ferner werden aus dem schwarzen Vollholz Billard-Queues, Schachfiguren oder Spazierstöcke sowie geschnitzte oder gedrechselte Gegenstände hergestellt.

Bearbeitung

Da Ebenholz viel härter als jedes einheimische Holz ist, sollte es nur mit sehr leistungsfähigen Werkzeugen behandelt werden. Außerdem sollten nur unbeschädigte Holzstücke bearbeitet werden – schon allein des Preises wegen. Sind Risse im Ebenholz vorhanden, sollte von einer Bearbeitung abgesehen werden, da sie in der Regel nicht zum gewünschten Ergebnis führt.

Nicht als Holzfehler werden die sog. Pinholes angesehen. Pinholes sind Wurmlöcher des Ambrosia-Käfers. Da der Ambrosia nur im lebenden bzw. frisch gefällten Baum lebt, ist er für getrocknetes Holz keine Gefahr, denn er hat den gefällten Baum schon längst verlassen. Trotzdem hinterlassen die Spuren des Käfers einen nicht zu unterschätzenden Nachteil: Das Bearbeiten des Holzstückes kann durch die Pinholes erschwert werden.

Spuren vom Holzwurm

Bei allen Ebenholzarten erfordert der Einschnitt einen hohen Kraftaufwand. Passungen oder Vorschraubungen müssen sehr genau vorgearbeitet werden. Zum Drechseln und Schnitzen eignen sich grundsätzlich alle Sorten gut. Farbstreifige Ebenhölzer sind auch gut zu schnitzen bzw. zu hobeln. Alle Arten von Ebenholz sind leimbar. Das tropische Holz lässt sich sehr gut auf Glanz polieren. Dafür müssen allerdings sehr leistungsfähige Werkzeuge verwendet werden, sonst wird der Glanz unschön und speckig.

Zum Ausbrechen an den Enden neigen vor allem schwarze Ebenhölzer. Bei dünnen Stäben kommt es meist zu einem glatten Bruch. Grundsätzlich besteht jedoch bei allen Ebenholzarten aufgrund ihrer Härte eine Splitterneigung.

Soll die Oberfläche eines Ebenholzes bearbeitet werden, müssen Probeanstriche vorgenommen werden. Je nach Art des Mittels kann es zu Verfärbungen oder Trocknungsverzögerungen kommen. Da Ebenholz eine sehr dichte Oberfläche besitzt, erfolgt eine geringere Aufnahme als bei anderen Hölzern. Daher sollte die Menge des einzusetzenden Mittels vorab eingestellt werden. So können „speckige“ Flächen vermieden werden.

Wird Ebenholz bearbeitet, muss für eine gute Belüftung bzw. Absaugung gesorgt werden. Aber Vorsicht: Der entstehende Staub führt zu Haut- und Augenreizungen sowie zur Reizung der Lunge. Daher sollte bei der Bearbeitung unbedingt eine Schutzmaske bzw. Schutzbrille getragen werden. Kommt der Schleifstaub in Kontakt mit Schweiß, kann auch dies schnell zu Reizungen der Haut führen. Deswegen ist auch eine entsprechende schützende Kleidung notwendig.

Preise

Viele Ebenholzsorten gehören heute zu den geschützten Hölzern. Sie werden als gefährdete Arten eingestuft. Deswegen ist Ebenholz nur in geringen Mengen und zu einem hohen Preis verfügbar. Deshalb sollte beim Kauf genau auf den Preis geachtet werden.

Für einen Kubikmeter Makassar Schnittholz muss im Holzhandel zwischen 19.000 und 26.000 Euro gerechnet werden. Die Preise für Originalschnittware für besonders seltene Ebenholzarten fangen bei 45.000 Euro pro Kubikmeter an.

In Deutschland wird der Preis für Ebenholz oft in Kilogramm pro Kubikmeter angegeben. Ob es sich bei dem angebotenen Ebenholz nun um hoch- oder minderwertiges Holz handelt, lässt sich einfach berechnen. Ein Kubikmeter gutes Makassar wiegt zwischen 900 und 1.100 Kilogramm. Nimmt man einen Kubikmeter-Preis von 20.000 Euro, muss ein Kilogramm 18 bis 22 Euro kosten. Liegt der Preis höher, kann es sich durchaus um eine bessere Qualität handeln.

Tipp: Vorsicht ist bei Schnäppchen geboten: Bei einem deutlich niedrigerem Preis kann es sich um minderwertiges Holz handeln.

B-Qualität

Da Ebenholz nur in geringen Mengen verfügbar ist, werden auch die sog. B-Qualitäten angeboten. Die Preise für diese Hölzer können bis zu 50 Prozent unter jener der A-Qualitäten liegen. B-Qualitäten sind weniger hochwertig und haben zum Teil auch optische Fehler.

Falsches Ebenholz

Falsches Ebenholz ist hierzulande leider weit verbreitet. Es entspricht zwar optisch dem echten Ebenholz, kann aber bei Härte, Dauerhaftigkeit und Dichte nicht mithalten. Für falsches Ebenholz wird gebeiztes heimisches Holz, in der Regel Birnbaum-oder Hainbuchenholz, verwendet.

Tipp: Falsches Ebenholz ist keine Erfindung unserer Zeit. Bereits in Schedels „Waaren Lexikon“ von 1814 findet sich ein Eintrag auf falsche Ebenholz. Im Internet finden Sie zahlreiche Hinweise auf heutige Betrugsfälle.



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