Standard DIN-Türmaße – Türbreite/Türhöhe für Innentüren

Standard-Türmaße

Eine Tür im Innenraum verbindet die einzelnen Räume miteinander. Mit einer geschickten Planung können die Kosten für die Türen massiv gesenkt werden. Die Voraussetzung dafür ist, nur normierte Türmaße zu verwenden. Hier folgt ein Überblick über die üblichen Maße an Türen und was dies für die Planung bedeutet.

Böse Überraschungen vermeiden

Die Krankenpfleger staunten Mitte der 1980er Jahre nicht schlecht, als sie ihr brandneues Klinikum in Aachen beziehen wollten: Teilweise waren die Türen zu schmal für die Betten. Eine Fehlplanung wie diese ist schnell passiert. In einem Haus kann dies einen sehr teuren Mehraufwand bedeuteten. Wenn aber die Öffnungen nicht nur groß genug für das Mobiliar sind, sondern auch den Normmaßen entsprechen, kann der Bauherr viel Geld sparen. Statt teurer Einzelanfertigungen können fabrikmäßig hergestellte Türen verwendet werden. Diese Produkte werden in Großserie hergestellt und sind stets wesentlich billiger, als handgefertigte Lösungen. Die Industrie stellt Türen in einer ausreichend großen Vielfalt her, so dass sich für alle Situationen am Rohbau die passende Tür finden lässt.

Grundelemente von Türen

Um eine Tür richtig zu erfassen, betrachtet man sie von der Außenseite. Wenn die Tür beim Öffnen entgegen schwingt, steht man richtig. Ist die Tür rechts angeschlagen, nennt man sie DIN-Rechts. Hat sie die Scharniere auf der linken Seite, ist es eine DIN-Links Tür. Türen werden zudem in einflügelige und zweiflügelige Türen unterschieden. Einflügelige Türen sind vor allem als normale Zimmertür der Standard. Zweiflügelige Türen sind Durchgänge, die bei Bedarf vergrößert werden können. Im normalen Einfamilienhaus findet sich dieses Bauelement gelegentlich in Wohnzimmern. Damit lassen sich sperrige Gegenstände wie Sofaeecken, Klaviere oder Schrankwände leichter transportieren und rangieren.

Das durchschnittliche Wachstum der Deutschen hat sich in den letzten dreißig Jahren vergrößert, deshalb wurde eine neue Türnorm entwickelt. Türen werden nur in zwei Höhen angeboten: 2020 Millimeter und 2145 Millimeter. Die kürzeren Türen sind im Neubau nur noch selten im Einsatz. Sie dienen vor allem als Ersatz für Türen aus älteren Bauten nach 1950.

Bestandteile einer Tür

Futter: die Innenauskleidung am Mauerwerk
Falzbekleidung: die fest mit dem Futter verbundene Verkleidung, immer auf der Türseite
Zierbekleidung: die lösbare Verkleidung mit dem Futter, immer auf der türlosen Seite
Türband: die Scharniere der Tür
Türblatt: der Türflügel
Schließblech: die Einrasteinheit an der Falzbekleidung bzw. dem Türfutter
Drückergarnitur: der Schloß- und Klinken Träger
Schwelle: ein am Boden befestigtes Brett in der Türöffnung

Elemente einer Tür

Die Kombination aus Falzbekleidung, Zierbekleidung und Innenfutter wird auch „Türzarge“ genannt.

Türblätter werden in „gefälzt“ und „ungefälzt“ unterschieden. Gefälzte Türen haben eine umlaufende Kante, mit der sie auf der Türzarge aufliegen. Ungefälzte Türen schließen bündig mit der Zarge ab. Bei normalen, verschließbaren Türen werden in der Regel gefälzte Ausführungen gewählt. Schwingtüren sind grundsätzlich ungefälzt bzw. stumpf.

Rohbaumaße für Türöffnungen

Die Rohbaumaße richten sich nach der Breite und der Höhe der gewählten Tür. Pauschal kann man folgende Werte zu Grunde legen: Breite des Türelements plus 8 cm, Höhe des Türelements plus 4 cm. So ist umlaufend 4 cm Luft, was für eine Zarge vollkommen ausreichend ist.

Rohbaumaße für Türen

Aus der im vorigen Kapitel beschriebenen Standardhöhe für Türen ergeben sich folgende Werte für die Maueröffnung:

Maueröffnungshöhe nach DIN 18100

  • klein/alt: 2010 Millimeter, mindestens 2000 Millimeter, höchstens 2020 Millimeter
  • groß/neu: 2135 Millimeter, mindestens 2125 Millimeter, höchstens 2145 Millimeter

Maueröffnungsbreite nach DIN 18100

Normalbreiten bei einblättrigen Türen

  • 1260 Millimeter, mindestens 1250 Millimeter, höchstens 1290 Millimeter
  • 1510 Millimeter, mindestens 1500 Millimeter, höchstens 1540 Millimeter
  • 1760 Millimeter, mindestens 1750 Millimeter, höchstens 1790 Millimeter
  • 2010 Millimeter, mindestens 2000 Millimeter, höchstens 2040 Millimeter

Größen – einflügelige Türblätter

Wandöffnungsmaß (Breite × Höhe) in mmBreite ungefälzt in mmHöhe ungefälzt in mmBreite gefälzt in mmHöhe gefälzt in mm
635 x 200558419726101985
760 x 200570919727351985
885 x 200583419728601985
1010 x 200595919729851985
760 x 213070920977352110
885 x 213083420978602110
1010 x 213095920979852110
1135 x 21301084209711102110

