Bromelien überzeugen durch ihre auffälligen Blüten, aber auch durch ihr Blattwerk. Bemerkenswert ist, dass die meisten bei uns als Zimmerpflanze gehaltenen Bromelien ihr benötigtes Wasser über die Blatttrichter aufnehmen und nicht über die Erde und die Wurzeln. Es gibt über 3.000 Arten und unzählige Sorten. Die einzelnen Pflanzen stellen zum Teil recht unterschiedliche Anforderungen an ihren Standort, das Substrat und die Pflege. Das kommt von ihren eigentlichen heimatlichen Gegebenheiten.

So wachsen einige in eher dunklen und feuchten Regenwäldern, andere dagegen in sonnigen und trockenen Wüsten. Ideal ist, wenn man beim Kauf die genaue Bezeichnung der Pflanze erfahren kann, denn dann kann ganz gezielt nach den Pflegebedingungen gesucht werden. Wir müssen hier etwas verallgemeinern, können nicht auf alle Ansprüche eingehen.

Allgemeines über BromelienBromelie-lila

  • Pflanzenfamilie in der Ordnung der Süßgrasartigen
  • etwa 3.000 Arten
  • am bekanntesten ist die Ananas
  • fast alle Immergrün
  • wachsen in tropischen und subtropischen Gebieten
  • Blattrosette als typische Wuchsform
  • meist gestaucht, manchmal stammbildend
  • auffällige Blattspreite
  • Blüten in der Regel einfache oder zusammengesetzte, traubige oder rispige Blütenstände
  • dekorative Hochblätter und Tragblätter der Blütenstände
  • meist nur eine Blüte im Leben, danach sterben sie ab
  • verschieden geformte Früchte und Samen
  • wachsen je nach Art epiphytisch (auf Bäumen) oder terrestrisch (auf der Erde)
  • beliebte Zierpflanzen
  • können Wasser aus der Umgebung aufnehmen

Die Pflege von Bromelien ist unkompliziert. Wissen muss man, dass nicht alle gleiche Bedürfnisse an Standort und Pflanzsubstrat haben. Einige mögen Sonne, andere nicht. Eine Menge der Arten fühlen sich im Sommer im Freien wohl, aber nicht alle. Ebenso verhält es sich mit den Substraten, wenn sie denn eines benötigen. Die Ansprüche sind schon unterschiedlich. Am besten ist, wenn man eine Pflanze kauft, bei welcher ihr genauer Name mitgeliefert wird, dann kann man ganz gezielt nach den Bedingungen forschen.

Standortbedingungen und Pflanzsubstrat

Beim Standort kommt es darauf an, welche Art man sich ausgesucht hat. Grundsätzlich mögen es alle Bromelien warm. Sie eignen sich das gesamte Jahr über als Zimmerpflanzen und mögen keine Temperaturen unter 14°C. Im Sommer fühlen sich die Pflanzen im Freien wohl, wobei darauf zu achten ist, dass die Nachttemperaturen über 14°C bleiben. Empfehlenswert ist ein geschützter Standort. Wichtig ist auch, dass die Pflanzen nicht direkt in der Sonne stehen. Am besten ist ein Platz unter einem laubtragenden Gehölz. Morgen- und Abendsonne wird gut vertragen.

Heller Standort
Heller Standort

Standort:

  • alle warm und hell
  • im Sommer nicht zu nah am Fenster, zumindest nicht da, wo die Sonne in der Mittagszeit stark darauf scheint. Es kann zu Verbrennungen kommen.
  • die übrige Zeit können die Pflanzen direkt im Südfenster platziert werden
  • im Sommer auch gern im Freien, vor allem Tillandsia, Aechmea, Billbergia, Ananas und Neoreglia
  • dort nicht in der Mittagssonne, besser unter dem Laub eines Gehölzes
  • ideal ist Morgen- und Abendsonne, besonders für die, mit ledrigen Blättern
  • Sonne in Maßen ist wichtig für die Blütenbildung
  • viele Bromelien fühlen sich in hellen Badezimmer am wohlsten, denn dort stimmt meist die Luftfeuchtigkeit.

