Bubikopf, Bubiköpfchen richtig pflegen

Bubikopf pflegen

Gutes altes Bubiköpfchen – Der grüne Puschel kann vielmehr, als den meisten Pflanzenliebhabern bewusst ist: Aus Ampeln herunterwachsen, kahle Erde im Kübel dekorativ begrünen, am Mini-Rankgerüst zur kleinen Grünfigur wachsen, und sogar Gartenböden mit einem grünen Teppich bedecken, in milden Gegenden dauerhaft. Nachfolgend werden die Grundlagen der Pflege und Vermehrung der erfreulich anspruchslosen Bubikopf-Pflanze zusammengefasst: Bubikopf-Blätter.

Wenn auch die Frisur des Bubiköpfchens eher an „Tante Käte“ erinnert als an einen schönen gradlinigen kinnlangen Bubikopf, ist der Bubikopf bestimmt eine Pflanze, in die man sich verlieben kann. Nicht umsonst wird der Bubikopf auch „Heimglück“ (in den Niederlanden sogar „Schlafzimmerglück“ …) genannt, eine so wuchsfreudige, robuste, pflegeleichte Pflanze muss man schon suchen. Der Bubikopf verschönt aber nicht nur das Heim, sondern auch gerne den Garten, in milden Regionen Deutschlands ist er bereits ausgewildert. Nachfolgend erfahren Sie die Grundregeln zur Pflege und zur Vermehrung dieser anspruchslosen Pflanze:

Kurzer Steckbrief: Bubikopf

  • der Bubikopf gehört zur Ordnung der Rosenartigen und in dieser zur Familie der Brennnesselgewächse
  • er bildet die Gattung Soleirolia mit der einzigen Art Bubikopf
  • der Bubikopf hieß botanisch erst Helxine soleirolii und wurde in Soleirolia soleirolii umbenannt
  • die aus Sardinien und Korsika stammende Pflanze ist eine bekannte Zimmerpflanze
  • was bei uns noch eher unbekannt ist: Bubikopf kann auch in den Garten gepflanzt werden
  • der Bubikopf ist fast unerreicht pflegeleicht, ein wenig Licht, Luft und Wasser, und er wird wachsen

Bubikopf – Pflege

Standort und Licht

Aus seiner Heimat ist der Bubikopf heiße Sommer und milde Winter und recht viel Sonne gewöhnt. Von der er nicht unbedingt direkt bestrahlt werden möchte, er wächst dort meist im Schatten, unter Bäumen, in Felsenspalten, Mauerfugen oder Trittplatten.

Aber er ist ja ein Brennnesselgewächs, und die sind alle alles andere als zimperlich. Der Bubikopf hat deshalb keine besonders ausgefallen Ansprüche an die Lichtverhältnisse, jeder helle, nicht in voller Sonne liegende Standort ist auf jeden Fall recht. Im Halbschatten hält der Bubikopf es meist auch ganz gut aus, in der direkten Sonne weniger, auf jeden Fall bräuchte er an einem solchen Standort mittags ein wenig Beschattung.

Das dichte Laub des Bubikopfs ist immergrün (wenn er nicht einzieht, dazu siehe unten), in seiner üblichen Haltung als Zimmerpflanze ist er also das ganze Jahr dekorativ. An Temperaturen hält er zwischen 15 und 24 °C so ziemlich alles aus, kann also auch im kühlen Wintergarten stehen.

Der Bubikopf eignet sich als kleines, kriechendes, krautiges und immergrünes Gewächs mit geringen Standortansprüchen sehr gut, um an allen möglichen Stellen in der Wohnung grüne Akzente zu setzen. Auch in großen Kübeln, wo er die kahle Topferde feuchtigkeitswahrend abdeckt und attraktiv begrünt, oder als grüner Teppich in flachen Schalen und Balkonkästen.

Bubikopf im Garten

„Eigentlich“ ist das Bubiköpfchen als Pflanze von südlichen Mittelmeerinseln nicht unbedingt winterhart, auf Korsika gibt es fast nie Temperaturen um Null Grad, auf Sardinien und den Mittelmeerinseln in der Nähe ist das Klima noch etwas freundlicher.

