Dreiecktücher sind aus der Mode nicht wegzudenken. Sie können aus den verschiedensten Wollsorten gestrickt werden und eignen sich für jede Jahreszeit. Ob in XXL-Ausführung oder in schmaler Variante als Schal, mit Lochmuster oder in unterschiedlichen Farben – sie halten warm, sind dekorativ oder praktisch, gehören zu Trachtenkleidung und sind in dicker Wollqualität oder als Laceausführung beliebt.

Dreiecktücher lassen sich längs oder quer stricken. Wenn Sie an der unteren Spitze des Tuches beginnen, müssen Sie in regelmäßigen Abständen beidseitig eine Masche zunehmen, um das Tuch nach rechts und links zu verbreitern. Damit verläuft das Strickmuster von unten nach oben.

Das quergestrickte Tuch entsteht, wenn Sie mit der rechten oder linken Seite beginnen. Dann nehmen Sie nur an einer Seite zu bzw. ab, während die andere Seite (oberer Kantenverlauf des Tuches) ohne Zunahmen gerade gestrickt wird. In diesem Fall entwickelt sich das gestrickte Muster dann quer, also von links nach rechts über das Dreieckstuch hinweg. Ob Sie von unten mit dem Stricken beginnen oder von der Seite, ist vom gewünschten Musterbild abhängig. Beim Querstricken haben Sie generell weniger Maschen auf der Rundstricknadel.

Material und Vorbereitung

Für das abgebildete Dreieckstuch wurde eine Mohairwolle mit der Lauflänge von 250m/25g verwendet. Das Material besteht zu 85% aus Mohair und hat einen Polyesteranteil von 15%. Die empfohlene Nadelstärke liegt zwischen 5-7. Gerade bei Mohairwolle entscheidet der persönliche Geschmack über die Nadelstärke. Wer es durchlässig mag, kann sogar eine größere Nadelstärke als angegeben benutzen. Soll das Gestrick weniger durchscheinend sein, braucht es dünnere Nadelstärken. Grundsätzlich darf Mohairwolle nicht zu kleinmaschig verstrickt werden, da zu eng liegende Fasern stark auf Reibung beansprucht werden und schneller zum Verfilzen neigen. Ein wirklich undurchsichtiges Mohairgestrick lässt sich daher nur erreichen, wenn mehrere Mohairfäden miteinander verstrickt werden.

Strickutensilien

Das brauchen Sie:

  • 75-100 g Mohairwolle
  • lange Rundstricknadel Größe 6
  • Schere
  • Nähnadel
  • Häkelhaken Größe 3

Die Maschenprobe

Um mit dem Stricken beginnen zu können, benötigen Sie eine Maschenprobe. Die gesamte Breite für ein Dreieckstuch sollte bei etwas mehr als zwei Metern liegen. Die Länge bestimmen Sie nach eigenem Wunsch. Meist liegen diese Werte zwischen 50 -70 cm. Für sehr große Tücher braucht es dann schon um die 90 cm Länge.

Stricken Sie eine Maschenprobe von mehreren Reihen. Dabei sollte das Probestück in Breite und Höhe jeweils mehr als zehn Zentimeter erreichen, da es sich dann mit den abgelesenen Werten leichter rechnen lässt. Zählen Sie anschließend aus, wie viele Maschen sich auf zehn Zentimeter Länge und wie viele Reihen sich in zehn Zentimeter Höhe befinden. Beide Zahlen teilen Sie durch Zehn und erhalten damit den Maschen- und Reihenwert für einen Zentimeter Gestrick.

Bei diesem Dreieckstuch ergab die Maschenprobe 16 Maschen und 21 Reihen auf einer Fläche von 10 x 10 cm. Das Tuch wird quergestrickt, also von einer Seite hinüber zur anderen. Für eine Länge von ca. 90cm (gemessen von der oberen Kante bis zur Spitze) lautet die Berechnung: 90 cm Länge x 1,6 Maschen (wegen der quergestrickten Form muss diese Länge mit der Maschenanzahl pro Zentimeter multipliziert werden). Das Ergebnis lautet 144 Maschen. Bei einer gewünschten Tuchbreite von ca. 200 cm lautet die Berechnung: 200 cm x 2,1 Reihen. Ergebnis: 420 Reihen.

Das Tuch wird also insgesamt über 420 Reihen gestrickt, wobei nach 210 Reihen eine Maschenanzahl von 144 erreicht sein muss. Wenn Sie die Reihenanzahl von 210 durch die Maschenanzahl von 144 teilen, erhalten Sie ein Ergebnis von 1,45. Was bedeutet, dass Sie nach anderthalb gestrickten Reihen an einer Seite jeweils eine Masche zunehmen müssten.

