Drainage verlegen
Drainage verlegen

Die verdichteten Böden rund um das Haus lassen ein natürliches Versickern des Regenwassers oft nicht zu. Damit sich keine nassen Flächen auf dem Rasen oder der Terrasse bilden und die Gebäude nicht durch Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden, ist eine Drainage rund um das Haus und die Terrasse die ideale Lösung. So wird sie verlegt.

Um die Entwässerung einer Fläche sicherzustellen, ist die Installation von Drainagerohren eine geeignete Maßnahme. Unter einer gepflasterten Terrasse sollte jedoch ein anderes Drainagesystem eingebracht werden als im ungepflasterten Bereich rund um das Haus und den Garten. Durch die Drainagerohre wird das Wasser aufgefangen und zu einem ausgewählten Ziel umgeleitet. Das kann durchaus auch eine Zisterne für die Bewässerung des Gartens in Trockenzeiten sein. Soll ohnehin ein Entwässerungssystem verlegt werden, kann dies eine Möglichkeit sein, durch die Nutzung von Oberflächenwasser einen Teil der Wasserkosten einzusparen. Wie Sie die Drainage selbst richtig am Haus oder auf der Terrasse installieren, zeigen wir jeweils als Anleitung in drei Schritten.

Das benötigen Sie:

  • Schaufel
  • Spaten
  • eventuell Minibagger
  • Schubkarre
  • Maurerkübel
  • Kies / Splitt
  • Sand
  • Drainagerohr
  • Drainagematte
  • Dünnbettmörtel
  • eventuell Wassertank unterirdisch

Die Drainage am Haus verlegen

Bei einem Neubau sollten Sie gleich Drainagerohre rund um das Gebäude verlegen. Wenn möglich, sollten Sie diese Arbeiten vor dem Anlegen des Gartens durchführen. Natürlich ist das nicht immer der Fall. Dann müssen Sie umso genauer planen, um nicht die komplette Gartengestaltung neu durchführen zu müssen. Wenn das Problem mit dem Regenwasser aber eher gering ist, können Sie im Übrigen auf ein Drainagerohr sogar verzichten und lediglich eine dicke Kiesschicht in einem etwa 30 Zentimeter tiefen Graben, parallel zum Gebäude einbringen. Allerdings sollten Sie dafür sorgen, dass der Graben auch hinreichend entwässert wird.

Drainagerohr
Drainagerohr

Vorüberlegungen

Als Drainagerohre eignen sich die bekannten gelben Kunststoffrohre. Diese gibt es mit unterschiedlichem Durchmesser und in fast endlosen Längen. Sollen die Drainagerohre jedoch miteinander verbunden werden, können Sie bei diesen Systemen auf viele unterschiedliche Zubehörteile zurückgreifen. Diese sind bei fast jedem Baumarkt oder Baustoffhändler im Angebot. Neben den reinen PVC-Rohren, die einer kleinen gelben Ziehharmonika ähneln, gibt es auch noch Rohre mit einer Ummantelung. Diese Vollfilterrohre sollen das Wasser schon vor dem Eindringen in das Drainagerohr filtern und so eine längere Lebensdauer der Rohre sichern.

Vollfilterrohre

Feiner Sand und kleine Senkteilchen können sich ohne eine Filterung im Laufe der Zeit am Grund des Drainagerohrs ablagern. Wird das Rohr dann nicht von Zeit zu Zeit mit Hochdruck durchgespült, füllt es sich irgendwann vollständig. Im Grunde ist es bei der Art des Gewebes um ein Vollfilterrohr einfach Geschmacksache, ob Sie ein Rohr mit einer Oberfläche aus Kunststoffvlies wählen oder lieber das natürliche Kokosgewebe verbauen. Das Rohr selbst ist unter dem Gewebe meist vollkommen gleich.

Drainage kokosummantelt
Drainage kokosummantelt

Tonrohre

Bei Tonrohren gelangen kaum Fremdkörper in die Drainagestruktur. Die Tonrohre haben im Prinzip keine Löcher, sie sind lediglich grob gebrannt und unglasiert, was die Aufnahme des Wassers sicherstellt. So können sich diese Rohre auch nicht mit Sand oder Senkteilen füllen. Sie müssen also so gut wie nie durchgespült werden, zumindest wenn sie sorgfältig verbunden wurden. Allerdings sind Tonrohre erheblich teurer als die Variante aus PVC und sie sind absolut unflexibel. Für jede Kurve müssen Sie ein spezielles Bogenstück kaufen und diese Bögen sind schwer zu finden. Außerdem sickert das Wasser in die Tonrohre deutlich langsamer ein.