Bubikopf im Garten

Das scheint er aber nicht zu wissen … Sonst würde er sich nicht im südlichen Westen Deutschlands in die Natur aufmachen und verwildern (sehr dekorativ an Mauern, in Vorgartenrasen und in allen möglichen Ritzen und Spalten von Pflastern). In der Literatur wird er bis Winterhärtezone 8 angegeben (minus 12 °C), wenn es ihm zu kalt wird, soll er einziehen und im Frühjahr sattgrün wieder austreiben.

Es spricht also nichts dagegen, dass auch klimatisch nicht so begünstigte Nordlichter den Versuch starten, einen Bubikopf dauerhaft im Garten anzusiedeln – wo er im Sommer natürlich immer seinen Platz finden kann, im Steingarten, aber auch als Rasenersatz für wenig begangene Flächen, der den Rasenmäher überflüssig macht.
Boden

Bubikopf im Topf

Die Bubiköpfe wachsen in ihrer Heimat meist auf recht kalkhaltiger Erde. Sie sind aber auch in dieser Beziehung nicht sehr wählerisch und gedeihen in jedem Boden mit einem einigermaßen neutralen pH-Wert von leicht sauer bis leicht basisch, ob Lehm, Sand, Kalk oder Ton.

Nährstoffe werden nicht verschmäht, in seiner Mittelmeerheimat wächst er gerne auf gutem Waldboden und bei uns gerne in einem gut Feuchtigkeit speichernden, mit reifem Kompost angereicherten Substrat. Viele Nährstoffe braucht er aber nicht, Bubikopf wächst auch gerne in ganz normaler Blumenerde, in eher magerer Steingartenerde, am Fuß einer Mauer, etc.

Gießen

Der Bubikopf sollte ganzjährig recht gleichmäßig feucht gehalten werden und niemals austrocknen; wenn er im Winter kühler steht, muss natürlich etwas weniger gegossen werden. Am besten wird er von unten gegossen, Sie füllen also den Untersetzer des Übertopfs mit Wasser, warten ein wenig und schütten dann das überschüssige Wasser weg. Zusätzlich können Sie dem Bubikopf von oben feinverteilte Feuchte zukommen lassen, indem Sie ihn regelmäßig besprühen.

Staunässe soll er nicht vertragen, obwohl auch von Bubiköpfen berichtet wird, die in sumpfigem Umfeld halb unter Wasser wachsen – wahrscheinlich ist das einfach etwas anderes, mit mehr Sauerstoffzufuhr als bei stehendem Wasser in einem Topf, das eigentlich keine Pflanze verträgt.

Düngen

Vor allem der Bubikopf in magerer Steingartenerde oder gekaufter Blumenerde muss gedüngt werden:

  • je nach Erde und Gedeihen in der Wachstumssaison alle 14 Tage oder einmal im Monat
  • wenn er im Zimmer durchkultiviert wird, bekommt er zwischen Herbst und Frühjahr auch etwas Dünger
  • dieser sollte in sehr mäßiger Konzentration gegeben werden, Überdüngung mag der Bubikopf gar nicht
  • monatlich düngen sollte hier auf jeden Fall reichen
  • bei so zart- und kleinblättrigen Pflanzen wie dem Bubikopf sollte Gießwasser mit Dünger nie auf die Blätter gegossen werden
  • vor allem im Sommer verursacht das ganz schnell Verbrennungen

In einer englischen Quelle ist zu lesen, dass die dort u. a. als „Baby’s Tears“ (Baby-Tränen) bekannte Pflanze sehr erfreut werden kann, wenn man ihr einmal pro Saison sechs Wochen lang etwas Meersalz ins Gießwasser mischt. Entsprechende Erfahrungen von deutschen Haltern sind nicht verfügbar, aber eigentlich macht das Sinn bei einer Pflanze, die sich auf Inseln mitten im Mittelmeer entwickelt hat.

