Bohrlöcher/Dübellöcher richtig füllen und verschließen – so geht’s

Dübellöcher füllen

Bei einem Umzug, einer Sanierung oder der Umgestaltung der eigenen vier Wände gehören Bohr- und Dübellöcher zu den klassischen Ärgernissen, die beseitigt werden müssen. Falls Sie Bohrlöcher finden, die das Wohnambiente aufgrund ihrer Offensichtlichkeit stören, lohnt es sich, diese aufzufüllen, um die Wand weiterhin nutzen zu können. Das Projekt lässt sich selbst mit wenig Erfahrung auf diesem Gebiet bewältigen.

Wenn Schrauben oder Dübel aus der Wand entfernt werden, bleiben Löcher zurück. Diese sind nicht nur unschön anzusehen, sondern schränken je nach Menge der vorhandenen Dübel- und Bohrlöcher die Nutzung der Wand deutlich ein, da hier nur schwer neue Schrauben oder Dübel eingesetzt werden können. Als einzige Lösung bleibt hier das Füllen, Verschließen und abschließende Bearbeitung der Löcher, bis diese nicht mehr sichtbar sind. Für diese Arbeit benötigen Sie nur ein wenig Zeit und die passenden Materialien, da der Vorgang an sich nicht schwer ist. So können Sie selbst mit wenig Erfahrung Bohr- und Dübellöcher effektiv verschwinden lassen.

Vorab: keine provisorische Lösung nutzen

Dübel- und Bohrlöcher gehören zu den Ausbesserungen, die wirklich jeder zu erledigen hat. Aus diesem Grund haben sich über die Jahre Methoden entwickelt, die Löcher schnell zu stopfen, die meist nur kontraproduktiv sind und am Ende mehr Arbeit und Kosten verursachen, als gewünscht. Dazu gehören vor allem die drei folgenden Materialien:

  • Kaugummi
  • Watte
  • Papier

Mit diesen werden die Löcher aufgefüllt und anschließend das Loch übermalt oder neu tapeziert, damit die Spuren so gut wie möglich verwischt sind. Jedoch sollten Sie unbedingt darauf verzichten, solche Methoden anzuwenden, da diese schwerer aus der Wand zu entfernen sind, allen voran Kaugummi. Zudem kann das zu erheblichen Nachzahlungen führen, sobald Sie ein Untermieter sind und Ihr ehemaliger Vermieter diese falsch gefüllten Dübellöcher findet.

Materialien und Werkzeug

Besonders wichtig für das Füllen und Verschließen der Löcher sind die richtigen Materialien und Werkzeuge. Mit diesen können Sie das Projekt professionell und schnell angehen, ohne auf zusätzliche Utensilien setzen zu müssen. Das benötigen Sie:

  • fertige Spachtelmasse
  • Tiefengrund (nur bei tiefen Löchern)
  • Schleifpapier
  • Beißzange, Kombizange oder Schraubenzieher
  • Spachtel
  • Staubsauger mit dünnem Aufsatz
  • Sprühflasche

Achten Sie bei der Spachtelmasse darauf, eine qualitativ hochwertige Variante zu benutzen. Ebenfalls sollte diese bei kleinen Löchern in einer Flasche abgefüllt sein, deren Öffnung in die Bohrlöcher passt, damit die Spachtelmasse einfach in die Löcher hineingespritzt werden kann. Ein klassischer Spachtel passt meist nicht in die Dübellöcher und aus diesem Grund bietet sich die fertige Spachtelmasse viel besser für Ihr Projekt an. Zudem müssen Sie die Masse nicht selbst anrühren, was Arbeitszeit und mögliche Kosten spart.

Vorbereitung

Natürlich müssen vor dem Füllen der Bohrlöcher diese erst einmal vorbereitet werden, um die Arbeit überhaupt möglich zu machen. Besonders wichtig ist dabei das Entfernen vorhandener Schrauben, Nägel und Dübel, die sich noch in der Wand befinden. Gehen Sie hierbei wie folgt vor:

1. Schritt: Schauen Sie sich die einzelnen Löcher an und schauen Sie, ob diese noch Nägel, Schrauben oder Dübel enthalten. Schrauben und Nägel sind meist von außen sichtbar, während Dübel etwas schwieriger zu erkennen sind, vor allem wenn sie die gleiche Farbe wie die Tapete haben oder durchsichtig sind. Schauen oder fühlen Sie vorsichtshalber in die Dübellöcher, um diese zu lokalisieren.