Da das Zunehmen nur nach vollendeten Reihen machbar ist, wird die Zunahme also jede zweite Reihe gearbeitet. Dadurch braucht es etwas mehr Reihen bis zur Tuchspitze, womit die Gesamtbreite des Tuches etwas mehr als zwei Meter betragen wird. Wenn Sie ein Tuch mit einem ganz genauen Maß stricken wollen, können Sie durch den Wechsel auf eine andere Nadelstärke die Werte der Maschenprobe beeinflussen. Denken Sie bitte auch daran, dass gerade feine und sehr weiche Wolle nach Fertigstellung und Waschen in den Maßen noch nachgibt und etwas größer wird.

Das Dreieckstuch stricken

Es wird glatt rechts gestrickt, dazu stricken Sie in den Hinreihen rechts und in den Rückreihen links.

Schlagen Sie drei Maschen an. Sie bilden den rechten Zipfel des Tuches. In der Rückreihe die Maschen links stricken. Die Arbeit wenden. Die Randmasche abheben oder abstricken. Sie wird nach Fertigstellung des Tuches durch eine Häkelkante eingefasst und ist damit nicht mehr sichtbar. Aus der zweiten Masche wird eine zusätzliche Masche für die Zunahme herausgestrickt. Dazu in die Masche wie zum Rechtsstricken einstechen, den Faden durchholen, aber die Masche noch nicht von der linken Nadel gleiten lassen. Mit der rechten Nadel nochmals in die gleiche Masche einstechen – diesmal wie zum rechts verschränkten Abstricken einstechen, den Faden durchholen und abstricken. Nun die Masche abheben und die folgende Randmasche abstricken. Es befinden sich jetzt vier Maschen auf der Nadel.

Wenden und in der Rückreihe alle Maschen links stricken. Wenden, Randmasche stricken, eine Masche rechts, aus der folgenden Masche wie oben beschrieben wieder eine Masche herausstricken, Randmasche.

Dreieckstuch stricken - der Anfang

In dieser Weise fortfahren und in jeder zweiten Reihe eine Masche zunehmen. Aus der vorletzten Masche jeder zweiten Reihe wird eine zusätzliche Masche gearbeitet, dann folgt die Randmasche und die Reihe ist abgeschlossen.

Unterschiedliche Arten des Zunehmens:

Die Zunahmen für die Verbreiterung des Tuches lassen sich auf zwei verschiedene Weisen stricken. In der oben genannten Beschreibung wurde die Maschenzahl durch rechts verschränkte Zunahmen erhöht. Es gibt auch noch die Möglichkeit, durch das Stricken von Umschlägen zuzunehmen. Dazu stricken Sie in der rechten Reihe vor der vorletzten Masche einen Umschlag. Die nächste Masche rechts, anschließend die Randmasche. Die Arbeit wenden, die Randmasche abheben oder rechts abstricken, eine Masche links und nun den Umschlag links verschränkt abstricken. Das heißt, dass Sie mit der rechten Nadel nicht den vorderen Faden der Masche aufnehmen, sondern den hinteren und dort den Faden durchholen. Stricken Sie den Umschlag normal links ab, entsteht ein Loch wie beim Lochmuster. Um das zu verhindern, wird die Masche verschränkt (also verdreht) abgestrickt, wodurch das Loch minimiert wird. Mit dieser Stricktechnik erhalten Sie eine optisch betonte Zunahmekante.

Stricken

Tipp: Beim Querstricken von Tüchern lassen sich Länge und Breite des Gestricks leicht während des Strickens messen, da Sie nur die Länge und nicht die Breite des Tuches auf den Nadeln haben. Mit einer langen Rundstricknadel haben Sie genügend Spielraum, um das wachsende Tuch zum Messen glatt ausbreiten zu können. Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit die wachsenden Maße. Weiche Mohairwolle hält sich nicht millimetergenau an ausgerechnete Maße, daher ist regelmäßiges Überprüfen angebracht. Diese Strickvariante ist auch für Lochmuster zu empfehlen, da sich das Zählen für Zu- und Abnahmen leichter gestaltet, wenn die Maschenzahl auf der Nadel übersichtlich ist.

Spitze und Abnahmen

Wenn Sie durch die Zunahmen insgesamt 144 Maschen auf der Nadel haben, ist die Spitze (die Länge des Dreieckstuches) erreicht. Jetzt sind die Zunahmen beendet und die Abnahmen für die zweite Hälfte beginnen.

