Ein Dreieckstuch ist ein praktisches Accessoire, welches im Garderobenschrank einer Dame nicht fehlen sollte. Bei kühlerem Wetter ist es schnell übergeworfen und bringt angenehme Wärme. Auch abends auf der Couch kann man sich prima darin einkuscheln. Wer auf einen eigenen Stil Wert legt und gerne handarbeitet, hat in kurzer Zeit und mit wenig Mühe selber solch ein praktisches Tuch gehäkelt.

Gestern und heute

Die Geschichte des Dreieckstuches geht zurück bis ins Mittelalter. Schon damals strickten sich die einfachen Frauen wärmende Tücher aus Schafwolle als Mantelersatz. In den folgenden Jahrhunderten war das Dreieckstuch mal mehr oder mal weniger in Mode. Heute ist es immer noch Bestandteil verschiedener Trachten, ist aber auch wieder als modisches Accessoire gefragt. Besonders „in“ sind Tücher, die in Eigenarbeit entstanden sind. So ist man von Farben und Mustern der aktuellen Mode unabhängig und kann ein Tuch häkeln oder stricken, das optimal zur persönlichen Garderobe passt.

Material und Vorbereitung

Je nachdem, für welchen Zweck und zu welcher Jahreszeit Sie Ihr Dreieckstuch verwenden möchten, sollten Sie das zu verarbeitende Material entsprechend auswählen. Für den Herbst und das Frühjahr eignen sich leichte und trotzdem wärmende Garne, die mit oder ohne Muster verarbeitet werden können. Der Winter erfordert natürlich dicke, flauschige Garne, die am besten ohne großartige oder besonders feine Muster gehäkelt bzw. gestrickt werden. Geeignet sind alle Garne, die einen hohen Anteil Schurwolle enthalten. Ein Wolltuch hält in der kalten Jahreszeit besonders warm. Wer es warm und flauschig liebt, entscheidet sich für Alpakawolle. Durch ihre außergewöhnliche Haarstruktur ist sie für kalte, aber auch wärmere Tage bestens geeignet. Ausgesprochene Sommertücher werden aus zarten Garnen, wie Perlgarn, Baumwoll- sowie Seiden- und Kaschmirgarn, hergestellt. Mit diesem feinen Ausgangsmaterial lassen sich zauberhafte und filigrane Muster arbeiten.

Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, in Eigenarbeit ein Dreieckstuch zu häkeln, ist ein wenig Vorbereitung erforderlich. Zuerst benötigen Sie ein Muster mit entsprechender Anleitung. Hieraus ergeben sich meist die Größe des Tuches und die erforderliche Wollmenge. Je nachdem, wie kompliziert das Muster ist, kann es erweitert oder auch gekürzt werden, um die persönlich gewünschte Größe zu erreichen. Beim Dreieckstuch sollten Sie immer vom rechten Handgelenk, über die Schultern bis zum linken Handgelenk messen (geht natürlich auch umgekehrt). Diese Länge ist das ungefähre Maß für die zu Beginn benötigte Luftmaschenkette. Bei normaler Größe beträgt die Länge etwa 150 cm. Das Tuch wird dann von der breiten Seite her bis hin zur Spitze gehäkelt.

Für die Herstellung des im Weiteren beschriebenen Dreieckstuches wird das Dochtgarn „Clou“ der Firma Junghans benutzt. Es handelt sich um ein dickes, voluminöses, aber trotzdem leichtes Garn aus 75 % Schurwolle und 25 % Polyacryl, welches auch für die Waschmaschine geeignet ist. „Clou“ wird mit einer Häkelnadel der Stärke 6 bis 8 verarbeitet. Die zu verwendende Nadelstärke richtet sich danach, wie fest Sie häkeln. Mit der kleineren Nadel erhalten Sie ein relativ festes Häkelergebnis, die große Nadel macht die Handarbeit lockerer. Wer also eher fest arbeitet, sollte die 8 er-Nadel benutzen, um ein lockeres und flauschiges Tuch zu bekommen.

dreieckstuch-haekeln-material

Das benötigen Sie:

  • 400 g Wolle, hier die Marke „Clou“ von Junghans im Farbton silbergrau, es kann aber auch eine ähnliche Wolle verwendet werden, deren Lauflänge der verwendeten Wolle entspricht
  • 1 Häkelnadel der Stärke 6 bis 8 (Arbeiten in der Illustration sind mit der Stärke 7 gehäkelt)
  • 1 Reihenzähler (erleichtert das Zählen der Reihen im Musterverlauf)
  • 1 Schere
  • 1 Maßband
  • 1 dicke Nähnadel zum Vernähen der Fäden

Tipp: Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, ist es ratsam, eine Maschenprobe zu häkeln, damit das fertige Tuch auch den gewünschten Maßen entspricht. Je nachdem, welches Garn und welche Nadelstärke Sie für Ihre Arbeit verwenden, ändern sich eventuell die benötigte Maschenzahl, die Anzahl der Reihen und auch des Aussehen des Musters. Um ein Arbeitsteil in der von Ihnen gewünschten Größe zu erhalten, ist daher vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn die Anfertigung einer Maschenprobe sinnvoll.

Maschenprobe anfertigen

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1. Orientieren Sie sich an den Angaben auf dem Wollknäuel: z. B. 10 cm glatt rechts gestrickt = 11 – 14 Maschen.

Hinweis: Die Maschenzahl gilt auch fürs Häkeln.

2. Häkeln Sie mit dieser Maschenzahl ein Quadrat von 10 cm x 10 cm. Bei „Clou“ ergeben 6 Stäbchenreihen über 12 Luftmaschen, mit Nadelstärke 7 gehäkelt das geforderte Quadrat.

3. Stimmen die Maße nach der Fertigstellung Ihrer Probe nicht mit den Vorgaben überein, fertigen Sie ein weiteres Quadrat und verändern die Maschen- und unter Umständen auch die Reihenanzahl.

Es kommt immer darauf an, wie fest Sie arbeiten und welche Woll- und Nadelstärke Sie benutzen. Bei dünnem Garn benötigen Sie mehr Maschen pro Zentimeter als bei dickem Garn. Wenn Sie sehr fest arbeiten, kann bereits die Wahl einer größeren Nadel das Ergebnis positiv beeinflussen.

Häkelanleitung für das Dreieckstuch

Nach der zufriedenstellenden Maschenprobe können Sie mit der eigentlichen Handarbeit beginnen.

Das Dreieckstuch wird auf einer Basis von 150 Luftmaschen mit einfachen Stäbchen gehäkelt. Nach 40 Reihen sollte das Tuch etwa 60 – 70 cm lang sein. Zum Abschluss wird das Tuch mit festen Maschen umhäkelt und mit einer Fransenborte versehen.

Reihe 1: Schlagen Sie 150 Luftmaschen an und beginnen Sie mit den Stäbchen. Das erste Stäbchen wird in die vierte Luftmasche gehäkelt, die übergangenen drei Luftmaschen stehen ebenfalls für ein Stäbchen.

Möchten Sie wissen, was genau Luftmaschen sind und wie man diese häkelt? Einfach hier klicken: https://www.talu.de/luftmaschen-haekeln/

In den folgenden Reihen (bis Reihe 36) wird am Anfang und am Ende der Reihe immer eine Abnahme von jeweils zwei Maschen erfolgen. Das heißt, am Reihenanfang (ab Reihe 2) überspringen Sie zwei Maschen und fertigen das erste Stäbchen der Reihe in Masche 3. Am Reihenende werden die letzten zwei Maschen nicht mit Stäbchen versehen. Sie häkeln stattdessen ein Doppelstäbchen in die letzte Masche der Reihe und maschen dieses zusammen mit dem letzten Stäbchen ab. In den Reihen 37 bis 40 wird rechts und links jeweils nur noch eine Masche abgenommen.

Reihe 2: Nach 150 Stäbchen kommt die erste Wende. Schlagen Sie nach dem letzten Stäbchen wieder 3 Luftmaschen an und stechen Sie für das erste Stäbchen der zweiten Reihe in die dritte Masche der Reihe 1 ein. Die übergangenen zwei Maschen sind die erste Abnahme. Zwei Maschen vor dem Reihenende fertigen Sie das letzte Stäbchen. Daraufhin folgt das Doppelstäbchen in die letzte Masche der ersten Reihe.