Anleitung – Drainage verlegen

Für unsere Anleitung verwenden wir also PVC-Rohre, da diese günstig und effektiv sind. Weiter unten finden Sie noch eine kleine Anleitung für die Verlegung von Mattensystemen, die dank der geringen Aufbauhöhe vor allem für Terrassen und Garageneinfahrten besonders geeignet sind. Sie werden direkt unter den Platten verlegt.

Schritt 1 – Kanäle vorbereiten

Etwa 60 bis 80 Zentimeter tief sollte Ihr Drainagegraben sein. Zunächst benötigen Sie mindestens einen Graben rund um das Haus herum. Zum Haus hin sollte die Drainage in etwa einen Abstand von 50 Zentimetern haben. Je nach Stärke der Regenfälle in Ihrem Gebiet können Sie im weiteren Abstand zusätzliche Runden um das Haus ziehen oder besonders tiefe und von Feuchtigkeit betroffene Stellen speziell entwässern. Die Gräben für die Drainagerohre sollten ein Gefälle von etwa fünf Prozent haben. In keinem Fall darf das Gefälle jedoch weniger als drei Prozent betragen.

Tipp: Sie selbst kennen bei einem bereits eingewachsenen Grundstück die Problemzonen am besten. Daher sollten Sie sich eine grobe Skizze des Grundstücks anfertigen, auf der Sie die Gräben und die Gefällerichtung beim Planen einzeichnen. So können Sie auch die Ablaufrichtung und die Entwässerung besser vorbereiten.

Drainage verlegen
Drainage verlegen

Die Ecken und Kurven der Gräben für die Drainagerohre sollten nicht zu eng ausgehoben werden. Nehmen Sie ein Rohr zur Hand und sehen Sie sich selbst an, wie weit der Radius sein sollte. Es darf keinesfalls ein Knick in dem Rohr entstehen. Die meisten Hersteller geben aber eine Verleganleitung mit allen wichtigen Tipps und Hinweisen für die Verlegung der Drainagerohre beim Kauf dazu. Wenn kein Graben in der Nähe ist, müssen Sie irgendwo eine Grube schaffen, an der das Wasser ablaufen kann. Eine Zisterne ist dafür natürlich ideal, aber nicht zwingend erforderlich.

Tipp: Wenn Sie auf dem Lande leben und eine eigene Kleinkläranlage am Hause haben, dürfen Sie dieses Oberflächenwasser nicht einfach in die Kläranlage einleiten. Dort, wo das vollständig geklärte Wasser aus der Kleinkläranlage hingeleitet wird, können Sie aber auch Ihr Oberflächenwasser ablaufen lassen.

Schritt 2 – Drainagerohre einbetten

Die Drainagerohre werden locker in dem vorbereiteten Graben ausgelegt und mit einer gut 15 bis 20 Zentimeter hohen Schicht aus grobem Kies oder Splitt bedeckt. Ideal ist eine Kombination aus Splitt und Kies, da die beiden Materialien sich nicht miteinander verdichten. Der Graben wird anschließend mit einer groben Körnung Kies aufgefüllt. Sie sollten weder die Kies- noch die Splittschicht verdichten, damit das Wasser leicht ablaufen kann. Vermutlich müssen Sie ohnehin nach einigen Monaten ein wenig Kies nachfüllen.

Drainage in Kies einbetten
Drainage in Kies einbetten

Schritt 3 – Abfluss herstellen

Sie können bis zum Abfluss Ihres Drainagesystems ruhig die Drainagerohre aus PVC weiter verwenden. Es müssen nicht zwingend normale Abwasserrohre installiert werden. Wenn das Wasser dabei helfen soll, eine Zisterne zu füllen, sollten Sie unbedingt eine zusätzliche Filterung vor dem Einlaufen in den Wasserbehälter einbauen. Anderenfalls haben Sie diesen irgendwann mit feinstem Sand gefüllt.

Tipp: Ideal ist es im Grunde, wenn Sie einen Teich im Garten haben. Der Teich verliert durch die Verdunstung immer etwas Wasser. Dieses können Sie gut durch das aufgefangene Wasser der Drainage ersetzen. Auch hier sollten Sie aber für einen Filter sorgen, da Sie Ihren Teich schließlich nicht versanden wollen.

