Brennnesseljauche herstellen in 15 Minuten – Dünger und Hilfe bei Läusen

Brennnesseljauche herstellen

Zur Bekämpfung von Schädlingen wie Blattläusen stehen verschiedene chemisch-künstliche Mittel zur Verfügung. Dasselbe gilt in Bezug auf Dünger. Doch wozu soll man viel Geld in derartige Produkte investieren, wenn sich ein praktischer Allrounder mit rundum natürlichen Eigenschaften binnen kürzester Zeit und nahezu kostenlos selber herstellen lässt?! Eben, deshalb erfahren Sie hier, wie Sie Brennnesseljauche ansetzen und verwenden können!

Im späten Frühling bzw. frühen Sommer gedeihen nicht nur Ihre Gartenblumen, sondern auch die Brennnesseln. Abgesehen von den wenigen Feinschmeckern, die das Kraut gern im Tee genießen, erfreuen sich nur wenige Gärtner an den wehrhaften Pflanzen. Sie empfinden Brennnesseln in der eigenen Grünzone vor allem als Unkraut. Wir raten Ihnen: Lassen Sie die Stauden nicht als Biomüll auf dem Kompost enden, sondern kreieren lieber eine Brennesseljauche daraus. Mit seinem Gestank vertreibt das so simple wie effektive Hausmittel nicht nur Menschen, Katzen und Hunde, sondern auch Blattläuse und andere Schädlinge. Darüber hinaus fungiert die Jauche durch den ausgedehnten Gärungsprozess als hervorragender Dünger – und all das auf ganz natürlicher Basis. Machen Sie sich diese Vorteile zunutze und stellen Ihre Brennesseljauche selber her. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie dabei vorgehen.

Brennnessel

Was es grundsätzlich zu beachten gilt

Verwenden Sie zum Herstellen der Brennnesseljauche ausschließlich das Brennnesselkraut. Blüten und verholzte Pflanzenteile sind nicht geeignet. Des Weiteren gilt es darauf zu achten, keine Brennnesseln zu nutzen, die schon Samen tragen. Sie brauchen entsprechende Stauden allerdings nicht einfach so wegzugeben. Stattdessen empfiehlt es sich, die Samen gründlich zu entfernen, um die resultierenden „reinen“ Brennnesseln für die Jauche einsetzen zu können.

Hinweis: Der Grund für die Notwendigkeit, die Samen zu beseitigen, liegt darin, dass man die resistenten Elemente sonst unbewusst mit Anwendung der Jauche aussät.

Material

Das brauchen Sie:

  • ausreichend Brennnesseln
  • großen Eimer bzw. Fass mit Abdeckung
  • Gartenschlauch bzw. gesammeltes Regenwasser
  • dicke Gartenhandschuhe
  • Gartenschere

Gartenschere

Anleitung

So gehen Sie vor:

1. Schritt: Sammeln Sie möglichst viele Brennesselstauden.

Brennnessel pflücken

Tipp: Wenn sie nicht direkt bei der eigenen Gartenpflege anfallen, sind sie sicherlich auf wilden Grünflächen in der Umgebung zu finden.Tragen Sie beim Bearbeiten der Brennnesseln immer dicke Handschuhe.

2. Schritt: Zerlegen Sie die Brennesselstauden mit der Gartenschere in handliche Stücke. 10 kg Brennesseln sind optimal.

3. Schritt: Füllen Sie den Eimer bzw. das Fass mit den geschnittenen Brennnesseln.

Brennnesselblätter

4. Schritt: Übergießen Sie die Brennnesseln mit 10 L Wasser.

Brennnesseljauche ansetzen

Tipp: Nehmen Sie, wenn möglich, frisches Regenwasser. Weiches oder enthärtetes Leitungswasser kommt jedoch auch infrage.

5. Schritt: Decken Sie das Gemisch ab.

Tipp: Steht Ihnen zur Abdeckung kein passender Deckel zur Verfügung, können Sie auch ein simples Tuch verwenden. Es geht in erster Linie darum, unerwünschtes Getier fernzuhalten.

6. Schritt: Zwar muss der Aufguss nun für etwa zwei bis drei Wochen gären. Dennoch sind Sie gefordert: Das Gemisch will und muss nämlich jeden Tag einmal kräftig durchgerührt werden.

Brennnesselblätter

Vielleicht fragen Sie sich, wozu Sie den Aufwand des Umrührens betreiben sollen. Die klare Antwort: Für den Gärungsprozess ist Sauerstoff erforderlich. Indem Sie den Deckel anheben, gelangt dieser essenzielle Sauerstoff in die Mischung. Und wenn Sie schon dabei sind, können Sie auch gleich Hand anlegen und durch das Rühren für eine gleichmäßige Verteilung der entstehenden Wirkstoffe sorgen.

Tipp: Während sich die Biomasse nach und nach zersetzt, entwickelt sich ein starker Geruch, den viele Menschen als äußerst unangenehm empfinden. Demnach sollten Sie die Brennesseljauche also nicht gerade mitten auf Ihrer Terrasse platzieren. Aber: Durch die Zugabe von etwas Baldrianblütenextrakt oder Steinmehl lassen sich die olfaktorischen Nachteile merklich reduzieren. Und im schlimmsten Fall hilft Ihnen eine Wäscheklammer auf der Nase, den üblen Geruch auszuhalten.

7. Schritt: Nach den zwei bis drei Wochen findet keine Bläschenbildung mehr statt. Die Jauche, die inzwischen eine bräunliche Farbe angenommen hat, ist fertig und quasi einsatzbereit.

Tipp: Sie können die Brennnesseljauche während der gesamten Gartensaison verwenden. Lagern Sie das Hausmittel in einem dunklen Raum und halten Sie das Behältnis stets geschlossen.

Brennnesseljauche verwenden

Gegen Blattläuse anwenden

Um die Jauche gegen Blattläuse auf Obst- und Gartenpflanzen zu nutzen, nehmen Sie zunächst eine herkömmliche Gartenspritze zur Hand und befüllen diese mit dem Mittel. Daraufhin versprühen Sie die Brennnesseljauche auf die befallenen Pflanzen.

Wichtig: Sprühen Sie ausnahmslos an bewölkten Tagen. Tun Sie es bei strahlendem Sonnenschein, droht das Blattwerk zu verbrennen.

Wiederholen Sie das Verfahren in regelmäßigen Abständen von etwa 2 bis 3 Tagen. Nach ein bis zwei Wochen dürfte den unliebsamen Schädlingen die Freude daran, Ihre Pflanzen zu besiedeln, vergangen sein. Und Sie dürfen sich loben, ein absolut natürliches Mittel gegen die Läuse eingesetzt zu haben.

Tipp: Wieso die Brennnesseljauche überhaupt wirkt? Ursächlich sind die im Zuge der Herstellung gelösten Nesselgifte. Sie vertreiben Blattläuse ebenso wie andere ungebetene Gäste – etwa Spinnmilben.

Als natürlichen Dünger nutzen

Wollen Sie die Jauche als Dünger nutzen, müssen Sie sie im Verhältnis 1:10 mit weichem Wasser verdünnen und dann direkt in den Wurzelbereich der jeweiligen Pflanze gießen.

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