2. Schritt: Wählen Sie das entsprechende Werkzeug zum Entfernen der restlichen Baumaterialien aus. Schraubenzieher werden für Schrauben, Beißzangen für Nägel und Kombizangen für Dübel und Schrauben, die noch in Dübeln verschraubt sind, verwendet. Hierbei müssen Sie nicht besonders vorsichtig vorgehen, da das Loch am Ende eh mit Spachtelmasse gefüllt wird. Falls sich das Loch also erweitert und der Putz in gemäßigter Menge herunterfällt, stellt das kein Problem dar.

Dübellöcher füllen

3. Schritt: Dübel lassen sich einfach aus der Wand ziehen, sobald diese noch mit einer Schraube versehen sind. Dann nehmen Sie einfach die Kombizange und ziehen die Schraube mitsamt des Dübels vorsichtig aus der Wand. Zwar können Dübel auch ohne Schrauben herausgezogen werden, ist jedoch viel schwieriger. Falls ein Dübel nicht über eine Schraube verfügt, können Sie einfach eine reinschrauben. Dafür lohnen sich solche, die Sie aus anderen Löchern in der gleichen Größe entfernt haben.

4. Schritt: Anschließend nutzen Sie den Staubsauger und saugen die Löcher aus. Gehen Sie hier besonders gründlich vor, damit am Ende keine Mauerreste oder Staub in die Füllung gelangen können.

5. Schritt: Sprühen Sie nun etwas Wasser in die Löcher. Die Feuchtigkeit hilft, dass die Spachtelmasse nicht so schnell antrocknet und sich dadurch leichter verteilen lässt. Zudem haftet sie einfacher an der Oberfläche.

6. Schritt: Falls Sie viele Dübel- und Bohrlöcher füllen müssen, sollten Sie zuerst alle Baumaterialien entfernen aber noch nicht sofort jedes Loch mit Wasser vorbereiten. Die Dübellöcher trocknen mit der Zeit und somit müssten Sie noch mehr Wasser verwenden. Sprühen Sie diese also am besten vor dem Einfüllen ein.

Tipp: als Alternative zur Schraube bei der Dübelentfernung können ebenfalls Korkenzieher verwendet werden. Diese sind zwar schwerer zu benutzen, vor allem in der Wand, funktionieren aber recht gut, sobald sie den Dübel greifen.

Bohr- und Dübellöcher füllen

Nun können Sie die Dübel- und Bohrlöcher füllen und dadurch einen der letzten Schritte vor dem Auszug oder Ihres Vorhabens fertigstellen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

Bohrlöcher füllen

1. Schritt: Nachdem Sie die einzelnen Löcher vorbereitet haben, nehmen Sie die fertige Spachtelmasse zur Hand, öffnen diese und entfernen die kleine Folie, die bei den meisten Produkten verwendet wird. Sie müssen Sie Spachtelmasse nicht vor der Verwendung schütteln, da diese dickflüssig ist.

2. Schritt: Nun checken Sie noch einmal, ob die Löcher noch angefeuchtet sind und sprühen etwas Wasser nach, falls nötig. Dann setzen Sie die Tube an die Bohrlöcher an und füllen dieses bis zum Anschlag. Achten Sie darauf, dass die Dübellöcher wirklich komplett gefüllt werden. Aus diesem Grund muss Spachtelmasse überstehen, denn nur so werden alle Unebenheiten ausgefüllt.

Dübellöcher füllen

3. Schritt: Überschüssige Paste streichen Sie mit dem Spachtel glatt oder entfernen diese von der Wand. Die Wand und das Loch sollten nun eine Fläche bilden, die keine Unebenheiten aufweisen sollte, da dies beim folgendem Tapezieren oder Streichen stören würde. Lassen Sie sich hierbei nicht zu viel Zeit, da die Spachtelmasse recht schnell antrocknet. Übrig gebliebene Spachtelmasse sollten Sie einfach an einer Folie oder einem Tuch abstreichen.

4. Schritt: Nun lassen Sie die Spachtelmasse komplett austrocknen. Je nach Hersteller kann die Wartezeit variieren, doch benötigt diese im Durchschnitt 30 bis 60 Minuten. Gefüllte Dübel- und Bohrlöcher müssen länger trocknen.

5. Schritt: Zum Abschluss müssen Sie die Bohr- und Dübellöcher mit dem Schleifpapier bearbeitet. Vor dem Abschleifen muss die Spachtelmasse komplett getrocknet sein. Schleifen Sie solange, bis die Spachtelmasse glatt ist. Tauchen dabei Unebenheiten oder kleine Risse auf, werden diese mti Spachtelmasse aufgefüllt, getrocknet und mit dem Schleifpapier bearbeitet.

6. Schritt: Abschließend können Sie die Wand bearbeiten, das heißt sie neu tapezieren oder streichen, da die Löcher nun entfernt sind.

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