Ihr Bubiköpfchen zeigt Ihnen mit verschiedenen Fehlbildungen, das ihm etwas nicht gefällt. Wenn er lange ultradünne Triebe hoch „in die Gegend“ schießt, sollen die Licht suchen, er steht also zu dunkel. Wenn Ihr Bubikopf in der Mitte kahl wird, haben Sie entweder seine Frisur zerstört, indem Sie ihm einen kräftigen Wasserstrahl aus der Gießkanne auf den Kopf „geworfen“ haben; oder er ist einfach zu alt geworden, ohne dass Sie ihn durch Teilung (siehe gleich bei „Vermehrung“) verjüngt haben. Wenn der Bubikopf sich hängen lässt, hat er Durst.

Blüte und Frucht

Auch wenn es kaum bekannt ist, der Bubikopf blüht, sogar mit weiblichen und männlichen Blüten, und er entwickelt Früchte. Die Blüten sind bloß nicht sehr zahlreich, weil jeder Blütenstiel nur ein Blütenpärchen entwickelt, und sie sind nicht größer als ein Stecknadelkopf, also eher ein Fall für die Betrachtung durch ein Mikroskop.

Als Frucht wird eine Achäne gebildet, eine Sonderform der Nussfrucht, die glänzt und hellbraun ist, aber mit einer Länge von unter einem Zentimeter und einem Durchmesser von einem halben Zentimeter auch nicht so wirklich auffällt im dichten Blattgewirr.

Schneiden

Als schnellwachsendes krautiges Gewächs kann der Bubikopf problemlos beschnitten werden. Er muss aber im Grunde nicht beschnitten werden, eine Pflanze mit Maximalhöhe von rund 40 cm wird wohl nur selten jemandem über den Kopf wachsen.

Nur wenn Sie den Ehrgeiz hegen, den Bubikopf zu einer möglichst großen Kugel heranzuziehen, ohne ihn jemals zu teilen, sollten Sie ihn sicher zur Verjüngung einmal pro Saison (-beginn) rundum etwas kürzen.

Bubiköpfchen pflegen

Der Bubikopf eignet sich als schnell wachsende Pflanze hervorragend für alle möglichen Experimente: Sein Bubiköpfchen ist so schnittverträglich, dass Sie ihn zu netten kleinen Formgehölzen heranziehen können, und er macht sich auch als (eher niedliche als imposante) Rankpflanze gut, mit der Sie lustige Pflanzen-Skulpturen formen können.

Vermehren

Eingetopfter Bubikopf

Bubiköpfchen lassen sich gut und einfach durch Teilung vermehren:

  • nehmen Sie einen größeren Bubikopf aus Topf oder Erde
  • schütteln Sie den Wurzelballen gut aus, damit Sie freie Sicht haben
  • zerlegen Sie ihn vorsichtig mit beiden Händen und durch leichtes Ziehen in mehrere Teilstücke
  • jedes Teilstück sollte gleichmäßig viel vom Wurzelstock und von den Feinwurzeln enthalten
  • diese Teilstücke setzen Sie nun an die Stellen bzw. in die Töpfe, wo sie weiter wachsen sollen
  • die Teilstücke der Pflanze können sofort wie ausgewachsene Exemplare weiterkultiviert werden
  • sie müssen sorgfältig und gleichmäßig feucht gehalten werden, bis sie angewachsen sind
  • die Teilung ist alle paar Jahre empfehlenswert, um den Bubikopf zu verjüngen

Ein anderer Weg zur Vermehrung ist das Schneiden und Einpflanzen von Stecklingen. Die Stengel zeigen in regelmäßigen Abständen Knoten (Nodien), hier werden sich neue Wurzeln bilden. Dazu brauchen Sie kein Gewese machen, die Stecklinge können direkt in Erde gegeben werden, nur feuchthalten müssen Sie sie.

Die Soleirolia soleirolii hat in der Kosmetik einen guten Ruf: Die Inhaltsstoffe sollen antioxidant (hemmt Sauerstoffreaktionen, verhindert Ranzigwerden von Inhaltsstoffen) und astringierend (Hautoberfläche verdichtend) wirken, sie sollen die Haut geschmeidig machen und glätten, pflegen und schützen. Der Bubikopf ist mit diesen Wirkungen in der INCI (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) als Soleirolia soleirolii-Extrakt aufgeführt, außerdem gibt es Quellen, in denen er bei innerer Anwendung harntreibend und remineralisierend auf Reizhaut wirken soll. Letzteres sollten Sie sicher ohne Beratung mit einem kräuterkundigen Arzt nicht ausprobieren, ob Sie Ihren Bubikopf „scheren“ möchten und gequetscht als Kühlung und Heilmittel für eine kleine Hautentzündung erproben möchten, überlassen wir ganz Ihnen.