Drainage in Gartenteich leiten
Drainage in Gartenteich leiten

Anleitung – Dünnschichtdrainage (Drainagematten)

Eine Drainagematte ist so konstruiert, dass sie eine hohe Druckfestigkeit besitzt, obwohl sie lediglich etwa einen Zentimeter dick ist. Einige dieser Matten bieten eine Druckfestigkeit von bis zu drei Tonnen pro Quadratmeter. Da richtet selbst ein im Sommer auf der Terrasse aufgestelltes Schwimmbad noch keinen Schaden am Drainagesystem an. Vielfach werden diese Systemmatten auch auf älteren Balkonen verlegt, da die geringe Aufbauhöhe es möglich macht, dort nachträglich Keramikfliesen zu verlegen.

Schritt 1 – Untergrund vorbereiten

Ein Untergrund muss für die Terrassenplatten ohnehin hergestellt werden. Der für die kapillarpassive Dünnschichtdrainage benötigte Untergrund sieht nicht wirklich anders aus. Daher ist es auch möglich, einfach die Terrassenplatten wieder hochzunehmen, wenn ein Feuchteproblem festgestellt wird, und die Dünnschichtdrainage nachträglich zu verlegen.

Tipp: Wird der Unterbau neu angelegt, sollte er keinen allzu spitzen groben Splitt enthalten. Grober Kies ist meistens besser geeignet, da die dünnen Matten so nicht von unten mit dem spitzen Splitt durchbohrt werden können. Achten Sie unbedingt auf die Einbauanleitung des Herstellers.

Kies
Kies

Schritt 2 – Matten verlegen

Diese Dünnschichtdrainage kann bereits ab einem Gefälle von nur einem Prozent verlegt werden. Zu empfehlen ist das jedoch nicht unbedingt. Je nachdem, wie groß die Regenmengen sind, mit denen Sie rechnen müssen, sollte das Gefälle zwischen zwei und drei Prozent betragen. Die Matten werden einfach nach der Anleitung des jeweiligen Herstellers ausgelegt und miteinander verbunden. Die meisten dieser Systemmatten können mit einem Teppichmesser oder einem Cutter recht einfach zugeschnitten werden.

Die Dünnschichtdrainage wird ohne jegliche Befestigung auf den Untergrund aufgelegt. So trennt die Matte den Fliesen- oder Natursteinbelag von dem Untergrund und entwässert ihn sehr effektiv. Gleichzeitig werden Frostschäden an den Steinplatten verhindert, da die Fliesen oder Platten von unten her belüftet werden. Auf der Drainagematte wird häufig noch ein Spezialvlies verlegt, das mit einem Gittergewebe armiert ist. Bei einigen Systemen sind diese Bestandteile bereits miteinander in der einzelnen Matte verbunden.

Schritt 3 – Dünnbettmörtel verlegen

Eines der beliebtesten Systeme dieser Art verspricht eine Aufbauhöhe von nur zwei Zentimetern inklusive Belag. Ob Sie nun Natursteine, wie Polygonalplatten, Granit oder Keramikplatten verlegen wollen, der Kleber kann direkt auf das Vlies aufgetragen werden. Sie sollten dafür einen Dünnbettmörtel verwenden. Dieser kann das Wasser direkt in die Drainagematte leiten und so die Terrasse trockenhalten.

Fugen Gehweg

Tipp: Die Fugenbreite Ihres Terrassenbelags ist bei der Entwässerung entscheidend. Während die meisten Bauherren eine möglichst geringe Fugenstärke bevorzugen, sollten Sie bei der Verlegung einer Drainagematte eher breitere Fugen anlegen und diese eventuell mit feinem Splitt füllen. So kann das Wasser noch erheblich besser durch die Drainagematte abgeleitet werden.

Tipps für Schnellleser

  • Planung Drainagesystem
  • Drainagekanäle ausheben
  • eventuell Zisterne setzen
  • Kanäle mit Kies ausbetten
  • Gefälle überprüfen und einarbeiten
  • Drainagerohr verlegen
  • Graben mit Kies und Splitt verfüllen
  • Rohre anschließen an Entwässerung
  • Prüfen ob Wasser läuft
  • Gräben locker verschließen
  • Terrassenplatten abtragen
  • Wasserableitung herstellen
  • Kiesbett auftragen
  • Drainagematten nach Anleitung verlegen
  • Terrassenplatten neu auf Drainage legen

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