Dreieckstuch mit 144 Maschen

Sie stricken wieder eine rechte Reihe, beginnend mit der Randmasche und alle weiteren Maschen werden glatt rechts gestrickt. Wenn noch drei Maschen auf der linken Nadel übrig sind, werden die folgenden zwei Maschen einfach rechts zusammengestrickt. Die letzte Masche ist die Randmasche. Die Arbeit wenden, alle Maschen links abstricken bis zum Ende der Reihe. Wenden, Randmasche stricken, alle weiteren Maschen rechts abstricken, am Ende der Reihe wieder zwei Maschen vor der Randmasche rechts zusammenstricken und das in jeder zweiten Reihe wiederholen.

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Wenn nur noch drei Maschen auf der Nadel übrig sind, diese locker abketten und fertig ist das gestrickte Tuch.

Umhäkeln

Alle glatt rechts gestrickten Arbeiten haben die Tendenz, sich an den Rändern einzurollen. Daher müssen diese durch eine Häkelkante stabilisiert werden. Beginnen Sie dazu an einer Ecke des Tuches und arbeiten Sie mit einem Häkelhaken der Stärke 3 eine Runde fester Maschen. An der oberen Kante des Tuches stechen Sie dazu in jeder zweiten Masche ein, an den beiden schräg verlaufenden Seitenteilen stechen Sie zweimal hintereinander in jede Strickmasche ein und arbeiten eine feste Häkelmasche, dann eine Strickmasche freilassen und in die folgende Masche einstechen. In diesem Rhythmus die schräge Kante behäkeln. Würden Sie aus jeder Masche eine Häkelmasche arbeiten, entstehen zu viele Maschen und die Schräge würde sich kräuseln. Stechen Sie hingegen nur in jede zweite Masche ein, würde sich die Schräge zusammenziehen, weil der Häkelmaschenabstand zu eng wäre.

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Nach einer Runde fester Maschen mit einer Kettmasche, die die erste und letzte feste Masche miteinander verbindet, schließen. Nun eine Zierreihe an der oberen Kante arbeiten. Mit dem Krebsstich wird die Kante im Rückwärtsgang behäkelt. Sie stechen in die erste feste Masche der Vorreihe ein, holen den Faden durch und häkeln eine Luftmasche. Dann gehen Sie mit dieser aber nicht nach links, sondern stechen nach rechts in die nächste feste Masche ein. Sie holen den Faden durch, haben jetzt eine Luftmasche und den durchgezogenen Faden auf dem Häkelhaken, holen erneut den Faden und ziehen diesen durch die beiden Schlaufen hindurch. Wieder eine Luftmasche häkeln und nach rechts in die nächste feste Masche einstechen. In dieser Weise über die gesamte Reihe häkeln.

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Die schrägen Kanten werden anschließend mit den Fransen versehen. Für ein Tuch ohne Fransen häkeln Sie den Krebsstich über alle Kanten.

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Spannen

Noch hat das Tuch keine feste Form und auch die Ränder liegen noch nicht glatt. Deshalb legen Sie das Tuch jetzt in handwarmes Wasser, geben ein wenig Wollwaschmittel oder Babyshampoo hinzu, schwenken es kurz durch und spülen es aus. Lassen Sie es ein wenig abtropfen und spannen Sie es anschließend. Dazu wird das Tuch auf einem glatten Untergrund mit den entsprechenden Maßen festgesteckt und trocknet nun in diesem leicht unter Spannung stehenden Zustand. Entfernen Sie anschließend die Stecknadeln und schauen Sie sich die Kanten des Tuches an. Durch das Feststecken mit Nadeln und den leichten Zug am Gestrick kann es passieren, dass die Kanten im trockenen Zustand plötzlich an den Stellen geringfügige Bögen aufweisen, an denen die Stecknadeln steckten. Machen Sie daher die Kanten nochmals nass, ziehen Sie sie sanft glatt und lassen Sie alles trocknen. Nach dieser Behandlung sind auch die Kanten perfekt.

Für das Fransentuch werden abschließend in regelmäßigen Abständen paarweise Fäden eingeknüpft. Dazu mit dem Häkelhaken durch eine feste Häkelmasche der Kante fahren, die Fadenmitte der Franse in den Häkelnadelkopf einlegen und den Faden durch die feste Masche ziehen. Die offenen Fadenenden durch die entstandene Schlaufe bringen und vorsichtig festziehen.

Abschließend werden alle offenen Fadenenden, die durch das Ansetzen eines neuen Knäuels entstanden, in die Häkelkante hinein vernäht und die Reste sauber abgeschnitten.
Fertig ist der Traum aus Mohair.

Das selbstgestrickte Dreieckstuch kann nun in verschiedenen Varianten getragen werden. Durch die leichte Wolle ist es perfekt als Jäckchen für den Sommer. Hier sind ein paar Tragemöglichkeiten.

Dreieckstuch - Tragevarianten

 

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