Arten und Sorten

Verschiedene Arten Bubiköpfe gibt es nicht, nur die eine Soleirolia soleirolii, als einzige Art in der Gattung.

Zuchtformen des Bubikopfs gibt es einige:

  • Soleirolia soleirolii ‚Argentea‘: Ein Bubikopf mit Blättern, die wie von einem leichten silbernen Hauch überzogen aussehen
  • S. soleirolii ‚Aurea‘: Die Blätter dieses Bubikopfs haben ein wenig Gold mit im Grün
  • S. soleirolii ‚Aladatase‘: Ein sehr frisch wirkender Bubikopf mit fast leuchtend hellgrünen Blättern

Häufig gestellte Fragen

Mein Bubikopf kam als Ostergeschenk in einer lustigen Henne und ist ziemlich schnell ziemlich braun geworden – ist er noch zu retten?

Hmm … die Pflanzen für diese Saison-Massenware werden nicht unbedingt beim fachkundigen Biogärtner aufgezogen, vielleicht hatte Ihr Bubikopf schon zur Zeit des Kaufs nahezu „alles gegeben“ und ist friedlich gestorben. Aber Bubiköpfe sind echt zäh, auch eine Aufzucht im halbdunklen Gewächshaus unter chemischem Dauernebel, anschließender langer Transport im Container und wochenlanger Aufenthalt im Lagerraum des Discounters, ohne Licht, Luft und Wasser, muss sie nicht zwangsläufig umbringen (obwohl die Chancen wie bei vielen Discounter-Pflanzen gut sind). Wenn Sie der Trauerkopf nicht stört, schneiden Sie einfach alles Braune weg, gießen gelegentlich und warten ab – vielleicht treibt eine so unerschütterlich lebenswillige Pflanze wie der Bubikopf irgendwann wieder aus…

Ich habe einen Bubikopf gekauft, der – ganz entgegen der obigen Beschreibung – ziemlich große lilablaue Blüten hat?

Das wird wahrscheinlich der Blaue Bubikopf sein, der Blüten bis zu 7 mm Umfang entwickelt. Er wird botanisch als Isotoma fluviatilis oder unter den Synonymen Pratia pedunculata, Laurentia fluviatilis oder als „Gaudich“ verkauft und ist mit dem „echten“ Bubikopf nicht verwandt, sondern ein Glockenblumen-Gewächs. Der teppichbildende Bodendecker soll bis Zone 7 winterhart sein (je nachdem, ob 7a oder 7b gemeint ist, bis knapp −15 °C oder knapp -18 °C) und wird weiß und blau blühend gezüchtet. Der häufig zu findende Name „Gaudich“ ist übrigens echt witzig, das ist nichts weiter als das Kürzel für den Botaniker Charles Gaudichaud-Beaupré, der diese Glockenblumen entdeckt hat, würde man dieser Logik folgen, hießen die meisten unserer Pflanzen „Linné“.

Pflege-Tipps für Ihre Bubikopf-Pflanze

  • die Bubikopf-Pflanze ist aus gutem Grund altbekannt, sie ist wunderbar einfach in der Haltung
  • die Pflege des Bubikopfs beschränkt sich auf ausreichende Bewässerung und bei Zimmerhaltung etwas Dünger
  • die Vermehrung von Bubiköpfchen ist leicht und kann durch Teilung oder Stecklinge erfolgen
  • der aus dem Mittelmeergebiet stammende kleine grüne Puschel hat sich so gut bei uns eingewöhnt, dass er in milden Gegenden schon ziemlich häufig auswildert
  • dort kann er also dauerhaft den Garten zieren, als Bodendecker oder Steingartenpflanze
  • auch auf der Erde eines Terrassenkübels oder in einer Ampel auf dem Balkon macht der Bubikopf eine gute Figur
  • die Pflanze mit botanischem Namen Soleirolia soleirolii gehört zur Familie der Brennnesselgewächse

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