Größen – zweiflügelige Türblätter

Wandöffnungsmaß (Breite × Höhe) in mmBreite ungefälzt in mmHöhe ungefälzt in mmBreite gefälzt in mmHöhe gefälzt in mm
1260 x 20051209197212351985
1510 x 20051459197214851985
1760 x 20051709197217351985
2010 x 20051959197219851985
1260 x 21301209209712352110
1510 x 21301459209714852110
1760 x 21301709209717352110
2010 x 21301959209719852110


Tipp: Schablone herstellen

Mit Hilfe von vier zurecht gesägten Brettern lässt sich leicht eine präzise Schablone herstellen. Die Schablone aber immer mit einer Diagonalstrebe stabilisieren, sie kippt sonst leicht zum Parallelogramm. Diese ist ein zuverlässiges und effizientes Werkzeug, mit der die gesamte Türöffnung auf die passende Höhe und Breite kontrolliert werden kann. Kleine Anpassungen an der Türöffnung sollten noch vor dem Ausbau des Rohbaus durchgeführt werden, da dies immer mit einer sehr hohen Schmutzentwicklung verbunden ist.

Statische Konstruktion einer Türöffnung

Eine Öffnung für einen Durchgang ist nicht einfach ein Loch in der Wand. Die Öffnung muss fachgerecht ausgeführt sein, sonst besteht die Gefahr eines Einsturzes.
Eine Türöffnung besteht aus Mauerwerk, welches unterbrochen ist und an seiner Oberkante einen durchgehenden Balken besitzt. Dieser durchgehende Balken wird „Sturz“ genannt. Er besteht aus einem genormten Betonblock, der durch zwei oder mehr Langeisen verstärkt ist. Das Wichtigste bei der Konstruktion der Türöffnung ist, dass dieser Sturz genügend Auflager erhält und zudem richtig herum liegt. Das Langeisen im Sturz dient dazu, Zugkräfte aufzunehmen. Diese sind an der Unterseite des Sturzes am Größten, da er dort zum Durchhängen neigt. Wird der Sturz falsch herum, also mit den Langeisen nach Oben, eingemauert, besteht die Gefahr, dass er früher oder später durchbricht.

Nacharbeiten einer Türöffnung

Wenn sie die Türöffnung als zu schmal für die Zarge erweist, kann noch im geringen Umfang nachgearbeitet werden. Das maximale Maß, um das eine Türöffnung erweitert werden kann, richtet sich nach der Länge des eingebauten Sturzes. Der Sturz muss immer eine mindeste Auflagefläche von 115 Millimeter auf beiden Seiten besitzen. Falls aus Unachtsamkeit, mangelnden Geschick oder durch einen Messfehler die Türöffnung geringfügig zu schmal ist, kann sie vorsichtig noch einmal erweitert werden. Dazu nimmt man aber nur Werkzeuge, die keine Schläge auf die Wand ausüben. Besonders bei schmalen Wänden unter 17,5 cm Breite besteht so schnell die Gefahr eines Einsturzes.

Werkzeug zur Erweiterung einer zu engen Türöffnung:

Ausrichten mit der Wasserwaage
Ausrichten mit der Wasserwaage
  • kleiner Trennschleifer mit Schneidblatt für Mauerwerk (100 Euro im Kauf, 15 Euro in der Miete)
  • großer Trennschleifer mit Schneidblatt für Mauerwerk(150 Euro im Kauf, 15 Euro in der Miete)
  • ca. 3 Schneidblätter (ca. 12 Euro im 10er-Pack)
  • 1 Diamant-Schneidblatt für großen Trennschleifer (ca. 12 Euro)
  • Wasserwaage (ca. 10 Euro)
  • Bleistift (ca. 1 Euro)

Mit der Wasserwaage und dem Bleistift wird die gewünschte Erweiterung der Türöffnung an das Mauerwerk beidseitig angezeichnet. Anschließend wird mit dem kleinen Trennschleifer die Öffnung vorgeritzt. Die eingeschnittene Nut ist nun die Führung für den großen Trennschleifer. Bei 11,5 cm starken Wänden sollte die Tiefe des doppelseitigen Schnitts ausreichen. Falls nicht, kann mit Hilfe von Hammer und Meißel der Mittelsteg noch vorsichtig abgeklopft werden. Dabei wird aber immer von oben nach unten geklopft. Seitliche Schläge können die Stabilität des Mauerwerks wieder gefährden.

Falls diese Korrektur bereits im ausgebauten Zustand der Wohnung durchgeführt werden muss, sollte viel Aufwand darauf verwendet werden, die Stelle ausreichend abzudichten. Ein Verhau aus Dachlatten und Baufolie kann hierzu schon ausreichen. Beim Schneiden durch Beton oder Mauerwerk entsteht extrem viel Staub, der sich überall in der Wohnung festsetzen kann. Je besser eine Reparaturstelle gegen die Ausbreitung von Staub abgesichert ist, desto geringer ist die Gefahr von Folgeschäden.

Tipps für Schnellleser:

  • genaues Planen vermeidet Baufehler
  • extra lange Türstürze ermöglichen eine spätere Verbreiterun
  • alle Türen mit Schablonen kontrollieren
  • Verbreiterungen möglichst frühzeitig durchführen, sonst einhausen


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