Sie erhalten durch die Abnahmen jeweils ein „Loch“ und gleichzeitig eine leichte Schräge. Das Doppelstäbchen, sowie die Wendeluftmaschen verhindern, dass am Rand eine Treppe entsteht. Das „Loch“, welches Sie stattdessen erhalten, wird später für die Fransenbüschel genutzt.

Reihe 3: Jetzt wieder drei Luftmaschen zum Wenden anschlagen und das erste Stäbchen in die dritte Masche der Reihe 2 häkeln.

Bis zur 36-ten Reihe arbeiten Sie auf die gleiche, oben beschriebene Weise. Dabei wird jede Reihe immer um vier Maschen verkürzt. Erst ab der 37-ten Reihe wird beidseitig nur noch jeweils eine Masche am Reihenende und am Reihenanfang abgenommen.

Reihe 36 Ende: Wie in den Vorreihen wird zwei Maschen vor dem Reihenende das letzte Stäbchen gehäkelt – zum Abschluss das Doppelstäbchen, dann drei Wendeluftmaschen.

Reihe 37: Nach den Wendeluftmaschen überspringen Sie ein Stäbchen aus der Vorreihe und beginnen wieder mit der Stäbchenreihe. Die Abnahme am Reihenende erfolgt durch Zusammenhäkeln der letzten zwei Stäbchen. Das heißt, die letzten beiden Stäbchen werden nur halb gehäkelt (alle Maschen bleiben auf der Häkelnadel) und zusammen abgemascht.

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Reihe 38, 39 und 40:  … werden auf dieselbe Weise gehäkelt. An der Spitze des Tuches bleiben 2 Maschen übrig. Schneiden Sie den Faden großzügig ab, ziehen Sie ihn durch die letzte Luftmaschenschlaufe und vernähen ihn.

Fertigstellung

Umhäkeln und Fransen

Umhäkeln Sie das gesamte Tuch mit einer Reihe fester Maschen (hier wurde zur besseren Ansicht blaue Wolle benutzt). Damit werden die Kanten regelmäßig und stabiler. Nun kann mit der Vorarbeit für die Fransen begonnen werden.

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Zählen Sie zunächst die „Löcher“ an beiden Schrägseiten des Tuches, denn genau so viele Fransenbüschel werden benötigt.

Schneiden Sie pro Büschel vier 30 cm lange Fäden. Die Fäden werden jetzt zur Hälfte zusammengelegt und mit der Öse durch ein Loch am Tuchrand gesteckt. Durch die Schlaufe ziehen Sie nun alle acht Fäden, alles festzurren und das erste Fransenbüschel ist fertig. Versehen Sie alle Löcher mit den schmückenden Büscheln. Ist Ihnen die Art und Weise der Befestigung zu unsicher, können Sie jedes Fransenbüschel zusätzlich mit etwas Garn fest umwickeln, den Faden verknoten und kurz abschneiden oder die Enden einfach im Büschel hängen lassen. Prüfen Sie zum Abschluss, ob alle Fransen die gleiche Länge haben. Eventuell muss mit der Schere etwas ausgeglichen werden.

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Tipps für Schnellleser:

  1. Material 400 g Wolle, Marke „Clou“ von Junghans
  2. Häkelnadel der Stärke 6 – 8
  3. Maßband, Schere, Nähnadel und Reihenzähler
  4. Anschlag 150 Luftmaschen, Tipp: Maschenprobe vorab!
  5. 36 Reihen häkeln
  6. Abnahme ab Reihe 2, je 2 Maschen beidseitig
  7. ab Reihe 37 – 40 je 1 Masche beidseitig
  8. Restmaschen 2, Faden vernähen
  9. Umhäkeln des Tuches mit festen Maschen
  10. Fransenbüschel aus vier 30 cm langen Fäden
  11. je 4 Fäden auf die Hälfte zusammenlegen
  12. Schlaufe durch Löcher am Tuchrand ziehen
  13. Fäden durch die Schlaufe festziehen
  14. Fransen eventuell auf gleiche Länge schneiden

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