Tipp: Terrestrische Arten vertragen mehr Sonne

Pflanzsubtrat:

Bromelien bevorzugen lockeres Substrat
Bromelien bevorzugen lockeres Substrat
  • als Substrat für epiphytische Bromelien eignet sich eine Mischung aus Orchideen- und normaler Blumenerde, zu gleichen Teilen
  • alternativ funktioniert ein Gemisch aus einem Teil Spagnum und zwei Teilen Rinde. Die Bromelien müssen darauf aufgebunden werden.
  • für Erdbromelien kann eine Mischung aus Lauberde und Torf verwendet werden, ebenfalls zu gleichen Teilen
  • wichtig ist, dass sie kalkfrei, locker und etwas krümelig ist.
  • normale Pflanzerde oder Blumenerde ist eher nicht geeignet.

Bromelien pflanzen

Wichtig bei Bromelien ist, den Erdballen möglichst klein zu halten. Als Gefäße können sowohl Kunststoff- als auch Tongefäße genutzt werden, allerdings halten Kunststofftöpfe die Feuchtigkeit länger, was im Sommer günstig ist. Für große Pflanzen sind schwere Gefäße wichtig, vor allem beim Ausstellen ins Freie. Das Eigengewicht verhindert das Umfallen. Die Standfestigkeit ist einfach höher.

  • selten umtopfen
  • Pflanzballen klein halten
  • erst umtopfen, wenn die Pflanze zu groß für das Gefäß ist.
  • Tonscherbe über dem Abzugsloch
  • Überschüssiges Wasser muss ablaufen können

Zu den Bromelien gehören auch die Tillandsien. Diese haben ganz eigene Wünsche. Sie benötigen keinerlei Substrat. Sie nehmen ihr Wasser aus der Umgebung auf. Hier geht es mehrheitlich darum, sie schön zu präsentieren. Deshalb werden sie auf ein knorriges Wurzelholz, ein Aststück oder einem Stein befestigt. Man kann sie einfach mit Montagekleber ankleben.

Tipp: Keinen Heißkleber aus der Pistole verwenden. Die Hitze bringt immer wieder viele der Tillandsien um. Sehen kann man das nicht gleich, sondern meist erst nach einigen Wochen und Monaten.

Gießen und Düngen

Besonders beim Gießen der Bromelien gibt es einiges zu beachten. Vor allem sollte ausschließlich Regenwasser verwendet werden. Weiches und kalkfreies Wasser ist unabdingbar. Leitungswasser sollte gefiltert werden. Außerdem wird mehrheitlich in die Trichter, die Rosette gegossen und nur wenig auf die Erde.

Nur in den Trichter der Bromelienblüte gießen
Nur in den Trichter der Bromelienblüte gießen
  • nur mit Regenwasser gießen
  • in die Blattachseln und Trichter gießen
  • diese dürfen nicht leer sein, also immer wieder auffüllen, aber erst, wenn nur noch sehr wenig Wasser darin ist
  • zwischen den Wassergaben auf die Erde die Oberfläche immer gut abtrocknen lassen.
  • in den Wintermonaten weniger gießen, insgesamt trockener halten
  • aufgebundene Bromelien werden lediglich mit Wasser besprüht. Auch dafür Regenwasser nutzen!
  • das Moos, welches die Wurzeln umgibt, immer leicht feucht halten

Gedüngt wird nur im Sommer. Wichtig ist, dass nicht zu viele Nährstoffe zugeführt werden. Verwendet wird normaler Flüssigdünger.

  • nur während der Sommermonate düngen
  • Flüssigdünger nutzen
  • Gießwasser zugeben, in Trichter und auf Erde
  • dem Sprühwasser beigeben
  • keinesfalls im Winter düngen

Tipp: Für viele Bromelien ist eine hohe Luftfeuchtigkeit wichtig. Deshalb ist regelmäßiges Besprühen angeraten. Damit keine hässlichen Kalkflecken auf den Blättern und Blüten sichtbar werden, Regenwasser verwenden!

Schneiden

Zur Pflege gehört auch das Schneiden. Damit hat man bei Bromelien nur minimal zu tun. Geschnitten werden muss nur, wenn man die Kindel an der Pflanze lässt und nicht abtrennt und separat eintopft. Wenn diese groß genug sind, dass sie bald selbst Blüten bilden können, sollte der Blütenstiel der Mutterpflanze abgeschnitten werden. In der Regel hat die Pflanze schon über Monate geblüht. Auch wenn der Stängel noch grün ist und die Blüte noch recht gut aussieht, sollte der Stängel so weit unten wie möglich weggeschnitten werden. Das gibt den neuen Trieben die Chance zur Blütenbildung.

Vermehren

Die Vermehrung von Bromelien ist denkbar einfach. Sie gelingt über Kindel, Ausläufer oder die Aussaat von Samen. Samen können von eigenen Pflanzen entnommen oder im Handel erworben werden. Die Vermehrung durch Kindel funktioniert deutlich besser, eignet sich allerdings nicht für größere Mengen.

Kindel

Nach der Blüte sterben die Blatttrichter der Bromelie ab. Das dauert einige Zeit und während dieser oder manchmal auch schon früher, bilden sich ein oder mehrere Kindel rings um die Mutterpflanze. Diese Kindel sind eigenständige Pflanzen, die abgetrennt und separat eingepflanzt werden können. Wichtig ist, dass man dies nicht zu früh tut. Die Rosettenform sollte deutlich erkennbar sein. Günstig ist, die kleinen Bromelien so lange an der Mutterpflanze zu belassen, bis sie 8 bis 10 cm groß sind, dann gibt es in der Regel keine Probleme mit dem Anwachsen.

Bromelien bilden Kindel
Bromelien bilden Kindel
  • nach der Blüte bilden sich an der Mutterpflanze kleine Bromelien – Kindel genannt
  • diese können, wenn sie groß genug sind, abgetrennt werden
  • separat einpflanzen und weiterpflegen

Aussaat

Will man Bromelien durch Aussaat vermehren, ist die beste Zeit dafür das Frühjahr. Die Samen werden einfach auf das Aussaatsubstrat gelegt und angedrückt. Es sind Lichtkeimer, sie dürfen also nicht mit Erde bedeckt werden. Die Erde wird lediglich mit Regenwasser besprüht. Günstig ist ein Gewächshausklima, mit einer hohen Luftfeuchte. Die kann durch das Überstülpen einer durchsichtigen Kunststofftüte erreicht werden. Wichtig ist, das Substrat leicht feucht zu halten, nicht austrocknen zu lassen und regelmäßig zu lüften, damit sich kein Schimmel bilden kann. Das Gefäß warm und hell stellen, aber keinesfalls in die Sonne.

  • Aussaat im Frühjahr
  • Lichtkeimer – Samen nicht mit Erde bedecken
  • Aussaaterde nutzen oder eine Mischung aus scharfem Sand und Torf
  • Substrat besprühen
  • hohe Luftfeuchte durch Glasglocke oder Tüte erreichen
  • regelmäßig besprühen und lüften
  • warm und hell stellen, ohne Sonne
  • Keimtemperatur um die 25°C
  • Tüte oder Glocke erst entfernen, wenn Blättchen zu sehen sind

Krankheiten und Schädlinge

Bromelien sind eigentlich ziemlich robust, zumindest wenn die Bedingungen stimmen. Krankheiten sind ausgesprochen selten. Dagegen treten Schädlinge immer mal wieder auf. Besonders Woll- und Schildläuse befallen die Pflanzen.

Schädlinge
Schädlinge

Wollläuse sind recht einfach zu finden. Kleine weiße Wattebällchen sind ein deutliches Zeichen. Schildläuse sind schwerer auszumachen. Kleine, braun, ovale Erhebungen auf und unter Blättern und am Stängel sind typische Symptome. Beide Schädlinge hinterlassen klebrige Ausscheidungen, Honigtau genannt. Man findet sie häufig auf den Oberflächen des Bodens oder dort, wo die Pflanzen stehen. Mit der Zeit werden die Flächen schwarz, denn darauf siedeln sich Pilze an. Die Pflanzen reagieren mit Wachstumsstörungen, Blätter werden gelb, man kann sehen, dass es der Bromelie nicht gut geht.

  • um vorzubeugen ist eine hohe Luftfeuchte vorteilhaft.
  • die Pflanzen regelmäßig besprühen.
  • bei leichtem Befall hilft Absammeln.
  • bei massenhafter Vermehrung hilft meist nur Chemie
    • systemische Mittel werden von der Pflanze aufgenommen.
    • beim Anstechen und Saugen nehmen die Schädlinge das Gift auf und sterben.

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